(Ohne Titel) Regentropfen glänzen im dunstverhangenen Wald,
(Ohne Titel)
Regentropfen glänzen im dunstverhangenen Wald,
wuchernd eingewachsen grau zieht sich hin der Weg.
Vogel singt im Abendlicht, langsam wird es kalt.
In ein Bett aus hellem Gras müde ich mich leg.
Schwarze klare Nacht bringt bittren Frost und Sterne.
Morgennebel hüllen weiß die Sonnenscheibe,
kraftlos blaß blinkt sie mich an aus großer Ferne.
Der Winter kommt näher, wo ich dann nur bleibe?
Ach, die Kälte kriecht durch alle meine Kleider,
ob ich wohl bald ein Plätzchen für mich find?
Die Münzen sind auch etwas knapp geworden, leider.
Das flammenfarbene Laub dreht raschelnd sich im Wind.
Ein kleines Dorf, die Häuser ducken sich ins Tal.
Hundebellen. Ein Türspalt nur hört meine Bitte,
Ein windgeschütztes Eck? Vielleicht ein warmes Mahl?
Mißtrauisch folgen Augen jedem meiner Schritte.
Hinter verschlossenen Türen brennt hell warmes Licht.
Es drängen sich die Bauern um den Feuerschein.
Wie sehn ich mich nach einem freundlichen Gesicht,
Wär es denn besser brav daheim zu sitzen? Nein!
Doch jeder Winter muß und wird ein Ende haben.
Den Preis der Freiheit, der mir heut so bitter scheint,
kann ich mit leichtem Herz, mit einem Lachen zahlen,
wenn draußen überall das neue Leben keimt.
Nun hält mich kein Versprechen, keiner Liebe Band.
Was schert mich Euer Heim, was Euer Gut und Geld!
Sonnendurchflutet grün erwartet mich das Land.
Und hinterm Horizont liegt groß und weit die Welt.
(Jora Eisenstock?)