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	<title>HeliWiki - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-04-29T09:07:10Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6851</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-10T21:47:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Artikel)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Bericht der Suchexpedition  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Armbrustschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Armbrustschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Volk und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft hergekommen, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges, unverheiratetes Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Herkunftsfamilien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos - aus Vorsicht möglicherweise, vielleicht hatten sie aber auch tatsächlich keinen Schimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander ließ man uns einzeln zu ihr hinein, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet zu ihr kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Die Taten des Bischofs schienen ihr Mitleid zu erregen. Danach erklärte sie verschiedentliche Dinge, die wir ihrer Ansicht nach noch erfahren mussten und sie munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen, unser Herz zu befragen und uns, sobald wir entschieden seien, sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgegeben hatten, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie zwar bei den Losgesagen sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hätten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle hatten Lusina einerseits als freundlich, interessiert und zugewandt sowie als offen für ein ehrliches Sprechen, aber auch als sehr streng und kompromisslos den Grundsätzen der Losgesagten folgend erlebt. Ich gebe zu, dass manche von uns - auch ich - Vorbehalte hatten, doch am Ende entschieden wir, an der Taufe teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Tagen bekamen wir eine Reihe von Unterweisungen. Für die Auslegung und Diskussion theologischer Grundsätze tauge ich nicht, aber ich habe mir gemerkt, dass die Losgesagten durchaus an den Einen glauben, sie sind bekennend und haben untereinander und zu Fremden ähnliche Regeln zu achten wie alle Ceriden. Das Besondere scheint eher die Gleichheit zu sein, die in Zukunft unter allen Menschen herrschen soll, die Unmittelbarkeit der Verbindung zum Einen, die persönliche, niemandem in besonderer Weise zustehende Macht, an der alle in gleichem Maß Anteil haben - eine Macht, die nicht genommen sein darf durch weltliche oder klerikale Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Tag vor der Taufe. Wir bekamen alle ein graubraunes, grobes Gewand aus Leinen, es gab unterschiedliche Größen, aber ansonsten keine Unterschiede, auch nicht zwischen Männern und Frauen. Alle hatten sich der &amp;quot;Erklärung&amp;quot; zu stellen, das eine Art Verhör mit verteilten Rollen entsprach. Man musste einem Boten des Einen und einem Boten des Daimon Rede und Antwort stehen. Es kam darauf an, das Böse zu erkennen, dem Bösen zu entsagen, sich dem Guten als würdig zu erweisen und zu versprechen, dass man ein dem Einen gefälliges Leben führen möchte. Erst am Abend gab es für alle ein karges Mahl, und alle hatten im Hof bei einem großen Feuer auf dem Boden zu schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir aufgeteilt. Die meisten gehörten dem Haufen der bald ehemaligen Gewöhnlichen an, ein paar waren aber bisher auch Edle gewesen - Adelige, Kleriker oder anderweitig hochgestellte Persönlichkeiten. Die Gewöhnlichen hatten zu versprechen, dass sie die Bürde der Verantwortung, die ihnen bisher genommen war, zukünftig zu schultern bereit seien. Die Edlen mussten ihrem Stand und allen Privilegien entsagen, sie mussten auf allen Besitz und alles Erbe verzichten. Das Ritual sah vor, dass der Stand, dem sie seit der Schwertleite angehörten und in den sie oder ihre Vorfahren mit dem Ritterschlag erhoben wurden, von ihnen genommen wurde. Sie mussten sich am Anfang einer doppelten Reihe Gewöhnlicher aufstellen und diese ohne zu rennen durchschreiten, wobei sie von jedem der Gewöhnlichen einen mehr oder weniger gnadenvollen Streich mit dem Ochsenziemer erhielten - eine entehrende Strafe, denn der Ochsenziemer wird in Nuremburg ausschließlich für Tiere gemacht. Es war für die meisten von uns unerträglich, Normund und Gilbert so etwas anzutun, auch wenn wir sie natürlich nicht wirklich schlugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach hatten wir uns zu waschen und das eigentliche Taufritual wurde durchgeführt, wobei alle noch einmal einzeln vor zwei befreundeten Zeugen öffentlich ihren Entschluss und ihr Versprechen wiederholen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend schließlich gab es ein Festessen, das sogar in Heligonia als wahrhaft üppig gegolten hätte. Es gab Musik und es wurde auch reichlich Bier, Met und Wein gereicht. Auch wenn Gilbert und Normund noch ein wenig der Rücken vom Ochsenziemer schmerzte, waren wir doch bester Laune und vergaßen für ein paar Stunden die Gründe unserer Anwesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst spät in der Nacht wurden sie uns wieder bewusst. Es gibt einen zusätzlichen, nicht ganz offiziellen Programmpunkt, das wohl eher Tradition als Ritual ist, an dem teilzunehmen Gilbert und Normund aber genötigt wurden. Im Keller der Burg, so hieß es, seien noch Adelige eingesperrt, die die Taufe ablehnen. Alle frisch getauften ehemaligen Adeligen hatten einen Ochsenziemer zu nehmen und ein Spalier zu bilden, so wie am Nachmittag zuvor die ehemals Gewöhnlichen für die ehemals Adeligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert versuchten, sich herauszureden, sie gaben vor, zu betrunken zu sein, aber man ließ ihnen keine Wahl. Sie und eine Handvoll andere wurden in das Gefangenenquartier im Keller der Burg geführt. Sie hatten sich in einer Zweierreihe aufzustellen und drei zerlumpte Gestalten wurden hereingeführt. Einer der Losgesagten erklärte kurz, dass sie durch die Reihe zu rennen hatten (für sie war es erlaubt zu rennen), am anderen Ende einen edlen Zinnbecher nehmen und wieder zurückrennen. Man würde ihnen den Becher bis an den Rand mit dem besten und süßesten Met füllen und sie wieder in ihre Zellen einschließen. Man solle fest zuschlagen, um nicht die Glaubwürdigkeit der Taufe zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert machten sich nichts daraus - sie rechneten damit, drei armen Teufeln einen leichten Streich zu versetzen. Auch wenn die Gefangenen von edlem Stand und Herkunft waren - in den letzten Monaten hatten wir derart viel Leid mitansehen müssen, dass Normund und Gilbert im ersten Moment kein rechtes Mitleid und auch keine Reue verspürten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann wurden die Gefangenen nacheinander durch die Reihe geschickt. Und zweimal, einmal auf dem Hin- und einmal auf dem Rückweg, schlugen Normund und Gilbert ihren Markgrafen mit einem Ochsenziemer. Kalveram war gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Flucht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir anderen waren überrascht, wie verstört Normund und Gilbert waren, als sie wiederkamen. Sie ließen sich nichts anmerken und tranken ihre Becher leer. Dann kündigten sie an, dass sie müde seien und zu Bett gehen wollten. &amp;quot;Das solltet ihr auch tun, ihr Glaswerker!&amp;quot; fügten sie hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor langer Zeit hatten wir auf der Anreise ein paar Redewendungen überlegt, die über das Gesagte hinaus wichtige Dinge signalisieren können, die nur wir untereinander verstehen. Und wir verstanden sofort. Um nicht aufzufallen, mischten uns unter die anderen Feiernden, tranken noch ein-zwei Becher und gingen, einer nach dem anderen, zu unserm Lager. Es wäre, wenn ich ehrlich bin, ohnehin bald Zeit gewesen. So wie hier hatte seit langer Zeit niemand von uns zugelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir versuchten, einige Stunden zu warten, bis es sehr spät war. Natürlich schliefen die meisten von uns dabei ein, aber Ephraima und Pernillo schafften es, wach zu bleiben. Als es kurz vor Morgengrauen endlich still wurde, packten wir leise in der Dunkelheit die wichtigsten Dinge zusammen und verließen die Burg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst fühlten wir uns unbeobachtet, gingen zur Straße hinunter und wanderten talaufwärts. Weldo war in einer für Fluchtabsichten ziemlich schwierigen Verfassung, er konnte kaum geradeaus laufen. Ich hatte beim Hinauslaufen ein paar Brocken kaltes Fleisch und salzigen Käse mitgehen lassen, er aß alles auf und trank reichlich Wasser aus einem Bach, an dem wir vorbeikamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Morgengrauen hörten wir, dass wir verfolgt wurden. Wir begannen zu rennen. Es schienen nicht viele Verfolger zu sein. Sie kamen ausschließlich von hinten die Straße entlang, vermutlich von Sollenstein, wahrscheinlich hatten auch sie auch nicht lange geschlafen. Sie hatten einen Scharfschützen dabei, der hin und wieder einen Pfeil schoss. Die meisten gingen daneben, aber einer traf Gilbert in die Schulter. Wir schlugen uns in die Büsche, brachen das Ende des Pfeils ab und wollten weiter, als wir mit Erstaunen plötzlich einen Hund und Geschrei vernahmen. Es schien einen Tumult zu geben, und die Verfolger flohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem gingen wir weiter, etwas langsamer und schließlich auch auf der Straße, weil die Landschaft unwegsamer wurde. Es ging sehr lange bergauf, wurde kälter, einsamer und windiger. Der heligonische Norden ist ein Hochland, das jenseits der Berge und viel höher liegt, das Klima ist rauher und als wir uns abends einen abgelegenen Lagerplatz suchten, legten wir ein unauffälliges Grubenfeuer an, um in der Nacht etwas Wärme zu haben. In besserer Verfassung wären wir die Nacht durch weitergezogen, aber Weldo ging es nicht gut, er schien krank geworden zu sein und in Gilberts Schulter steckte immer noch ein Pfeil, sie schmerzte, war ganz dick und rot, es schien ihn aber nicht aufzuhalten. Wir ruhten ein paar Stunden, konnten vor Kälte kaum schlafen und brachen kurz vor Morgengrauen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße war still geblieben, also folgten wir ihr weiter bergauf. Schließlich bemerkten wir einen dünnen Rauchgeruch, dem wir vorsichtig folgten. Wir kamen in ein Dorf namens Haldenrot, wo wir in einem sehr schlechten Handel ein paar Blutwürste und fettigen Rauchspeck eintauschten und dann weiterzogen. Der wilde Norden Heligonias würde kalt werden, das war uns mittlerweile klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätnachmittags hatten wir es fast geschafft. Es war noch kälter und windiger geworden, die ersten baumlosen Grinden kamen in Sicht und es hatte begonnen zu schneien. Aus der Ferne war anfangs ein Bergfried zu erkennen gewesen, wir verloren ihn aber aus dem Blick, als das Schneetreiben immer schlimmer wurde. Wir konnten uns nur noch an der Windrichtung orientieren. Mit zunehmender Mühe wanderten wir weiter durch den Schnee, bis es schließlich zu dämmern begann. Die Sichtweite wurde etwas besser, vielleicht zweihundert Fuß weit konnten wir die Umrisse von Sträuchern und niedrigen Bäumen ausmachen, als wir eine Bewegung wahrnahmen. Immer wieder im Schneetreiben verschwindend folgte uns ein Tier. Es folgte parallel zu uns in einiger Entfernung, hielt stets Schritt und näherte sich nie weit genug, dass wir es hätten erkennen können. Der Schritt ähnelte dem eines Wolfes, doch es musste dunkler sein, sonst wäre es noch weniger sichtbar gewesen. Es schien auch nur ein Tier zu sein... was uns beruhigte, denn ein Wolfsrudel wäre gefährlicher gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dämmrige Zwielicht schien ewig anzuhalten, der Wolf folgte uns weiter. Wir alle waren erschöpft, aber für Gilbert und Weldo war es am schlimmsten. Weldo war schwach und fiebrig und faselte wirr vor sich hin, oft Unverständliches, manchmal auch Worte, in denen wir keinen Sinn erkannten. &amp;quot;Ja, hilf mir, ich wollte es wirklich&amp;quot;, murmelte er immer wieder. Gilbert trottete scheinbar gleichmütig dahin, seine kraftlosen Schritte und weichen Knie waren für uns aber deutlich zu erkennen. Schließlich wurde es dunkel. Der Wolf war nicht mehr zu erkennen, wir fragten uns, ob er uns noch folgte. Der schwere Schnee wurde immer tiefer und wir wurden immer langsamer. Nachlässiger werdend, bemerkten nicht, wie sich uns von vorn eine Gestalt näherte. &amp;quot;Habt keine Angst!&amp;quot; rief sie, als sie stehen blieb und uns herbeiwinkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestalt war allein, also näherten wir uns ihr. Es war eine einfache Frau, in ein sehr dünnes Hirtengewand gekleidet, mit einem Stab und zwei großen, schwarzen Hunden. Ob einer davon unser Begleiter war, der vermeintliche Wolf? Die fremde Frau schaute uns mit ruhigen Augen an, sie schien gar nicht zu frieren. Wir gingen ein paar Schritte auf sie zu. Sie lächelte und wandte sich an Weldo. &amp;quot;Ich bin jetzt da, Weldo Bergfeuer, ich helfe dir und deinen Freunden&amp;quot;, kündigte sie an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dann geschah, kann ich nur glauben, weil die anderen es auch gesehen haben. Einer der Hunde des Hirtenmädchens (niemand von uns erinnert sich, ob sie alt oder jung ausgesehen hat) verlor seine Umrisse für einen Moment und verwandelte sich in einen Mann, schwarz gekleidet, alt, mit einem Umhang. Er beugte sich über Weldo, offensichtlich war er ein Heiler. Er untersuchte ihn und wirkte augenscheinlich einen Zauber, dann ging er zu Gilbert und kümmerte sich wortlos um seine Wunde. Er brachte es zustande, die Pfeilspitze herauszuziehen, ohne dass die Wunde aufging und allzusehr zu bluten begann. Er machte aus einem Streifen seines Umhangs einen Verband, dann erhob er sich und stellte sich neben die Schäferin. Das alles geschah einfach, wir waren zu erschöpft, zu erstaunt und zu ängstlich, um Fragen zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es wird bald aufklaren, nur für kurze Zeit&amp;quot;, sagte die Hirtin. &amp;quot;Findet den Stern, den ihr Redon nennt. Entfernt euch von ihm, geht vielleicht zwei Stunden oder drei südlich und haltet nach einer Hütte am Abhang Ausschau. Die Hütte steht in eurem Land, dort wohnt eine Waldläuferin namens Jorunn, sie kann helfen. Weldo und Gilbert sind sehr krank, sie werden nur leben, wenn sie für einen Monat nicht reisen müssen. Der Winter naht, kehrt auf dem großen Fluss heim, nicht auf dem Kleinen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kehrte um und ging mit ihren beiden Hunden in die Dunkelheit des Schneetreibens, den Weg zurück, den wir gekommen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles, was sie gesagt hatte, geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6849</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-08T20:00:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Armbrustschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Armbrustschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Volk und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft hergekommen, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges, unverheiratetes Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Herkunftsfamilien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos - aus Vorsicht möglicherweise, vielleicht hatten sie aber auch tatsächlich keinen Schimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander ließ man uns einzeln zu ihr hinein, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet zu ihr kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Die Taten des Bischofs schienen ihr Mitleid zu erregen. Danach erklärte sie verschiedentliche Dinge, die wir ihrer Ansicht nach noch erfahren mussten und sie munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen, unser Herz zu befragen und uns, sobald wir entschieden seien, sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgegeben hatten, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie zwar bei den Losgesagen sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hätten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle hatten Lusina einerseits als freundlich, interessiert und zugewandt sowie als offen für ein ehrliches Sprechen, aber auch als sehr streng und kompromisslos den Grundsätzen der Losgesagten folgend erlebt. Ich gebe zu, dass manche von uns - auch ich - Vorbehalte hatten, doch am Ende entschieden wir, an der Taufe teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Tagen bekamen wir eine Reihe von Unterweisungen. Für die Auslegung und Diskussion theologischer Grundsätze tauge ich nicht, aber ich habe mir gemerkt, dass die Losgesagten durchaus an den Einen glauben, sie sind bekennend und haben untereinander und zu Fremden ähnliche Regeln zu achten wie alle Ceriden. Das Besondere scheint eher die Gleichheit zu sein, die in Zukunft unter allen Menschen herrschen soll, die Unmittelbarkeit der Verbindung zum Einen, die persönliche, niemandem in besonderer Weise zustehende Macht, an der alle in gleichem Maß Anteil haben - eine Macht, die nicht genommen sein darf durch weltliche oder klerikale Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Tag vor der Taufe. Wir bekamen alle ein graubraunes, grobes Gewand aus Leinen, es gab unterschiedliche Größen, aber ansonsten keine Unterschiede, auch nicht zwischen Männern und Frauen. Alle hatten sich der &amp;quot;Erklärung&amp;quot; zu stellen, das eine Art Verhör mit verteilten Rollen entsprach. Man musste einem Boten des Einen und einem Boten des Daimon Rede und Antwort stehen. Es kam darauf an, das Böse zu erkennen, dem Bösen zu entsagen, sich dem Guten als würdig zu erweisen und zu versprechen, dass man ein dem Einen gefälliges Leben führen möchte. Erst am Abend gab es für alle ein karges Mahl, und alle hatten im Hof bei einem großen Feuer auf dem Boden zu schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir aufgeteilt. Die meisten gehörten dem Haufen der bald ehemaligen Gewöhnlichen an, ein paar waren aber bisher auch Edle gewesen - Adelige, Kleriker oder anderweitig hochgestellte Persönlichkeiten. Die Gewöhnlichen hatten zu versprechen, dass sie die Bürde der Verantwortung, die ihnen bisher genommen war, zukünftig zu schultern bereit seien. Die Edlen mussten ihrem Stand und allen Privilegien entsagen, sie mussten auf allen Besitz und alles Erbe verzichten. Das Ritual sah vor, dass der Stand, dem sie seit der Schwertleite angehörten und in den sie oder ihre Vorfahren mit dem Ritterschlag erhoben wurden, von ihnen genommen wurde. Sie mussten sich am Anfang einer doppelten Reihe Gewöhnlicher aufstellen und diese ohne zu rennen durchschreiten, wobei sie von jedem der Gewöhnlichen einen mehr oder weniger gnadenvollen Streich mit dem Ochsenziemer erhielten - eine entehrende Strafe, denn der Ochsenziemer wird in Nuremburg ausschließlich für Tiere gemacht. Es war für die meisten von uns unerträglich, Normund und Gilbert so etwas anzutun, auch wenn wir sie natürlich nicht wirklich schlugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach hatten wir uns zu waschen und das eigentliche Taufritual wurde durchgeführt, wobei alle noch einmal einzeln vor zwei befreundeten Zeugen öffentlich ihren Entschluss und ihr Versprechen wiederholen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend schließlich gab es ein Festessen, das sogar in Heligonia als wahrhaft üppig gegolten hätte. Es gab Musik und es wurde auch reichlich Bier, Met und Wein gereicht. Auch wenn Gilbert und Normund noch ein wenig der Rücken vom Ochsenziemer schmerzte, waren wir doch bester Laune und vergaßen für ein paar Stunden die Gründe unserer Anwesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst spät in der Nacht wurden sie uns wieder bewusst. Es gibt einen zusätzlichen, nicht ganz offiziellen Programmpunkt, das wohl eher Tradition als Ritual ist, an dem teilzunehmen Gilbert und Normund aber genötigt wurden. Im Keller der Burg, so hieß es, seien noch Adelige eingesperrt, die die Taufe ablehnen. Alle frisch getauften ehemaligen Adeligen hatten einen Ochsenziemer zu nehmen und ein Spalier zu bilden, so wie am Nachmittag zuvor die ehemals Gewöhnlichen für die ehemals Adeligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert versuchten, sich herauszureden, sie gaben vor, zu betrunken zu sein, aber man ließ ihnen keine Wahl. Sie und eine Handvoll andere wurden in das Gefangenenquartier im Keller der Burg geführt. Sie hatten sich in einer Zweierreihe aufzustellen und drei zerlumpte Gestalten wurden hereingeführt. Einer der Losgesagten erklärte kurz, dass sie durch die Reihe zu rennen hatten (für sie war es erlaubt zu rennen), am anderen Ende einen edlen Zinnbecher nehmen und wieder zurückrennen. Man würde ihnen den Becher bis an den Rand mit dem besten und süßesten Met füllen und sie wieder in ihre Zellen einschließen. Man solle fest zuschlagen, um nicht die Glaubwürdigkeit der Taufe zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert machten sich nichts daraus - sie rechneten damit, drei armen Teufeln einen leichten Streich zu versetzen. Auch wenn die Gefangenen von edlem Stand und Herkunft waren - in den letzten Monaten hatten wir derart viel Leid mitansehen müssen, dass Normund und Gilbert im ersten Moment kein rechtes Mitleid und auch keine Reue verspürten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann wurden die Gefangenen nacheinander durch die Reihe geschickt. Und zweimal, einmal auf dem Hin- und einmal auf dem Rückweg, schlugen Normund und Gilbert ihren Markgrafen mit einem Ochsenziemer. Kalveram war gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Flucht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir anderen waren überrascht, wie verstört Normund und Gilbert waren, als sie wiederkamen. Sie ließen sich nichts anmerken und tranken ihre Becher leer. Dann kündigten sie an, dass sie müde seien und zu Bett gehen wollten. &amp;quot;Das solltet ihr auch tun, ihr Glaswerker!&amp;quot; fügten sie hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor langer Zeit hatten wir auf der Anreise ein paar Redewendungen überlegt, die über das Gesagte hinaus wichtige Dinge signalisieren können, die nur wir untereinander verstehen. Und wir verstanden sofort. Um nicht aufzufallen, mischten uns unter die anderen Feiernden, tranken noch ein-zwei Becher und gingen, einer nach dem anderen, zu unserm Lager. Es wäre, wenn ich ehrlich bin, ohnehin bald Zeit gewesen. So wie hier hatte seit langer  Zeit niemand von uns zugelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir versuchten, einige Stunden zu warten, bis es sehr spät war. Natürlich schliefen die meisten von uns dabei ein, aber Ephraima und Pernillo schafften es, wach zu bleiben. Als es kurz vor Morgengrauen endlich still wurde, packten wir leise in der Dunkelheit die wichtigsten Dinge zusammen und verließen die Burg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst fühlten wir uns unbeobachtet, gingen zur Straße hinunter und wanderten talaufwärts. Weldo war in einer für Fluchtabsichten ziemlich schwierigen Verfassung, er konnte kaum geradeaus laufen. Ich hatte beim Hinauslaufen ein paar Brocken kaltes Fleisch und salzigen Käse mitgehen lassen, er aß alles auf und trank reichlich Wasser aus einem Bach, an dem wir vorbeikamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Morgengrauen hörten wir, dass wir verfolgt wurden. Wir begannen zu rennen. Es schienen nicht viele Verfolger zu sein. Sie kamen ausschließlich von hinten die Straße entlang, vermutlich von Sollenstein, wahrscheinlich hatten auch sie auch nicht lange geschlafen. Sie hatten einen Scharfschützen dabei, der hin und wieder einen Pfeil schoss. Die meisten gingen daneben, aber einer traf Gilbert in die Schulter. Wir schlugen uns in die Büsche, brachen das Ende des Pfeils ab und wollten weiter, als wir mit Erstaunen plötzlich einen Hund und Geschrei vernahmen. Es schien einen Tumult zu geben, und die Verfolger flohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem gingen wir weiter, etwas langsamer und schließlich auch auf der Straße, weil die Landschaft unwegsamer wurde. Es ging sehr lange bergauf, wurde kälter, einsamer und windiger. Der heligonische Norden ist ein Hochland, das jenseits der Berge und viel höher liegt, das Klima ist rauher und als wir uns abends einen abgelegenen Lagerplatz suchten, legten wir ein unauffälliges Grubenfeuer an, um in der Nacht etwas Wärme zu haben. In besserer Verfassung wären wir die Nacht durch weitergezogen, aber Weldo ging es nicht gut, er schien krank geworden zu sein und in Gilberts Schulter steckte immer noch ein Pfeil, sie schmerzte, war ganz dick und rot, es schien ihn aber nicht aufzuhalten. Wir ruhten ein paar Stunden, konnten vor Kälte kaum schlafen und brachen kurz vor Morgengrauen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße war still geblieben, also folgten wir ihr weiter bergauf. Schließlich bemerkten wir einen dünnen Rauchgeruch, dem wir vorsichtig folgten. Wir kamen in ein Dorf namens Haldenrot, wo wir in einem sehr schlechten Handel ein paar Blutwürste und fettigen Rauchspeck eintauschten und dann weiterzogen. Der wilde Norden Heligonias würde kalt werden, das war uns mittlerweile klar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätnachmittags hatten wir es fast geschafft. Es war noch kälter und windiger geworden, die ersten baumlosen Grinden kamen in Sicht und es hatte begonnen zu schneien. Aus der Ferne war anfangs ein Bergfried zu erkennen gewesen, wir verloren ihn aber aus dem Blick, als das Schneetreiben immer schlimmer wurde. Wir konnten uns nur noch an der Windrichtung orientieren. Mit zunehmender Mühe wanderten wir weiter durch den Schnee, bis es schließlich zu dämmern begann. Die Sichtweite wurde etwas besser, vielleicht zweihundert Fuß weit konnten wir die Umrisse von Sträuchern und niedrigen Bäumen ausmachen, als wir eine Bewegung wahrnahmen. Immer wieder im Schneetreiben verschwindend folgte uns ein Tier. Es folgte parallel zu uns in einiger Entfernung, hielt stets Schritt und näherte sich nie weit genug, dass wir es hätten erkennen können. Der Schritt ähnelte dem eines Wolfes, doch es musste dunkler sein, sonst wäre es noch weniger sichtbar gewesen. Es schien auch nur ein Tier zu sein... was uns beruhigte, denn ein Wolfsrudel wäre gefährlicher gewesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das dämmrige Zwielicht schien ewig anzuhalten, der Wolf folgte uns weiter. Wir alle waren erschöpft, aber für Gilbert und Weldo war es am schlimmsten. Weldo war schwach und fiebrig und faselte wirr vor sich hin, oft Unverständliches, manchmal auch Worte, in denen wir keinen Sinn erkannten. &amp;quot;Ja, hilf mir, ich wollte es wirklich&amp;quot;, murmelte er immer wieder. Gilbert trottete scheinbar gleichmütig dahin, seine kraftlosen Schritte und weichen Knie waren für uns aber deutlich zu erkennen. Schließlich wurde es dunkel. Der Wolf war nicht mehr zu erkennen, wir fragten uns, ob er uns noch folgte. Der schwere Schnee wurde immer tiefer und wir wurden immer langsamer. Nachlässiger werdend, bemerkten nicht, wie sich uns von vorn eine Gestalt näherte. &amp;quot;Habt keine Angst!&amp;quot; rief sie, als sie stehen blieb und uns herbeiwinkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestalt war allein, also näherten wir uns ihr. Es war eine einfache Frau, in ein sehr dünnes Hirtengewand gekleidet, mit einem Stab und zwei großen, schwarzen Hunden. Ob einer davon unser Begleiter war, der vermeintliche Wolf? Die fremde Frau schaute uns mit ruhigen Augen an, sie schien gar nicht zu frieren. Wir gingen ein paar Schritte auf sie zu. Sie lächelte und wandte sich an Weldo. &amp;quot;Ich bin jetzt da, Weldo Bergfeuer, ich helfe dir und deinen Freunden&amp;quot;, kündigte sie an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was dann geschah, kann ich nur glauben, weil die anderen es auch gesehen haben. Einer der Hunde des Hirtenmädchens (niemand von uns erinnert sich, ob sie alt oder jung ausgesehen hat) verlor seine Umrisse für einen Moment und verwandelte sich in einen Mann, schwarz gekleidet, alt, mit einem Umhang. Er beugte sich über Weldo, offensichtlich war er ein Heiler. Er untersuchte ihn und wirkte augenscheinlich einen Zauber, dann ging er zu Gilbert und kümmerte sich wortlos um seine Wunde. Er brachte es zustande, die Pfeilspitze herauszuziehen, ohne dass die Wunde aufging und allzusehr zu bluten begann. Er machte aus einem Streifen seines Umhangs einen Verband, dann erhob er sich und stellte sich neben die Schäferin. Das alles geschah einfach, wir waren zu erschöpft, zu erstaunt und zu ängstlich, um Fragen zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es wird bald aufklaren, nur für kurze Zeit&amp;quot;, sagte die Hirtin. &amp;quot;Findet den Stern, den ihr Redon nennt. Entfernt euch von ihm, geht vielleicht zwei Stunden oder drei südlich und haltet nach einer Hütte am Abhang Ausschau. Die Hütte steht in eurem Land, dort wohnt eine Waldläuferin namens Jorunn, sie kann helfen. Weldo und Gilbert sind sehr krank, sie werden nur leben, wenn sie für einen Monat nicht reisen müssen. Der Winter naht, kehrt auf dem großen Fluss heim, nicht auf dem Kleinen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kehrte um und ging mit ihren beiden Hunden in die Dunkelheit des Schneetreibens, den Weg zurück, den wir gekommen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles, was sie gesagt hatte, geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6848</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-07T13:50:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Volk und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft hergekommen, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges, unverheiratetes Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Herkunftsfamilien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos - aus Vorsicht möglicherweise, vielleicht hatten sie aber auch tatsächlich keinen Schimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander ließ man uns einzeln zu ihr hinein, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet zu ihr kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Die Taten des Bischofs schienen ihr Mitleid zu erregen. Danach erklärte sie verschiedentliche Dinge, die wir ihrer Ansicht nach noch erfahren mussten und sie munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen, unser Herz zu befragen und uns, sobald wir entschieden seien, sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgegeben hatten, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie zwar bei den Losgesagen sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hätten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle hatten Lusina einerseits als freundlich, interessiert und zugewandt sowie als offen für ein ehrliches Sprechen, aber auch als sehr streng und kompromisslos den Grundsätzen der Losgesagten folgend erlebt. Ich gebe zu, dass manche von uns - auch ich - Vorbehalte hatten, doch am Ende entschieden wir, an der Taufe teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Tagen bekamen wir eine Reihe von Unterweisungen. Für die Auslegung und Diskussion theologischer Grundsätze tauge ich nicht, aber ich habe mir gemerkt, dass die Losgesagten durchaus an den Einen glauben, sie sind bekennend und haben untereinander und zu Fremden ähnliche Regeln zu achten wie alle Ceriden. Das Besondere scheint eher die Gleichheit zu sein, die in Zukunft unter allen Menschen herrschen soll, die Unmittelbarkeit der Verbindung zum Einen, die persönliche, niemandem in besonderer Weise zustehende Macht, an der alle in gleichem Maß Anteil haben - eine Macht, die nicht genommen sein darf durch weltliche oder klerikale Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Tag vor der Taufe. Wir bekamen alle ein graubraunes, grobes Gewand aus Leinen, es gab unterschiedliche Größen, aber ansonsten keine Unterschiede, auch nicht zwischen Männern und Frauen. Alle hatten sich der &amp;quot;Erklärung&amp;quot; zu stellen, das eine Art Verhör mit verteilten Rollen entsprach. Man musste einem Boten des Einen und einem Boten des Daimon Rede und Antwort stehen. Es kam darauf an, dem Bösen zu entsagen, das Böse zu erkennen, sich dem Guten als würdig zu erweisen und zu versprechen, dass man ein dem Einen gefälliges Leben führen möchte. Erst am Abend gab es für alle ein karges Mahl, und alle hatten im Hof bei einem großen Feuer auf dem Boden zu schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir aufgeteilt. Die meisten gehörten dem Haufen der bald ehemaligen Gewöhnlichen an, ein paar waren aber bisher auch Edle gewesen - Adelige, Kleriker oder anderweitig hochgestellte Persönlichkeiten. Die Gewöhnlichen hatten zu versprechen, dass sie die Bürde der Verantwortung, die ihnen bisher genommen war, zukünftig zu schultern bereit seien. Die Edlen mussten ihrem Stand und allen Privilegien entsagen, sie mussten auf allen Besitz und alles Erbe verzichten. Das Ritual sah vor, dass der Stand, dem sie seit der Schwertleite angehörten und in den sie oder ihre Vorfahren mit dem Ritterschlag erhoben wurden, von ihnen genommen wurde. Sie mussten sich am Anfang einer doppelten Reihe Gewöhnlicher aufstellen und diese ohne zu rennen durchschreiten, wobei sie von jedem der Gewöhnlichen einen mehr oder weniger gnadenvollen Streich mit dem Ochsenziemer erhielten - eine entehrende Strafe, denn der Ochsenziemer wird in Nuremburg ausschließlich für Tiere gemacht. Es war für die meisten von uns unerträglich, Normund und Gilbert so etwas anzutun, auch wenn wir sie natürlich nicht wirklich schlugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach hatten wir uns zu waschen und das eigentliche Taufritual wurde durchgeführt, wobei alle noch einmal einzeln vor zwei befreundeten Zeugen öffentlich ihren Entschluss und ihr Versprechen wiederholen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend schließlich gab es ein Festessen, das sogar in Heligonia als wahrhaft üppig gegolten hätte. Es gab Musik und es wurde auch reichlich Bier, Met und Wein gereicht. Auch wenn Gilbert und Normund noch ein wenig der Rücken vom Ochsenziemer schmerzte, waren wir doch bester Laune und vergaßen für ein paar Stunden die Gründe unserer Anwesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst spät in der Nacht wurden sie uns wieder bewusst. Es gibt einen zusätzlichen, nicht ganz offiziellen Programmpunkt, das wohl eher Tradition als Ritual ist, an dem teilzunehmen Gilbert und Normund aber genötigt wurden. Im Keller der Burg, so hieß es, seien noch Adelige eingesperrt, die die Taufe ablehnen. Alle frisch getauften ehemaligen Adeligen hatten einen Ochsenziemer zu nehmen und ein Spalier zu bilden, so wie am Nachmittag zuvor die ehemals Gewöhnlichen für die ehemals Adeligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert versuchten, sich herauszureden, sie gaben vor, zu betrunken zu sein, aber man ließ ihnen keine Wahl. Sie und eine Handvoll andere wurden in das Gefangenenquartier im Keller der Burg geführt. Sie hatten sich in einer Zweierreihe aufzustellen und drei zerlumpte Gestalten wurden hereingeführt. Einer der Losgesagten erklärte kurz, dass sie durch die Reihe zu rennen hatten (für sie war es erlaubt zu rennen), am anderen Ende einen edlen Zinnbecher nehmen und wieder zurückrennen. Man würde ihnen den Becher bis an den Rand mit dem besten und süßesten Met füllen und sie wieder in ihre Zellen einschließen. Man solle fest zuschlagen, um nicht die Glaubwürdigkeit der Taufe zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert machten sich nichts daraus - sie rechneten damit, drei armen Teufeln einen leichten Streich zu versetzen. Auch wenn die Gefangenen von edlem Stand und Herkunft waren - in den letzten Monaten hatten wir derart viel Leid mitansehen müssen, dass Normund und Gilbert im ersten Moment kein rechtes Mitleid und auch keine Reue verspürten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann wurden die Gefangenen nacheinander durch die Reihe geschickt. Und zweimal, einmal auf dem Hin- und einmal auf dem Rückweg, schlugen Normund und Gilbert ihren Markgrafen mit einem Ochsenziemer. Kalveram war gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Flucht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir anderen waren überrascht, wie verstört Normund und Gilbert waren, als sie wiederkamen. Sie ließen sich nichts anmerken und tranken ihre Becher leer. Dann kündigten sie an, dass sie müde seien und zu Bett gehen wollten. &amp;quot;Das solltet ihr auch tun, ihr Glaswerker!&amp;quot; fügten sie hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon vor langer Zeit hatten wir auf der Anreise ein paar Redewendungen überlegt, die über das Gesagte hinaus wichtige Dinge signalisieren können, die nur wir untereinander verstehen. Und wir verstanden sofort. Um nicht aufzufallen, mischten uns unter die anderen Feiernden, tranken noch ein-zwei Becher und gingen, einer nach dem anderen, zu unserm Lager. Es wäre, wenn ich ehrlich bin, ohnehin bald Zeit gewesen. So wie hier hatte seit langer  Zeit niemand von uns zugelangt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir versuchten, einige Stunden zu warten, bis es sehr spät war. Natürlich schliefen die meisten von uns dabei ein, aber Ephraima und Pernillo schafften es, wach zu bleiben. Als es kurz vor Morgengrauen endlich still wurde, packten wir leise in der Dunkelheit die wichtigsten Dinge zusammen und verließen die Burg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst fühlten wir uns unbeobachtet, gingen zur Straße hinunter und wanderten talaufwärts. Weldo war in einer für Fluchtabsichten ziemlich schwierigen Verfassung, er konnte kaum geradeaus laufen. Ich hatte beim Hinauslaufen ein paar Brocken kaltes Fleisch und salzigen Käse mitgehen lassen, er aß alles auf und trank reichlich Wasser aus einem Bach, an dem wir vorbeikamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Morgengrauen hörten wir, dass wir verfolgt wurden. Wir begannen zu rennen. Es schienen nicht viele Verfolger zu sein. Sie kamen ausschließlich von hinten die Straße entlang, vermutlich von Sollenstein, wahrscheinlich hatten auch sie auch nicht lange geschlafen. Sie hatten einen Scharfschützen dabei, der hin und wieder einen Pfeil schoss. Die meisten gingen daneben, aber einer traf Gilbert in die Schulter. Wir schlugen uns in die Büsche, brachen das Ende des Pfeils ab und wollten weiter, als wir mit Erstaunen plötzlich einen Hund und Geschrei vernahmen. Es schien einen Tumult zu geben, und die Verfolger flohen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotzdem gingen wir weiter, etwas langsamer und schließlich auch auf der Straße, weil die Landschaft unwegsamer wurde. Es ging sehr lange bergauf, wurde kälter, einsamer und windiger. Der heligonische Norden ist ein Hochland, das jenseits der Berge und viel höher liegt, das Klima ist rauher und als wir uns abends einen abgelegenen Lagerplatz suchten, legten wir ein unauffälliges Grubenfeuer an, um in der Nacht etwas Wärme zu haben. In besserer Verfassung wären wir die Nacht durch weitergezogen, aber Weldo ging es nicht gut, er schien krank geworden zu sein und in Gilberts Schulter steckte immer noch ein Pfeil, sie schmerzte, war ganz dick und rot, es schien ihn aber nicht aufzuhalten. Wir ruhten ein paar Stunden, konnten vor Kälte kaum schlafen und brachen kurz vor Morgengrauen auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Straße war still geblieben, also folgten wir ihr weiter bergauf. Schließlich bemerkten wir einen dünnen Rauchgeruch, dem wir vorsichtig folgten. Wir kamen in ein Dorf namens Haldenrot, wo wir in einem sehr schlechten Handel ein paar Blutwürste und fettigen Rauchspeck eintauschten und dann weiterzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spätnachmittags hatten wir es fast geschafft. Es war noch kälter und windiger geworden, die ersten baumlosen Grinden kamen in Sicht und es hatte begonnen zu schneien. Aus der Ferne war anfangs ein Bergfried zu erkennen gewesen, wir verloren ihn aber aus dem Blick, als das Schneetreiben immer schlimmer wurde. Wir konnten uns nur noch an der Windrichtung orientieren. Mit zunehmender Mühe wanderten wir weiter durch den Schnee, bis es schließlich zu dämmern begann. Wir alle waren erschöpft, aber für Gilbert und Weldo war es am schlimmsten. Weldo war schwach und fiebrig und faselte wirr vor sich hin, oft Unverständliches, manchmal auch Worte, in denen wir keinen Sinn erkannten. &amp;quot;Ja, hilf mir, ich wollte es wirklich&amp;quot;, murmelte er immer wieder. Gilbert trottete scheinbar gleichmütig dahin, seine kraftlosen Schritte und weichen Knie waren für uns aber deutlich zu erkennen. Schließlich dämmerte es langsam. Der schwere Schnee wurde immer tiefer und wir wurden immer langsamer. Wir wurden nachlässig und bemerkten nicht, wie sich uns von vorn eine Gestalt näherte. &amp;quot;Habt keine Angst!&amp;quot; rief sie, als sie schon ganz nah war und uns herbeiwinkte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gestalt war allein, also näherten wir uns ihr. Es war eine einfache Frau in einem Schäfergewand, sehr dünn gekleidet, mit einem Stab und zwei großen, schwarzen Hunden. Wie ging auf Weldo zu. &amp;quot;Ich bin jetzt da, ich helfe Dir&amp;quot;, kündigte sie an. Was dann geschah, kann ich nur glauben, weil die anderen es auch gesehen haben. Einer der Hunde des Hirtenmädchens (niemand von uns erinnert sich, ob sie alt oder jung ausgesehen hat) verlor seine Umrisse für einen Moment und verwandelte sich in einen Mann, schwarz gekleidet, mit einem Umhang. Er beugte sich über Weldo, offensichtlich war er ein Heiler. Er versorgte ihn augenscheinlich, ging anschließend zu Gilbert und kümmerte sich um seine Wunde. Er brachte es zustande, die Pfeilspitze herauszuziehen, ohne dass die Wunde aufging und allzusehr zu bluten begann. Er machte einen Verband und stellte sich neben die Schäferin. Das alles geschah einfach, wir waren zu erschöpft, zu erstaunt und zu ängstlich, Fragen zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Es wird bald aufklaren, nur für kurze Zeit&amp;quot;, sagte die Hirtin. &amp;quot;Findet den Stern, den ihr Redon nennt. Entfernt euch von ihm, geht etwa zwei Stunden südlich und haltet nach einer Hütte am Abhang Ausschau. Die Hütte gehört zu eurem Land, dort wohnt eine Waldläuferin namens Jorunn, sie kann helfen. Weldo und Gilbert sind sehr krank, sie werden nur leben, wenn sie für einen Monat nicht reisen müssen. Der Winter naht, kehrt auf dem großen Fluss heim, nicht auf dem Kleinen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kehrte um und ging mit ihren beiden Hunden in die Dunkelheit des Schneetreibens, den Weg zurück, den wir gekommen waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und alles, was sie gesagt hatte, geschah.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6846</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6846"/>
		<updated>2021-02-06T20:41:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Volk und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft hergekommen, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges, unverheiratetes Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Herkunftsfamilien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos - aus Vorsicht möglicherweise, vielleicht hatten sie aber auch tatsächlich keinen Schimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander ließ man uns einzeln zu ihr hinein, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet zu ihr kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Die Taten des Bischofs schienen ihr Mitleid zu erregen. Danach erklärte sie verschiedentliche Dinge, die wir ihrer Ansicht nach noch erfahren mussten und sie munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen, unser Herz zu befragen und uns, sobald wir entschieden seien, sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgegeben hatten, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie zwar bei den Losgesagen sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hätten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle hatten Lusina einerseits als freundlich, interessiert und zugewandt sowie als offen für ein ehrliches Sprechen, aber auch als sehr streng und kompromisslos den Grundsätzen der Losgesagten folgend erlebt. Ich gebe zu, dass manche von uns - auch ich - Vorbehalte hatten, doch am Ende entschieden wir, an der Taufe teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den nächsten Tagen bekamen wir eine Reihe von Unterweisungen. Für die Auslegung und Diskussion theologischer Grundsätze tauge ich nicht, aber ich habe mir gemerkt, dass die Losgesagten durchaus an den Einen glauben, sie sind bekennend und haben untereinander und zu Fremden ähnliche Regeln zu achten wie alle Ceriden. Das Besondere scheint eher die Gleichheit zu sein, die in Zukunft unter allen Menschen herrschen soll, die Unmittelbarkeit der Verbindung zum Einen, die persönliche, niemandem in besonderer Weise zustehende Macht, an der alle in gleichem Maß Anteil haben - eine Macht, die nicht genommen sein darf durch weltliche oder klerikale Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dann kam der Tag vor der Taufe. Wir bekamen alle ein graubraunes, grobes Gewand aus Leinen, es gab unterschiedliche Größen, aber ansonsten keine Unterschiede, auch nicht zwischen Männern und Frauen. Alle hatten sich der &amp;quot;Erklärung&amp;quot; zu stellen, das eine Art Verhör mit verteilten Rollen entsprach. Man musste einem Boten des Einen und einem Boten des Daimon Rede und Antwort stehen. Es kam darauf an, dem Bösen zu entsagen, das Böse zu erkennen, sich dem Guten als würdig zu erweisen und zu versprechen, dass man ein dem Einen gefälliges Leben führen möchte. Erst am Abend gab es für alle ein karges Mahl, und alle hatten im Hof bei einem großen Feuer auf dem Boden zu schlafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir aufgeteilt. Die meisten gehörten dem Haufen der bald ehemaligen Gewöhnlichen an, ein paar waren aber bisher auch Edle gewesen - Adelige, Kleriker oder anderweitig hochgestellte Persönlichkeiten. Die Gewöhnlichen hatten zu versprechen, dass sie die Bürde der Verantwortung, die ihnen bisher genommen war, zukünftig zu schultern bereit seien. Die Edlen mussten ihrem Stand und allen Privilegien entsagen, sie mussten auf allen Besitz und alles Erbe verzichten. Das Ritual sah vor, dass der Stand, dem sie seit der Schwertleite angehörten und in den sie oder ihre Vorfahren mit dem Ritterschlag erhoben wurden, von ihnen genommen wurde. Sie mussten sich am Anfang einer doppelten Reihe Gewöhnlicher aufstellen und diese ohne zu rennen durchschreiten, wobei sie von jedem der Gewöhnlichen einen mehr oder weniger gnadenvollen Streich mit dem Ochsenziemer erhielten - eine entehrende Strafe, denn der Ochsenziemer wird in Nuremburg ausschließlich für Tiere gemacht. Es war für die meisten von uns unerträglich, Normund und Gilbert so etwas anzutun, auch wenn wir sie natürlich nicht wirklich schlugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Danach hatten wir uns zu waschen und das eigentliche Taufritual wurde durchgeführt, wobei alle noch einmal einzeln vor zwei befreundeten Zeugen öffentlich ihren Entschluss und ihr Versprechen wiederholen mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend schließlich gab es ein Festessen, das sogar in Heligonia als wahrhaft üppig gegolten hätte. Es gab Musik und es wurde auch reichlich Bier, Met und Wein gereicht. Auch wenn Gilbert und Normund noch ein wenig der Rücken vom Ochsenziemer schmerzte, waren wir doch bester Laune und vergaßen für ein paar Stunden die Gründe unserer Anwesenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst spät in der Nacht wurden sie uns wieder bewusst. Es gibt einen zusätzlichen, nicht ganz offiziellen Programmpunkt, das wohl eher Tradition als Ritual ist, an dem teilzunehmen Gilbert und Normund aber genötigt wurden. Im Keller der Burg, so hieß es, seien noch Adelige eingesperrt, die die Taufe ablehnen. Alle frisch getauften ehemaligen Adeligen hatten einen Ochsenziemer zu nehmen und ein Spalier zu bilden, so wie am Nachmittag zuvor die ehemals Gewöhnlichen für die ehemals Adeligen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert versuchten, sich herauszureden, sie gaben vor, zu betrunken zu sein, aber man ließ ihnen keine Wahl. Sie und eine Handvoll andere wurden in das Gefangenenquartier im Keller der Burg geführt. Sie hatten sich in einer Zweierreihe aufzustellen und drei zerlumpte Gestalten wurden hereingeführt. Einer der Losgesagten erklärte kurz, dass sie durch die Reihe zu rennen hatten (für sie war es erlaubt zu rennen), am anderen Ende einen edlen Zinnbecher nehmen und wieder zurückrennen. Man würde ihnen den Becher bis an den Rand mit dem besten und süßesten Met füllen und sie wieder in ihre Zellen einschließen. Man solle fest zuschlagen, um nicht die Glaubwürdigkeit der Taufe zu verlieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Normund und Gilbert machten sich nichts daraus - sie rechneten damit, drei armen Teufeln einen leichten Streich zu versetzen. Auch wenn die Gefangenen von edlem Stand und Herkunft waren - in den letzten Monaten hatten wir derart viel Leid mitansehen müssen, dass Normund und Gilbert im ersten Moment kein rechtes Mitleid und auch keine Reue verspürten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und dann wurden die Gefangenen nacheinander durch die Reihe geschickt. Und zweimal, einmal auf dem Hin- und einmal auf dem Rückweg, schlugen Normund und Gilbert ihren Markgrafen mit einem Ochsenziemer. Kalveram war gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Flucht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir anderen waren überrascht, wie verstört Normund und Gilbert waren, als sie wiederkamen. Sie ließen sich nichts anmerken und tranken noch einen Becher. Dann kündigten sie an, dass sie müde seien und zu Bett gehen wollten. &amp;quot;Das solltet ihr auch tun, ihr Glaswerker!&amp;quot; fügten sie hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten uns schon vor langer Zeit auf der Anreise ein paar Redewendungen überlegt, die über das Gesagte hinaus wichtige Dinge signalisieren können, die nur wir untereinander verstehen. Und wir verstanden sofort. Um nicht aufzufallen, mischten uns unter die anderen Feiernden, tranken noch ein-zwei Becher und gingen, einer nach dem anderen, zu unserm Lager.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir warteten einige Stunden, bis es sehr spät war. Dann packten wir leise in der Dunkelheit die wichtigsten Dinge zusammen und verließen die Burg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6845</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6845"/>
		<updated>2021-02-04T18:43:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Publikum und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Familien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos. Vielleicht aus Vorsicht, aber wahrscheinlich war es auch tatsächlich so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander wurden wir einzeln zu ihr vorgelassen, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet zu ihr kamen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Danach erklärte sie verschiedentliche Dinge, die wir ihrer Ansicht nach noch erfahren mussten und munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen, unser Herz zu befragen und uns, sobald wir entschieden seien, sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgaben, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie zwar bei den Losgesagen sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hätten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir alle hatten Lusina einerseits als freundlich, interessiert und zugewandt sowie als offen für ein ehrliches Sprechen, aber auch als sehr streng und kompromisslos den Grundsätzen der Losgesagten folgend erlebt. Ich gebe zu, dass manche von uns - auch ich - Vorbehalte hatten, doch am Ende entschieden wir, an der Taufe teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6844</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6844"/>
		<updated>2021-02-04T18:34:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Zwiebeln und Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber. Wir verschliefen den halben Tag, später mischten wir uns unter das Publikum und lernten ein paar Leute kennen. Sie waren sehr gemischt zusammengesetzt, viele waren auf der Suche nach dem Schutz einer Gemeinschaft, viele schienen aber auch, ähnlich wie die Strauchdiebe, von den Absichten der Rebellen überzeugt. Es gab Arme und Reiche und sogar zwei Angehörige des niederen Landadels - ein junges Paar aus dem Osten des Landes, das einerseits nicht mehr an die herrschaftliche Legitimation ihrer Familien glaubte, andererseits aber auch große Zukunftsangst hatte. Sie wollten sich taufen lassen, um frei miteinander leben zu können. Wir versuchten, von ihnen mehr zu erfahren, doch sie gaben sich ahnungslos. Vielleicht aus Vorsicht, aber wahrscheinlich war es auch tatsächlich so.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am darauffolgenden Tag wurden wir nacheinander zu einer ältlichen Frau namens Lusina geschickt. Sie schien eine Respektsperson zu sein, obwohl sie wie alle Rebellen keinen Wert auf Titel, Anrede oder die Benennung des Amtes legte. Wir wurden alle in einen Vorraum ihres Zimmers gebeten. Nacheinander wurden wir einzeln zu ihr vorgelassen, am Ende des Gesprächs wurden wir jeweils gebeten, eine Wendeltreppe hinunter in den Hof zu nehmen, so dass wir alle gleichermaßen unvorbereitet in das Gespräch gingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit allen von uns führte sie dasselbe Gespräch. Sie hörte sich interessiert an, wer wir waren, was wir erlebt hatten, was uns an den Losgesagten (so scheinen sich die Rebellen zu nennen) interessierte und was wir schon wussten. Danach erklärte sie ein wenig und munterte uns auf, alles zu fragen, was uns interessiert. Sie erklärte dann, dass wir mit der Taufe die Verantwortung über uns selbst übernehmen würden, dass wir fortan frei von weltlicher und kirchlicher Herrschaft seien und alles in unseren Händen liegen würde, Gutes und Böses. Sie erklärte uns das Taufritual und gemahnte uns alle, den Wechsel gut zu überlegen und sorgfältig vorzubereiten. Die beiden von uns, die vorgaben, von edlem Stand und Herkunft zu sein, wies sie darauf hin, das sie alle Ansprüche verlieren würden, dass sie sich mit den einfachen Leuten gemein machen und ein Ritual durchlaufen müssten, das sie &amp;quot;für immer aus dem Adelskreis entfernt&amp;quot;. Sie kündigte an, dass sie sogar besonders willkommen sein würden, warnte aber auch davor, dass sie von Ihresgleichen nach der Taufe nichts mehr zu erwarten hatten als Mißachtung, Unrecht und Feindschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6843</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-03T11:23:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends - wir waren schon bis in die Ausläufer des Kaupasgebirges gelangt und auf der Suche nach Burg Sullenstein - fanden wir abseits der Straße einen ehemals prächtigen Hof, vielleicht früher einmal ein Rittergut, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer gesamten Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der hinterlistige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von häretischen Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig, heilig und gerecht hielten. Wir gaben uns mit unserem Vorhaben, ebenfalls zu der Taufe zu reisen zu erkennen, erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir erreichten Burg Sullenstein tatsächlich schon im Morgengrauen und wurden, nachdem wir unsere Absicht und unsere vermeintliche Herkunft erklärt hatten, freundlich empfangen. Wir bekamen Tee, Linsengrütze mit Schmalz, Decken und ein paar Schlafplätze in einem überdachten Unterstand auf dem Burghof. Es war ein einfaches Strohlager, aber nach all den Strapazen waren wir froh darüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6842</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-03T10:58:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es in Bocksloch bald eine große Massentaufe der häretischen Renegaten geben würde. Der Bischof geriet sofort in Rage, wir aber beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Heerlager waren und mit dem Bischof über die Situation in Brunnen beratschlagten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einem schmalen, flachen Bach bis zu einer Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte der wolkenverhangene Himmel auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern weit voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft in der Form eines Stalls anbieten konnte. Der Stall gehörte einem alten Mann, der zusammen mit seiner Enkeltochter einen benachbarten kleinen, abgelegenen Hof mit einem wunderbar gepflegten Garten bewirtschaftete. Wir fragten ihn nach der Massentaufe, und er schien geradezu erfreut, uns breitwillig zu erzählen, dass jedermann eingeladen ist, der sich vom alten Klerus und der alten Herrschaft für immer lossagen und mit neuem und reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle. Die Taufe sei im dritten Xurl auf Burg Sullenstein in Bocksloch ausgerufen, und im Anschluss, sagte er, würde es eine große Festerei geben, wo niemand hungrig, durstig, ängstlich oder allein bleiben müsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends fanden wir abseits der Straße einen Gutshof, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der listige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er zuvor gestanden hatte. Wir fragten ihn über ihn und seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der Taufe auf Sullenstein zu reisen, um fortan zu der Bande von Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig und heilig hielten. Wir erlaubten ihm ein letztes Gebet und versprachen ihm, auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, dann spalteten wir seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6840</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-02T20:40:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen. Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr einige der Frauen auf die Suche nach wilden Bienenstöcken gemacht hatten und anfingen, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das mitzufeiern wir eingeladen waren. Doch am Ende gab man uns sieben Becher, wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen und sieben Plätze an einer Tafel zusammen mit den Anderen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf endete für viele Rebellen im Tod, auch für Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität, für unser Empfinden, war die sofortige Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. Während unserer Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie in der Vergangenheit getroffen, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, das einige Wegstunden entfernt gerade errichtet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Zelte waren auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet worden, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. Es vergingen ein paar Tage, die wir nutzten, um uns ein Bild von unseren neuen Weggefährten zu machen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler auf, etwa liturgischer Art, wir bemerkten keinen Moment der Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich packte sich der Heerbann und zog weiter, und in den ersten Wochen erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade alles, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Doch manchmal wirkte es auch wie zufällig, wenn das nächste Ziel der Reise erwählt wurde. Sicher spielten eine verschworene Gemeinschaft von Fernspähern dabei eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Es gab ein großes Interesse an unserem Handwerk, denn viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern. Für die Späher und Kundschafter waren unsere Fernrohre eine willkommene Verbesserung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bischöflichen hatten erstaunlich viele sehr kundige Handwerker und auch Gelehrte in ihrem Troß und uns schien, als wären sie stolz, nun auch Optiker und Glaswerker zu ihrer Gemeinschaft zählen zu können. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir oft an einer Tafel zusammen mit, soweit man das so sagen kann, vornehmeren Angehörigen des Heerbanns - manchmal plazierte man uns sogar in Sichtweite des Bischofs. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen. Wir rechneten damit, möglicherweise längere Zeit zu bleiben. Um besser und glaubhafter arbeiten zu können, nahm ich Weldo Bergfeuer und Harkil Kahlbruch heimlich als Lehrlinge auf. Sie erwiesen sich als neugierige und talentierte Schüler und dies sei ihr Zeugnis: Sie sind beide treffliche Glaswerker und werden jedem Optiker von großem Nutzen sein können - Harkil mit herausragendem Talent für die Glasmacherei, die sowohl kräftiges Anpacken als auch ein feines Gespür für die Materialien, Arbeitsmittel und Rohstoffe erfordert und Weldo für die Glas- und insbesondere die Linsenschleiferei, die außerordentliches Fingerspitzengefühl, Geschick, Erfahrung und eine gewisse Rechenkunst erfordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Leider gingen nach einigen Monaten unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und dass der Bau eines Glasschmelzofens schwierig und aufwändig ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir in den nächsten Jahren auch dorthin ziehen würden. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in der Nähe von Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wir hielten es für wahrscheinlich, dass Kalveram dort festgesetzt oder ermordet wurde. Und wenn dort ebenfalls keine Hinweise zu finden sein würden, hätten wir zumindest Gewissheit. Unsere Mission wäre dann zwar weitgehend gescheitert, der Pass in den Süden aber nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich ersuchte um eine Audienz beim Bischof und gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor, denn in der Tat könnte es dort spezielles Gestein, Sande und reichlich Holz für Holzkohle geben, so dass wir sicherlich zumindest Glas fraglicher Qualität hätten herstellen können. Ob sie gleichermaßen gut für die Linsenherstellung geeignet sind ist natürlich fraglich, aber das behielt ich für mich. Der Bischof trug mir auf, mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen an den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges zu sprechen. Jener hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem Heerbann von nur gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als wir in die Nähe von Brunnen kamen, erfuhren wir von Gerüchten, die unter der Landbevölkerung kursierten, dass es im dritten Xurl in Bocksloch auf Burg Sullenstein eine Massentaufe mit anschließender Festerei geben würde. Wer immer sich vom alten Klerus und von der alten Herrschaft für immer lossagen und mit reinem Bekenntnis frei taufen lassen wolle, sei eingeladen. Wir beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen - als abtrünnige ehemalige Angehörige des bischöflichen Heerbanns würden wir sicherlich treffliche Überläufer darstellen können. Wir sortierten unser Gepäck, so dass jeder ein Säckchen hatte, das schnell mitgenommen werden konnte und warteten auf eine Gelegenheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie kam an einem regnerischen Abend, als alle Späher und Kundschafter im Lager waren und dem Bischof über Brunnen berichteten. Wir verließen das Lager einzeln. Hinter dem Lager trafen wir uns und wateten in einen schmalen, flachen Bach entlang bis zur Furt, den der Heerbann erst am übernächsten Tag erreichen würde. Wie durch eine Fügung des Einen klarte es auf und der volle Mond kam heraus. Wir rannten wohl eine oder zwei Stunden bis zum Morgengrauen und wanderten die folgenden Tage abseits der Straßen. Wir hielten kaum Rast, und schließlich waren wir sicher, sogar den Fernspähern voraus zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir nur ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal etwas zu essen und einmal sogar eine Unterkunft anbieten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends fanden wir abseits der Straße einen Gutshof, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von uns, den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem der listige Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Schützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er gestanden hatte. Wir fragten ihn über ihn und seine Kameraden aus. Anscheinend hatten auch sie vor, zu der nahegelegenen Burg namens Sullenstein zu reisen, wo sie an einer festlichen Massentaufe teilnehmen wollten, um fortan zu der Bande von Losgesagten zu gehören, die sie für wahrhaftig und heilig hielten. Wir erlaubten ihm ein letztes Gebet, versprachen auf Sullenstein Zeugnis über seinen Namen und seine Absicht kundzutun, spalteten seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast auf Sullenstein ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Kalverams_Entdeckung&amp;diff=6839</id>
		<title>Kalverams Entdeckung</title>
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		<updated>2021-02-01T20:13:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Ein abenteuerlicher Reisebericht, vorgetragen zur Herrscherbegegnung am 26. Saarka II, 45 n.A. III, niedergeschrieben ebenda von Lupert Pfannenblei, Arnacher Ingenieurscorps, veröffentlicht im Trommler, dem freien Nachrichtenblatt der Markgrafschaft Norrland-Brassach, erschienen im 81. Heligonischen Boten im Auftrag von Gilbert von Dachsrode, Anführer der Suchexpedition. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= Markgraf Kalveram unversehrt in südnuremburger Kerker gefunden!  =&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Absonderlichste, was wir alle jemals erlebt haben ist es sicherlich, die ganze Zeit so getan zu haben als wären wir jemand anders - mit anderem Namen und anderer Herkunft. Aber ich will nicht vorgreifen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir sollten Markgraf Kalveram suchen. Er war, von höchster Stelle autorisiert als Gesandter von König und Primus, im ersten Poëna 40 n.A. III nach Südnuremburg geschickt worden, um über das verzweifelte Hilfegesuch des verbliebenen Nuremburger Adels zu unterhandeln, das König und Primus kurz zuvor erhalten hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorbereitungen und Anreise  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man wußte nicht, was uns erwarten würde. Baron Hagen von Grauburg, der ein Jahr nach der Entsendung des Markgrafen mit der Durchführung einer Suchexpedition beauftragt wurde, blieb genauso spurlos verschwunden. Weil bekannt war, dass sich im Nordwesten gelegentlich Handelsreisende auf den Weg ins südliche Nuremburg machen, veranlasste der König die Aufstellung einer kleinen, als Händlergruppe getarnten Spionagegruppe. An den Planungen und Vorbereitungen waren nur drei Personen beteiligt: Baron Gilbert von Dachsrode, Baron Jareck von Jolberg und Baron Richard von Arnach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten Saarka des Jahres 43 n.A. III, einen Monat vor unserem Aufbruch, trafen wir uns auf Burg Arnach. Gilbert von Dachsrode und ich waren schon informiert, alle anderen erfuhren erst jetzt, dass sie in nächster Zeit nach Nuremburg reisen und Händler und Handwerker für optische Instrumente zu sein vorgeben würden. Wir wurden einander kurz vorgestellt, mussten aber schon am nächsten Morgen damit beginnen, uns mit anderem Namen anzusprechen. Insgesamt waren wir zu siebt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Federic von Marmond&#039;&#039;&#039; aus Lamorc, Tlamana. Glashändler und Investor &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Gilbert von Dachsrode) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ritter Tomrik vom Erlenkamm&#039;&#039;&#039; aus Wasserau, Emarania. Kaufmann für Augengläser, Lupen und Fernrohre &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Normund von Lodenburg) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Lupert Pfannenblei&#039;&#039;&#039;, Optiker aus Arnstein, Arnach &amp;lt;br&amp;gt; Da man annahm, dass ich außerhalb meines Berufs kein bekannter Mann bin hatte ich keinen Decknamen, allein dass ich Optiker des Arnacher Ingenieurcorps auf Burg Arnach bin und vor langer Zeit Baron Jareck von Jolbergs Ordonnanzoffizier während der Unterzeichnung der Jolberger Verträge war, sollte geheim bleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Romsen Sparhafer&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasmacher &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Weldo Bergfeuer, Escandra. Ein kampferprobter Heliosritter, der es gewohnt ist, Dinge im Sinne des Königs einzuschätzen. Weldo kennt Kalveram von Audienzen am Königshof) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rander Türnebel&#039;&#039;&#039;, Arnsteiner Glasschleifer &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Harkil Kahlbruch, Holzfäller aus Köhlen, Tristenberg. Harkil ist ehemaliger Seesoldat der Ostarischen Marine und ein erfahrener Frontkämpfer. Er kennt Kalveram, weil er bei einer Überfahrt zu seinem Schutz eingeteilt war) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Flissa Kohlbrenner&#039;&#039;&#039;, Handelskontoristin aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Ephraima Schunkelbein, Ostarische berittene Eilbeamtin, vorübergehend im Dienst für eine Behörde, die uns nicht einmal Jareck von Jolberg nennen wollte) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Gravel Rentano&#039;&#039;&#039;, Logistier aus Betis &amp;lt;br&amp;gt; (mit wahrem Namen Pernillo Windigmann, ebenfalls berittener Eilbeamter im Auftrag der unbekannten Behörde) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weil mir klar ist, dass die beiden Eilbeamten manchen geneigten Botenlesern nicht unbekannt sind, möchte ich an dieser Stelle eines anmerken: Nicht einmal während unserer fast zwei Jahre dauernden Reise haben wir herausbekommen können, ob Ephraima und Pernillo ein Paar sind oder nicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem detaillierter Einweisung durch Richard von Arnach, Gilbert von Dachsrode und mich machten wir uns mit unserer Ausrüstung vertraut. Reisekleidung mit einfacher und unauffälliger Bewaffnung, Maultiere und zwei Karren mit einem Grundbestand an Vorräten und Waren, aber auch einem kompletten Arnacher Reiseingenieurswerkzeugsatz, vorgeschliffenen Linsen, Rohmaterialien, zwei Zelten, einem Ofen - es hat uns nur an einem gefehlt, nämlich an Fachwissen. In den verbleibenden drei Wochen versuchte ich, allen soviel wie nötig über die Glasgewinnung und -verarbeitung, die Gerätemanufaktur sowie die Funktion und die optischen Grundlagen der von uns mitgeführten Augengläser, Lupen und Fernrohre beizubrinngen. Auch die Strukturen des Fachhandels versuchte ich zu referieren, soweit ich dazu als Ingenieur etwas zu sagen vermochte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Anreise ist schnell erzählt. Wir sind über Tristenberg und Hohenforingen nach Jolberg gezogen, wo wir uns bei einem verschwiegenen Kaufmann der Handelsmarine einschifften und flussaufwärts über Härtwigs Hafen nach Kratorpolis segelten. Über die Leomark und Vjoshaven näherten wir uns der Reichsgrenze. Während der Reise führte ich meinen Schnellkursus fort, und wir verkauften unterwegs auch tatsächlich ein paar Augengläser an einen Baumeister in Kratorpolis. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nuremburg liegt jenseits einer Bergkette, die aus der ohnehin bereits sehr hoch gelegenen Landschaft Nordheligonias nicht übermäßig herausragt, mit Gepäck aber schwer zu begehen ist. Jenseits des Höhenzuges geht es tagelang bergab, denn Nuremburg liegt viel tiefer als Nordheligonia, darum ist es dort im übrigen auch viel wärmer als um Vjoshaven herum, vergleichbar vielleicht mit Ostarien oder Norrland-Brassach. Über die Berge gibt es nur wenige sichere Pässe, und nur drei davon sind mit Karren befahrbar. Markgraf Kalveram und Baron Hagen haben den mittleren Pass über den Windfall genommen, der in eine Provinz namens Bocksloch führt. Damit haben sie sich für die von Norrland-Brassach aus kürzere Wegstrecke östlich der Ödlande und durch das Ælvkildeland entschieden, wir aber wollten den westlichen Pass nehmen, um als Händler keinen Verdacht zu erwecken. Der dritte Pass befindet sich weit im Osten, er führt über die Kapuasberge in eine entlegene Provinz namens Birkenhardt. Das wäre viel zu weit und auch zu auffällig gewesen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brosswiks Zollstraße  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Weg über den Pass im Westen führt über die Berge in eine Provinz namens Halt. Er wird Brosswiks Zollstraße genannt, und wer sie begehen will, sollte mindestens zwei, besser drei Tage einplanen. In der Nähe der sehr felsigen Passhöhe gibt es eine sehr klug entworfene und modern gebaute Spornburg, die direkt über dem steilen Weg liegt. Brosswik ist der Kommandant der Burg, und ohne seine Erlaubnis ist es unmöglich, auf der anderen Seite des Berges lebendig wieder hinunterzukommen. Die Burg scheint schon lange kein aus Halt beanspruchter Landesteil mehr zu sein. Glücklicherweise fand man unsere Waren sehr interessant und so konnten wir beschließen, ein paar Tage zu bleiben, um herauszufinden, was es mit der Brosswik und seiner Burg auf sich hat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir halten es für wahrscheinlich, dass Brosswik nicht von ehrbarem Stand oder zumindest nicht in legitimer Position ist. Es ist etwas ritterliches an ihm, doch bezeugt er dies nur durch seine Rede und sein Gebaren, aber nicht seine Ehre, denn er sieht sich als frei und will keiner Herrschaft dienen. Sein Ausspruch ist von einer Art, dass sie heligonisch sein könnte. Städtisch, vielleicht aus Escandra, Betis oder Hochanthen, manchmal auf unbeabsichtigte Art unmanierlich. Er scheint sich sehr sicher zu fühlen. Die Mächte Heligonias sind fern und aus Nuremburg hat er wenig zu befürchten. Er kontrolliert die Burg noch nicht allzu lange, zehn oder zwölf Jahre vielleicht, aber in dieser Zeit ist es ihm gelungen, mit verschiedenen Fraktionen des zerfallenen Reichens in Kontakt zu treten und sich abzusichern. Ihn zumindest als gewogenen Freund zu wissen mag für uns in der Zukunft von Vorteil sein, zumal ein anderer Weg sehr teuer wäre, denn Brosswiks Burg ist im Streit kaum ohne großen Heerbann zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es scheint, dass Brosswik es nicht zu verhindern beabsichtigt oder vermag, dass eine Vielzahl an Spitzeln auf der Burg zugegen sind. Sie halten ihre Herren darüber informiert, was auf der Burg geschieht, wer in den Norden reist, wer in den Süden, und welche Anlässe es dafür gibt. Manches mal wenden sie sich auch an Brosswik, wenn sie nach dem Gutdünken ihrer Dienstherren eine Durchreise gewährt oder verwehrt sehen wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend vor dem dritten Tage schließlich beschlossen wir die Weiterreise in die erste Provinz auf Nuremburger Seite: Die Baronie Halt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Halt ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt einen Begriff, den wir erst auf unserer Reise kennengelernt haben: Die Verheerung. Er bezeichnet das, was übrig bleibt, wenn der Krieg zu oft über eine Gegend gekommen ist. Es gibt in diesen Landschaften nichts mehr, was noch eine Ordnung hat, Städte und Dörfer sind zerstört, geplündert, niedergebrannt; die Brunnen vergiftet, keine lebende Seele zu finden. Überall umher liegen die Gestorbenen, manche von ihnen mit gräßlichen Kriegswunden, manche äußerlich unversehrt, aber dahingerafft von Hunger oder unbekannten Krankheiten. Wieder und wieder kamen wir durch die zerstörten Landschaften. Und obwohl wir alle früher schon vielfach auf Heerfahrt gewesen waren, bleiben wir - ausnahmslos alle, mal für mal - erschrocken über das Gesehene. Von dieser Art war unser Eindruck von der Baronie Halt. Und was, so fragten wir uns, ist eine Baronie, wenn sie kein Mensch mehr bewohnt, und wenn ihr Name nur noch Reisenden aus einem fremden Land bekannt ist? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unsere Reise wurde von Tag zu Tag eiliger. Aus Angst, uns anzustecken, übernachteten wir nicht in den Siedlungen, aßen ausschließlich von unseren mitgebrachten Vorräten und suchten stets nach frischen Quellen in den Wäldern, wenn wir Wasser benötigten. Weitere Nachforschungen stellten wir nicht mehr an, denn wir wollten unversehrt in den Norden nach Hugluch gelangen, wo wir hofften, Hinweise auf den königlichen Siegelwahrer Graf Fenwik von Hugluch ausfindig machen zu können, der einer der Unterzeichner des Briefs an den König gewesen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festgesetzt bei den Rebellen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf lebendes Volk trafen wir erst wieder nach einigen Tagen der Reise, und zwar in der Gestalt eines Hinterhalts. Unversehens standen wir einem Bauernheer gegenüber, vielleicht zehn Dutzend Männer, schlecht gerüstet, unorganisiert, aber allzu übermächtig in der Zahl. Sie schienen beinahe ebenso überrascht wie wir, hatten uns aber zuerst bemerkt und sich zu beiden Seiten des Weges im Wald und im Gebüsch jenseits eines Feldrains versteckt. Handel wollten sie nicht treiben, und es war auch offensichtlich, dass wohlgeschliffene Glaslinsen ihre Not nicht lindern würden. Die Elenden nahmen uns alles, was wir hatten, und wir mussten als Gefangene mit ihnen ziehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wurden zu einem Teil ihres Trosses. Insgesamt mögen es dreihundert oder vierhundert verlorene Seelen gewesen sein; sie hatten alles, was ihnen an Habseligkeiten geblieben war, bei sich und auch drei Gefangene, zu denen wir gesperrt wurden. Es schien keinerlei herrschaftliche Ordnung zu geben, dennoch hatten sie einen ernannt, der sie anführte, Endel mit Namen. Er mag früher ein höherer Offizier gewesen sein, ein Heerführer vielleicht, kein schlechter Mann, voller Sorge für die Seinen. Er fragte uns erst aus und erklärte dann, dass man uns am Leben lassen würde, wenn wir uns dem Haufen unterwerfen und ein Dienstversprechen abzulegen bereit wären. Aus Neugier willgten wir ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Haufen zog nordöstlich in eine hüglige Gegend, die man uns nicht mit Namen nennen wollte. Immer dichter schlossen sich die Wälder um uns und wir wunderten uns täglich mehr, was der Haufen in der Wildnis zu schaffen hatte. Mitten in der Einöde schließlich wurde ein Lager errichtet, und wir erfuhren, warum man uns am Leben gelassen hatte: Wir sollten beim Bau eines Dorfes helfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Natürlich mussten alle anpacken, doch uns Gefangenen ließ man die vermeintlich schwerste und gefährlichste Arbeit, das Fällen der Bäume. Zum Glück hatten wir Harkil Kahlbruch dabei, dessen einzige Sorge die schlechten Axtstiele waren (sie brachen allzu schnell unter seinen kräftigen Hieben). Die anderen Gefangenen - wir waren nicht die einzigen, es gab noch zwei, Keldo und Tulda, der Dritte hatte sich verletzt und sich einen fiebrigen Wundbrand eingehandelt, den er nicht überlebte - sie waren nicht sehr gesprächig, aber voller Hass auf den Haufen. Sie gaben ihnen allerhand Namen und erklärten, dass sie Verbrecher seien; Abtrünnige, die Adel und Klerus untreu geworden waren; Ketzer, Apostaten und Häretiker. Sie waren fest davon überzeugt, dass man uns alle töten würde, sobald man uns nicht mehr brauchen würde. Ansonsten war nicht viel von ihnen zu erfahren. Widerwillig arbeiteten sie mit und versuchten bei der ersten günstigen Gelegenheit die Flucht. Tulda schaffte es, Keldo nicht. Man richtete ihn grauenhaft zu, bevor er starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Endels Haufen war nicht besonders gesprächig. Tulda und Keldo hatten vielleicht nicht ganz recht, die Rebellen schienen einfach eine Art freies Ceridenvolk sein zu wollen. Den Einen haben sie nie geleugnet, aber ihre Religion war nicht von einer Art, die wir kennen. An ihrem Umgang und Tagwerk fand sich vieles, was dem Einen gefällig sein mag, doch es fehlte auch einiges, was einen rechten Ceriden ausmacht und es gab Bräuche und Rituale, die auf uns sehr fremd wirkten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Niemand verließ die Gemeinschaft, auch nicht für kurze Zeit, und kein Besuch fand jemals seinen Weg von außen ins Lager. Weil sie uns nicht so recht einzuschätzen wussten, trauten uns die armen Teufel des verlorenen Haufens nicht und wir vermuteten, dass sie uns aus Angst, dass wir den Weg in ihr Lager verraten könnten, niemals ziehen lassen wollten, auch wenn es offensichtlich war, dass sie uns nicht, wie von Tulda und den anderen Gefangenen angekündigt, töten würden. Allerdings war auch noch viel zuviel Arbeit zu tun, denn auch als die Bäume gerodet waren, musste der Grund urbar gemacht werden. Waldboden ist kein Ackerboden, bis man ihn mit den Händen dazu macht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir hatten beschlossen, weiterhin niemandem zu verraten, wer wir wirklich waren. Auch vor den mit uns gefangen gehaltenen Tulda und Keldo hatten wir uns stets nur mit unseren falschen Namen angesprochen. Mit der Zeit fanden wir sogar Gefallen daran, uns Dinge über unsere falschen Herkünfte zu erzählen, Witzchen über Tlamana oder Betis zum Besten zu geben oder Dinge zu erklären, die wir als &amp;quot;Händler&amp;quot; für bedeutende Geschäftsfinessen hielten. Interessant ist, dass man nach einer Weile seinen falschen Namen annimmt und zum Beispiel darauf hört, wenn man gerufen wird. Es sollte sich im übrigen später noch als Vorteil erweisen, dass wir dieses Spiel zu wirklich jeder Zeit spielten, in der Anwesenheit Anderer auch in der Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Zeit - es war fast ein Jahr vergangen - kann ich sagen, dass der Rebellenhaufen nie wirklich unfreundlich zu uns war. Auf der einen Seite wurden wir wie Sklaven gehalten. Wir hatten Betten aus Reisig und im Lager, wenn wir unbewacht waren, keine Schuhe an. Dennoch war unsere Unterkunft nicht schlechter als die anderen, genauso einfachen Waldhütten. Wir wurden verpflegt wie die Eigenen Die harte Arbeit - wir wurden dazu gezwungen, sie verrichten, aber wir wurden nicht geschunden. Als ein paar Monate vergangen waren, sah das Lager schon fast wie ein Dorf aus. Die Jungen, auch die Zwanzigjährigen - es war offensichtlich, dass sie nichts vom Frieden wussten, doch jetzt lernten sie das Leben kennen, wie es sein sollte. Und als sich wohl nach einem Dreivierteljahr eine der Frauen auf die Suche nach ein paar Bienenstöcken gemacht hatte und anfing, einen feinen Met anzusetzen, da erklärte man uns zwar nichts über das Fest, das wir mitfeierten, doch gab man uns am Ende sieben Becher und wir erhielten sieben Anteile vom Ganzen, das wir am Tisch zusammen mit den Anderen genießen durften. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Im Heerbann des Bischofs ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tulda, die geflohen war, hatte getan, was Endel und sein Haufen befürchtet hatten: Sie hatte das Lager verraten, und zwar an einen Mann, der sich Klavian nennt und der von sich glaubt und behauptet, als rechtmäßiger Bischof des Nordens der Schlüssel zur ceridischen Rettung des Königreichs zu sein. Keiner von uns hatte seinen Namen zuvor gehört und wir alle hegen schwere Zweifel an seiner Ehrlichkeit und seinen Absichten. Doch ich will nicht vorgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klavian griff eines frühen Morgens mit einen Heerbann von vielleicht tausend Söldnern an. Der Kampf kostete viele das Leben, auch Unbewaffnete, und noch vor dem Mittag lagen alle Überlebenden in Ketten. Wir hatten uns von Anfang an beiseite gestellt und uns als Gefangene zu erkennen gegeben, was man uns auch auf Anhieb glaubte. Das überraschte uns im ersten Moment, doch wir fanden bald heraus, wer dafür verantwortlich war. Gleich nach dem Kampf ging der Bischof mit Tulda, der geflohenen Gefangenen, durch die Reihen und tötete nach ihrem Rat die meisten, manche davon sehr qualvoll. Ihr Geschrei nahm nicht ab den ganzen Nachmittag. Jeweils auf Tuldas Empfehlung bot er wenigen, die er für das Kriegshandwerk geeignetet und indifferent genug hielt, die Aufnahme in seinen Heerbann oder einen schnellen Tod an. Dabei versprach er auch, die Familien zu verschonen und sie ebenfalls aufzunehmen. Die meisten willigten ein. So erhielt der bischöfliche Heerbann vielleicht zwanzig zusätzliche Söldnerinnen und Söldner und ein paar zusätzliche Familienangehörige. Der verbliebene Rest wurde behandelt wie angekündigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alles, was an Vorräten zu finden war wurde eingesammelt, das Dorf niedergebrannt. Dann wurden wir zu Klavian und Tulda gebracht. Klavian erklärte uns, dass auch wir nun die Ehre hätten, zum Heerbann des Bischofs zu gehören. Man brachte uns unsere Maulesel, unsre Karren, Vorräte, Werkzeuge, Waren - alles war vollständig und unbenutzt! - und wies uns an, dem Zug ins Heerlager zu folgen, dessen Zelte einige Wegstunden entfernt in Sicht kamen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Lager war auf ein paar verwucherten, ehemaligen Feldern errichtet, Kinder und alte Frauen sammelten von verwildernden Getreidestängeln eifrig einzelne Ähren von den Halmen, um sie zu mahlen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es könnte sein, dass der Bischof zumindest früher einmal rechtmäßig und ordentlich in sein Amt berufen worden ist. Bei offiziellen Anlässen, Feldandachten oder Ansprachen war seine Rede stets geschliffen, uns fielen keine Fehler etwa liturgischer Art, keine Unerfahrenheit oder Anzeichen von Trug auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Kuriosität war die Taufe der übergelaufenen Krieger und ihrer Familien. In der Zeit bei den Rebellen hatten wir zwar den Eindruck, dass viele der Leute vor dem Krieg durchaus ceridisch getauft und anständige Gemeindemitglieder ihrer Heimatdörfer gewesen sein mögen, doch Klavian bestand darauf, sie und ihre Familien persönlich noch einmal zu taufen, und dabei ließ er ihnen auch keine Wahl. Die hätten sie beim erstem mal gehabt, sagte er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach wenigen Tagen packte sich der Heerbann und zog weiter. Alsbald schon erkannten wir, dass der Bischof ein schlechter Mann ist. Er war stets nur auf den Vorteil der Seinen aus, er sammelte, raubte und plünderte ohne Gnade, was ihm nützlich erschien. Manchmal dachten wir, dass er einem Plan folgend Landstrich für Landstrich besuchte, um die Vorratskarren seines Heerbanns gefüllt zu halten. Obwohl wir mit der Zeit sicher waren, dass niemand im Heerbann eine Ahnung von Kalverams Vorstoß haben konnte, beschlossen wir zu bleiben, um nach Hinweisen und Informationen zu suchen oder zumindest das Land kennenzulernen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir allesamt waren bei den Bischöflichen wohlgelitten. Bei gesellschaftlichen Anlässen saßen wir manchmal sogar an einer Tafel in der Nähe Klavians. Es gab ein großes Interesse an unserer Arbeit, viele der Kleriker waren schon im fortgeschrittenen Alter und hatten ein Interesse an unseren Augengläsern, und für die Späher und Kundschafter waren Fernrohre eine willkommene Verbesserung. Bald gingen unsere Materialvorräte zur Neige und ich versuchte, dem Bischof zu erklären wie selten die irdenen Rohstoffe zu finden sind und wie schwierig der Bau eines Glasschmelzofens ist. Weil es im Südosten steil abfallendes Gebirge, Flüsse, einen See und viele Wälder gibt, fragte ich, ob wir auch dorthin ziehen sollten. Der Bischof bejahte, in einigen Monaten sei ein Besuch in Brunnen vorgesehen, einem Landstrich in den nördlichen Ausläufern des Kaupasgebirges.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir machten einen Spaziergang und hielten in gebührendem Abstand Rat. Tatsächlich liegt Brunnen neben Bocksloch, wo Markgraf Kalveram nach unserem Wissen den mittleren der drei Pässe begangen hat. Weil wir sonst schon einen Großteil des ehemaligen Reiches gesehen hatten beschlossen wir, alles auf eine Karte zu setzen und in Brunnen zu fliehen, um zu guter Letzt allein durch Bocksloch zu ziehen. Wenn dort ebenfalls nichts zu finden sein würde, wäre der Pass in den Süden nicht weit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich gab Interesse an der Geologie des Gebirges vor und sprach mit einem landeskundlich erfahrenen Kleriker über die Provinzen Brunnen und Bocksloch. Er hatte einiges zu erzählen, warnte aber auch vor Bocksloch und erklärte, dass der Bischof mit einem kleinen Heerbann von gut tausend Soldaten niemals dorthin reisen würde. Worin die Gefahr zu sehen war, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Strauchdiebe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Bocksloch, das südwestlich lag, waren wir ein paar Tage unterwegs. Die wichtigen Verkehrswege waren fast überall verlassen, doch im Hinterland gab es das ein oder andere Dorf, wo man uns manchmal sogar eine Unterkunft anbieten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Abends fanden wir abseits der Straße einen Gutshof, und wir hofften, dort vielleicht eine Nacht in Strohbetten verbringen zu können. Doch kaum dass wir das schön angelegte Geviert aus Wirtschafts- und Wohngebäuden erreichten, wurden wir von einer Bande von vielleicht zwölf Strauchdieben angegriffen. Es war der einzige wirkliche Kampf, den wir auf unserer Reise auszufechten hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Anführer, der auf uns zukam und herablassend etwas von wehrlosen Händlern zu sagen begann, ließ Normund gar nicht erst ausreden sondern griff ihn direkt nach vorn an, Gilbert und Weldo dicht an seiner Seite. Harkil warf eine Axt nach einem Bogenschützen, der an einem Fenster oberhalb stand. Ephraima und Pernillo standen plötzlich rechts und links hinter den Flanken der Angreifer (ich könnte nicht erklären, wie sie dorthin gekommen waren), Harkil und ich setzten nach. Nach wenigen Momenten war der Kampf vorbei, gewonnen von den wehrlosen Händlern. Allein Normund trägt heute ein Andenken daran in seinem Gesicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir ließen die Toten nach Art des Landes liegen, plünderten die Küche des Hauses, in dem sich der Bogenschütze sich versteckt hatte. Den Bogenschützen selbst fanden wir blutüberströmt, aber noch lebendig unter dem Fenster, wo er gestanden hatte. Wir fragten ihn über ihn und seine Kameraden aus. Anscheinend hatten sie vor, zu einer nahegelegenen Burg namens Sullenstein zu reisen, wo sie an einer festlichen Massentaufe teilnehmen wollten, um fortan zu einer Bande von Verbrechern zu gehören, die sie für heilig hielten. Wir erlaubten ihm ein letztes Gebet, spalteten seinen Schädel und zogen weiter, die Nacht durch. Man weiß nie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zu Gast in Bocksloch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Adel]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6838</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2021-01-13T19:51:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen und schmalen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit mäßigem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster gemeinsamer Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch um Beständigkeit und naturgemäß um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Über der Hafendurchfahrt wurden beide Wehrgänge als einziehbare Brücken gebaut, die mit einer aufwändigen Seilkonstruktion jeweils nach Norden (der obere) und Süden (der untere) wegbewegt werden können, wenn größere Schiffe passieren wollen. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen, die in den Wäldern anderenorts auf die Jagd gehen, ohne von edlem Stand zu sein, nimmt man an, dass sie beabsichtigen, sich der Wilderei schuldig zu machen. In den Wäldern der Nordmark allerdings wird man annehmen, dass sie entweder Hunger haben oder ein paar Groschen verdienen wollen. Tatsächlich wird, wer es in Härtwigs Hafen zu Reichtum und Ansehen gebracht hat, von anderen für sich jagen &#039;&#039;lassen&#039;&#039; und stattdessen lieber ein kleines Gemüsegärtchen mit einem Apfelbäumchen anlegen, denn hin und wieder eine Kartoffel, Zwiebel, Kohl oder einen Apfel zu haben, das ist wahrer Reichtum. Feldfrüchte des Südens, wie Getreide, Gemüse oder Salat, sind in der Nordmark ein rares und teures Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Feldern auf dem Hügel hinter der Stadt ein wenig den Rücken krumm zu machen. Brot wird fast immer aus dem teuren, auf dem Jolborn aufwendig importierten Getreide des Südens gebacken und nur zu besonderen Gelegenheiten gegessen. Im Alltag stehen Fleisch und Fisch auf der Speisekarte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen Nordmark wäre dafür das kalte Klima verantwortlich, das auf den gerodeten Flächen nur Weidewirtschaft zulässt. In der Unteren Nordmark liegt es dagegen am Boden, der nur an wenigen Stellen fruchtbar ist. Zwischen den Häusern oder auf weniger günstig gelegenen Flächen werden auch Hühner, Kühe und ein paar Schafe und Ziegen gehalten. Eier, Milch und Käse sind beliebt in Härtwigs Hafen. Doch ist letztlich alles nur eine kleine, zierende Beilage für Fleisch und Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten Siedler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, den größten Teil aus. Meist kamen sie als Bauarbeiter oder Bedienstete, die beim Bau von Härtwigs Hafen dringend gebraucht wurden. In den ersten Jahren konnten sie sich leicht um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber werden die Bedingungen schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kai des gegenüberliegenden Unteren Gevierts sieht &amp;quot;die Festung&amp;quot;, wie man den Marinestützpunkt für gewöhnlich nennt, recht offen aus. Zwar wirken die Gebäude wuchtig und der gegenüberliegende Platz erhöht und man wird das Gefühl nicht los, zur Marine aufblicken zu müssen. Irgendjemand scheint auch immer am Patrouillieren oder Exerzieren zu sein, aber letztlich ist die ganze Stadt eine Festung und im Fall eines größeren Angriffs werden die Marineangehörigen ihren Stützpunkt ohnehin nur zusammen mit den Bürgern der Nordmark oder gar nicht verteidigen können. Die sehr schmale nutzbare Fläche am Jolborn lässt eine wirkliche Trennung nicht zu, und die Bürger der Nordmark würden es auch nicht tun. Sie bestehen darauf, Zutritt zu allen Bereichen zu haben, die auch den Mannschaften der Seesoldaten zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großen Wert legte die Ostarische Marine darauf, den direktesten Zugang zum Jolborn zu haben. Der Marinehafen liegt nahe an der Strömungsrinne des Paltram, so dass auslaufende Schiffe im Fall eines Angriffs schnell den Hafen verlassen können. Die Anlage ist großzügig geplant, so dass sie auch für größere Verbände problemlos Platz bieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Kai und den Gebäuden der Festung wurde ein großer Exerzierplatz belassen, der etwa 600 Fuß lang und im Westen über 100 Fuß breit ist. Die Gebäude drängen sich im hinteren Teil zwischen dem Platz und der Stadtmauer. Die Meisten sind so angelegt, dass sie notfalls auch einzeln verteidigt werden können, außerdem gibt es eine Reihe von Kellern und Tunneln, die die wichtigsten Orte des Marinestützpunkts miteinander verbinden. Im Westen wacht ein massives, &amp;quot;Burg&amp;quot; genanntes Gebäude über den Platz und die Hafeneinfahrt, es beherbergt das Zeughaus, die Soldkasse und die Amtsstube der wachhabenden Offiziere. Ungefähr der Mitte erhebt sich das repräsentative Gebäude der Kommandantur, von der aus man einen schönen Blick über den Exerzierplatz, alle Häfen und die beiden gegenüberliegenden Stadtteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im östlichen Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es dort etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten immer noch um die 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Marineingenieure sind gerne gesehene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation ihrer Experimente und Erkenntnisse. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Recht und Ordnung   ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und waffenpflichtigen Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchzuführen verstehen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und in der Stadtwache zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die drei einzigen wirklichen Beamtenpersönlichkeiten von gehobenem Ostarischem Schlag ihre wichtigen und stets dringenden Amtsgeschäfte ausüben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und darüber hinaus die wehrkundlichen Übungen zu verantworten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Verkehr, Handel, Marktrecht, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht sowie für Streitigkeiten der Bürger untereinander. Gilrindis stehen vier Büttel (obacht, nur sie werden tatsächlich auch so genannt) sowie ein zweiköpfiges Sekretariat zur Seite, das aber regelmäßig vom Stadtmeier und dem Sendwalter mitbenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark. Er befehligt auch die Besatzung des Bergfrieds, um den es seit dem Bau des Marinestützpunkts zwar etwas still geworden sein mag - gleichwohl ist er noch immer mit einer Restbesetzung von zwölf Mauerwachen, fünf Fahnengängern und drei Türmern besetzt, die Tag und Nacht Feinde am Horizont und Feuer in der Stadt zu entdecken versuchen. Um die Mauerwachen auch in Friedenszeiten zumindest ein klein wenig im Sinne der [[Ostarische Bürokratie|Ostarischen Bürokratie]] zum Wohle der Stadt einsetzen zu können, haben sie widerwillig Fortbildungen mit Praxisübungen in den Bereichen Brandschutz und Brandbekämpfung, Berichtswesen und Stadtschreiberei, Vorbeugung von Ordnungswidrigkeiten, leitfadengestützte Ratten- und Unkrautbekämpfung in Theorie und Praxis, Bürokratieberatung und behördliche Rechnungslegung, kleiner Übungsanleiterschein für die tägliche Hygiene des Herzöglich-Ostarischen Seesoldaten im Felde, Praxisfragen des Erzabbaus (auch als &amp;quot;das große Los&amp;quot; bekannt, denn Erz ist in den Sümpfen nicht zu finden), Dokumentationsstandards der Liegenschafts- und Nachlassverwaltung, allgemeine Pädagogik des Obstbaumschnitts, Prüfkriterien des HOAfS &amp;amp; Sa, angewandte Meinungsforschung und Informationserzeugung, kleine Organisationskunde der Kolonialstandortsverwaltung, neue Methoden der Wasserstandsmessung und Wetterbeobachtung, Wegweiser der ogedischen Gottheiten und Schutzpatrone, standardisierte Förderung des Fischereiwesens (Fachschaft Jolborn und Jolbornnebenflüsse) über sich ergehen lassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherheit und Wehrstatus   ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall, dass Härtwigs Hafen angegriffen wird, haben sich - wie überall in der Nordmark - alle Bürgerinnen und Bürger auf ihre Posten zu begeben. Die meisten sind auf und an den Mauern eingeteilt, aber auch an zahlreichen anderen Stellen der Stadt. Das Festungsviertel wird von der Marine besetzt, die Schildmauer und der rückwärtige Stadtausgang gemeinsam, die Südmauer ausschließlich von dern Bürgern der Nordmark. Erfolgt der Angriff über das Wasser, haben die befehlshabenden Offiziere der Marine das Kommando, erfolgt er aus dem Hinterland, kann es sich nur um einen Angriff der Ödlandbarbaren handeln und das Kommando werden Stadtmeier, Sendwalter und Richterin übernehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6837</id>
		<title>Herzogenburg</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6837"/>
		<updated>2020-10-12T22:35:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison, herzögliche Truppen und Gäste nicht mitgerechnet). Heute werden die Einwohner auf etwa 150 geschätzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen, verglichen mit der oberen Nordmark aber immer noch sehr mild. Die Herzogenburg liegt etwas höher, ist sehr exponiert und trotz der geringen Entfernung klimatisch spürbar näher am Gebirge. Die Sommer sind oft trocken und warm, im Winter sind ausgiebige Niederschläge die Regel. Vor allem auf der Höhe der Burg gehen sie oft als Schnee nieder, bei Nordwind sogar reichlich. Ansonsten ist der Wind generell meist schwächer als am Jolborn. Im Frühjahr ist mit Hochwässern zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden (Alltägliches, Selbstgemachtes und Abenteurerbedarf) sowie eine [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll|Taverne]], jeweils vormittags und abends betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung aus in der Nähe geschlagenen Stämmen Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt an den Ufern des Flusses zwei gegenüberliegende Stege, die von den Einheimischen etwas verbrämend &amp;quot;Hafen&amp;quot; genannt werden. Auf beiden Seiten liegen lange Planken, mit denen die Stege verbunden werden können, so dass die einzige Brücke weit und breit entsteht. Bei Angriffen wird die Bevölkerung evakuiert und alle Planken werden auf die Fluchtseite gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet und werden von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt. Es gibt ein paar Höhlen (eine davon, die Mauritzhöhle, diente in den ersten Jahren gar als Wohnstätte). Auf manchen Felsen wurden kaum erhaltene, rätselhafte kleine Burgruinen entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogenburg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung südöstlich von Haukegericht, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In den ersten Jahren war Fredricaja von Rankenwies Kommandantin, seither wird der Posten jährlich neu besetzt. Die Versetzung in die Herzogenburg wird von Offizieren und Mannschaften als Aussicht auf eine ereignislose, langweilige Zeit verstanden, die man sich nicht unnötig schwer machen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorburg gibt es umfassende Beherbergungsmöglichkeiten, jedoch keine Gaststube. Dennoch wird die Herzogenburg stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden gerne genutzt. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne &amp;quot;[[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]]&amp;quot; über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag der Rand des hochgelegenen Kallerfelds zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei weiteren Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, oder in einer knappen Woche die Templerfeste [[Ballei Feuerbach|Calterac]] in [[Abtei Dunkelstein|Dunkelstein]] erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind ein rares Erlebnis in Heligonia. Entsprechend erschrocken sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich nur mit längeren Abständen zu erwarten sind. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. Andererseits ist die sehr alte Herzogenburg offensichtlich seit sehr langer Zeit von keinem Ausbruch getroffen worden. Aber wer weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill von der bösesten Sorte dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nolger Tagholz, Fachingenieur für Spornburgen, [[Burg Arnach]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-12T22:32:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison, herzögliche Truppen und Gäste nicht mitgerechnet). Heute werden die Einwohner auf etwa 150 geschätzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen, verglichen mit der oberen Nordmark aber immer noch sehr mild. Die Herzogenburg liegt etwas höher, ist sehr exponiert und trotz der geringen Entfernung klimatisch spürbar näher am Gebirge. Die Sommer sind oft trocken und warm, im Winter sind ausgiebige Niederschläge die Regel. Vor allem auf der Höhe der Burg gehen sie oft als Schnee nieder, bei Nordwind sogar reichlich. Ansonsten ist der Wind generell meist schwächer als am Jolborn. Im Frühjahr ist mit Hochwässern zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden (Alltägliches, Selbstgemachtes und Abenteurerbedarf) sowie eine [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll|Taverne]], jeweils vormittags und abends betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung aus in der Nähe geschlagenen Stämmen Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt an den Ufern des Flusses zwei gegenüberliegende Stege, die von den Einheimischen etwas verbrämend &amp;quot;Hafen&amp;quot; genannt werden. Auf beiden Seiten liegen lange Planken, mit denen die Stege verbunden werden können, so dass die einzige Brücke weit und breit entsteht. Bei Angriffen wird die Bevölkerung evakuiert und alle Planken werden auf die Fluchtseite gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet und werden von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt. Es gibt ein paar Höhlen (eine davon, die Mauritzhöhle, diente in den ersten Jahren gar als Wohnstätte). Auf manchen Felsen wurden kaum erhaltene, rätselhafte kleine Burgruinen entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogenburg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung südöstlich von Haukegericht, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In den ersten Jahren war Fredricaja von Rankenwies Kommandantin, seither wird der Posten jährlich neu besetzt. Die Versetzung in die Herzogenburg wird von Offizieren und Mannschaften als Aussicht auf eine ereignislose, langweilige Zeit verstanden, die man sich nicht unnötig schwer machen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorburg gibt es umfassende Beherbergungsmöglichkeiten, jedoch keine Gaststube. Dennoch wird die Herzogenburg stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden gerne genutzt. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne &amp;quot;[[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]]&amp;quot; über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag der Rand des hochgelegenen Kallerfelds zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei weiteren Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, oder in einer knappen Woche die Templerfeste [[Ballei Feuerbach|Calterac]] in [[Abtei Dunkelstein|Dunkelstein]] erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind ein rares Erlebnis in Heligonia. Entsprechend erschrocken sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich nur mit längeren Abständen zu erwarten sind. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. Andererseits ist die sehr alte Herzogenburg offensichtlich seit sehr langer Zeit von keinem Ausbruch getroffen worden. Aber wer weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill von der bösesten Sorte dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Nolger Tagholz, Fachingenieur für Spornburgen, [[Grenzfeste Fohrenegg]] und [[Herzogenburg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6835</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6835"/>
		<updated>2020-10-12T22:28:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen und schmalen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit mäßigem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen, die in den Wäldern anderenorts auf die Jagd gehen, ohne von edlem Stand zu sein, nimmt man an, dass sie beabsichtigen, sich der Wilderei schuldig zu machen. In den Wäldern der Nordmark allerdings wird man annehmen, dass sie entweder Hunger haben oder ein paar Groschen verdienen wollen. Tatsächlich wird, wer es in Härtwigs Hafen zu Reichtum und Ansehen gebracht hat, von anderen für sich jagen &#039;&#039;lassen&#039;&#039; und stattdessen lieber ein kleines Gemüsegärtchen mit einem Apfelbäumchen anlegen, denn hin und wieder eine Kartoffel, Zwiebel, Kohl oder einen Apfel zu haben, das ist wahrer Reichtum. Feldfrüchte des Südens, wie Getreide, Gemüse oder Salat, sind in der Nordmark ein rares und teures Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Feldern auf dem Hügel hinter der Stadt ein wenig den Rücken krumm zu machen. Brot wird fast immer aus dem teuren, auf dem Jolborn aufwendig importierten Getreide des Südens gebacken und nur zu besonderen Gelegenheiten gegessen. Im Alltag stehen Fleisch und Fisch auf der Speisekarte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen Nordmark wäre dafür das kalte Klima verantwortlich, das auf den gerodeten Flächen nur Weidewirtschaft zulässt. In der Unteren Nordmark liegt es dagegen am Boden, der nur an wenigen Stellen fruchtbar ist. Zwischen den Häusern oder auf weniger günstig gelegenen Flächen werden auch Hühner, Kühe und ein paar Schafe und Ziegen gehalten. Eier, Milch und Käse sind beliebt in Härtwigs Hafen. Doch ist letztlich alles nur eine kleine, zierende Beilage für Fleisch und Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten Siedler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, den größten Teil aus. Meist kamen sie als Bauarbeiter oder Bedienstete, die beim Bau von Härtwigs Hafen dringend gebraucht wurden. In den ersten Jahren konnten sie sich leicht um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber werden die Bedingungen schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kai des gegenüberliegenden Unteren Gevierts sieht &amp;quot;die Festung&amp;quot;, wie man den Marinestützpunkt für gewöhnlich nennt, recht offen aus. Zwar wirken die Gebäude wuchtig und der gegenüberliegende Platz erhöht und man wird das Gefühl nicht los, zur Marine aufblicken zu müssen. Irgendjemand scheint auch immer am Patrouillieren oder Exerzieren zu sein, aber letztlich ist die ganze Stadt eine Festung und im Fall eines größeren Angriffs werden die Marineangehörigen ihren Stützpunkt ohnehin nur zusammen mit den Bürgern der Nordmark oder gar nicht verteidigen können. Die sehr schmale nutzbare Fläche am Jolborn lässt eine wirkliche Trennung nicht zu, und die Bürger der Nordmark würden es auch nicht tun. Sie bestehen darauf, Zutritt zu allen Bereichen zu haben, die auch den Mannschaften der Seesoldaten zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großen Wert legte die Ostarische Marine darauf, den direktesten Zugang zum Jolborn zu haben. Der Marinehafen liegt nahe an der Strömungsrinne des Paltram, so dass auslaufende Schiffe im Fall eines Angriffs schnell den Hafen verlassen können. Die Anlage ist großzügig geplant, so dass sie auch für größere Verbände problemlos Platz bieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Kai und den Gebäuden der Festung wurde ein großer Exerzierplatz belassen, der etwa 600 Fuß lang und im Westen über 100 Fuß breit ist. Die Gebäude drängen sich im hinteren Teil zwischen dem Platz und der Stadtmauer. Die Meisten sind so angelegt, dass sie notfalls auch einzeln verteidigt werden können, außerdem gibt es eine Reihe von Kellern und Tunneln, die die wichtigsten Orte des Marinestützpunkts miteinander verbinden. Im Westen wacht ein massives, &amp;quot;Burg&amp;quot; genanntes Gebäude über den Platz und die Hafeneinfahrt, es beherbergt das Zeughaus, die Soldkasse und die Amtsstube der wachhabenden Offiziere. Ungefähr der Mitte erhebt sich das repräsentative Gebäude der Kommandantur, von der aus man einen schönen Blick über den Exerzierplatz, alle Häfen und die beiden gegenüberliegenden Stadtteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im östlichen Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es dort etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten immer noch um die 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Marineingenieure sind gerne gesehene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation ihrer Experimente und Erkenntnisse. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Recht und Ordnung   ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und waffenpflichtigen Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchzuführen verstehen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und in der Stadtwache zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die drei einzigen wirklichen Beamtenpersönlichkeiten von gehobenem Ostarischem Schlag ihre wichtigen und stets dringenden Amtsgeschäfte ausüben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und darüber hinaus die wehrkundlichen Übungen zu verantworten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Verkehr, Handel, Marktrecht, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht sowie für Streitigkeiten der Bürger untereinander. Gilrindis stehen vier Büttel (obacht, nur sie werden tatsächlich auch so genannt) sowie ein zweiköpfiges Sekretariat zur Seite, das aber regelmäßig vom Stadtmeier und dem Sendwalter mitbenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark. Er befehligt auch die Besatzung des Bergfrieds, um den es seit dem Bau des Marinestützpunkts zwar etwas still geworden sein mag - gleichwohl ist er noch immer mit einer Restbesetzung von zwölf Mauerwachen, fünf Fahnengängern und drei Türmern besetzt, die Tag und Nacht Feinde am Horizont und Feuer in der Stadt zu entdecken versuchen. Um die Mauerwachen auch in Friedenszeiten zumindest ein klein wenig im Sinne der [[Ostarische Bürokratie|Ostarischen Bürokratie]] zum Wohle der Stadt einsetzen zu können, haben sie widerwillig Fortbildungen mit Praxisübungen in den Bereichen Brandschutz und Brandbekämpfung, Berichtswesen und Stadtschreiberei, Vorbeugung von Ordnungswidrigkeiten, leitfadengestützte Ratten- und Unkrautbekämpfung in Theorie und Praxis, Bürokratieberatung und behördliche Rechnungslegung, kleiner Übungsanleiterschein für die tägliche Hygiene des Herzöglich-Ostarischen Seesoldaten im Felde, Praxisfragen des Erzabbaus (auch als &amp;quot;das große Los&amp;quot; bekannt, denn Erz ist in den Sümpfen nicht zu finden), Dokumentationsstandards der Liegenschafts- und Nachlassverwaltung, allgemeine Pädagogik des Obstbaumschnitts, Prüfkriterien des HOAfS &amp;amp; Sa, angewandte Meinungsforschung und Informationserzeugung, kleine Organisationskunde der Kolonialstandortsverwaltung, neue Methoden der Wasserstandsmessung und Wetterbeobachtung, Wegweiser der ogedischen Gottheiten und Schutzpatrone, standardisierte Förderung des Fischereiwesens (Fachschaft Jolborn und Jolbornnebenflüsse) über sich ergehen lassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherheit und Wehrstatus   ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall, dass Härtwigs Hafen angegriffen wird, haben sich - wie überall in der Nordmark - alle Bürgerinnen und Bürger auf ihre Posten zu begeben. Die meisten sind auf und an den Mauern eingeteilt, aber auch an zahlreichen anderen Stellen der Stadt. Das Festungsviertel wird von der Marine besetzt, die Schildmauer und der rückwärtige Stadtausgang gemeinsam, die Südmauer ausschließlich von dern Bürgern der Nordmark. Erfolgt der Angriff über das Wasser, haben die befehlshabenden Offiziere der Marine das Kommando, erfolgt er aus dem Hinterland, kann es sich nur um einen Angriff der Ödlandbarbaren handeln und das Kommando werden Stadtmeier, Sendwalter und Richterin übernehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=%C3%84btissin_Felicitas_von_Arnach&amp;diff=6834</id>
		<title>Äbtissin Felicitas von Arnach</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=%C3%84btissin_Felicitas_von_Arnach&amp;diff=6834"/>
		<updated>2020-10-11T12:00:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Felicitas von Arnach, geboren im Jahre 35 vor Aximistilius III. in Gunara, ist die Gründerin, erste Äbtissin und Generaloberin des Ordens der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in [[Arnstein]], [[Baronie Arnach|Arnach]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas entstammt einer arnachischen Nebenlinie, die auf Baron [[Harald von Arnach]] zurückgeht. Ihre Großeltern, Hünolf und Rilla von Arnach, wandten sich kurz nach der Geburt ihres einzigen Sohns Hanso infolge eines Erweckungserlebnisses dem [[Ceridentum]] zu. Hanso, der eine gemischte Ehe mit Tarinde Lilienzweig, einer bürgerlichen Ogedin aus [[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]] einging, fiel mit Frau und Kindern an einem unbekannten Ort im Hochland bedauerlicherweise unter die Räuber, und nur Felicitas überlebte mit knapper Not. Hünolf und Rilla, die einander entsagt und begonnen hatten, ein klösterliches Leben zu führen, nahmen sie zu sich nach Gunara, wo sie zum bisher einzigen Kind wurde, das gleichzeitig im Kreis der leiblichen Familie und im Inneren eines Kloster aufwuchs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Umfeld wirkte sich prägend aus. Schnell war Felicitas vom ceridischen Glauben durchdrungen, und schon im zarten Alter von zwölf Jahren erschien ihr, obwohl noch nicht einmal geboren, der zukünftige [[Pacellus|Primus Pacellus]] im Traume. Er führte Felicitas durch ein ihr unbekanntes Kloster voller Ordensfrauen, das nahe einer alten Stadt inmitten duftender Blumen am Fuß der Berge gebaut war. Einen ganzen Tag lang zeigte und erklärte er ihr alles, und als er sich am Abend verabschiedete, wies er sie auf ihre rechte Hand hin. Erst jetzt erkannte Felicitas, dass sie den Ring einer Äbtissin trug, und sie erwachte aus ihrem Traum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wuchs zu einer frommen, eifrigen und gebildeten Frau heran, die den Plan des Einen für die Welt erkannt hatte. Hünolf und Rilla versuchten, für sie im ceridischen Adel einen standesgemäßen Ehemann zu finden, doch mit keinem wollte Felicitas sich zufrieden geben. Sie machte stattdessen eine Pilgerfahrt nach Dunkelnau und studierte für ein Jahr die Lehren der [[Orden der Bannkreuzer|Bannkreuzer]]. Anschließend begab sie sich auf Wanderschaft. Sie besuchte die Pretoriusanerklöster Bergstedt, [[Herzogtum Ligonii|Ligonii]], Sankt Pretorius in [[Baronie Buchenfels|Buchenfels]] sowie Tarnam in Norrland, [[Herzogtum Ostarien|Ostarien]] (heute Norrland-Brassach). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Felicitas nach drei Jahren wieder zu Hause in Gunara ankam, wartete dort ein ceridischer Ritter der Erzmark namens Kreldo Ganzfeld auf sie. Er war tugendhaft, trotz seines niederen Adelsranges gut situiert und von tadellosem Ruf. Felicitas mochte ihn auf Anhieb und sie erwog, seinem Werben nachzugeben. Als er ihr aber nach einiger Zeit einen Verlobungsring darbringen wollte, löste sie die Verbindung sofort auf. Gleich am nächsten Morgen brach sie auf, um die Stadt mit den duftenden Blumen am Fuße der Berge zu suchen, denn sie hatte nun auch den Plan des Einen für ihr eigenes Leben erkannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung des Hilariusitinnenordens  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wanderte nach Westen. Viele Wochen suchte sie nach der Stadt, bis sie schließlich in Arnstein den Ort, die Berge und die Talweite mit dem Finsterbach wiedererkannte. Die unmittelbare Umgebung, die sie aus ihrem Traum in Erinnerung hatte, war tatsächlich einmal der bescheidene Besitz eines armen Häuslers namens Rustalf gewesen, der im Leben kinderlos geblieben war und vor seinem Tod seinen Besitz der ceridischen Gemeinde Arnsteins vermacht hatte. Erst seit wenigen Jahren stand dort eine kleine Kirche aus hellem Holz, und das Grab des Häuslers war zum ersten des neuen ceridischen Friedhofs geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wußte sofort, dass sie am Ort ihres Wirkens angekommen war. Allein die duftenden Blumen fehlten, doch das musste, so nahm Felicitas an, am nahenden Winter liegen. Schnell fand die bescheidene, aber auch energische und namhafte junge Ceridin Aufnahme in die ceridischen Kreise Arnsteins und Fürsprache durch den ersten ceridischen Geistlichen der Stadt, Kilian vom Ebersbrunn, einem Bannkreuzer aus Dunkelstein, sowie durch Richard, dem zum Ceridentum übergetretenen Sohn des Barons [[Wilogast von Arnach|Wilogast]]. Mit der Erlaubnis des Barons und der Unterstützung der Gemeinde ließ sie sich nieder und bewirtschaftete den ehemaligen Besitz des Häuslers Rustalf. Der unter Hilariusiten verbreiteten Liebe zur kirchlichen Musik folgend baute sie einen Kirchenchor auf und nahm im Auftrag des Hauses Arnach unfreie Waisenmädchen auf, für die sonst niemand sorgen wollte. Nachdem sie in den ersten Jahren immer wieder Visionen darüber hatte, an welchen Aufgaben sie sich verdient machen sollte, bedrängte sie Kilian vom Ebersbrunn, sie weiter in den ceridischen Schriften zu unterweisen, bis sie schließlich zu Benedikt Canesius, dem damaligen Primus reiste, um ihm von ihren Visionen zu berichten und von ihrem Plan, den Orden der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf zu gründen. Benedikt Canesius&#039; anfängliche Bedenken konnten schnell und überzeugend durch Kilian vom Ebersbrunn (der mit Herzog [[Rolo VII von Ostarien|Herzog Rolo VII. von Ostarien]], einem großen Förderer der Bannkreuzer, befreundet gewesen war) zerstreut werden. Felicitas von Arnach erhielt von Primus Benedikt Canesius den Auftrag, sich in Gunara auf ihr Amt als Äbtissin vorzubereiten und, wenn die Zeit reif sei, die ersten Schwestern der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein um sich zu sammeln und einen Konvent mit nicht weniger als dreißig Schwestern zu gründen, wovon zunächst höchstens zehn als Laienschwestern aufgenommen werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machte sich Felicitas an die Verwirklichung. Sie begann ihre Studien in Gunara, setzte sie aber alsbald in Arnstein fort, um bei den Waisenmädchen sein zu können. Da innerhalb der Mauern Arnsteins mittlerweile eine steinerne Kirche gebaut wurde, begann sie mit Hilfe des neuen Barons Richard von Arnach und der inzwischen gewachsenen ceridischen Gemeinde den Bau einer kleinen Abtei, die sich an die rückwärtige Wand der alten Holzkirche anschloss. Das Waisenhaus wurde erweitert und bekam den Namen Rustalfs Kinderheim, für die Schwestern entstand ein erstes Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Im Jahre 3 n. A. III. schließlich wurde die Abtei eröffnet, ihr gehörten 24 ordinierte Nonnen sowie 9 Laienschwestern an, die allesamt aus dem Waisenhaus stammten und sich durch ein Gelübde auf Probe (ein Postulat im kirchenrechtlichen Sinne, allerdings aufgrund der Jugend der Aspirantinnen mit verlängerter Dauer) an die Kommunität banden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Kloster in Arnstein  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster des Ordens der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein verfügt heute über eine wohlorganisierte Landwirtschaft, eine Mühle, drei Pfleghöfe in Finsterdorf, Fundelnai und Härtwigs Hafen in der Nordmark, drei Hospitien in [[Burg Arnach]], Härtwigs Hafen und auf dem Gelände des [[Der Gute Arzt|&amp;quot;Guten Arztes&amp;quot;]], außerdem über den größten Kirchenchor Nordostariens, ein Skriptorium mit umfassender Schriftensammlung sowie über ein direkt angeschlossenes Waisenhaus mit einer Klosterschule für Waisenmädchen und bessere Töchter Ostariens. Das Waisenhaus bietet Platz für 30 Mädchen, die Schule nimmt jährlich bis zu 20 Schülerinnen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ordensgemeinschaft gehören derzeit insgesamt 149 Schwestern an, davon 41 im Stand der Laienschwestern. Im Jahre 108 n.d.E. wurde in [[Härtwigs Hafen]] unter dem Vorsitz von Schwester Veneria Wendeltau offiziell ein Konvent als Zweigniederlassung eingerichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinschaft hat sich nicht nur im Bereich der Waisenfürsorge, der Bildung und in der Kirchenmusik einen Namen gemacht, sondern auch in der Sammlung und Anwendung von Wissen. Anfangs als Schreibstube und Schriftensammlung Arnachs begonnen, werden die theologischen, politischen, geschichtlichen, technologischen und naturkundlichen Sammlungen seit den frühen 20er Jahren laufend erweitert (man munkelt, dass die Ordensschwestern sogar über eine Kopie des berüchtigten &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; verfügen!). Nicht selten ist eine der überregional anerkannten Hilariusitinnen als unauffällige Ratgeberin dabei, wenn es darum geht, neue Entwicklungen zu bewerten oder wichtige Entscheidungen zu treffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Ceriden]] [[Category:Priester]] [[Category:Adel]] [[Category:Glauben]] [[Category:Baronie_Arnach]] [[Category:Geschichte_Arnachs]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6832</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-10-06T21:56:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen, die in den Wäldern anderenorts auf die Jagd gehen, ohne von edlem Stand zu sein, nimmt man an, dass sie beabsichtigen, sich der Wilderei schuldig zu machen. In den Wäldern der Nordmark wird man annehmen, dass sie Hunger haben. Tatsächlich wird, wer es in Härtwigs Hafen zu Reichtum und Ansehen gebracht hat, von anderen für sich jagen &#039;&#039;lassen&#039;&#039; und stattdessen lieber ein kleines Gemüsegärtchen anlegen, denn hin und wieder eine Kartoffel, Zwiebel, Kohl oder einen Apfel zu haben, das ist wahrer Reichtum. Feldfrüchte des Südens, wie Getreide, Gemüse oder Salat, sind in der Nordmark ein rares und teures Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüsefeldern ein wenig den Rücken krumm zu machen. Brot wird fast immer aus dem teuren, auf dem Jolborn importierten Getreide des Südens gebacken und nur zu besonderen Gelegenheiten gegessen. Im Alltag stehen Fleisch und Fisch auf der Speisekarte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen Nordmark ist dafür das kalte Klima verantwortlich, das auf den gerodeten Flächen nur Weidewirtschaft zulässt. In der Unteren Nordmark liegt es dagegen am Boden, der nur an wenigen Stellen fruchtbar ist. Zwischen den Häusern oder auf weniger günstig gelegenen Flächen werden auch Hühner, Kühe und ein paar Schafe und Ziegen gehalten. Eier, Milch und Käse sind beliebt in Härtwigs Hafen. Doch ist letztlich alles nur eine kleine, zierende Beilage für Fleisch und Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten Siedler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, den größten Teil aus. Meist kamen sie als Bauarbeiter oder Bedienstete, die beim Bau von Härtwigs Hafen dringend gebraucht wurden. In den ersten Jahren konnten sie sich leicht um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber werden die Bedingungen schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kai des gegenüberliegenden Unteren Gevierts sieht &amp;quot;die Festung&amp;quot;, wie man den Marinestützpunkt für gewöhnlich nennt, recht offen aus. Zwar wirken die Gebäude wuchtig und der gegenüberliegende Platz erhöht und man wird das Gefühl nicht los, zur Marine aufblicken zu müssen. Irgendjemand scheint auch immer am Patrouillieren oder Exerzieren zu sein, aber letztlich ist die ganze Stadt eine Festung und im Fall eines größeren Angriffs werden die Marineangehörigen ihren Stützpunkt ohnehin nur zusammen mit den Bürgern der Nordmark oder gar nicht verteidigen können. Die sehr schmale nutzbare Fläche am Jolborn lässt eine wirkliche Trennung nicht zu, und die Bürger der Nordmark würden es auch nicht tun. Sie bestehen darauf, Zutritt zu allen Bereichen zu haben, die auch den Mannschaften der Seesoldaten zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großen Wert legte die Ostarische Marine darauf, den direktesten Zugang zum Jolborn zu haben. Der Marinehafen liegt nahe an der Strömungsrinne des Paltram, so dass auslaufende Schiffe im Fall eines Angriffs schnell den Hafen verlassen können. Die Anlage ist großzügig geplant, so dass sie auch für größere Verbände problemlos Platz bieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Kai und den Gebäuden der Festung wurde ein großer Exerzierplatz belassen, der etwa 600 Fuß lang und im Westen über 100 Fuß breit ist. Die Gebäude drängen sich im hinteren Teil zwischen dem Platz und der Stadtmauer. Die Meisten sind so angelegt, dass sie notfalls auch einzeln verteidigt werden können, außerdem gibt es eine Reihe von Kellern und Tunneln, die die wichtigsten Orte des Marinestützpunkts miteinander verbinden. Im Westen wacht ein massives, &amp;quot;Burg&amp;quot; genanntes Gebäude über den Platz und die Hafeneinfahrt, es beherbergt das Zeughaus, die Soldkasse und die Amtsstube der wachhabenden Offiziere. Ungefähr der Mitte erhebt sich das repräsentative Gebäude der Kommandantur, von der aus man einen schönen Blick über den Exerzierplatz, alle Häfen und die beiden gegenüberliegenden Stadtteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im östlichen Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es dort etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten immer noch um die 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Marineingenieure sind gerne gesehene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation ihrer Experimente und Erkenntnisse. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Recht und Ordnung   ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und waffenpflichtigen Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchzuführen verstehen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und in der Stadtwache zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die drei einzigen wirklichen Beamtenpersönlichkeiten von gehobenem Ostarischem Schlag ihre wichtigen und stets dringenden Amtsgeschäfte ausüben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und darüber hinaus die wehrkundlichen Übungen zu verantworten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Verkehr, Handel, Marktrecht, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht sowie für Streitigkeiten der Bürger untereinander. Gilrindis stehen vier Büttel (obacht, nur sie werden tatsächlich auch so genannt) sowie ein zweiköpfiges Sekretariat zur Seite, das aber regelmäßig vom Stadtmeier und dem Sendwalter mitbenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark. Er befehligt auch die Besatzung des Bergfrieds, um den es seit dem Bau des Marinestützpunkts zwar etwas still geworden sein mag - gleichwohl ist er noch immer mit einer Restbesetzung von acht Frontsoldaten, sechs Bogenschützen, drei Botengängern und drei Türmern besetzt, die Tag und Nacht Feinde am Horizont und Feuer in der Stadt zu entdecken versuchen. Um die Frontsoldaten und Bogenschützen auch in Friedenszeiten zumindest ein klein wenig im Sinne der [[Ostarische Bürokratie|Ostarischen Bürokratie]] zum Wohle der Stadt einsetzen zu können, haben sie widerwillig Fortbildungen mit Praxisübungen in den Bereichen Brandschutz und Brandbekämpfung, Berichtswesen und Stadtschreiberei, Vorbeugung von Ordnungswidrigkeiten, leitfadengestützte Ratten- und Unkrautbekämpfung in Theorie und Praxis, Bürokratieberatung und behördliche Rechnungslegung, kleiner Übungsanleiterschein für die tägliche Hygiene des Herzöglich-Ostarischen Seesoldaten im Felde, Praxisfragen des Erzabbaus (auch als &amp;quot;das große Los&amp;quot; bekannt, denn Erz ist in den Sümpfen nicht zu finden), Standards der Liegenschafts- und Nachlassverwaltung, allgemeine Pädagogik des Obstbaumschnitts, Prüfkriterien des HOAfS &amp;amp; Sa, angewandte Meinungsforschung und Informationserzeugung, kleine Organisationskunde der Kolonialstandortsverwaltung, neue Methoden der Wasserstandsmessung und Wetterbeobachtung, Wegweiser der ogedischen Gottheiten und Schutzpatrone, standardisierte Förderung des Fischereiwesens (Fachschaft Jolborn und Jolbornnebenflüsse) über sich ergehen lassen müssen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherheit und Wehrstatus   ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall, dass Härtwigs Hafen angegriffen wird, haben sich - wie überall in der Nordmark - alle Bürgerinnen und Bürger auf ihre Posten zu begeben. Die meisten sind auf und an den Mauern eingeteilt, aber auch an zahlreichen anderen Stellen der Stadt. Das Festungsviertel wird von der Marine besetzt, die Schildmauer und der rückwärtige Stadtausgang gemeinsam, die Südmauer ausschließlich von dern Bürgern der Nordmark. Erfolgt der Angriff über das Wasser, haben die befehlshabenden Offiziere der Marine das Kommando, erfolgt er aus dem Hinterland, kann es sich nur um einen Angriff der Ödlandbarbaren handeln und das Kommando werden Stadtmeier, Sendwalter und Richterin übernehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6831</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-10-06T21:00:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen, die in den Wäldern anderenorts auf die Jagd gehen, ohne von edlem Stand zu sein, nimmt man an, dass sie beabsichtigen, sich der Wilderei schuldig zu machen. In den Wäldern der Nordmark wird man annehmen, dass sie Hunger haben. Tatsächlich wird, wer es in Härtwigs Hafen zu Reichtum und Ansehen gebracht hat, von anderen für sich jagen &#039;&#039;lassen&#039;&#039; und stattdessen lieber ein kleines Gemüsegärtchen anlegen, denn hin und wieder eine Kartoffel, Zwiebel, Kohl oder einen Apfel zu haben, das ist wahrer Reichtum. Feldfrüchte des Südens, wie Getreide, Gemüse oder Salat, sind in der Nordmark ein rares und teures Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüsefeldern ein wenig den Rücken krumm zu machen. Brot wird fast immer aus dem teuren, auf dem Jolborn importierten Getreide des Südens gebacken und nur zu besonderen Gelegenheiten gegessen. Im Alltag stehen Fleisch und Fisch auf der Speisekarte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen Nordmark ist dafür das kalte Klima verantwortlich, das auf den gerodeten Flächen nur Weidewirtschaft zulässt. In der Unteren Nordmark liegt es dagegen am Boden, der nur an wenigen Stellen fruchtbar ist. Zwischen den Häusern oder auf weniger günstig gelegenen Flächen werden auch Hühner, Kühe und ein paar Schafe und Ziegen gehalten. Eier, Milch und Käse sind beliebt in Härtwigs Hafen. Doch ist letztlich alles nur eine kleine, zierende Beilage für Fleisch und Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten Siedler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, den größten Teil aus. Meist kamen sie als Bauarbeiter oder Bedienstete, die beim Bau von Härtwigs Hafen dringend gebraucht wurden. In den ersten Jahren konnten sie sich leicht um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber werden die Bedingungen schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kai des gegenüberliegenden Unteren Gevierts sieht &amp;quot;die Festung&amp;quot;, wie man den Marinestützpunkt für gewöhnlich nennt, recht offen aus. Zwar wirken die Gebäude wuchtig und der gegenüberliegende Platz erhöht und man wird das Gefühl nicht los, zur Marine aufblicken zu müssen. Irgendjemand scheint auch immer am Patrouillieren oder Exerzieren zu sein, aber letztlich ist die ganze Stadt eine Festung und im Fall eines größeren Angriffs werden die Marineangehörigen ihren Stützpunkt ohnehin nur zusammen mit den Bürgern der Nordmark oder gar nicht verteidigen können. Die sehr schmale nutzbare Fläche am Jolborn lässt eine wirkliche Trennung nicht zu, und die Bürger der Nordmark würden es auch nicht tun. Sie bestehen darauf, Zutritt zu allen Bereichen zu haben, die auch den Mannschaften der Seesoldaten zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großen Wert legte die Ostarische Marine darauf, den direktesten Zugang zum Jolborn zu haben. Der Marinehafen liegt nahe an der Strömungsrinne des Paltram, so dass auslaufende Schiffe im Fall eines Angriffs schnell den Hafen verlassen können. Die Anlage ist großzügig geplant, so dass sie auch für größere Verbände problemlos Platz bieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Kai und den Gebäuden der Festung wurde ein großer Exerzierplatz belassen, der etwa 600 Fuß lang und im Westen über 100 Fuß breit ist. Die Gebäude drängen sich im hinteren Teil zwischen dem Platz und der Stadtmauer. Die Meisten sind so angelegt, dass sie notfalls auch einzeln verteidigt werden können, außerdem gibt es eine Reihe von Kellern und Tunneln, die die wichtigsten Orte des Marinestützpunkts miteinander verbinden. Im Westen wacht ein massives, &amp;quot;Burg&amp;quot; genanntes Gebäude über den Platz und die Hafeneinfahrt, es beherbergt das Zeughaus, die Soldkasse und die Amtsstube der wachhabenden Offiziere. Ungefähr der Mitte erhebt sich das repräsentative Gebäude der Kommandantur, von der aus man einen schönen Blick über den Exerzierplatz, alle Häfen und die beiden gegenüberliegenden Stadtteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im östlichen Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es dort etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten immer noch um die 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Marineingenieure sind gerne gesehene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation ihrer Experimente und Erkenntnisse. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Recht und Ordnung   ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und waffenpflichtigen Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchzuführen verstehen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und in der Stadtwache zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die drei einzigen wirklichen Beamtenpersönlichkeiten von gehobenem Ostarischem Schlag ihre wichtigen und stets dringenden Amtsgeschäfte ausüben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und darüber hinaus die wehrkundlichen Übungen zu verantworten hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Verkehr, Handel, Marktrecht, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht sowie für Streitigkeiten der Bürger untereinander. Gilrindis stehen vier Büttel (obacht, nur sie werden tatsächlich auch so genannt) sowie ein zweiköpfiges Sekretariat zur Seite, das aber regelmäßig vom Stadtmeier und dem Sendwalter mitbenutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark. Er befehligt auch die Besatzung des Bergfrieds, um den es seit dem Bau des Marinestützpunkts zwar etwas still geworden sein mag - gleichwohl ist er noch immer mit einer Restbesetzung von acht Frontsoldaten, sechs Bogenschützen, drei Botengängern und drei Türmern besetzt, die Tag und Nacht Feinde am Horizont und Feuer in der Stadt zu entdecken versuchen. Um die Frontsoldaten und Bogenschützen auch in Friedenszeiten zumindest ein klein wenig im Sinne der [[Ostarische Bürokratie|Ostarischen Bürokratie]] zum Wohle der Stadt einsetzen zu können, haben sie widerwillig Fortbildungen mit Praxisübungen in den Bereichen Brandschutz und Brandbekämpfung, Berichtswesen und Stadtschreiberei, Vorbeugung von Ordnungswidrigkeiten, Ratten- und Unkrautbekämpfung in Theorie und Praxis, Bürokratieberatung und behördliche Rechnungslegung, Praxisfragen des Erzabbaus (auch als das &amp;quot;große Los&amp;quot; bekannt, denn Erz ist in den Sümpfen nicht zu finden), Liegenschafts- und Nachlassverwaltung, allgemeine Pädagogik des Obstbaumschnitts, Meinungsforschung und Informationserzeugung, kleine Organisationskunde der Kolonialstandortsverwaltung, neue Methoden der Wasserstandsmessung und Wetterbeobachtung, Wegweiser der ogedischen Gottheiten und Schutzpatrone, Förderung des Fischereiwesens (Fachschaft Jolborn).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sicherheit und Wehrstatus   ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den Fall, dass Härtwigs Hafen angegriffen wird, haben sich - wie überall in der Nordmark - alle Bürgerinnen und Bürger auf ihre Posten zu begeben. Die meisten sind auf und an den Mauern eingeteilt, aber auch an zahlreichen anderen Stellen der Stadt. Das Festungsviertel wird von der Marine besetzt, die Schildmauer und der rückwärtige Stadtausgang gemeinsam, die Südmauer ausschließlich von dern Bürgern der Nordmark. Erfolgt der Angriff über das Wasser, haben die befehlshabenden Offiziere der Marine das Kommando, erfolgt er aus dem Hinterland, kann es sich nur um einen Angriff der Ödlandbarbaren handeln und das Kommando werden Stadtmeier, Sendwalter und Richterin übernehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6830</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6830"/>
		<updated>2020-10-05T17:40:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von allen, die in den Wäldern anderenorts auf die Jagd gehen, ohne von edlem Stand zu sein, nimmt man an, dass sie beabsichtigen, sich der Wilderei schuldig zu machen. In den Wäldern der Nordmark wird man annehmen, dass sie Hunger haben. Tatsächlich wird, wer es in Härtwigs Hafen zu Reichtum und Ansehen gebracht hat, von anderen für sich jagen &#039;&#039;lassen&#039;&#039; und stattdessen lieber ein kleines Gemüsegärtchen anlegen, denn hin und wieder eine Kartoffel, Zwiebel, Kohl oder einen Apfel zu haben, das ist wahrer Reichtum. Feldfrüchte des Südens, wie Getreide, Gemüse oder Salat, sind in der Nordmark ein rares und teures Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüsefeldern ein wenig den Rücken krumm zu machen. Brot wird fast immer aus dem teuren, auf dem Jolborn importierten Getreide des Südens gebacken und nur zu besonderen Gelegenheiten gegessen. Im Alltag stehen Fleisch und Fisch auf der Speisekarte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der oberen Nordmark ist dafür das kalte Klima verantwortlich, das auf den gerodeten Flächen nur Weidewirtschaft zulässt. In der Unteren Nordmark liegt es dagegen am Boden, der nur an wenigen Stellen fruchtbar ist. Zwischen den Häusern oder auf weniger günstig gelegenen Flächen werden auch Hühner, Kühe und ein paar Schafe und Ziegen gehalten. Eier, Milch und Käse sind beliebt in Härtwigs Hafen. Doch ist letztlich alles nur eine kleine, zierende Beilage für Fleisch und Fisch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten Siedler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, den größten Teil aus. Meist kamen sie als Bauarbeiter oder Bedienstete, die beim Bau von Härtwigs Hafen dringend gebraucht wurden. In den ersten Jahren konnten sie sich leicht um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber werden die Bedingungen schwieriger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Kai des gegenüberliegenden Unteren Gevierts sieht &amp;quot;die Festung&amp;quot;, wie man den Marinestützpunkt für gewöhnlich nennt, recht offen aus. Zwar wirken die Gebäude wuchtig und der gegenüberliegende Platz erhöht und man wird das Gefühl nicht los, zur Marine aufblicken zu müssen. Irgendjemand scheint auch immer am Patrouillieren oder Exerzieren zu sein, aber letztlich ist die ganze Stadt eine Festung und im Fall eines größeren Angriffs werden die Marineangehörigen ihren Stützpunkt ohnehin nur zusammen mit den Bürgern der Nordmark oder gar nicht verteidigen können. Die sehr schmale nutzbare Fläche am Jolborn lässt eine wirkliche Trennung nicht zu, und die Bürger der Nordmark würden es auch nicht tun. Sie bestehen darauf, Zutritt zu allen Bereichen zu haben, die auch den Mannschaften der Seesoldaten zugänglich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großen Wert legte die Ostarische Marine darauf, den direktesten Zugang zum Jolborn zu haben. Der Marinehafen liegt nahe an der Strömungsrinne des Paltram, so dass auslaufende Schiffe im Fall eines Angriffs schnell den Hafen verlassen können. Die Anlage ist großzügig geplant, so dass sie auch für größere Verbände problemlos Platz bieten kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen Kai und den Gebäuden der Festung wurde ein großer Exerzierplatz belassen, der etwa 600 Fuß lang und im Westen über 100 Fuß breit ist. Die Gebäude drängen sich im hinteren Teil zwischen dem Platz und der Stadtmauer. Die Meisten sind so angelegt, dass sie notfalls auch einzeln verteidigt werden können, außerdem gibt es eine Reihe von Kellern und Tunneln, die die wichtigsten Orte des Marinestützpunkts miteinander verbinden. Im Westen wacht ein massives, &amp;quot;Burg&amp;quot; genanntes Gebäude über den Platz und die Hafeneinfahrt, es beherbergt das Zeughaus, die Soldkasse und die Amtsstube der wachhabenden Offiziere. Ungefähr der Mitte erhebt sich das repräsentative Gebäude der Kommandantur, von der aus man einen schönen Blick über den Exerzierplatz, alle Häfen und die beiden gegenüberliegenden Stadtteile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im östlichen Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es dort etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten immer noch um die 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Marineingenieure sind gerne gesehene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation ihrer Experimente und Erkenntnisse. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und stets verteidigungsbereiten Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchführen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die einzigen drei Amtspersönlichkeiten der Stadt residieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und die wehrkundlichen Übungen verantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Streitigkeiten der Bürger untereinander, für Verkehr, Handel, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6829</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6829"/>
		<updated>2020-10-04T23:22:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 44 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht die kleine &#039;&#039;&#039;Ambrosia-Kapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kapelle schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wache in einer Stadt zu sein, die ausschließlich von wehrhaften und stets verteidigungsbereiten Bürgern bewohnt wird, ist kein leichtes Geschäft. Daher ist man schon früh auf den Gedanken gekommen, als Stadtwachen erfahrene, kampferprobte Veteranen aus den Teemoranien- und Ödlandkriegen heranzuziehen, die gleichzeitig auch die in der Nordmark obligatorischen wehrkundlichen Übungen durchführen, was sie vielerlei Hinsicht überlegen auftreten lässt. Sie werden großzügiger bezahlt als anderswo, sind allesamt Offiziere und zwischen der Kaufhalle und der Ambrosia-Kapelle zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kleinere Verfehlungen reguliert die Stadtwache an Ort und Stelle, schwerwiegende Verstöße bringen die Übergabe an den Meierhof mit sich, wo die einzigen drei Amtspersönlichkeiten der Stadt residieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Stadtmeier Ortus Bramsewitz,&#039;&#039;&#039; der bei schweren Verstößen oder Verbrechen aufgrund der isolierten Lage der Stadt mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet ist, zudem die vierzigköpfige Stadtwache und die Besatzung des Bergfrieds befehligt und die wehrkundlichen Übungen verantwortet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Richterin Gilrindis Hartheu,&#039;&#039;&#039; zuständig für Streitigkeiten der Bürger untereinander, für Verkehr, Handel, Handwerk einschließlich Gilden, Bau- und Eigentumsrecht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Sendwalter Honoriel Remmelquist,&#039;&#039;&#039; der als Vertreter der Nordmark eintritt und zudem für die Angelegenheiten aller Unfreien zuständig ist, seien es Leibeigene aus anderen Baronien oder Anwärter auf das Bürgerrecht der Nordmark&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 43 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 43 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Prototyp der neuen Schiffsklasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6828</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-10-04T17:24:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Erschwerend an der Situation ist der Wasserdurchfluss des Paltram, der unterschiedlich stark ist und vor allem bei der Schneeschmelze zu einem viel höheren Wasserspiegel führen kann. Zudem ist das Hafenbecken sehr tief. Die Gesamtsituaton all dieser Einzelheiten zeigte, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig verstampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts auf der gegenüberliegenden Seite erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Zugegebenermaßen eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten der Festung wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen meilenweit entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mündung ist ein idealer Standort für einen Hafen. Der spätere Tiefwasserbereich wird zu jeder Jahreszeit mindestens 12-15 Fuß tief sein, in der Mitte bis zu 20 Fuß, an den Rändern mindestens 10 Fuß. Zum Problem kann der regelmäßig sehr hohe Wasserstand bei der Schneeschmelze werden. Die Hafeneinfahrt braucht eine gewisse Mindestbreite, damit keine Überschwemmung des Unteren Viertels droht und die Strömung nicht so stark wird, dass die Einfahrt unpassierbar wird. Ein Ausweichkanal kommt nicht in Frage, weil er im Marschland schwer zu realisieren wäre und zudem das schützende Röhricht durchbrechen könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, damit die Hafenumbauung und die Fundamentlegung der Festungsbauer ermöglicht wird. Hier waren wir stark auf die Zusammenarbeit der Stadtbevölkerung angewiesen, die jedoch nahezu reibungslos zustande kam. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein sehr großes Dock, das geflutet und abgelassen werden kann. Die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft wären damit erheblich erweitert. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. In jedem Fall wären weitere wasserbauliche Maßnahmen für die Anlage eines vierzig Fuß breiten und mindestens 15 Fuß tiefen Kanals nötig, der das Dock über den flachen Uferbereich hinweg mit der Flußmitte verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht. Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, uns mit der Entwicklung einer neuen Schiffsklasse zu beauftragen. Das haben wir uns natürlich geehrt gefühlt und natürlich haben wir uns gefreut - die Größe der Herausvorderung war uns aber auch klar. Im Rahmen einer amtlich verordneten beruflichen Pflichtweiterbildungsmaßnahme reisten wir nach Ankur, wo man uns alles über die zweihundertjährige Tradition der (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten , in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kirche schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6827</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6827"/>
		<updated>2020-10-03T19:39:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&amp;quot; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, dass wir uns an einem noch moderneren Schiff versuchen durften, der sogenannten Saarka-Klasse. Das war nun wirklich kompliziert. Ein Großteil von uns reiste eigens im Rahmen einer Fortbildung nach Ankur (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier, im ältesten Viertel der Stadt, wo einst die ersten Fischer, Bauern, Jäger und Handwerker ihr Glück versuchten, schlägt das Herz des umtriebigen Hafenstädchens. Nur ein Teil des heutigen Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Handelsreisende, Salz-, Fell- und Lederlieferanten sowie Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wer, wie ein Großteil der Gäste, an Bord eines Schiffes eintrifft, wird dies im Reise- und Handelshafen tun, gleich am ersten Kai auf der Südseite des Hafens, wo die [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; das Bild prägen. Dieser Teil des Hafenkais, der heute unmittelbar an der Schildmauer zum Jolborn hin beginnt und deutlich an seiner helleren Farbe zu erkennen ist, war in den ersten Jahren der einzige Hafen der Stadt. Der Fischerhafen dahinter war erst nach ein paar Jahren dazugekommen und der Marinehafen gegenüber sogar erst etwa 15 Jahre später. Heute ist der Reise- und Handelshafen, im Gegensatz zum Marinehafen, mit einem Außenpier abgeschlossen, so dass mehr Anliegeplätze zur Verfügung stehen. Ankommende Schiffe müssen dadurch erst ein kleines Stück gegen die Strömung des Paltram hineinfahren und dann in einem komplizierten Manöver in den inneren Hafen einlaufen. Der Marinehafen gegenüber hat keinen Pier, so dass die Schiffe bei einem Angriff schnell den Hafen verlassen und auf dem Jolborn zur Verfügung stehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt zwischen dem Kai und der unteren Häuserzeile einen breiten, gepflasterten Platz, der auch als Markt und für Versammlungen genutzt wird. Er zieht sich ein gutes Stück nach Osten bis zum Fischerhafen. Am Ende der Häuserzeile steht eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, deren Bauform der im Vjoshavner Stil errichteten Kirche in Yaldering stark nachempfunden ist. Bei der Kirche schließt die sehenswerte &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039; den vorderen Teil des Unteren Viertels ab. Im etwas einfacher gehaltenen Fischerhafen wird nicht nur täglich der Fang der Jolbornfischer eingebracht, hier werden Fisch und Wild aus dem Landesinneren auch gesalzen und haltbar gemacht, so dass sie verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die breite, mit einem Frischwasserkanal ausgestattete Brunnenstraße schließlich führt entlang einiger weniger Geschäfte und repräsentativer Gebäude in zwei langen Kurven hinauf in das Obere Geviert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der ersten Hütten im Unteren Geviert mussten größeren und städtischeren Gebäuden weichen, auch die Befestigungsanlagen nehmen viel Platz ein. Das untere Geviert ist schnell gewachsen, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an den Fischerhafen des Untere Gevierts die Werft an. Das großzügig angelegte Gelände, das früher einmal eine einfache Bootsbaustelle war, schließt mittlerweile das Werftufer, einen großen Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock ein, der ganze Stolz der Arnacher Schiffsbauingenieure. Auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben die Gerber ihr geruchsintensives Handwerk angesiedelt, um Leder und die kostbaren Pelze aus der oberen Nordmark für den Verkauf aufzubereiten. Insbesondere das nur in der Nordmark zu beschaffende Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das ursprünglich näher am Jolborn gelegene Areal wurde flussaufwärts verlegt, um Platz für das Festungsviertel zu schaffen, so dass auch die Gerber etwas zusammenrücken mussten, zumal sie sich ihr Ufer mit zwei Reepschlägern teilen müssen, die hinter den Gerbern an der Mauer ihre Seilerbahnen angelegt haben, die erst mit 600 Fuß Länge ostarischen Standard erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6826</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6826"/>
		<updated>2020-10-03T18:23:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&amp;quot; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, dass wir uns an einem noch moderneren Schiff versuchen durften, der sogenannten Saarka-Klasse. Das war nun wirklich kompliziert. Ein Großteil von uns reiste eigens im Rahmen einer Fortbildung nach Ankur (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder wuchert und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an; Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Viele Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht. Zwei der Häfen liegen im Unteren Geviert, der Reisekai mit dem daran anschließenden Handelshafen und der dahinter liegende Fischerhafen. Hier pulsiert der kleine, umtriebige Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - auch Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6825</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6825"/>
		<updated>2020-10-03T13:49:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Die Lage bei ihrer Errichtung war ganz ähnlich wie in Härtwigs Hafen und sind gut dokumentiert. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Kran können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Maschinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste. Alles in allem sind wir sehr zufrieden mit den wasserbaulichen Anlagen, die man nicht besser hätte planen können. Das einzige Ärgernis sind die vielen Kinder, die die Teiche schnell als Spielplatz für sich entdeckt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&amp;quot; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, dass wir uns an einem noch moderneren Schiff versuchen durften, der sogenannten Saarka-Klasse. Das war nun wirklich kompliziert. Ein Großteil von uns reiste eigens im Rahmen einer Fortbildung nach Ankur (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6823</id>
		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-03T09:23:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison, herzögliche Truppen und Gäste nicht mitgerechnet). Heute werden die Einwohner auf etwa 150 geschätzt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen, verglichen mit der oberen Nordmark aber immer noch sehr mild. Die Herzogenburg liegt etwas höher, ist sehr exponiert und trotz der geringen Entfernung klimatisch spürbar näher am Gebirge. Die Sommer sind oft trocken und warm, im Winter sind ausgiebige Niederschläge die Regel. Vor allem auf der Höhe der Burg gehen sie oft als Schnee nieder, bei Nordwind sogar reichlich. Ansonsten ist der Wind generell meist schwächer als am Jolborn. Im Frühjahr ist mit Hochwässern zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden (Alltägliches, Selbstgemachtes und Abenteurerbedarf) sowie eine [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll|Taverne]], jeweils vormittags und abends betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung aus in der Nähe geschlagenen Stämmen Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt an den Ufern des Flusses zwei gegenüberliegende Stege, die von den Einheimischen etwas verbrämend &amp;quot;Hafen&amp;quot; genannt werden. Auf beiden Seiten liegen lange Planken, mit denen die Stege verbunden werden können, so dass die einzige Brücke weit und breit entsteht. Bei Angriffen wird die Bevölkerung evakuiert und alle Planken werden auf die Fluchtseite gezogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet und werden von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt. Es gibt ein paar Höhlen (eine davon, die Mauritzhöhle, diente in den ersten Jahren gar als Wohnstätte). Auf manchen Felsen wurden kaum erhaltene, rätselhafte kleine Burgruinen entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogenburg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung südöstlich von Haukegericht, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In den ersten Jahren war Fredricaja von Rankenwies Kommandantin, seither wird der Posten jährlich neu besetzt. Die Versetzung in die Herzogenburg wird von Offizieren und Mannschaften als Aussicht auf eine ereignislose, langweilige Zeit verstanden, die man sich nicht unnötig schwer machen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorburg gibt es umfassende Beherbergungsmöglichkeiten, jedoch keine Gaststube. Dennoch wird die Herzogenburg stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden gerne genutzt. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne &amp;quot;[[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]]&amp;quot; über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag der Rand des hochgelegenen Kallerfelds zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei weiteren Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, oder in einer knappen Woche die Templerfeste [[Ballei Feuerbach|Calterac]] in [[Abtei Dunkelstein|Dunkelstein]] erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind ein rares Erlebnis in Heligonia. Entsprechend erschrocken sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich nur mit längeren Abständen zu erwarten sind. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. Andererseits ist die sehr alte Herzogenburg offensichtlich seit sehr langer Zeit von keinem Ausbruch getroffen worden. Aber wer weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill von der bösesten Sorte dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Heligonischer_Tavernenf%C3%BChrer&amp;diff=6822</id>
		<title>Heligonischer Tavernenführer</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Heligonischer_Tavernenf%C3%BChrer&amp;diff=6822"/>
		<updated>2020-10-02T21:47:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Kristallisationspunkt der in der gesamten Bevölkerung Heligonias verbreiteten und allseits geschätzten Gastfreundschaft ist seit jeher die Taverne, die Schänke, Herberge, Restauration, Spelunke, das Wirtshaus, das Etablissement oder der Gasthof. Vorübergehende Beheimatung hat viele Namen, und bisher sind sie nie gesammelt worden. Um dem ein Ende und einer gezielten Reisevorbereitung einen Anfang zu machen, wird hier eine Liste hervorhebenswerter Orte erstellt, die zu gegebener Zeit veröffentlicht werden soll. Weitere Vorschläge sind willkommen! &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogtum Ligonii  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Alte Parfumerie]]&#039;&#039;&#039;, [[Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Déjà Vue]]&#039;&#039;&#039;, Idylie, [[Baronie Tlamana|Tlamana]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Gute Arzt]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Heligonische Zoo]]&#039;&#039;&#039;, [[Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Du Bretone Rageur]]&#039;&#039;&#039;, [[Mirain]], [[Baronie Tlamana|Tlamana]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Im Kohleschuppen]]&#039;&#039;&#039;, streng geheime Taverne innerhalb des [[Der Gute Arzt|Guten Arztes]], [[Baronie Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Königs Gartenhaus]]&#039;&#039;&#039;, [[Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Loch im Baum]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Tlamana|Tlamana]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Prospektor Clavin]]&#039;&#039;&#039;, Edaq, [[Baronie Tlamana|Tlamana]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Wasser und Brot]]&#039;&#039;&#039;, nahe Gregorsruh, [[Baronie Carajon|Carajon]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Zum Zwiebelbock&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Escandra]] ([[Herzogtum Ligonii|Ligonii]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogtum Ostarien, Abtei Dunkelstein  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Am Halben Morgen]]&#039;&#039;&#039;, [[Gründling]], [[Baronie Arnach]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Anker&#039;&#039;&#039;, [[Ankur]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Eodars Nordmarker Kneipenführer|Barttas Bootshaus]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Birkners Ratsstube&#039;&#039;&#039;, [[Ankur]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Das Wirtshaus im Ehlerwald]]&#039;&#039;&#039;, Ehlerwald, [[Baronie Hohenforingen|Hohenforingen]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Fallkerb]]&#039;&#039;&#039;, Köhlen, [[Baronie Tristenberg]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Fabelhafter]]&#039;&#039;&#039;, [[Burg Arnach]], [[Baronie Arnach]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Schwingende Federstahl]]&#039;&#039;&#039;, Kalarn, [[Baronie Tristenberg]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Sackpfeife]]&#039;&#039;&#039;, [[Härtwigs Hafen]], [[Baronat Nordmark|Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Drei Ecken]]&#039;&#039;&#039;, Grenzflecken zwischen der [[Baronie Tristenberg]] und der [[Baronie Arnach]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]) sowie der [[Abtei Dunkelstein]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Eodars Nordmarker Kneipenführer|Gasthaus der Bibliothek zu Escandra]]&#039;&#039;&#039;, [[Pailat|Galtur]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Im Gegenort]]&#039;&#039;&#039;, unter Tage im Gebirge zwischen [[Baronie Flaitney|Flaitney]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]) und [[Baronie Buchenfels|Buchenfels]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Irrlicht]]&#039;&#039;&#039;, [[Arnstein]], [[Baronie Arnach]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Eodars Nordmarker Kneipenführer|Kaiserpfalz]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Klub Xurliana&#039;&#039;&#039;, [[Stadt Jolberg]], [[Baronie Jolberg|Jolberg]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Eodars Nordmarker Kneipenführer|Ostarienhaus]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Rose von Arnach]]&#039;&#039;&#039;, [[Gründling]], [[Baronie Arnach]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Sanais-Quartier]]&#039;&#039;&#039;, [[Leiana]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Schlüssel&#039;&#039;&#039;, [[Ankur]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Stern von Darian]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Wirtshaus &#039;Güldental&#039;]]&#039;&#039;&#039;, Teemburg, [[Baronie Hohenforingen|Hohenforingen]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum aurazithenen Apfel]]&#039;&#039;&#039;, [[Stadt Jolberg]], [[Baronie Jolberg|Jolberg]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Eodars Nordmarker Kneipenführer|Zum blutigen Eimer]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Zum gespaltenen Schädel&#039;&#039;&#039;, [[Stadt Jolberg]], [[Baronie Jolberg|Jolberg]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]]&#039;&#039;&#039;, [[Herzogenburg|Haukegericht]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum lachenden Dritten]]&#039;&#039;&#039;, [[Yaldering]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum überladenen Maultier]]&#039;&#039;&#039;, [[Leiana]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Zur Bornbuche&#039;&#039;&#039;, [[Ankur]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur Grube]]&#039;&#039;&#039;, [[Malderpod]], [[Baronat Nordmark]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fürstentum Drachenhain, Kleinfürstentum Angaheym  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Besenkammer]]&#039;&#039;&#039;, Minensiedlung/Erkenay, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Der Schwarze Anker&#039;&#039;&#039;, [[Lindfurt]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die aurazithene Wabe]]&#039;&#039;&#039;, Hundertsingen/Vogtei Distelwiel, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Dachshöhle]]&#039;&#039;&#039;, Willfurt/Vogtei Distelwiel, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Erste Rast]]&#039;&#039;&#039;, Trutzburg Wolfenwehr/Vogtei Schattenau, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Flusskrebs&#039;&#039;&#039;, [[Sarniant]], [[Baronie Wolfenfeld]] ([[Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Hafentaverne Poënas Segen&#039;&#039;&#039;, Jolbruck, [[Jolbenstein]] ([[Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Henkersbeil/Henkersseil]]&#039;&#039;&#039;, Lindfurt am Brazach, [[Baronie Lindfurt]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Im Gegenort]]&#039;&#039;&#039;, unter Tage im Gebirge zwischen [[Baronie Flaitney|Flaitney]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]) und [[Baronie Buchenfels|Buchenfels]] ([[Herzogtum Ostarien|Ostarien]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Im roten Becher]]&#039;&#039;&#039;, Störenweiler, [[Baronie Rebenhain|Rebenhain]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Kontor des Hauses Güldentaler aus Jolberg]]&#039;&#039;&#039;, [[Beridheim|Beridheim/Vogtei Tatzelfels]], [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Leroy&#039;s Nicht-Schänke]]&#039;&#039;&#039;, Gwarras, [[Baronie Luchnar|Luchnar]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Mönchsstab]]&#039;&#039;&#039;, Kloster der barmherzigen Brüder, [[Abtei Sankt Aluin|St. Aluin]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum fahrenden Ritter und Zum durstigen Knecht]]&#039;&#039;&#039;, Burquill/Vogtei Schattenau, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum lautesten Sänger]]&#039;&#039;&#039;, Hundertsingen/Vogtei Distelwiel, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum Ochsen]]&#039;&#039;&#039;, [[Beridheim|Beridheim/Vogtei Tatzelfels]], [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum ruhigen Fritz]]&#039;&#039;&#039;, Garentingen/Vogtei Klagenfeld, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum vollen Stiefel]]&#039;&#039;&#039;, Torfingen/Vogtei Schattenau, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur brünftigen Bache]]&#039;&#039;&#039;, Finsterwald, [[Baronie Lindfurt]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur Siebten Quell]]&#039;&#039;&#039;, Siebenquell/Vogtei Haydeck, [[Baronie Tatzelfels]] ([[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fürstentum Thal  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Flußgabel]]&#039;&#039;&#039;, Flußauen des Ippwalds, [[Baronie Langenau|Langenau]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Jaruner Keller]]&#039;&#039;&#039;, Jarun, [[Baronie Güldental|Güldental]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Malindes Teehaus]]&#039;&#039;&#039;, Stadt Hochanthen, Marktplatz 9, [[Baronie Anthan|Anthan]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Waldschenke &#039;Schlagbaum&#039;]]&#039;&#039;&#039;, Bergfurt, [[Baronie Beraht|Beraht]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum Alten Seebär]]&#039;&#039;&#039;, südlich von Waldroden, [[Baronie Tolens|Tolens]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum durstigen Walfisch]]&#039;&#039;&#039;, Brazach-Delta, ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum geprellten Zecher]]&#039;&#039;&#039;, unweit [[Ravani]] am Dreiländereck [[Fürstentum Thal|Thal]] [[Grafschaft Darian|Darian]] und [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum glühenden Wiesel]]&#039;&#039;&#039;, Stolzenfeste, [[Baronie Beraht|Beraht]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur goldenen Eule]]&#039;&#039;&#039;, Klein-Barlingen, [[Baronie Lormark|Lormark]] ([[Fürstentum Thal|Thal]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grafschaft Darian  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Das Pfefferkorn&#039;&#039;&#039;, [[Darbor]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der lächelnde Dschinn]]&#039;&#039;&#039;, [[Darbor]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die listige Wanderschildkröte]]&#039;&#039;&#039;, Reisetaverne in ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Mahmuds Strandschänke&#039;&#039;&#039;, am Strand südlich von [[Darbor]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Nachtmarkt von Al-Safani]]&#039;&#039;&#039;, [[Al-Safani]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Omu und Bashi]]&#039;&#039;&#039;, [[Darbor]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Xarochs Schneide]]&#039;&#039;&#039;, [[Uttras’Dar]] ([[Grafschaft Darian|Darian]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum geprellten Zecher]]&#039;&#039;&#039;, unweit [[Ravani]] am Dreiländereck [[Fürstentum Thal|Thal]] [[Grafschaft Darian|Darian]] und [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum hungrigen Burai (Zum brünftigen Elch)]]&#039;&#039;&#039; ([[Grafschaft Darian|Darian]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Grafschaft Sedomee  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Aprés Shisha]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Calena|Calena]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Skarabäus]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Sebur|Sebur]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der wilde Moskito]]&#039;&#039;&#039;, [[Jolborndelta]], [[Baronie Apurien|Apurien]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Karotte der Entscheidung]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Sebur|Sebur]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die meckernden Ziegen]]&#039;&#039;&#039;, Oase Bou Saarka, [[Baronie Calena|Calena]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die schwankende Dschunke]]&#039;&#039;&#039;, [[Marola]], [[Baronie Apurien|Apurien]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Schillernde Phelsume]]&#039;&#039;&#039;, unweit [[Marola]], [[Baronie Apurien|Apurien]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Waldhexe]]&#039;&#039;&#039;, unweit [[Marola]], [[Baronie Apurien|Apurien]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum geprellten Zecher]]&#039;&#039;&#039;, unweit [[Ravani]] am Dreiländereck [[Fürstentum Thal|Thal]], [[Grafschaft Darian|Darian]] und [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum lasterhaften Lustknaben]]&#039;&#039;&#039;, [[Marola]], [[Baronie Apurien|Apurien]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur trockenen Dattel]]&#039;&#039;&#039;, [[Baronie Sebur|Sebur]], [[Grafschaft Sedomee|Sedomee]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freie Reichsstadt Betis  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Bistro Schwartz.&#039;&#039;&#039;, Knochengasse 666-B, [[Betis]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Blankgezogenes Schwert]]&#039;&#039;&#039;, [[Betis]] &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Blauer Eber]]&#039;&#039;&#039;, [[Betis]] &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Brazach-Eck]]&#039;&#039;&#039;, [[Betis]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum lieblichen Einhorn]], [[Betis]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzog-Uriel-II-Atoll  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Der Rote Flamingo]]&#039;&#039;&#039;, [[Herzog-Uriel II.-Atoll]], ([[Ostarien]] bzw. [[Friedrich-Bartolomäus-Atoll]], ([[Thal]]). &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Schwarze Auster]]&#039;&#039;&#039;, [[Herzog-Uriel II.-Atoll]], ([[Ostarien]] bzw. [[Friedrich-Bartolomäus-Atoll]], ([[Thal]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wilder Norden  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Schaf ohne der Kopf]]&#039;&#039;&#039;, [[Aelvkildeland]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Im Grünen Hügel]]&#039;&#039;&#039; Kratorpolitanien, in Grenznähe zu den Ödlanden. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;Taverne zum Donnerdrummel&#039;&#039;&#039;, [[Vjoshaven]]. &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zinnkrug und Regenstern]]&#039;&#039;&#039;, Xurl-Saleenia ([[Baronie Leomark|Leomark]]) &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur harten Sau]]&#039;&#039;&#039; Dachsrode ([[Markgrafschaft Norrland-Brassach|Norrland-Brassach]] ) &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur Taverne am Ende der Welt]]&#039;&#039;&#039;, nördliche Grenze des [[Königreich Heligonia|Königreichs Heligonia]] &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zur verlorenen Heimat]]&#039;&#039;&#039;, Kratorpolis (Kratorpolitanien)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unklarer, wechselnder oder unbekannter Ort  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Ewige Suppe]]&#039;&#039;&#039;, wechselnder Standort &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Götter der Nacht]]&#039;&#039;&#039;, laut Reisebericht auf den Pfefferinseln, Jolsee &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Gwons letzter Halt]]&#039;&#039;&#039;, Standort unbekannt &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Gästezelt des Zirkus Zardasiani]]&#039;&#039;&#039;, wechselnder Standort &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Zum tanzenden Kielschwein]]&#039;&#039;&#039;, wechselnder Standort &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Schaf ohne Kopf]]&#039;&#039;&#039;, mehrfach vorhanden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Tavernenthemen  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Das Wirtshandwerk]]&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Die Tavernenehe]]&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Ausgesuchte Kochrezepte bekannter Tavernen]]&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Tavernenfaustkampf]]&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
*&#039;&#039;&#039;[[Tavernenlieder]]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Taverne]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6815</id>
		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-02T20:57:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison und herzögliche Truppen nicht mitgerechnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen, aber immer noch mild verglichen mit der oberen Nordmark. Die Herzogenburg liegt höher, ist sehr exponiert und trotz der geringen Entfernung klimatisch spürbar näher am Gebirge. Die Sommer sind eher trocken und warm, im Winter sind ausgiebige Niederschläge die Regel. Vor allem auf der Höhe der Burg gehen sie oft als Schnee nieder, bei Nordwind sogar reichlich. Der Wind ist meist schwächer als am Jolborn. Im Frühjahr ist mit Hochwässern zu rechnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden (Alltägliches, Selbstgemachtes und Abenteurerbedarf) sowie eine [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll|Taverne]], jeweils vormittags und abends betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung aus in der Nähe geschlagenen Stämmen Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet und werden von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt; es gibt ein paar Höhlen (die in den ersten Jahren als Unterkunft dienten) und kaum erhaltene, rätselhafte kleine Burgruinen, die erst nach und nach entdeckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herzogenburg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In den ersten Jahren war Fredricaja von Rankenwies Kommandantin, seither wird der Posten jährlich neu besetzt. Die Versetzung in die Herzogenburg wird von Offizieren und Mannschaften als Aussicht auf eine ereignislose, langweilige Zeit verstanden, die man sich nicht unnötig schwer machen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Vorburg gibt es umfassende Beherbergungsmöglichkeiten, jedoch keine Gaststube. Dennoch wird die Herzogenburg stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden gerne genutzt. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne &amp;quot;[[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]]&amp;quot; über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag das hochgelegene Kallerfeld zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, und in einer knappen Woche die Templerfeste Calterac in Dunkelstein erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind ein rares Erlebnis in Heligonia. Entsprechend erschrocken sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich nur mit längeren Abständen zu erwarten sind. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. Andererseits ist die sehr alte Herzogenburg offensichtlich seit sehr langer Zeit von keinem Ausbruch getroffen worden. Aber wer weiß.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-02T20:35:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison und herzögliche Truppen nicht mitgerechnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen, aber immer noch mild verglichen mit der oberen Nordmark. Die Herzogenburg liegt höher, ist sehr exponiert und klimatisch spürbar näher am Gebirge. Die Sommer sind eher trocken und warm, im Winter sind Niederschläge an der Regel. Vor allem auf der Höhe der Burg gehen sie oft als Schnee nieder, bei Nordwind sogar reichlich. Der Wind ist meist schwächer als am Jolborn.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden und eine Taverne, beides betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen aus in der Nähe geschlagenen Stämmen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet uns von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt, es gibt ein paar Höhlen und kaum erhaltene, rätselhafte Burgruinen, die erst nach und nach entdeckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In der Vorburg gibt es eine recht große Herberge, die jedoch keine Gaststube hat und stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden genutzt wird. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]] über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag das hochgelegene Kallerfeld zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, und in einer knappen Woche die Templerfeste Calterac in Dunkelstein erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind ein rares Erlebnis in Heligonia. Entsprechend erschrocken sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich selten sein müssen. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6813</id>
		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-02T20:29:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison und herzögliche Truppen nicht mitgerechnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen. Die Herzogenburg liegt noch etwas exponierter und klimatisch spürbar näher an der oberen Nordmark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden und eine Taverne, beides betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen aus in der Nähe geschlagenen Stämmen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet uns von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt, es gibt ein paar Höhlen und kaum erhaltene, rätselhafte Burgruinen, die erst nach und nach entdeckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In der Vorburg gibt es eine recht große Herberge, die jedoch keine Gaststube hat und stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden genutzt wird. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]] über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag das hochgelegene Kallerfeld zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, und in einer knappen Woche die Templerfeste Calterac in Dunkelstein erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind selten in Heligonia. Umso erschrockener sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich selten sein müssen. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Feuerberg zu erkunden wurde schon seit seiner Entdeckung allenthalben als sehr unvernünftig erkannt und niemals versucht. Die Ceriden der Nordmark wie auch ogedische Besucher sind sich darin einig, dass in den unerreichbaren Höhen nur schlimmstes Unbill dräuen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=Herzogenburg&amp;diff=6812</id>
		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-02T20:26:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison und herzögliche Truppen nicht mitgerechnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen. Die Herzogenburg liegt noch etwas exponierter und klimatisch spürbar näher an der oberen Nordmark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das eng gebaute Dorf ist im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss gelegen, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der Haukegericht mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den steilen Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue um das Dorf seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Das Dorf verfügt über einen kleinen Laden und eine Taverne, beides betrieben von Rinka Kellbrecht, einer Tochter von Haldo Kellbrecht aus Härtwigs Hafen. Sehenswürdigkeiten gibt es ansonsten nicht, höchstens die Mauritzkapelle, eine kleine Holzkirche, die bis heute nur drei Wände hat. Es gibt auch einen großen Abbundplatz, wo auf Bestellung Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen aus in der Nähe geschlagenen Stämmen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet uns von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt, es gibt ein paar Höhlen und kaum erhaltene, rätselhafte Burgruinen, die erst nach und nach entdeckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haukegericht  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In der Vorburg gibt es eine recht große Herberge, die jedoch keine Gaststube hat und stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden genutzt wird. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]] über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag das hochgelegene Kallerfeld zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, und in einer knappen Woche die Templerfeste Calterac in Dunkelstein erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Feuerberg  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vulkane sind selten in Heligonia. Umso erschrockener sind Reisende für gewöhnlich, wenn selten ein unterirdisches Grollen, schweflige Gerüchte oder eine dünne Rauchwolke zu bemerken sind. Glücklicherweise ist der Abstand zum Vulkan groß genug, dass nach den bisherigen Erfahrungen größere Ausbrüche vermutlich selten sein müssen. In der Vergangenheit, sagen Gesteinskundler, muss es viel größere Ausbrüche gegeben haben, weil das Gestein des Basaltsteinbruchs ein gutes Stück flussabwärts vulkanischen Ursprungs ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<title>Herzogenburg</title>
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		<updated>2020-10-02T20:04:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die &#039;&#039;&#039;Herzogenburg&#039;&#039;&#039; ist eine Grenzfestung des Ostarischen Herzogshauses. Sie liegt auf dem Territorium von Haukegericht, einem kleinen Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Die Verwaltung und auch der Besitz der Festung liegt beim Ostarischen Herzogshaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Familien im unter der Burg im Tal gelegenen Flecken &#039;&#039;&#039;Haukegericht&#039;&#039;&#039; überlassen ihre Vertretung Härtwig in [[Härtwigs Hafen]], weil sie sich nicht auf einen Anführer einigen können. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Haukegericht und der Herzogenburg zusammen insgesamt 126 Nordmarker Bürger (Garnison und herzögliche Truppen nicht mitgerechnet). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage, Umgebung, Wirtschaft und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haukegericht liegt im tief eingeschnittenen, bewaldeten Tal des Paltram unmittelbar unter der Herzogenburg direkt am Fluss, der auch mit Flachbodenbooten nicht weiter befahren werden kann und der das kleine Dorf mit Härtwigs Hafen verbindet. Es gibt einen Trampelpfad, über den Härtwigs Hafen in etwa einem halben Tag erreicht werden kann und der auf der anderen Seite des Dorfes weiter den Hang hinauf in die Burg führt. Der Talgrund ist eng, aber für die Verhältnisse der Nordmark fruchtbar und so wurden in der kleinen Aue seit der Rodung mit mäßigem Erfolg ein wenig Getreide, Kartoffeln und Gemüse angebaut. Die Umgebung ist von dichten, bislang weitgehend unberührten Wäldern geprägt, neben Ackerbau bieten sich die gewerbsmäßige Jagd, Holzproduktion und die Köhlerei an. Es gibt auch einen Abbundplatz, wo auf Bestellung Planken und Balken für den Bau von Schiffen und Gebäuden in Härtwigs Hafen aus in der Nähe geschlagenen Stämmen gefertigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hänge zu beiden Seiten des Tals sind dicht bewaldet uns von hellen, kalkweißen Felsen gesäumt, es gibt ein paar Höhlen und kaum erhaltene, rätselhafte Burgruinen, die erst nach und nach entdeckt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Burg liegt etwa 600 Fuß oberhalb auf einem Felsvorsprung, eine zur Verteidigung sehr günstige Lage. Vor der Burg gibt es eine gerodete Fläche, wo etwas Weidewirtschaft und eine kleine Pferdezucht betrieben werden. Die Hauptburg ist den herzöglichen Truppen vorbehalten, meist Angehörige der Marine. In der Vorburg gibt es eine recht große Herberge, die jedoch keine Gaststube hat und stets von ein paar Jägern, Händlern (meist Salz aus Malderpot, das seit ein paar Jahren auch in Härtwigs Hafen gefäßt werden darf) und den wenigen Reisenden genutzt wird. Wer Gesellschaft und Amusement sucht, findet sie entweder am beinahe allabendlichen Lagerfeuer vor der Burg oder steigt hinunter ins Tal und versucht es in Haukegericht, wo man sich in der Taverne [[Zum Herzog-Uriel II.-Atoll]] über jeden zahlenden Gast freut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von der Burg aus führt ein schmaler, steiler und versteckter Saumpfad am Rande der Ödlande nördlich um die Berge herum in das knapp zwei Tagesreisen entfernte Malderpot. Südlich ist in einem halben Tag das hochgelegene Kallerfeld zu erreichen, von wo aus man bei stabilem Sommerwetter und äußerst beschwerlicher Umgebung in knapp drei Tagen Yaldering, die Hauptstadt der Nordmark, und in einer knappen Woche die Templerfeste Calterac in Dunkelstein erreichen kann. Hier ist ein Wort der Warnung angebracht: Das Kallerfeld ist sehr schwer zu begehen. Es gibt kaum Reisende, die den Mut haben, es zu versuchen und viele, die ihr Ziel nicht erreicht haben und niemals gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima ist im Tal etwas rauher und kontinentaler als in Härtwigs Hafen. Die Herzogenburg liegt noch etwas exponierter und klimatisch spürbar näher an der oberen Nordmark.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtet im 44. Heligonischen Boten Folgendes über die Herzogenburg und Haukegericht:&#039;&#039; &amp;quot;Mit allerhand Söldner-, Beamten- und Magiervolk im Gefolge hat die edle Fredricaja von Rankenwies im Jahre 91 n. d. E. eine Burg westlich des Kallerfelds erobert. Keiner weiß so genau, wer früher in der Burg gewohnt hat. Es wird gemunkelt, daß sie einem finsteren Magier gehört hat, der dort unheilige Dinge trieb und darum nennen viele Leute die Herzogenburg auch Zauberburg. Überhaupt ist es ziemlich merkwürdig, daß mitten in der Wildnis eine Burg steht. Wer soll denn die gebaut haben. Und warum. Aber darüber kann man viel herumdiskutieren, was nun dafür der Grund ist und was nicht. Fest steht, daß die [[Walluma von Carajon|Regentin Walluma]] an der Burg so sehr interessiert ist, daß sie sie von der [[Herzöglich-Ostarische Marine|ostarischen Marine]] verwalten läßt, was selbstverständlich sehr ungerecht ist, weil sie mitten in der Nordmark liegt. Die Herzogenburg steht auf einem Felsen über dem Südlichen Paltram. Der Paltram ist ein Fluß, der von dem Kartographen Roland Welheim entdeckt wurde. Er entspringt nördlich und südlich des Feuerbergs und fließt westlich davon zusammen und in den Jolborn. Die beiden Arme nennen wir Nördlicher und Südlicher Paltram, und wenn sie zusammengeflossen sind, einfach nur noch Paltram. Roland wollte den Fluß ursprünglich „Buchenbach“ nennen. Die meisten von uns fanden das aber irgendwie sonderbar und Orell Trunhag, der ja in Malderpod an der Quelle des Nordarms wohnt, schlug darum vor, das Gewässer nach seinem eigenen Namen „Oriella“ zu nennen. Daraufhin forderte Elen Konilara Valdenbrook, daß der Fluß „Oristanto“ genannt werden solle – nach einem in Betis ermordeten Verwandten von ihr, der anscheinend berühmt war. Der Pailat, der wegen dem damals gerade überstandenen Namensstreit um die Baronatsbezeichnung einen weiteren Namensstreit unbedingt vermeiden wollte beschloß, daß wir den Fluß Paltram nennen sollen, was zwar die meisten von uns am allersonderbarsten fanden aber angeblich ist das der ursprüngliche Name des Flusses gewesen. Na gut, haben wir gedacht. Jedenfalls gibt es unterhalb der Burg eine Bootsanlegestelle. Kleinere Flußschiffe mit wenig Tiefgang können hier vor Anker gehen. Es gibt auch ein paar Bauern, die sich in der fruchtbaren Talaue angesiedelt haben. Unglücklicherweise gibt es zwar oft Hochwässer, aber es soll trotzdem sehr gemütlich sein in Haukegericht – wie der kleine, zur Burg gehörige Ort seit dem Gericht über den Banditen Hauke Honighaar im Saatmond des Jahres 92 n. d. E. heißt. Hauke hatte mit seinen Männern einen Maultierzug überfallen und sich dabei im Sinne des 6. Artikels im 1. Kapitel der [[Königliche Halsgerichtsordnung|KHHgO]] schuldig gemacht, weswegen er an einem schönen Tag im Paltram ersäuft worden ist.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Festungskundliche Betrachtungen  ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6810</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6810"/>
		<updated>2020-10-02T19:55:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Krank können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Machinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&amp;quot; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, dass wir uns an einem noch moderneren Schiff versuchen durften, der sogenannten Saarka-Klasse. Das war nun wirklich kompliziert. Ein Großteil von uns reiste eigens im Rahmen einer Fortbildung nach Ankur (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der [[Die Sackpfeife|&#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;]], das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6808</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6808"/>
		<updated>2020-10-02T18:59:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Nordmarker Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs haben wir hauptsächlich mit der sogenannten Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Ziel war es, die Untere Nordmark schnell in die Lage zu versetzen, das Transportpotential des Paltram voll ausnutzen zu können, später dann stand die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe an, mit denen die Marine rasch in die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinein segeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur oder in anderen wichtigen Hafenstädten hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals nicht einmal die Technik des Stapellaufs, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserfachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann. Es schien recht kompliziert zu sein, aber nach einigen Jahren hatten wir unser Dock. Im Nachhinein hat sich übrigens herausgestellt, dass wir so eine Einrichtung ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe. Natürlich funktioniert das alles auch hervorragend mit Schiffen, die neu gebaut werden, nur dass das Dock dann eben für eine Weile belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum zur Meisterschaft zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren wurde die Werft nicht nur durch den Bau des Docks modernisiert. Wir haben den Abbundplatz verlegt und eine Reihe von Werkhütten für unterschiedliche Zwecke errichtet, alles wurde sehr großzügig dimensioniert. Mit gewissen Einschränkungen durch die begrenzte Kapazität des Docks kann an mehreren Schiffen gleichzeitig gebaut werden. Mit einem Krank können schwerere Bauteile in das Dock oder heraus gehoben werden, auch muss die Kiellegung nicht im Dock erfolgen, man kann den begonnen Rumpf auch später erst im Dock auflegen (solange er nicht zu schwer für den Kran ist). Am Frischwasserkanal, der nicht der Befüllung des Docks dient, wurde im Zuge der Anlage der Teiche das sogenannte Machinenhaus errichtet, eine kleine Wassermühle, in der über ein Holzgetriebe und Transmissionen vier verschiedene Werkzeuge betrieben werden können (leider nur einzeln), nämlich eine Säge, ein Hammerwerk, verschiede Schleif- und Mühlsteine. Diese äußerst komplexe Form der Kraftübertragung musste in den ersten Jahren stark überarbeitet und weiterentwickelt werden, leistet jedoch mittlerweile gute Dienste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden letzten Projekte waren der exakte Nachbau eines Schwesterschiffes der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, eines Kriegsschiffes der Herzog-Uriel-Klasse. Das Vorhaben war unsere erste Auftragsarbeit, das Schiff war vom Dorf Leiana in der Nordmark bestellt worden und sollte später dem Flottenstandort geschenkt werden. Wir haben uns zwar gewundert, wie reich man in einem so kleinen Dorf werden kann. Schiffe der Herzog-Uriel-Klasse sind nicht einfach zu bauen und dementsprechend teuer. Andererseits lag darin eine einmalige Gelegenheit, ein großes Schiff selbst zu bauen und wir machten uns hocherfreut an die Arbeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Schiff fertig war, kam eigens eine kleine Delegation aus Leiana, um uns zum Bau zu beglückwünschen und das Schiff zu taufen. Als sie erfuhren, dass es keinen Stapellauf geben wird, waren sie ein wenig betrübt, aber schließlich konnten sie das Schiff beim Auslaufen aus dem Dock genauso schön taufen und es wird seither &amp;quot;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&amp;quot; genannt. Weiß der Schinder, was das wieder für ein Räuberhauptmann ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schnell haben wir mitbekommen, dass Richard von Arnach zwar stolz war, dass seine Ingenieure ein so großes Schiff zuwege gebracht haben, aber er wollte keinesfalls, dass die &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; ein Schwesterschiff namens &#039;&#039;Rodevergk&amp;quot; erhält. Er war sehr erbost und insistierte an allen denkbaren Stellen, bis er die Erlaubnis bekam, dass wir uns an einem noch moderneren Schiff versuchen durften, der sogenannten Saarka-Klasse. Das war nun wirklich kompliziert. Ein Großteil von uns reiste eigens im Rahmen einer Fortbildung nach Ankur (über Leiana und Brassach-Norrland, übrigens. Man freute sich in Leiana sehr über unseren Besuch und erkundigte sich, ob man uns vielleicht gelegentlich um einen Gefallen bitten dürfte, was wir natürlich guten Gewissens bejahten... was sollte wohl ein Gefallen sein, den man als Schiffsbauingenieur einem kleinen Dorf in den Bergen erweisen könnte?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 48 schließlich verließ sie das Dock: Die neue &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, ein Schiff der nach standardisierten Plänen konstruierten sogenannten Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben und bezahlt von Richard von Arnach (man munkelte, er hätte einen wesentlichen Teil seiner Staatskasse dafür geplündert). Wir alle waren unglaublich stolz, nach all den Mühen eine Werft zu haben, die der Herzöglich-Ostarischen Marine den Holzreichtum der Nordmark und das Anwendungswissen Arnachs zur Verfügung stellen kann. Die Schiffstaufe wurde zum größten Fest seit der Fertigstellung der Festungsanlagen - auch, weil sie mit dem Tag zusammenfiel, wo sich die Entdeckung der Paltrammündung, an der Härtwigs Hafen erbaut ist, zum zwanzigsten Mal jährte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die alte &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; wurde später außer Dienst genommen, modernisiert und soll 49 n.A.III als &#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039; wieder in Härtwigs Hafen in Dienst genommen werden.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6807</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-10-01T21:05:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum unter Kontrolle zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, &#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6806</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6806"/>
		<updated>2020-10-01T20:52:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die gut für die Produktion des Eigenbedarfs an Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen oder mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer gezogen werden können) geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass für kurze Zeiträume erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre gar eine noch schlechtere Variante, weil es im verhältnismäßig länger andauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr je nach Bedarf von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Eine genaue topologische Untersuchung zeigte, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde daraufhin höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf in den Kanal abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird, die von Haukegericht oder der Hezogenburg betrieben werden müsste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). Wir hatten eine Idee, mit der beide Probleme gelöst wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf eine vorherige Positionierung und Sicherheitsabstände unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auf eigene Initiative auch das sogenannte Maschinenhaus errichtet werden, eine Wassermühle mit Säge, Hammerwerk, Schleif- und Mühlsteinen). Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb der Anlagen ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen Bürgern, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen. Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei genügend hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Basaltsteinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff, egal wie groß es ist, hineinfahren, das Schff trockenlegen, wobei es sich sanft in einen vorbereiteten Rahmen setzt. Dann kann man daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Aufwaschdock war erst nach einigen Jahren fertig. Einstweilen ersannen wir den Typ des sogenannten Wachflosses, das sehr schnell zusammengebaut und vielseitig einsetzbar ist sowie die &#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;, ein leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr auf dem Paltram. Mit diesem Schiff haben wir es geschafft, unser erstes großes Forschungsvorhaben, nämlich die Konstruktion um den flachen Kiel herum unter Kontrolle zu bringen und letzte, wichtige Elemente ergänzt und weiterentwickelt wie etwa die Seitenschwerter, Stakengänge, ein kleiner Besanmast oder generell Besegelungen, die die Wendigkeit und Steuerbarkeit verbessern. Das Schiff hat einen minimalen Tiefgang und kann zur Not von einem Teil der Mannschaft verlassen und im äußersten Notfall sogar angeschoben werden. Fällt es trocken, liegt es in unproblematischer Seitenlage fast gerade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser nächstes Projekt war die etwas in die Jahre gekommene &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;, eine frühere Darborkogge, die in Betis erworben und von uns renoviert sowie für die Zwecke der Nordmark ertüchtigt werden sollte. Vor allem sollte sie aber auch zwei Eskortschiffe erhalten, Limria und Rubriëch, die vollständig in Härtwigs Hafen gebaut und unsere ersten hochseetauglichen Schiffe waren.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen, die jedoch nur jeweils einzeln betrieben werden können) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 45 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Erste hochseetaugliche Schiffe aus Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6805</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6805"/>
		<updated>2020-09-30T21:05:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter der Südmauer, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbaumeistern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser findet in einer Topografie wie der in Härtwigs Hafen vorfindlichen stets wieder auf seinen alten Pfad zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen (die problemlos trockenfallen und mit genügend Helfern auch einige Fuß ans Ufer getragen werden können) gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im ablaufbedingt verhältnismäßig länger dauernden Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste - zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft, auch über Nacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser vielleicht zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist und zu tief liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die jedoch in vielen Regionen im Süden Heligonias mit weitaus größeren Anlagen schon seit Langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte eine Vielzahl kleinerer Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hügel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit im Sommer über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist jedoch, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss wurde um eine Zusatzanlage erweitert: Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche großzügig ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet (die Lehmschicht muss dick genug sein und bringt einen erheblichen Volumenverlust mit sich). Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte von den Schiffsbauingenieuren auch die gewünschte Maschinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon im ersten Sommer haben sich die Teiche zur Betrübnis der Schiffsbauingenieure als beliebter Kinderspielplatz erwiesen. Wir haben daraufhin alle Gewerke dazu belehrt, dass vor dem Betrieb des Aufwaschdocks alle Kinder die Teiche zu verlassen haben und die Verantwortung dafür bei den Betreibern liegt. Entsprechende Schilder sind unnötig, weil ihre Beachtung den Kindern der Nordmark mangels Schriftkenntnis nicht zugemutet werden kann, es sei denn, der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein würde die Aufgabe des Schulbetriebs in Härtwigs Hafen übertragen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde etwas oberhalb ein Abzweig geschaffen und der Kanal bis ins obere Geviert verlängert, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhtem Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die tätliche Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine überschwängliche Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger einleitend noch über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern lediglich ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal praxisnah, unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen, Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. Nehmen wir an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Steinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff hineinfahren, das Schff trockenlegen, daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6803</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-09-28T22:55:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-43 n.A.III befestigt worden. Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient, einziger Hafen des ostarischen Nordens ist und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung und eine enge politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem [[Baronie Arnach|Haus Arnach]] beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden bis zum Horizont das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts im Süden und einige Tage weiter nördlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar und auch nicht für Weidewirtschaft zu gebrauchen. Nur auf der niedrigen, aber exponierten Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft überhaupt möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark in den Bergen im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke hindurch bis auf die Haut und weiter ins Gemüt, wo er die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war. In der heutigen Form wurde er allerdings erst viele Jahre später vollendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;&amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der Sackpfeife. Die Ziegel sind heute nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Bald hatte sich eine Familie aus Yaldering, die ursprünglich vom Emaransee stammte und sich mit Fischerei auskannte, eine einfache Hütte und ein noch einfacheres Boot gebaut. Haldo und seine Familie richteten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof ein, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, für Nordmarker Verhältnisse aber exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten anlässlich der zehnjährigen Bautätigkeit der Arnacher Ingenieure im Einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese alte, vielbewiesene Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt, und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt. Weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von [[Burg Arnach]], einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex, die Sümpfe nehmen nur den äußersten Westen ein. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht: Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und vor allem um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und gedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte dort auch das Gelände miteinbeziehen, im flachen Norden jedoch sar sie durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller und unterirdische Gänge ausgehoben werden konnten und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnte. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung zum Kai des Unteren Gevierts gegenüber leicht erhöht ist, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herabsehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke sowie einem Turm am Hafenbecken gebaut, um gegen Angriffe zu Lande vom neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen oder auch Feinde im Hafen bekämpfen zu können. Der Turm wird durch einen unterirdischen Gang zu erreichen sein. Das Tor muss nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang - eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell zum Jolborn hin verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurden entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt sind kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch zukünftig verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur unter den Hügeln, wie etwa im Grund unter dem Bergfried, ist meist zusammenhängend felsiges Gestein zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umleiten müssen, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser kommt stets seinen alten Weg zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;quot;Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen, Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Steinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff hineinfahren, das Schff trockenlegen, daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik, Bevölkerung und Alltag  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des zur Eroberung der Herzogenburg aufgestellten Heerbanns, die unter bestimmten Voraussetzungen als Anerkennung für ihre Treue die Nordmarker Bürgerrechte erhalten konnten. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler hingegen nur noch etwa ein Viertel der neuen Bürger in Härtwigs Hafen aus. Zudem gab es ein paar wenige Interessierte aus Arnach. Ein Großteil der späteren Zuzügler stammen aber aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden. Meist handelt es sich um Bauarbeiter und Bedienstete, die nach Härtwigs Hafen kamen, um beim Aufbau zu helfen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bau- und Entwicklungsvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte, Pflichten und Freiheiten, die anderenorts unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen und in der Herzogenburg viel stärker kontrolliert und aufgrund der strategischen und politischen Lage gehalten, sich kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
vor allem Kühe, Hühner und Schweine sind verbreitet, auch Schafe und Ziegen sieht man in letzter Zeit öfter. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6802</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6802"/>
		<updated>2020-09-28T19:04:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf etwa 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar. Nur auf der Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht, vor allem Kühe und Hühner sind verbreitet. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden, allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram flussaufwärts eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;. Die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Untergrund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg, bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer gegen den Jolborn mit doppeltem Wehrgang (der untere überdacht, der obere frei) und einem Hafenportal (auf der Innenseite mit zusätzlichem überdachten Wehrgang und abgedeckten Zugängen) errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden so weit in östlicher Richtung ins Landesinnere verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers aus. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, man konnte auch das Gelände miteinbeziehen, im im flachen Norden jedoch durch die Sümpfe erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Areal der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich zwei kurze, zwölf Fuß hohe Mauern mit offenem Wehrgang, eine unmittelbar am Portal entlang des Kais und, dazu versetzt, eine etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Im Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die mauernahen Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Wasserbauliche Zusatzmaßnahmen und die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An zwei hintereinander liegenden Stellen in der Hafeneinfahrt wurden kettenbasierte Einrichtungen zum Anhalten und Festsetzen eindringender feindlicher Schiffe installiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude der Festung umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen, Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Steinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff hineinfahren, das Schff trockenlegen, daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen ist, wie fast überall im Norden, niemand einheimisch. Die ersten Siedler kamen aus der oberen Nordmark, verstärkt durch einige wenige Angehörige des Heerbanns, der die Herzogenburg eroberte. Unter bestimmten Voraussetzungen konnten sie Nordmarker Bürgerrechte erwerben. Im starken Zuzug, den die schnell wachsende Stadt schon kurze Zeit später erlebte, machten einheimische Siedler jedoch nur noch etwa ein Viertel aus. Es gab auch ein paar wenige Interessierte aus Arnach, alle anderen aber sind Zuzügler aus fast allen anderen Teilen Heligonias, auch aus dem fernen Norden, die hauptsächlich als Bauarbeiter nach Härtwigs Hafen kamen. In den ersten Jahren konnten sie sich recht einfach um die Bürgerrechte bewerben, mittlerweile aber müssen sie sich für mindestens fünf Jahre an den Bauvorhaben in der Stadt beteiligen, indem sie jede Arbeit annehmen, für die sie geeignet erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie in der oberen Nordmark gibt es bürgerliche Rechte und Freiheiten, die in den meisten anderen Teilen der Welt unbekannt sind. Allerdings ist die Untere Nordmark durch die herzöglichen Marineangehörigen in der Herzogenburg und am Marinestützpunkt Härtwigs Hafen viel stärker kontrolliert und gehalten, sich politisch kompromissbereiter zu geben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen, der Fischerhafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo das scharfblättrige Röhricht beginnt und der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie schließlich [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6801</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6801"/>
		<updated>2020-09-28T00:11:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar. Nur auf der Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht, vor allem Kühe und Hühner sind verbreitet. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden, allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram flussaufwärts eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;. Die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lorwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen, Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Steinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff hineinfahren, das Schff trockenlegen, daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sicherheit, Recht und Ordnung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besatzung des Marinestützpunkts, Stadtbüttel und Bürger  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbestand  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6800</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6800"/>
		<updated>2020-09-27T22:24:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar. Nur auf der Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht, vor allem Kühe und Hühner sind verbreitet. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden, allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram flussaufwärts eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;. Die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte jedoch nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Kugelbrett, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich sage es frei heraus: Dass es in Arnach an Gewässern ein paar Bäche, einen widernatürlich fließenden kleinen Fluss und einen schön gelegenen See gibt, den man in den sonnigeren Monden zur Not auch schwimmend überqueren kann, ist kein Geheimnis. Wir konnten unser Glück also kaum fassen, die Kunst des Schiffsbaus endlich einmal unabhängig und auf uns allein gestellt ausüben zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen haben wir schon eine operable Bootsbaustelle vorgefunden. Sie wurde von allen, die sich ein Ruderboot oder auch ein Fischerboot bauen wollten, einfach benutzt. Soweit wir das sagen können, war die Anlage sehr passend gelegen, flussaufwärts etwas am Rande der Stadt, am oberen Ende des natürlichen Hafenbeckens der Paltrammündung, das Ufer nicht zu steil und nicht zu flach, viel Platz, einfaches, aber brauchbares Werkzeug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bürger der Nordmark sind patriotisch bis zur Unvernunft. Sie haben uns drei Fischerboote geschenkt, einfach so. Die Boote hatten sogar Namen, sie hießen Hauke, Pippin und Ragnar. Unser erster Auftrag war, sie zu sogenannten bewaffneten Fischreifahrzeugen umzubauen. Nun ja, wir haben versucht, sie etwas wendiger zu machen, die Besegelung geändert, verbesserte Steuerung, zusätzliche Ruderpaare, ein paar Spielereien, um so etwas wie Wehrhaftigkeit herzustellen. Die Namen haben wir belassen, Hauke, Pippin und Ragnar waren anscheinend berühmte Räuberhauptmänner, aber vermutlich sind sie alle tot. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als nächstes haben wir mit der Flachbodenbauweise experimentiert. Wir wollten einen flexibel einsetzbaren Bootstyp mit wenig Tiefgang konzipieren, der sich gut für den Paltram und die nähere Umgebung des Hafens eignet, auch in den Uferregionen. Zunächst wollten wir die Untere Nordmark in die Lage versetzen, das Transportpotential des Paltram voll auszunutzen, Fernziel war aber die Entwicklung schneller, wendiger Flusskampfschiffe, mit denen die Marine rasch die Flussläufe am jenseitigen Ufer hinaufsegeln, rudern oder staken kann. Wir entwarfen und bauten die &#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;, ein überraschend gelungenes und vielseitig einsetzbares Experimentierschiff, das trotz seiner Größe bei hohem Wasserstand bis nach Haukegericht kommt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machten wir uns an die nächsten Vorhaben: Zwei Transportkähne, einer in schwerer Bauweise speziell für den Transport von Bruchsteinen vom Steinbruch nach Härtwigs Hafen und ein leichterer, der mit weniger gewichtiger Ladung bei Niedrigwasser bis Haukegericht fahren und dabei nicht auf Grund laufen sollte. Dabei fiel uns etwas auf. Die Bootsbaustelle würde leider niemals ausreichend sein, wenn wir in Zukunft größere Schiffe bauen wollten. Wir mussten eine richtige Werft errichten, wie man sie in Ankur hat. Heute, wo ich diese Zeilen schreibe, ist es mir ein wenig unangenehm das zuzugeben, aber wir kannten damals die Technik des Stapellaufs noch nicht so genau, und deswegen haben wir Schwester Veneria Wendeltau und ihre Wasserbaufachleute gefragt, ob sie uns nicht ein Dock bauen können, das man fluten, mit dem Schiff befahren und wieder trockenlegen kann und umgekehrt. Im Nachhinein hat sich auch herausgestellt, dass wir das ohnehin brauchen, und die wasserbaulichen Verbesserungen, die sich aus dem Vorhaben entwickelt haben, sind eine ingenieurstechnische Meisterleistung und dienen als Errungenschaft nicht nur uns, sondern der ganzen Stadt. Gut, dass wir gefragt haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man baute für uns ein sogenanntes Aufwaschdock. Man kann mit dem Schiff hineinfahren, das Schff trockenlegen, daran herumbauen, das Dock wieder fluten und mit dem Schiff hinausfahren, und alles ohne eine einzige Pumpe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III zum 20jährigen Jubiläum der Stadt)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6799</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6799"/>
		<updated>2020-09-27T15:25:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Klima  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Boden der Marschlande ist durchweg unfruchtbar. Nur auf der Hügelkette, die sich leicht aus dem Schilfmeer erhebt, ist Landwirtschaft möglich. Die meisten der wenigen Bauern betreiben mit akzeptablem Erfolg Viehzucht, vor allem Kühe und Hühner sind verbreitet. Milch und Eier, Sahne und Käse sind sehr beliebt in Härtwigs Hafen. Ackerbau hingegen ist mühselig und die Erträge sind bescheiden, allerdings sind die in der Nordmark seltenen Feldfrüchte des Südens (Getreide, Kartoffeln, Gemüse) gegenüber Wild und Fisch zu einem Luxusgut geworden, für das es sich lohnt, auf den kleinen Gemüseäckern den Rücken ein wenig krumm zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III, einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau des Bergfrieds begann nach der Eroberung der Herzogenburg noch in den Heliosmonden im selben Jahr unter der Aufsicht von Fredricaja von Rankenwies, die in den ersten Jahren Kommandantin der Burg war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Härtwigs Ankunft und Erste Jahre  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte im Xurl des Jahres 29 n.A.III auch Härtwig seine zukünftige Heimat in einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung - man weiß heute nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltram flussaufwärts eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die in Ufernähe Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in darauffolgenden zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare rechte Hälfte der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot;. Die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die nach der kurzen anfänglichen Aufregung meist gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um sich dort zu betrinken. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad an, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen: &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufschwung im Styrenkonflikt  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts rückte Härtwigs Hafen innerhalb kurzer Zeit an die geographische Front des Geschehens. Richard von Arnach konnte die Heerführer Ostariens und Drachenhains überzeugen, Härtwigs Hafen trotz der aus heligonischer Sicht abgelegenen Lage nicht ungeschützt zu lassen, sondern zum Marinestützpunkt auszubauen, wofür er persönlich die Verantwortung übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten: &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ingenieursberichte  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Festungsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Wasserbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Schiffsbau  ====&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Untere Geviert ist das älteste Viertel von Härtwigs Hafen, hier siedelten sich die ersten Bürger an, Fischer, Jäger und ein paar Bauern, die hier ihr Glück versuchten. Alsbald errichteten sie nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039;, die heute noch steht, am unteren Ende der sehenswerten &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man richtete den ersten gemauerten Abschnitt des Kais am südlichen Ufer ein, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6798</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6798"/>
		<updated>2020-09-27T14:35:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte Härtwig seine zukünftige Heimat mit einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung, man weiß nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltramufer eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in nur zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare linke Hälfte des Gasthauses, die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die die gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um dort betrunken herumzusitzen. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. Als sich ein paar weitere Jäger, Fischer und Landwirte angesiedelt hatten, wurde nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039; errichtet, die heute noch steht, am unteren Ende der Brunnenstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man erbaute den ersten Abschnitt des gemauerten Kais am südlichen Ufer, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der Sackpfeife, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geschichte von Härtwigs Hafen beginnt am Abend des 23. Tages des ersten Xurlmondes im Jahre 28 n.A.III., einem Redontag, als Ritter Roland Welheim aus Buchenfels und sein Gefährte Eodar stellvertretend für König, Herzog und die Bürger der Nordmark Anspruch auf den von ihnen entdeckten Uferstreifen erheben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie stehen am Ende einer beschwerlichen und verlustreichen Reise, deren Erkenntnisse Regentin Walluma dazu veranlassen, die damals vergessene spätere Herzogenburg zu erobern und den Bau eines befestigten Postens an der Mündung des Paltram zu befehlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6797</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6797"/>
		<updated>2020-09-27T14:02:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte Härtwig seine zukünftige Heimat mit einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung, man weiß nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltramufer eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in nur zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare linke Hälfte des Gasthauses, die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die die gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um dort betrunken herumzusitzen. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. Als sich ein paar weitere Jäger, Fischer und Landwirte angesiedelt hatten, wurde nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039; errichtet, die heute noch steht, am unteren Ende der Brunnenstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man erbaute den ersten Abschnitt des gemauerten Kais am südlichen Ufer, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der Sackpfeife, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:InbesitznahmeHH.jpg|thumb|right|Am zukünftigen Standort des Bergfrieds wird das Land für König, Herzog und die Nordmark beansprucht]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Image:Expedition91.jpg|thumb|right|Reiseroute der Entdecker der Unteren Nordmark]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
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		<title>Datei:Expedition91.jpg</title>
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		<updated>2020-09-27T13:59:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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	<entry>
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		<updated>2020-09-27T13:38:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6794</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-09-27T01:02:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte Härtwig seine zukünftige Heimat mit einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung, man weiß nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltramufer eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in nur zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare linke Hälfte des Gasthauses, die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die die gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um dort betrunken herumzusitzen. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. Als sich ein paar weitere Jäger, Fischer und Landwirte angesiedelt hatten, wurde nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039; errichtet, die heute noch steht, am unteren Ende der Brunnenstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man erbaute den ersten Abschnitt des gemauerten Kais am südlichen Ufer, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der Sackpfeife, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde zum Hafenbecken hin eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird nach Anweisung von oberster Stelle geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten begreifen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend und überzeugend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer etwa in der Mitte zwischen den Gebäuden und dem Kai. Hafenbecken gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen... Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6793</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6793"/>
		<updated>2020-09-27T00:22:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte Härtwig seine zukünftige Heimat mit einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung, man weiß nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltramufer eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in nur zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare linke Hälfte des Gasthauses, die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die die gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um dort betrunken herumzusitzen. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. Als sich ein paar weitere Jäger, Fischer und Landwirte angesiedelt hatten, wurde nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039; errichtet, die heute noch steht, am unteren Ende der Brunnenstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man erbaute den ersten Abschnitt des gemauerten Kais am südlichen Ufer, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der Sackpfeife, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert seit jeher der Sitz der Mauerwachen und der Fahnengänger (die für die Informationsweitergabe über Distanz mit Meldefahnen eingesetzt werden). Der Bergfried ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man aus den oberen Stockwerken einen über hundert Meilen langen Abschnitt des Jolborn und einen entsprechend langen Küstenabschnitt am gegenüberliegenden Ufer. Auch der Paltram, die Herzogenburg, der Feuerberg, das Ödland- und das Dunkelsteinmassiv sind gut zu erkennen. Das Ödland selbst entzieht sich der Beobachtung, es liegt stets im Dunst verborgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Bergfried ausgehend ist das Obere Viertel immer weiter die Hügelkette entlang gewachsen. &#039;&#039;&#039;Haldo Kellbrechts Bauernhof&#039;&#039;&#039;, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bergfried, gibt es immer noch, allerdings hat Haldo den Hof erweitert und schöner gebaut als seine erste Hütte, die mittlerweile sein privates Gästehaus ist. Er bewirtschaftet die Hänge im Süden, wo er Kartoffeln und Gran anbaut (eine Getreidesorte, die anspruchslos aber sehr robust ist, jedoch nur mäßige Erträge bringt) sowie Hühner und Kühe hält. Bis heute ist sein Hof der Größte und wohlhabenste in Härtwigs Hafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenüber von Haldos Hof, ebenfalls auf der Kuppe des Abschlusshügels, steht der Neubau der &amp;quot;Kirche des Engels über dem Berg&amp;quot;, eine Stiftung der Bürger von Arnstein und der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Zusammen rahmen die drei Gebäude einen langgezogenen, dreieckigen gepflasterten Platz mit einer kleinen Linde in der Mitte ein, den &#039;&#039;&#039;Lireksplatz&#039;&#039;&#039;. Er soll an den heldenhaften Tod des Entdeckers Lirek Hufenschmid erinnern. Lirek starb bei der Expedition, die zur Entdeckung der unteren Nordmark führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hinter der Kirche finden sich nacheinander die &#039;&#039;&#039;Schule&#039;&#039;&#039;, das &#039;&#039;&#039;Hospitium&#039;&#039;&#039;, die Klausur, das Refektorium und der &#039;&#039;&#039;Pfleghof&#039;&#039;&#039; des kleinen Konvents der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein. Auch die Hilariusitinnen halten ein paar Hühner, ihr Hauptinteresse gilt aber dem Garten- und Gemüsebau, den ihre Laienschwestern mit großem Erfolg betreiben, was man von Arnacherinnen auch nicht anders erwarten kann. Wie in ihrem Mutterhaus in Arnstein machen sie sich sehr an der Kirchenmusik verdient, und auch in Härtwigs Hafen können sich Mädchen, für die niemand sorgt, für die Aufnahme in Rustalfs Kinderheim entscheiden. Sie werden im Hospitium aufgenommen und haben einmal im Jahr die Gelegenheit, die Reise nach Arnach anzutreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterhalb des Pfleghofs beginnt die &#039;&#039;&#039;Brunnenstraße&#039;&#039;&#039;, die nach Arnacher Vorbild in zwei langgezogenen Kurven hinunter zum Hafen führt und in der Mitte einen leicht erhöhten Frischwasserkanal führt, eine echte wasserbauingenieurstechnische Errungenschaft. Das erste Haus der Straße ist der imposante Hof der über die Stadt hinaus bekannten und geschätzen Bürgerin &#039;&#039;&#039;Tante Märtha&#039;&#039;&#039;. Gemüse ist Prestige, und vermutlich hat sie deswegen einen ansehnlichen Kräuter- und Gemüsegarten, den sie aber nie selbst pflegt, weil sie jeden Tag Besuch hat, von Bürgern der Stadt und Auswärtigen. Außer ein paar Hühnern betreibt sie weiter keine Landwirtschaft mehr, dafür ist sie zu alt und zu beschäftigt, sagt sie. Schon immer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der freie ehrbare Stand der &#039;&#039;&#039;Arnacher Ingenieure&#039;&#039;&#039; besitzt ein eigenes Gebäude im Festungsviertel. Seit viele der anfänglich verfügten Baumaßnahmen abgeschlossen sind, ist es etwas ruhiger geworden, aber trotzdem wohnen und arbeiten etwa 30 Ingenieure ständig in Härtwigs Hafen, mit nicht immer ganz transparenten Aufgaben. Auch die Marineingenieure sind gerne aufgenommene Gäste und erhalten Kost und Logie sowie die Gelegenheit zum in Ingenieurskreisen stets bedeutsamen fachlichen Austausch sowie zur Dokumentation. Es wird von offizieller Seite weder geleugnet, dass die Ingenieure in Härtwigs Hafen den Vollzugriff auf eine in der Stadt liegende Abschrift des &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; haben, noch dass ein weiterer Band in Arbeit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine &#039;&#039;&#039;Fähre&#039;&#039;&#039;, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Wer einen Kreuzer zusätzlich bezahlt, erhält zur Unterhaltung ein winziges Gläschen Sumpfkräuterschnaps. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft, das ist aus schon aus der Zeit der Errichtung von Burg Arnach, einer Wasserburg bekannt. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, die Fundamentlegung vorzubereiten. Die Maßnahmen haben sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief und weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste zeitweise verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind schlecht. Aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und um den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern an den Stadtgrenzen im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erspähen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurde das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet und sorgfältig gestampft, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben und das Niveau noch ein paar Handbreit angehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten sehen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer außerhalb des vom Rest des Hafenbeckens am Hafenportal für etwa einhundert Fuß abgetrennten Marinehafens. Im Inneren gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen. Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, so dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=%C3%84btissin_Felicitas_von_Arnach&amp;diff=6792</id>
		<title>Äbtissin Felicitas von Arnach</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=%C3%84btissin_Felicitas_von_Arnach&amp;diff=6792"/>
		<updated>2020-09-26T22:33:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Felicitas von Arnach, geboren im Jahre 35 vor Aximistilius III. in Gunara, ist die Gründerin, erste Äbtissin und Generaloberin des Ordens der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in [[Arnstein]], [[Baronie Arnach|Arnach]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas entstammt einer arnachischen Nebenlinie, die auf Baron [[Harald von Arnach]] zurückgeht. Ihre Großeltern, Hünolf und Rilla von Arnach, wandten sich kurz nach der Geburt ihres einzigen Sohns Hanso infolge eines Erweckungserlebnisses dem [[Ceridentum]] zu. Hanso, der eine gemischte Ehe mit Tarinde Lilienzweig, einer bürgerlichen Ogedin aus [[Fürstentum Drachenhain|Drachenhain]] einging, fiel mit Frau und Kindern an einem unbekannten Ort im Hochland bedauerlicherweise unter die Räuber, und nur Felicitas überlebte mit knapper Not. Hünolf und Rilla, die einander entsagt und begonnen hatten, ein klösterliches Leben zu führen, nahmen sie zu sich nach Gunara, wo sie zum bisher einzigen Kind wurde, das gleichzeitig im Kreis der leiblichen Familie und im Inneren eines Kloster aufwuchs. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Umfeld wirkte sich prägend aus. Schnell war Felicitas vom ceridischen Glauben durchdrungen, und schon im zarten Alter von zwölf Jahren erschien ihr, obwohl noch nicht einmal geboren, der zukünftige [[Pacellus|Primus Pacellus]] im Traume. Er führte Felicitas durch ein ihr unbekanntes Kloster voller Ordensfrauen, das nahe einer alten Stadt inmitten duftender Blumen am Fuß der Berge gebaut war. Einen ganzen Tag lang zeigte und erklärte er ihr alles, und als er sich am Abend verabschiedete, wies er sie auf ihre rechte Hand hin. Erst jetzt erkannte Felicitas, dass sie den Ring einer Äbtissin trug, und sie erwachte aus ihrem Traum. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wuchs zu einer frommen, eifrigen und gebildeten Frau heran, die den Plan des Einen für die Welt erkannt hatte. Hünolf und Rilla versuchten, für sie im ceridischen Adel einen standesgemäßen Ehemann zu finden, doch mit keinem wollte Felicitas sich zufrieden geben. Sie machte stattdessen eine Pilgerfahrt nach Dunkelnau und studierte für ein Jahr die Lehren der [[Orden der Bannkreuzer|Bannkreuzer]]. Anschließend begab sie sich auf Wanderschaft. Sie besuchte die Pretoriusanerklöster Bergstedt, [[Herzogtum Ligonii|Ligonii]], Sankt Pretorius in [[Baronie Buchenfels|Buchenfels]] sowie Tarnam in Norrland, [[Herzogtum Ostarien|Ostarien]] (heute Norrland-Brassach). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Felicitas nach drei Jahren wieder zu Hause in Gunara ankam, wartete dort ein ceridischer Ritter der Erzmark namens Kreldo Ganzfeld auf sie. Er war tugendhaft, trotz seines niederen Adelsranges gut situiert und von tadellosem Ruf. Felicitas mochte ihn auf Anhieb und sie erwog, seinem Werben nachzugeben. Als er ihr aber nach einiger Zeit einen Verlobungsring darbringen wollte, löste sie die Verbindung sofort auf. Gleich am nächsten Morgen brach sie auf, um die Stadt mit den duftenden Blumen am Fuße der Berge zu suchen, denn sie hatte nun auch den Plan des Einen für ihr eigenes Leben erkannt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gründung des Hilariusitinnenordens  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wanderte nach Westen. Viele Wochen suchte sie nach der Stadt, bis sie schließlich in Arnstein den Ort, die Berge und die Talweite mit dem Finsterbach wiedererkannte. Die unmittelbare Umgebung, die sie aus ihrem Traum in Erinnerung hatte, war tatsächlich einmal der bescheidene Besitz eines armen Häuslers namens Rustalf gewesen, der im Leben kinderlos geblieben war und vor seinem Tod seinen Besitz der ceridischen Gemeinde Arnsteins vermacht hatte. Erst seit wenigen Jahren stand dort eine kleine Kirche aus hellem Holz, und das Grab des Häuslers war zum ersten des neuen ceridischen Friedhofs geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Felicitas wußte sofort, dass sie am Ort ihres Wirkens angekommen war. Allein die duftenden Blumen fehlten, doch das musste, so nahm Felicitas an, am nahenden Winter liegen. Schnell fand die bescheidene, aber auch energische und namhafte junge Ceridin Aufnahme in die ceridischen Kreise Arnsteins und Fürsprache durch den ersten ceridischen Geistlichen der Stadt, Kilian vom Ebersbrunn, einem Bannkreuzer aus Dunkelstein, sowie durch Richard, dem zum Ceridentum übergetretenen Sohn des Barons [[Wilogast von Arnach|Wilogast]]. Mit der Erlaubnis des Barons und der Unterstützung der Gemeinde ließ sie sich nieder und bewirtschaftete den ehemaligen Besitz des Häuslers Rustalf. Der unter Hilariusiten verbreiteten Liebe zur kirchlichen Musik folgend baute sie einen Kirchenchor auf und nahm im Auftrag des Hauses Arnach unfreie Waisenmädchen auf, für die sonst niemand sorgen wollte. Nachdem sie in den ersten Jahren immer wieder Visionen darüber hatte, an welchen Aufgaben sie sich verdient machen sollte, bedrängte sie Kilian vom Ebersbrunn, sie weiter in den ceridischen Schriften zu unterweisen, bis sie schließlich zu Benedikt Canesius, dem damaligen Primus reiste, um ihm von ihren Visionen zu berichten und von ihrem Plan, den Orden der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf zu gründen. Benedikt Canesius&#039; anfängliche Bedenken konnten schnell und überzeugend durch Kilian vom Ebersbrunn (der mit Herzog [[Rolo VII von Ostarien|Herzog Rolo VII. von Ostarien]], einem großen Förderer der Bannkreuzer, befreundet gewesen war) zerstreut werden. Felicitas von Arnach erhielt von Primus Benedikt Canesius den Auftrag, sich in Gunara auf ihr Amt als Äbtissin vorzubereiten und, wenn die Zeit reif sei, die ersten Schwestern der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein um sich zu sammeln und einen Konvent mit nicht weniger als dreißig Schwestern zu gründen, wovon zunächst höchstens zehn als Laienschwestern aufgenommen werden sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sogleich machte sich Felicitas an die Verwirklichung. Sie begann ihre Studien in Gunara, setzte sie aber alsbald in Arnstein fort, um bei den Waisenmädchen sein zu können. Da innerhalb der Mauern Arnsteins mittlerweile eine steinerne Kirche gebaut wurde, begann sie mit Hilfe des neuen Barons Richard von Arnach und der inzwischen gewachsenen ceridischen Gemeinde den Bau einer kleinen Abtei, die sich an die rückwärtige Wand der alten Holzkirche anschloss. Das Waisenhaus wurde erweitert und bekam den Namen Rustalfs Kinderheim, für die Schwestern entstand ein erstes Wohn- und Wirtschaftsgebäude. Im Jahre 3 n. A. III. schließlich wurde die Abtei eröffnet, ihr gehörten 24 ordinierte Nonnen sowie 9 Laienschwestern an, die allesamt aus dem Waisenhaus stammten und sich durch ein Gelübde auf Probe (ein Postulat im kirchenrechtlichen Sinne, allerdings aufgrund der Jugend der Aspirantinnen mit verlängerter Dauer) an die Kommunität banden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Kloster in Arnstein  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Kloster des Ordens der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein verfügt heute über eine wohlorganisierte Landwirtschaft, eine Mühle, drei Pfleghöfe in Finsterdorf, Fundelnai und Härtwigs Hafen in der Nordmark, drei Hospitien in [[Burg Arnach]], Härtwigs Hafen und auf dem Gelände des [[Der Gute Arzt|&amp;quot;Guten Arztes&amp;quot;]], außerdem über den größten Kirchenchor Nordostariens, ein Skriptorium mit umfassender Schriftensammlung sowie über ein direkt angeschlossenes Waisenhaus mit einer Klosterschule für Waisenmädchen und bessere Töchter Ostariens. Das Waisenhaus bietet Platz für 30 Mädchen, die Schule nimmt jährlich bis zu 20 Schülerinnen an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ordensgemeinschaft gehören derzeit insgesamt 149 Schwestern an, davon 41 im Stand der Laienschwestern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gemeinschaft hat sich nicht nur im Bereich der Waisenfürsorge, der Bildung und in der Kirchenmusik einen Namen gemacht, sondern auch in der Sammlung und Anwendung von Wissen. Anfangs als Schreibstube und Schriftensammlung Arnachs begonnen, werden die theologischen, politischen, geschichtlichen, technologischen und naturkundlichen Sammlungen seit den frühen 20er Jahren laufend erweitert (man munkelt, dass die Ordensschwestern sogar über eine Kopie des berüchtigten &amp;quot;Mechanischen Schwans&amp;quot; verfügen!). Nicht selten ist eine der überregional anerkannten Hilariusitinnen als unauffällige Ratgeberin dabei, wenn es darum geht, neue Entwicklungen zu bewerten oder wichtige Entscheidungen zu treffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Persönlichkeiten]] [[Category:Ceriden]] [[Category:Priester]] [[Category:Adel]] [[Category:Glauben]] [[Category:Baronie_Arnach]] [[Category:Geschichte_Arnachs]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Encyclopedia_Heligoniae]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6791</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
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		<updated>2020-09-26T14:31:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat für die Region militärisch notwendige Entwicklungen gebracht, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage und Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar an dessen Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen aufwändig zu pflegenden Trampelpfad von der Herzogenburg her nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. Auf der Höhe von Härtwigs Hafen ist der Jolborn sehr breit, vier bis sechs Meilen sind es bis ans andere Ufer. Erst viele Stunden flussabwärts und einige Tage weiter nörlich wird er wieder schmaler. Das Ufer mit den mehrere Meilen ins Landesinnere reichenden Röhrichtsümpfen ist nicht zu begehen und absolut unbewohnbar. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zur oberen Nordmark im Osten ist das Klima am Jolborn milder. Die warmen Monde im Helios verlaufen fast wie in den südlich des Dunkelsteinmassivs gelegenen Baronien Jolberg oder Soltran, allerdings beginnt üblicherweise zum zweiten Xurl eine durchgehende, meist siebenmonatige Schlechtwetterphase, die viel Regen, Nebel und Dunkelheit mit sich bringt. Es ist fast immer windig, selten stürmisch, meist kommt der Wind aus dem Westen, was die Seeleute freut. Schnee fällt nur bei Nordwind, zwar manchmal reichlich, aber selten lang und meist ist er nach ein-zwei Wochen wieder verschwunden. Stattdessen aber dringt ein feiner, kalter, ausdauernder Nieselregen früher oder später durch alle Kleidungsstücke bis ins Gemüt und lässt die Sehnsucht nach hellen und warmen Tagen ins Unerträgliche wachsen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Zeit der Errichtung des Bergfrieds im späteren oberen Geviert erreichte Härtwig seine zukünftige Heimat mit einem kleinen Segelboot aus unbekannter Richtung, man weiß nicht einmal, ob er aus dem Norden oder aus dem Süden angereist kam - er war einfach plötzlich da. Anfangs wohnte er in einem Zelt aus Leder, aber flussaufwärts entdeckte er am Paltramufer eine lehmige, feuchte Stelle am Ufer. Er freundete sich mit Haldo Kellbrecht an, einem der Nordmarker Holzfäller, die Bäume für die Innenkonstruktion des Bergfrieds geschlagen und auf dem Fluss an die Baustelle transportiert hatten, und zusammen errichteten sie ein Werklager in der Nähe der Stelle, wo später Haukegericht gegründet wurde. Haldo holte seine neunköpfige Familie aus [[Leiana]] nach, was für ihn ein Segen war, denn er hatte große Mühe mit der dortigen Obrigkeit. Zusammen fällten sie eine beträchtliche Anzahl Bäume, errichteten Kohlemeiler, flößten ein paar Stämme zur Flußmündung, bauten eine Blockhütte für den Winter, sammelten Lehm, brannten Ziegel und errichteten in nur zwei Jahren ein ansehnliches Ziegelhaus, die &#039;&#039;&#039;Sackpfeife&#039;&#039;&#039;. Das Haus steht heute noch, es ist die unscheinbare linke Hälfte des Gasthauses, die Ziegel sind nicht mehr zu sehen, Härtwig hat sie sauber verputzt. Darauf angesprochen sagt er meist, dass er eigentlich keine Ziegel mag und damals keine bessere Idee hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfangs lebte Härtwig davon, für die wenigen Nordmarker Bürger, die den Bergfried hüteten, zu kochen und sie mit einfachsten Angeboten zu bewirten. Haldo und seine Familie erbauten in der Nähe des Bergfrieds einen Bauernhof, wo sie etwas Vieh hielten und ein paar Äcker bewirtschafteten. Der Boden in der Region ist schlecht, aber für Nordmarker Verhältnisse exzellent. In dem kleinen, natürlichen Hafenbecken der Paltrammündung war schnell ein Anlegesteg erbaut, so dass Jolbornschiffer und Durchreisende auf dem Weg zur Herzogenburg eingeladen waren, in der Sackpfeife Rast zu machen. Härtwig fing an, teure Getränke zu importieren und anzubieten. Die die gelangweilte Besatzung der Herzogenburg begann daraufhin Gefallen daran zu finden, sich an ihren freien Tagen in die Sackpfeife zu begeben, um dort betrunken herumzusitzen. Man legte mit viel Mühe einen Trampelpfad, über den die Herzogenburg nach einem Fußmarsch von etwa einem halben Tag zu erreichen war. Als sich ein paar weitere Jäger, Fischer und Landwirte angesiedelt hatten, wurde nach dem Vorbild der Kirche in Yaldering eine kleine &#039;&#039;&#039;Holzkapelle&#039;&#039;&#039; errichtet, die heute noch steht, am unteren Ende der Brunnenstraße.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Handwerker zogen nach Härtwigs Hafen, wie das kleine Dorf inzwischen hieß, und man erbaute den ersten Abschnitt des gemauerten Kais am südlichen Ufer, der heute unmittelbar an der Stadtmauer beginnt und deutlich an seiner hellen Farbe zu erkennen ist. Das Hauptgebäude der Sackpfeife, das auch als Rathaus und Versammlungshalle dient, wurde errichtet. Das &#039;&#039;&#039;Lagerhaus&#039;&#039;&#039; und das &#039;&#039;&#039;Handelskontor&#039;&#039;&#039; wurden erbaut. Gerber siedelten sich an, um Leder und die kostbaren Pelze für den Verkauf aufzubereiten, insbesondere das anderenorts sehr seltene Elchsleder erzielt bis heute Höchstpreise. Das untere Geviert wuchs immer schneller, und die Behausungen wurden immer größer und aufwändiger. Flussaufwärts, auf halbem Weg zur Herzogenburg, war man in Ufernähe auf Basalt gestoßen, ein in Heligonia seltenes Gestein vulkanischen Ursprungs, das hart und schwer zu bearbeiten, aber auch sehr beständig ist. Die meisten Gebäude und auch alle Befestigungsanlagen wurden aus dem unverwüstlichen Gestein erbaut, das heute insbesondere zu Regenzeiten, wenn das Gestein noch schwärzer wirkt, den sehr düsteren Eindruck von Härtwigs Hafen prägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Bau der drei &#039;&#039;&#039;Hafenanlagen&#039;&#039;&#039;, der Festung und der Ufermauer erhielt das Untere Geviert sein heutiges Gesicht als umtriebiger Stadtkern von Härtwigs Hafen. Nur ein Teil des Publikums ist einheimisch - Marineangehörige, Händler, Reisende und Besucher aus der Oberen Nordmark prägen das Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &#039;&#039;&#039;Bergfried&#039;&#039;&#039; im oberen Geviert ist das älteste steinerne Bauwerk in Härtwigs Hafen, er wurde auf einer etwa einhundert Fuß hohen Kuppe erbaut, die den flachen Hügel, der sich bis zum Jolborn zieht, abschließt. Obwohl sich der Hügel nicht weit über das Röhricht erhebt, steht er für viele Meilen sichtbar aus den Ufersümpfen heraus und reicht knapp über die Uferlinie hinaus bis zum Jolborn, der in Härtwigs Hafen etwa drei bis fünf Meilen breit ist.&lt;br /&gt;
Wegen der guten Aussicht und weil der Hügel sich aus dem Röhricht erhebt, ist das Obere Geviert von dort ausgehend den Hügel entlang erbaut worden. Er ist nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]] erbaut worden. Bei klarem Wetter überblickt man &lt;br /&gt;
überblickt am Ende des Landrückens Jolborn und Paltram . Bei klarem Wetter ist aus den oberen Stockwerken die Herzogenburg zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hafen zwischen dem unteren Geviert und der Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden hinein auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (14), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (7) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Befestigungsanlagen, seien es Burgen, Stadtmauern oder Festungen, haben stets zwei Hauptzwecke: Eindruck und Schutz. In Kriegszeiten ist der Schutz entscheidend über Sieg und Niederlage, doch in den manchmal langen, ereignislosen Jahren des Friedens entsteht in den Augen des späteren Feindes der &#039;&#039;Eindruck&#039;&#039;, dem seine Entscheidungen zugrunde liegen werden. Diese Wahrheit kann nicht ernst genug genommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den vorbereitenden Konsultationen des Hauses Arnach mit der Herzöglich-Ostarischen Marine und den Bürgern der Nordmark wurde erkannt, dass es zwei Adressaten des Eindrucks gibt, nämlich den schwer einzuschätzenden Feind Styren jenseits des Jolborn und die wohlbekannten Ödlinge, gegen die die Nordmark in vorderster Front steht. Die Einschätzung der Nordmarker Bürger ist, dass sich der Ödling auf die für ihn unmittelbar bedrohlichere und auch leichter zu erreichende Obere Nordmark konzentrieren wird, während dem Feind Styren nur der Weg über den Fluss bleibt. Ob das als undurchdringlich beschriebene Röhricht der Klingenfelder tatsächlich einen so weitreichenden Schutz bietet, wie man in der Nordmark annimmt und hier keine weiteren Überlegungen vonnöten sind, hat uns nicht vollständig überzeugt, weil aber auch für uns ein ingenieurstechnisches Vordringen in das Röhricht nur langsam und mit größten Anstrengungen vorstellbar ist, haben wir schweren Herzens die Priorisierung akzeptiert, die sich wie folgt darstellt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine vollständige Befestigung im Sinne einer Stadtmauer ist nicht nötig, zu errichten ist lediglich eine Schutzmauer im westlichen Rund bis hinein in das Röhricht. Insbesondere die Mündung des Paltram ist schwer zu befestigen. Als geeigneter Ort für den Bau der Marinefestung war das Nordufer vorgesehen, das der Stadt gegenüber liegt und im Moment von Handwerkern genutzt wird, hauptsächlich Gerbern, Seilern und Zimmerleuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Anreise und erster Begehung herrschte große Skepsis unter den Ingenieuren, ob der Grund überhaupt für die gewünschten, sehr schweren Strukturen geeignet ist. Fundamente in Sand und Sumpf, die massive Wehrmauern aus Stein tragen, sind ein schwieriges Geschäft. Es hat sich herausgestellt, dass wir nur in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren für den Wasserbau in der Lage waren, den Bau vorzubereiten. Dies hat sich als enorm aufwändig erwiesen. Wir mussten sehr tief, weit ins Grundwasser hinein graben, der Paltram musste verlegt werden, und doch hatten wir am Ende die Fundamente für etwas gelegt, das gerade wegen all dieser Widrigkeiten ganz besonders eines hervorrufen wird: Eindruck.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geologie der Nordmark ist komplex. Es gibt altes, kalkiges Gestein, Sandstein, Lehmvorkommen und seltenen Basalt, der sehr dunkel, ja schwarz, sehr hart und äußerst schwer zu bearbeiten ist. Dennoch ist er nach unserer Ansicht insbesondere für die Ufermauern in höchstem Maß geeignet, denn die Schwärze des Steins wird im Auge des Feindes auffällig sein, sie wird schwer und bedrohlich wirken und ihn die Unüberwindlichkeit der Mauer glauben machen. Zwar werden in großem Maße angelernte Steinmetzhelfer vonnöten sein, die die Steinbrecher unterstützen und möglichst große Mauersteine behauen, doch Helfer stehen zur Verfügung und die Alternativen sind aufwändig herzustellende Backsteine, poröser Sandstein oder heller Kalkstein, der eine weniger bedrohliche Anmutung im Gesamteindruck hervorbringen wird und zudem auf Witterungsbeständigkeit geprüft werden muss - nicht jeder kalkige Stein eignet sich für den Festungsbau am Wasser. Am Ende geht es auch Beständigkeit und den Zweck des Schutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Schiffbauern wurden zwei Kähne in Auftrag gegeben, davon einer speziell für den Transport der großen, behauenen Basaltblocksteine vom Steinbruch am Ufer des Paltram zur Baustelle. Die am Ort ansässigen Gewerbe wurden mit unserer Unterstützung umgesiedelt, und der Bau begann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst wurde die aufwändige Ufermauer mit doppeltem Wehrgang und Hafenportal errichtet, für die wir alle Kräfte bündeln und auch Unterstützung aus der Bevölkerung annehmen mussten. Dann wurden die Seitenmauern im Norden und Süden soweit in östlicher Richtung verlängert, dass das Ende vom Jolborn aus nicht zu erkennen ist, auch nicht vom Krähennest eines großen Seglers. Diese Arbeit war im Süden unproblematisch, im Norden jedoch durch den Sumpf erschwert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schließlich wurden das Gelände der zukünftigen Festung des Marinestützpunktes vorbereitet. Der Untergrund wurde mit Restmaterial aus den Steinbrüchen und anderer Baumaßnahmen etwas aufgeschüttet, so dass später oberhalb des Grundwassers Keller ausgehoben werden konnten. Ein weiterer Effekt ist, dass die gepflasterte Vorfläche der Festung mit dem Kai gegenüber den gleichartigen Anlagen des Unteren Gevierts am gegenüberliegenden Ufer leicht erhöht sind, so dass man von dort das Gefühl haben wird, mit dem Blick etwas nach oben zu schauen zu müssen oder, vom Kai der Festung aus, ein wenig auf die gegenüberliegende Seite herab sehen zu können. Eine festungsbauingenieurtechnische Spielerei, aber mit wirkungsvollem Ergebnis.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Osten wurde eine Abschlussmauer mit massivem Tor und Hängebrücke gebaut, um gegen Angriffe zu Lande von dem neu entstandenen Gerberufer her zurückschlagen zu können. Das Tor wird geöffnet bleiben, denn zu den Absonderlichkeiten der Nordmark gehört das Selbstverständnis der Untertanen, die im selben Maß Zugang fordern wie einfache Soldaten. Härtwig selbst hat uns erklärt, dass die Bürger seiner Stadt sich auch tatsächlich als gründlich vorbereitete Soldaten sehen und im Handumdrehen wohlgerüstet sind, was im Kriegsfalle als beeindruckend wirken und damit von Vorteil sein könnte. Einleuchtend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Inneren hat der Marinestützpunkt lediglich eine zehn Fuß hohe Mauer außerhalb des vom Rest des Hafenbeckens am Hafenportal für etwa einhundert Fuß abgetrennten Marinehafens. Im Inneren gibt es ansonsten keine Begrenzung zur Stadt hin. Die Gebäude wurden etwa so hoch wie die Ufermauer erbaut, um die mit aufwändig hergestellten Basaltziegeln gedeckten Dächer ein paar Handbreit nach außen zeigen zu können und dem Feind so den Mut für Brandangriffe zu nehmen. Eindruck!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konzeption bedeutsam ist, dass die Marine das Hafenbecken schnell verlassen kann. Die Anlage des Hafens wurde entlang dieser Überlegung entworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gebäude umfassen Kasernen, Verwaltung, Zeughaus, Werkhöfe und verschiedene Übungseinrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplette Anlage wurde im Jahre 43 n.A.III fertiggestellt und im Rahmen eines Festes der Marine, den Nordmarker Bürgern und Baron Richard von Arnach übergeben, der die weitere Entwicklung der Unteren Nordmark auch weiterhin verantwortlich begleiten wird. Lang lebe Herzog Angilbert I.!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6790</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6790"/>
		<updated>2020-09-26T00:07:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat militärisch notwendige Entwicklungen bedingt, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar bei der Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen Trampelpfad von der Herzogenburg nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen unterm Geviert und Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bergfried im oberen Geviert überblickt am Ende des Landrückens Jolborn und Paltram nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]]. Bei klarem Wetter ist aus den oberen Stockwerken die Herzogenburg zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen unterm Geviert und Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (12), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (9) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen manchmal aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann. Das Wasser sucht sich immer seinen alten Weg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Arnacher Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleif- und gegebenenfalls Getreidemühlsteinen oder anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf. Auch von der Bevölkerung verlangte Bohrungen haben ergeben, dass das Grundwasser nicht ausreichend ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Bewässerungskanäle über eine so weite Strecke hinweg angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen. Die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Arbeitsbeitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Hübel über der Werft erreicht wurden (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger von der Bevölkerung gewünschter Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, normalerweise verschlossene Abläufe befüllt werden können und eine intensivierte Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass die Wasserschüttung für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten. Salz ist, außer in hohen Dosen, nicht giftig). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die gewünschte Machinenmühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen sehr kleinen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Genau wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender ceridischer Messe (auf Wunsch der Bürger von Härtwigs Hafen von mir gehalten) und eine Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6789</id>
		<title>Härtwigs Hafen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki2.heligonia.de/index.php?title=H%C3%A4rtwigs_Hafen&amp;diff=6789"/>
		<updated>2020-09-25T19:18:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Hili: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&#039;&#039;&#039;Härtwigs Hafen&#039;&#039;&#039; ist ein Lehen im &#039;&#039;&#039;[[Baronat Nordmark]]&#039;&#039;&#039; im Nordwesten des &#039;&#039;&#039;[[Herzogtum Ostarien|Herzogtums Ostarien]]&#039;&#039;&#039;. Das Lehen wird verwaltet von einem gewissen Härtwig, über den weder Herkunft noch Familienname bekannt sind. Zur Zeit des Königlich-Heligonischen Census im Jahre 38 n. A. III lebten in Härtwigs Hafen 357 Nordmarker Bürger. 48 n. A. III wurde die Bevölkerung auf 900 Bürger geschätzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Aufflammen des Styrenkonflikts sind Hafen und Stadt in den Jahren 37-39 n.A.III befestigt worden, Härtwigs Hafen beherbergt einen [[Herzöglich-Ostarische Marine|Marinestützpunkt]], der strategisch als nördlicher Eckpfeiler der [[Ostarische Jolbornflotte|Verteidigung des Jolborns]] und logistisch als Wegstation der Strecke nach Vjoshaven, Kratorpolitanien und die [[Baronie Leomark|Leomark]] dient und nach Ansicht der Nordmarker Bürger sowie der stationierten Streitkräfte von enormer Bedeutung ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Styrenkonflikt hat militärisch notwendige Entwicklungen bedingt, die der Stadt über einen längeren Zeitraum einen enormen Aufschwung beschert haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stadtgliederung  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende eines Höhenzuges, der sich von [[Herzogenburg|Haukegericht und der Herzogenburg]] her westwärts bis hinunter in die Ufersümpfe des [[Jolborn]] erstreckt, liegt Härtwigs Hafen am unteren Paltram unmittelbar bei der Mündung in den Jolborn. Die Stadt ist außer über einen Trampelpfad von der Herzogenburg nur über den Fluss zu erreichen. Um Stadt und Fluss herum schließt sich im Norden und Süden das scharfblättrige Röhricht der Klingenfelder, die noch nie von jemandem ohne Rüstung durchquert worden sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Härtwigs Hafen gliedert sich in das Untere Geviert, das Obere Geviert, das Festungsviertel und die Werft mit dem gegenüberliegenden Gerberufer. Vom Wasser aus finden sich am nördlichen Ufer der Militärhafen und im Anschluss das Gerberufer, am südlichen Ufer der Reisekai, der Handelshafen und weiter flussaufwärts die Werft. Oberhalb beginnt unmittelbar die Wildnis, wo der Paltram nur noch mit Flachbodenbooten zu befahren ist. In erreichbarer Nähe liegen die Steinbrüche, die Lehmgruben, diverse Holzfällerlager und Köhlereien sowie [[Haukegericht]]. Oberhalb von Haukegericht ist der Paltram nicht schiffbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unteres Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen unterm Geviert und Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberes Geviert  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bergfried im oberen Geviert überblickt am Ende des Landrückens Jolborn und Paltram nach dem Vorbild des [[Stadt Jolberg|Jolberger Zollturms]]. Bei klarem Wetter ist aus den oberen Stockwerken die Herzogenburg zu sehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsviertel  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen unterm Geviert und Festung verkehrt von frühmorgens bis in die späten Abendstunden auf Zuruf eine Fähre, die von jeweils drei Seekadetten pro Boot betrieben wird. Die Überfahrt kostet bei leerem Boot drei Kreuzer pro Fahrgast und nur zwei Kreuzer, wenn es mindestens zwei Passagiere gibt. Der Fährdienst ist durchaus beliebt bei den Seekadetten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Werft und Gerberufer  ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am südlichen Ufer schließt sich flussaufwärts an das untere Geviert die Werft an, zu der die ursprüngliche Bootsbaustelle mit Abbundplatz, Werk- und Wohnhütten, hangaufwärts das &amp;quot;Maschinenhaus&amp;quot; (eine Wassermühle mit angeschlossener Säge, Hammerwerk, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen) sowie ein einfallsreich angelegtes Aufwaschdock anschließen. Die Werft ist großzügig angelegt, auch größte Schiffe können hier nach neuesten Plänen gefertigt werden. Um die Werft herum haben sich auch andere Gewerke angesiedelt, so dass ein kleines Handwerksviertel entstanden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der gegenüberliegenden Seite am Nordufer, jenseits der Mauern des Festungsviertels, haben sich die Gerber angesiedelt, die für ihr geruchsintensives Handwerk große Mengen von Flusswasser benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Handwerker betreiben eine eigene Fähre, die deutlich weniger kostet als die Verbindung zwischen Unterem Geviert und Festung. Manche Bürger nehmen gerne den kleinen Umweg in Kauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Galbart Wagenmeister, gewählter Vogt von Yaldering, berichtete im 44. Heligonischen Boten Folgendes über Härtwigs Hafen:&#039;&#039; &amp;quot;Wir alle hätten nicht gedacht, daß Härtwig es mit seinem Hafen wirklich schaffen würde. Aber nach der Entdeckung der neuen Burg kamen allerhand Leute in den Westen, und nun hat es doch noch geklappt. Härtwigs Hafen wächst und gedeiht und mittlerweile gibt es mehr als ein Dutzend Häuser in der unbewehrten Siedlung. Mittlerweile macht auch manch ein Jolbornschiff dort Halt. Schade nur, daß Härtwigs Hafen sogar für die Erfahrenen unter uns leider kaum zu erreichen ist, weil er unglücklicherweise westwärts liegt und die Berge und das Kallerfeld dazwischen sind. Aber das macht nichts. Denn Härtwigs Hafen ist etwas vollkommen Neuartiges. Er liegt nämlich nahe der Mündung des Paltram in den Jolborn und dadurch machen die Flußschiffer zunehmend immer öfter Halt in Härtwigs Hafen, und auch die Patrouillen der Herzöglich-Ostarischen Marine nutzen die Gelegenheit, Vorräte aufzunehmen oder eine Pause zu machen und sich zu betrinken. Denn nicht zuletzt ist Härtwigs Hafen der letzte, den man hat, wenn man die weite und gefährliche Reise an den [[Ödlande|Ödlanden]] vorbei nach Vjoshaven reisen will. Auch Härtwigs Hafen ist Hag und Härtwig ist der Anführer. Er ist zwar nicht gewählt worden, aber weil ihm das Land sowieso gehört, braucht man das nicht. Die anderen nennen Härtwig manchmal auch Hagsmeister, aber nicht so oft, weil das hört Härtwig nicht so gern. Härtwig ist ziemlich bescheiden.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Für die Kriegsvorbereitungen im Jahre 37 n.A.II wurde festgehalten:&#039;&#039; &amp;quot;Baron Jareck von Jolberg macht einen Kurzbesuch in Härtwigs Hafen, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu verschaffen. Er beglückwünscht Härtwig und die anderen Bürger zu ihren weitsichtigen Ideen, verteilt Geschenke an die Nordmarker Kinder und lässt abends ein Fest über sich ergehen, das anläßlich seines Besuchs in der &amp;quot;Sackpfeife&amp;quot; veranstaltet wird. Am darauffolgenden Morgen gibt er den sofortigen Ausbau des Hafens zum befestigten Marinestützpunkt bekannt und betraut den Sonderbeauftragten der Marine Kapitän Erkenbold Starkarm mit der Beaufsichtigung der Bautätigkeiten und dem späteren Kommando. Der Bergfried wird bei den Bürgern der Nordmark in Auftrag gegeben, die davon so begeistert sind, dass sie versprechen, nach der Fertigstellung jeden übrigen Stein in eine Stadtmauer zu investieren (es gibt viele übrige Steine in der Nordmark). Hernach besucht Jareck die Herzogenburg und verstärkt die dortige Besatzung mit 40 Mann herzöglicher Garde.&amp;quot; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ingenieursberichte  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ertüchtigung von Härtwigs Hafen zum schwer befestigten Marinestützpunkt setzte umfassende Bautätigkeiten voraus. Richard von Arnach entsandte im Jahre 37 n.A.III 47 Angehörige des freien ehrbaren Stands der Ingenieure (man beachte die tlamanische Aussprache) nach Härtwigs Hafen, um die vielfältigen Maßnahmen zu überwachen. Die Ingenieure waren für die Bereiche Festungsbau (12), Wasserbau (8), Schiffbau (18) und Einsatztechnik (9) vorgesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolgend werden die Tätigkeiten im einzelnen dokumentiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Festungsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Umrion Koriander-Plattenfalz, Hofingenieur in [[Burg Arnach]] und der [[Grenzfeste Fohrenegg]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Schwester Veneria Wendeltau, Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom Heiligen Ruf in Arnstein&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst musste in enger Zusammenarbeit mit den Ingenieuren die Fundamentlegung der Ufermauer ermöglicht werden. Am Wasser besteht der Untergrund in Härtwigs Hafen entweder aus Sand oder aus Marschland, was alle Bautätigkeiten erheblich erschwert, gefährdet oder sogar verhindert. Nur die Hügel, wie etwa der Grund unter dem Bergfried, bestehen aus zusammenhängend felsigem Gestein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir haben mit der äußerst wohlwollenden Unterstützung der Stadtbevölkerung für einen Sommer lang den Paltram umgeleitet, um den Festungsbauern die Fundamentlegung zu ermöglichen. Auch die Erweiterung der Kaianlage erforderte die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren des Festungsbaus und der Stadtbevölkerung. Beide Vorhaben konnten noch im Jahre 38 n.A.III erfolgreich abgeschlossen werden. Der Wunsch zu einer dauerhaften Verlegung des Flusses konnte nicht verwirklicht werden, weil die wasserbauliche Zuverlässigkeit schon bei mäßigem Hochwasser erfahrungsgemäß nicht mehr hinreichend garantiert werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Abschluss der Fundamentarbeiten wurde in einer Begehung mit den Schiffsbauingenieuren die Situation an der Werft geprüft. Härtwigs Hafen verfügt über eine einfache Bootsbaustelle, die zum Bau von kleinen Booten und Flachbodenwasserfahrzeugen gut geeignet ist. Die Ingenieure wünschen jedoch aus operativen Gründen ein Dock, das geflutet und abgelassen werden kann, was die qualitativen Leistungsgrenzen der Werft erheblich erweitern würde. Die Nordmark verfügt über unerschöpfbare Holzressourcen, die bisher nur in ungenügender Weise durch Flößerei aus der oberen Nordmark ausgebeutet werden konnten. Dauerhafte militärische Sicherheit vorausgesetzt, wäre es wäre naheliegend, Härtwigs Hafen mit einer nach ostarischen Standards eingerichteten Werft auszustatten. Die Umsetzung eines solchen Vorhabens zeigt sich in der Situation vor Ort jedoch sehr komplex und voraussetzungsreich sowie potentiell kostenintensiv. Ein Hochdock wäre in Anbetracht der Hanglage zwar prinzipiell denkbar, würde aber das Wasser nur in begrenztem Umfang halten können, so dass dauerhaft erhebliche Pumpleistungen vonnöten wären. Das von den Schiffbauern erwogene Grubendock wäre sogar eine noch schlechtere Variante, weil es im voraussichtlich zeitintensiveren Betrieb als Trockendock ständig aktiv entwässert werden müsste, zwar mit weniger Pumpleistung, aber doch dauerhaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von den Schiffsbauingenieuren nicht bedachte Alternative ist das sogenannte Aufwaschdock, bei dem eine natürliche und steuerbare Wasserzufuhr von oben in das Dock hinein- oder daran vorbeigeleitet wird. Die Schiffsbauingenieure zeigten sich von dieser Idee sehr angetan, denn sie erhofften sich, dass das fließende Wasser zusätzlich den Betrieb einer Mühle erlauben würde, die mit wasserkraftbetriebenen Sägen, Hämmern, Schleifsteinen und anderen Werkzeugen ausgestattet werden könnte. Ein vernünftiger Einfall, jedoch gibt es ein Hindernis: Oberhalb der geplanten Werft findet sich kein Wasserlauf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Möglichkeit, Wasser herbeizuführen, besteht etwa 25 heligonische Meilen landeinwärts, wo sich der Flusslauf des südlichen Paltram, eines der beiden Zuflüsse des Paltram, an einer Geländestufe als Wasserfall hinunter ins Tal ergießt und wenige Meilen flussabwärts in der Nähe von Haukegericht mit dem nördlichen Paltram vereinigt. Bevölkerung und Marine waren schwer zu überzeugen, dass Wasser über eine so weite Strecke angelegt werden können, aber das ist auf mangelnde Erfahrung zurückzuführen, die in vielen Regionen im Süden Heligonias aber mit weitaus größeren Anlagen schon seit langem gemacht wird. Berechnungen zeigten, dass ein Abzweig knapp oberhalb des Wasserfalls möglich ist. Der Verlauf eines zukünftigen Kanals wurde höhenmetersparend entlang des Geländeverlaufs bis vor die Stadt berechnet und konnte als umsetzbar geplant werden. Der nahezu wasserundurchlässige Untergrund im oberen Bereich erlaubt sogar ein kleines Reservoir, das laufend durchflossen wird und bei Bedarf abgelassen werden kann, so dass später eine kleine Fischzuchtanlage ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bau der Anlage erforderte einen wesentlichen Beitrag aus der Bevölkerung und wurde nach einer diesbezüglichen Bürgerversammlung am Platz vor der Sackpfeife verbindlich beschlossen. Der Bau wurde für die Zeit 40-43 n.A.III geplant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Unterstützung der Bürger der Nordmark, einiger Leibeigener aus Arnach und zahlreicher Lohnarbeiter aus anderen Teilen Heligonias wurde der Kanal schließlich angelegt. Das hügelige Gelände erforderte zahlreiche kleine Baumaßnahmen und verzögerte die Fertigstellung erheblich, so dass erst im vierten Sommer die Werft erreicht wurde (zusätzlicher Verzug entstand durch die Anlage einiger Viehtränken, die bei Trockenheit über kleine, verschließbare Abläufe befüllt werden können und eine intensivere Weidewirtschaft in den Hügeln hinter der Stadt erlauben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Ende zeigte sich leider, dass das Wasser für die vorgesehenen Zwecke nur knapp ausreicht, was nach Angaben der Werftingenieure für den professionellen Schiffbau nachteilig ist. Andererseits stellte sich heraus, dass die Bevölkerung das Wasser des südlichen Paltramzuflusses dem überwiegend aus dem nördlichen Arm bewässerten Paltram vorzog (das Paltramwasser wurde vorsichtshalber von der Schwesternschaft der Hilariusitinnen vom heiligen Ruf in Arnstein untersucht, es weist keine Anzeichen von Giftigkeit auf, wenngleich es leicht salzig schmeckt, was zweifellos an den kuriosen Salzquellen liegen muss, die am Oberlauf des Flusses in [[Malderpot]] zutage treten). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Werftzufluss konnte um eine Zusatzanlage erweitert werden. Am Hügel oberhalb der Werft wurden drei kleine und zwei große Teiche ausgehoben und mit Lehm aus einer Grube flussaufwärts am Paltramufer abgedichtet. Die Teiche füllen sich nun nacheinander und erlauben ein schnelles Fluten des Aufwaschdocks, das aus einem tiefen und einem flachen Teil besteht. Der vordere, tiefe Teil kann mit dem Tor des Docks zum Fluss hin geöffnet werden. Beliebig große Schiffe können nun auf der Wasserlinie des Paltram hineingezogen werden. Wird das Tor geschlossen, läuft das Dock voll, das Schiff wird in den hinteren Teil gezogen und das Wasser kann abgelassen werden, so dass das Schiff langsam trockenfällt und sich in das vorbereitete Trockendock legt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Dock kann das Wasser nicht dauerhaft halten, ist aber hinreichend dicht, um den problemlosen Betrieb zu gewährleisten. Umgekehrt kann bei geöffnetem Tor der Paltram mit dem Wasser aller Reservoirs geflutet werden. Der Wasserspiegel des Hafenbeckens hebt sich dann minimal und kann Militärschiffen im Verteidigungsfall ein beschleunigtes Auslaufen ermöglichen, wobei auf Sicherheitsabstände und eine vorherige Positionierung unbedingt zu achten ist (Obacht, bei reinen Segelschiffen kann kurzfristig die Steuerfähigkeit beeinträchtigt sein!). Mit Unterstützung der lokalen Handwerker konnte auch die Mühle errichtet werden. Die Baumaßnahmen an der Werft konnten 45 n.A.III abgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dank der fünf Reservoirteiche benötigt die Werft nur einen Teil des Kanalwassers. Für den Rest wurde eine Verbindung bis hinunter ins obere Geviert gegraben, wo das Wasser nach dem Vorbild der Arnsteiner Brunnenstraße in einem pflasterbaulich erhöhten Frischwasserlauf in der Mitte der Straße durch die Stadt hinunter bis in den Hafen geführt wird. Wie in Arnstein ist die Verunreinigung des Frischwasserkanals selbstverständlich streng verboten und wird hart bestraft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Beendigung des Brunnenstraßen-Vorhabens wurde die Arbeit der Wasserbauingenieure abgeschlossen. Es wurde eine Abschlussversammlung mit anschließender Messe und Einweihungsfeier abgehalten, wo die Bürger über die Einzelheiten der gemeinsamen Pflicht des Bachabschlags informiert wurden, den sie jährlich am letzten Tag des Wonnemonds durchzuführen verbindlich vereinbarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schiffsbau  ===&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Lonwik Plattenfalz, Schiffsingenieur der [[Herzöglich-Ostarische Marine|Herzöglich-Ostarischen Marine]]&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schiffsbestand  ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Härtwigs Hafen sind, geordnet nach dem Zeitpunkt des Erwerbs, die folgenden Schiffe stationiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Nordschwalbe&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Herzöglich-Ostarischen Marine 29 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schnelles Post- und Kurierschiff&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, für den Betrieb auf dem Jolborn konzipiert, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Ruglaf&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt;&lt;br /&gt;
Profil: Ehemals &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;, Flaggschiff des Marinestützpunkts bis 48 n.A.III, Herzog-Uriel-Klasse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Bertrand und Elaine&#039;&#039;&#039; (erworben 37 n.A.III aus Ankur) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hauke, Pippin und Ragnar&#039;&#039;&#039; (Geschenk der Stadtbevölkerung 37 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Bewaffnete Fischereifahrzeuge, deren Äußeres anlassbezogen schnell angepasst werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiffe für den Einsatz auf dem Jolborn, auf dem Paltram ungeeignet, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Yngli und Nella&#039;&#039;&#039; (erworben 38 n.A.III aus Veitsburg) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ruderkampfschiffe, eines im Dienst, eines als Schul- und Trainingsschiff abgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Ruderkampfschiffe, werden auf Paltram bis Haukegericht und Jolborn in Hafennähe eingesetzt, seltener auch als Eskorte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Maurice von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 38 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Experimentierschiff der Arnacher Schiffsingenieure, arnachischer Prototyp der Flachbodenbauweise.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, seltener stakenbetrieben. Kann bei Hochwasser auf dem Paltram bis Haukegericht betrieben werden, bei Niedrigwasser bis zum Steinbruch. Betrieb auf dem Jolborn nur in Hafennähe, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Steinekalveram&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise zum Transport von Bruchsteinen oder Holz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt aussschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram zwischen Steinbruch und Härtwigs Hafen, mit Teilladung auch nach Haukegericht. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Der Baumflavius&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 39 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwerer Flusskahn in Flachbodenbauweise. Zum Transport von Holz, schweren Gütern, Ausrüstung oder (begrenzt) Bruchsteinen konzipiert. Etwas leichter und schneller als der &#039;&#039;Steinekalveram&#039;&#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Verkehrt ausschließlich stakenbetrieben auf dem Paltram, ist etwas leichter und schneller als der Steinekalveram, kann auch Flöße ziehen oder Personen transportieren. Nicht Jolborntauglich, nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Fredricaja von Rankenwies&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 41 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Leichtes und schnelles Fracht- und Kurierschiff in Flachbodenbauweise zum Verkehr zwischen Härtwigs Hafen und Haukegericht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel, Ruder und Staken, verkehrt hauptsächlich auf dem Paltram, hafennah auch auf dem Jolborn. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Limria und Rubriëch&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 44 n.A.III) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Schwer bewaffnete Eskortschiffe der &#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segel und Ruder, nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Heliodora von Oggnitz&#039;&#039;&#039; (erworben 44 n.A.III aus Betis) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: Ehemalige Darborkogge, mit moderater Bewaffnung aufgerüstet und für den Flussbetrieb auf dem Jolborn umgebaut. Kann von Begleitbooten geschleppt werden. Wird von Härtwig und Kommandantkapitän Erkenbold Starkarm hauptsächlich für den Handel mit gewinnbringenden oder kriegswichtigen Gütern sowie zum Transport von Truppen oder Ausrüstung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Kleiner Vormast (Schratsegel), Großmast (Rahsegel), kleiner Besanmast (Gaffelsegel). Für den Betrieb auf dem Jolborn ertüchtigt. Wird meist von zwei Eskortschiffen begleitet, die die Heliodora auch schleppen können. Nicht für den Paltram geeignet. Hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Wachfloss&#039;&#039;&#039; (werden seit 44 n.A.III laufend nach Bedarf gebaut) &amp;lt;br&amp;gt; &lt;br /&gt;
Profil: etwa 30 X 20 Fuß große, in wenigen Stunden hergestellte, koppelbare Flöße mit Anker, regulär mit 3 Zweier- und einem Dreierkanu (die Kanus können mit rückwärtigem Pfeilschutz zur sicheren Flucht betrieben werden), optional mit Kontrollhäuschen zur Abfertigung fremder Schiffe auf dem Jolborn, Palisade, Feldgeschütz und rasch wirkender Selbstverbrennungsanlage.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Nur in Hafennähe, kann mit Staken betrieben oder geschleppt werden oder treiben. Nicht für den Paltram geeignet. Nicht hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Rodevergk&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 46 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Baugleiches Schwesterschiff der &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;. Herzog-Uriel-Klasse. Erstes in Härtwig Hafen gebautes hochseetaugliches Schiff, erste Auftragsarbeit (Bestellung aus Leiana, nach Fertigstellung Übergabe an den Marinestützpunkt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039;&#039; (fertiggestellt 48 n.A.III)&lt;br /&gt;
Profil: Saarka-Klasse, in Auftrag gegeben von Richard von Arnach, der nicht wollte, dass ein mit der ersten &#039;&#039;Svanhild von Arnach&#039;&#039; baugleiches Schiff mit dem Namen &amp;quot;Rodevergk&amp;quot;  betrieben wird und unverzüglich erbost bei allen erdenklichen Stellen insistierte, dass stattdessen ein neues, modernes Kriegsschiff den Namen seiner Vorfahrin tragen wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsatz: Segelschiff, auf dem Paltram ungeeignet, hochseetauglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Category:Encyclopedia_Heligoniae]] [[Category:Ostarien]] [[Category:Baronat_Nordmark]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Hili</name></author>
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