Zum Rollenden Fass
| Standort | Dukatien |
| Wirtsleut | Gutbrecht und Schankknecht Tillmann |
| Quartier | nein |
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Wer sind die Wirte?
Damals in den guten Tagen in Lodenburg hatten Gutbrecht und Tillmann ihr Auskommen im „Vollen Fass“, doch ein unglückliches Schicksal wollte es so, dass die beiden ihre hoch verschuldete Taverne verkaufen mussten. Die beiden sind weder faul noch arbeitsscheu, doch leider etwas zu gutgläubig. Eines Tages klopfte ein gut gekleideter Herr an die Gasthaustür und ersuchte mit freundlichen Worten nach einer Bleibe, das beste Zimmer selbstverständlich. Gutbrecht und Tillmann beeilten sich dem vornehmen Gast ihre teuerste Suite herzurichten. Tagelang labte sich dieser an erlesenen Speisen und ward nicht müde alle anderen Gäste für eine Runde Bier freizuhalten. Wann immer der feine Gast auf die Rechnung angesprochen wurde, schaute dieser mit sorgenvoller Miene in seinen prall gefüllten Beutel, um dann zu verkünden, dass die Forderung noch nicht hoch genug sei, um mit seinen Golddukaten zu zahlen. Nun, die Wochen vergingen – Gutbrecht und Tillmann hatten keine Mittel mehr, um weitere Vorräte einzukaufen. Entschlossen klopften sie an die Zimmertür ihres Gastes, um die Forderung einzutreiben. Doch als niemand öffnen wollte, griffen sie zur Axt, um dann nur ein offenes Fenster vorzufinden, an dessen Rahmen an zerrissenes Laken im Wind flackerte. Der wohlbetuchte Gast hatte sich auf diesem Wege aus dem Staub gemacht und hinterließ neben einer unbezahlten Rechnung einen Beutel voller Steine.
Wo findet man die Taverne?=
Der letzte Ausweg aus ihrer Misere schien ihnen ein Kredit bei Gutbrechts Vetter, der ein florierendes Geschäft in Escandra führt. Der Vetter hatte ein Einsehen und schenkte den beiden Unglückraben ein paar Fässer bestes Bier, damit sie ihren Schankbetrieb wieder aufnehmen können. Schon befanden sie sich am Hafen von Escandra, als ihnen eine imposante Persönlichkeit begegnete. Dieser zog seinen Hut, während er sich leicht verbeugte und sich vorstellte: „Prosperato Güldenglanz, mein Name. Sicher habt Ihr schon von mir gehört! Heute ist euer Glückstag, denn ich werde euch reich machen!“ Gutbrecht und Tillmann hörten Prosperatos blumigen Erzählungen von einem sagenhaften Land namens Dukatien staunend zu. So ein Angebot konnten sie nicht abschlagen und so beschlossen sie Prosperato zu folgen. Warum auch das Bier billig in Lodenburg verkaufen, wenn man hier im unerforschten Land das Doppelte verdienen konnte? Und Konkurrenz gibt es hier auch keine, dafür aber viele durstige Abenteurer!
Nun das Abenteuer verlief zwar nicht wie geplant, denn Prosperatos Versprechen von unerschöpflichem Reichtum waren Geschwätz. Doch für die beiden vom Schicksal gebeutelten Wirte lohnte sich die Reise allemal. Vor der Rettung der Welt drückten sie sich erfolgreich, das überließen sie den mitgereisten Heldinnen und Helden. Sie trugen ihren Teil am Gelingen der Expedition bei, indem sie all das mitgebrachte Bier mit reichlich Gewinn verkauften.
Wen trifft man hier?
Schon nach einigen Tagen zogen die Abenteurer wieder ihrer Wege, doch Gutbrecht und Tillmann hatten hier eine neue Heimat gefunden. Die neue Taverne war zwar nur eine eilends zusammengezimmerte Bretterbude, doch die seltsamen Waldbewohner waren ihnen lieber als das betrügerische Gesindel der Städte. Der einstmalige Trunkenbold Tillmann hat den berauschenden Getränken abgeschworen und gewann so zunehmend an Handlungskompetenz. Gutbrecht, früher als einfältig bekannt, mauserte sich hier zur respekteinflößenden Führungspersönlichkeit. Zu seinen herausragenden Erfolgen zählen unter anderem die Verbreitung beliebter Tavernenspiele wie Darok oder Spickern unter den Eingeborenen. Außer den Eingeborenen kann man hin und wieder Zwerge antreffen und betrunkene Quez-Seletan. Gelegentlich sind auch Elfen im Rollenden Fass, die jedoch unter sich bleiben. Selten gesellt sich mehr als eine Reisegruppe hinzu.
Was ist geboten?
Der Vetter rollt in unregelmäßigen Abständen ein paar Fässer Bier heran. Diese sind bei durchreisenden Zwergen ebenso beliebt, wie bei den ansässigen Elfen. Um die sehr durstigen Quez-Seletan nicht zu betrunken zu machen, wird ihnen nur verdünntes Bier gereicht. Die so geleerten Fässer werden sofort zu Inneneinrichtung verbaut, so dass die Taverne sich im stetigen Wachstum und Wandel befindet. So wurde aus dem „Vollen Fass“ das „Rollende Fass“.
Doch genug vom Bier! Was ist denn sonst noch im „Vollen Fass“ geboten? Als einziges Gasthaus weit und breit genießen die beiden Wirte das Privileg sich ungehemmt auszuprobieren. In Ermangelung mehrerer Schlafräume vermieten sie einige Baumhäuser, die sie liebevoll „Sternenzimmer“ nennen. Einfache Plattformen, die zwischen dicken Ästen von großen Bäumen angebracht wurden, bieten Reisenden viel Ruhe in natürlicher Umgebung. Für durstige Ankömmlinge halten die Wirte immer einige Kannen kalten Tees vor. Die dafür erforderlichen Kräuter finden sich in der näheren Umgebung. Gegessen wird, was auf den Tisch kommt und das kann so ziemlich alles sein, was die Eingeborenen herbeischaffen. Elfischer Blütentee, wildes Wurzelgebräu, rätselhafter Kräutertrunk oder herzhafter Aufguss aus zwergischen Heilsteinen. Doch keine Bange; die Wirte kosten immer zuerst!
So traurig unsere Geschichte begonnen hatte und so steinig der Weg auch war, die Wirte vom „Rollenden Fass“ haben tatsächlich in Dukatien ihr Glück gefunden. Macht Euch also auf und besucht die beiden, dann können sie Euch ihre abenteuerliche Lebensgeschichte voller Länge erzählen.
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