:Ausgabe 30/ Angaheymer Rufhorn

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Nials Erzählung

Die Abenddämmerung des 27.3.H. setzte bereits ein. Allmählich kehrte in dem geschäftigen Ort Felsbach Ruhe ein. Doch immer wieder sah man Leute, die sich auf den Weg zum Langhaus des Stammesfürsten machten. Warmes Licht schien aus dem großen Eingang, dessen zwei schwere, mit Tierornamenten und Eisenbeschlägen verzierten Türflügel weit offen standen. Ich hatte mich schließlich nach der Stallarbeit auch eingefunden. Denn heute wollte Nial Felsenhammer weiter von seiner Reise erzählen.

In der Mitte des Hauses prasselte in der mit Lehm eingerahmten Vertiefung das große Feuer. Und da saßen, hockten und standen sie nun, die Einwohner

von Felsbach. Und auch aus Lairg, Skagen und Aithil waren viele gekommen.

Die einen hockten auf Holzschemeln, die anderen saßen auf Fellen und wieder andere lehnten an den schweren Holzbalken oder ließen gleich im Gebälk sitzend ihre Füße baumeln. Die meisten drängten sich wie üblich um das riesige Ischgifaß, das Leif auf seinem Karren mitgebracht hatte.

Weiter vorne am Feuer saßen Leif Stahlschulter selbst, Tallrim Stabschwinger, der über sein Horn hinweg die kleine Ragna angrinste, die sich frech hinter einem Hocker versteckt hielt und Thorkar Mauerbrecher.

Neben dem hoch aufgebauten Sockel, der mit Fellen über und über bedeckt war, saß Josephina, die schon wieder etwas Farbe im Gesicht hatte. Die Augenringe waren aber dennoch nicht zu verleugnen. Auf seinem Hochsitz saß Nial, unser Thingsprecher, in der Hand ein Horn mit Ischgi, neben sich die schwere Grubenhacke aus Doromanosch, wie mir Gorm erzählte.

Gorm berichtete mir schnell, was ich verpasst hatte, denn die Erzählungen waren bereits in vollem Gange. Von der überstürzten Abreise, den Abenteuern in Doromanosch, den üblen Machenschaften des Xetochpriesters und von König Paulosch hatte Nial bereits auf dem Thing berichtet. Heute fuhr er fort an der Stelle, als Sonia und Grimbold in Doromanosch eintrafen.

Nial hatte von den Geschehnissen in der Heimat erfahren und sofort seinen Aufbruch vorbereitet. Als Dank hatte er von König Paulosch 400 Zwergenkrieger mit auf den Weg bekommen, die ihn bei seinen Vorhaben unterstützen sollten. Über große Umwege gelangte er schließlich durch den Schlangenkamm bis Wolfenfeld.

In den letzten Tagen vor der großen Begegnung der beiden Heere geschah dann im einzelnen folgendes:

15.3.H

Nial trifft auf seinem Weg Karg Schweigsam aus Birkenhain, der zwei Jahre auf Wanderschaft war. Dieser schließt sich Nials kleiner Armee an, um ihn

nach Angaheym zu begleiten.

16.3.H

Es sind nur noch wenige Tage bis zur Ankunft und Karg reitet im Eiltempo voraus, um die Lage in Wolfenfeld auszukundschaften.

18.3.H

Nur wenige Meilen vor der Wolfenfelder Grenze trifft Karg wieder auf Nial, völlig außer Atem berichtet er von einem 2000 Mann starken Drachenhainer Heer, daß sich für den 20.3.H zum Marsch auf Sarniant vorbereitet. Nial treibt seine Männer zu noch schnellerem Tempo an. Die Zwergenarmee bekommt von vielen Seiten Unterstützung und Verstärkung.

19.3.H.

Nial trifft in Wolfenfeld ein. Mit 400 Zwergenkriegern überquert er am Nachmittag die Brazachbrücke in Sarniant. Unter dem lauten Jubel der Bevölkerung ziehen die Truppen durch die Stadt und über den Marktplatz zum Schloß. Während die Zwerge davor Aufstellung nehmen, reitet Nial in den äußeren Schloßhof ein. Wenig später ziehen die Zwerge ab, um südlich von Sarniant Aufstellung zu nehmen und sich dort mit Angaheymer und Wolfenfelder Truppen zu vereinigen.

Angaheymer Truppen unter Leif Stahlschulter sind seit den Geschehnissen von Wiesensteig auf Wolfenfelder Boden. Die Wolfenfelder Wehr, geführt von Tallrim Stabschwinger, dem Waffenmeister Wolfenfelds, befindet sich ebenso seit fünf Tagen in Bereitschaft. Dennoch dauern die Vorbereitungen für den nächsten Tag bis tief in die Nacht. Die gesammelte Streitmacht würde die Drachenhainer Truppen mit Stahl und Mut erwarten.

20.3.H.

Morgengrauen

Im Morgengrauen erreichen die ersten Späher das Hauptquartier in Wolfenfeld. Drachenhainer Truppen haben unter der Führung des alten Waldemar und Angus McPhee von Tagil Wolfenfelder Boden betreten. Eine massierte Streitmacht befindet sich südlich des Dorfes Mühlberg flankiert, von einem kleineren Trupp Reiterei und Bogenschützen im Westen. Die Kundschafter berichten von 2000 Mann, bestehend aus Reiterei, Fußvolk und Bogenschützen. Auch Einheiten schwerer Reiterei mit den Farben Tlamanas sollen darunter sein.

Nial Felsenhammer ist sehr erbost über diese Vorfälle und bespricht sich mit seinen Beratern. Ein Wolfenfelder Bote wird den Drachenhainern entgegengesandt und Mühlberg wird als Austauschpunkt für die Unterhändler vereinbart.

Während sich die Zwerge und der Großteil der Wolfenfelder in der Ebene halten, zieht sich Leif Stahlschulter mit seinen Angaheymern auf die Anhöhen zurück.

Vormittag

Schon kurze Zeit später wird ein Bote von zwei Wächtern in das Angaheymer Hauptzelt geführt. Seine Augen sind verbunden. Auf Nials Geheiß nimmt einer von ihnen dessen Binde ab. Der Bote ist Koldewaiht von Hautzensteyn, der Baron von Luchnar. Die Stimmung im Zelt ist angespannt. Zwei Freunde stehen sich als Gegner gegenüber. Nach harschem Wortwechsel, in dem beide den jeweiligen Standpunkt dargetan haben, überreicht Koldewaiht Nial einen Brief von Waldemar mit dem Geheiß, sich nicht in Drachenhainer Angelegenheiten einzumischen. Lachhaft! Waldemar schien nicht gemerkt zu haben, daß inzwischen weit mehr aus seinen wirren Gedanken entstanden war.

Der Bote verläßt das Lager wieder mit verbundenen Augen. Die Stunden vergehen, weitere Späher geben Kunde von den Geschehnissen.

Mittag

Gegen Mittag kommt es im Lager der Wolfenfelder und Angaheymer Truppen zum Aufruhr. Zwei schwer Bewaffnete Krieger stürmen halb besorgt, halb grinsend in das Zelt von Nial Felsenhammer und werfen einen Fremden grob vor dem Hochsitz auf den Boden.

Es ist der Anführer von 200 Tagilschen Fußsoldaten. Diese hatten sich hinter den Wolfenfelder Linien in einem Waldstück eingegraben. Wollte Waldemar

einen Zweiflankenangriff vorbereiten, oder hat er seine Truppen noch genausowenig unter Kontrolle wie bei Wiesensteig? Wie auch immer, die Tagilschen Truppenteile werden entwaffnet und bis auf weiteres ehrenvoll festgesetzt.

´´Wenn Waldemar es so will, kann er es auch so haben!!!´´ ruft Nial laut durch das Lager.

Nachmittag

Am späten Nachmittag erreicht Grarim Eisenfaust das Zelt seines Neffen Nial und berichtet diesem, daß Josephina mit Geleit auf dem Weg ins Drachenhainer Lager sei. Gleichzeitig treffen Späher ein, die von einem massierten Truppenrückzug auf Drachenhainer Seite berichten. Nial Felsenhammer bricht ohne zu zögern mit fünf seiner erfahrensten Pratzen auf und prescht in vollem Galopp in Richtung des Drachenhainer Lagers.

Dort angekommen, sieht er sich Waldemar gegenüber. Kaum daß dieser Nial erblickt, wendet er sich von Josephina ab. Ein heftiger Streit entbrennt, der monatelange Zwist zwischen Drachenhain und Angaheym soll hier seinen Höhepunkt finden.

Waldemar fordert Nial auf, sein Land zu verlassen und sich nicht in seine Angelegenheiten einzumischen. Nial Felsenhammer regiert zuerst leicht verwundert ob der Anmaßungen des Grafen, waren ihm doch aus Doromanosch andere Sitten in Erinnerung, dann immer gereizter auf die Verhaltensweisen von Waldemar. Letztendlich droht die Sache Außmaße anzunehmen, die das ganze Reich betreffen könnten. Auge in Auge mit dem Grafen erklärt Nial diesem die Fehde zwischen Angaheym und Drachenhain und zieht sich vom Ort des Geschehens zurück. Drei Pratzen folgen ihm.

Abend

Zurück im Zelt werden hitzige Beratungen geführt. Waldemar hatte den Angaheymer Truppenabzug gefordert. Aber so schnell würde er diesen nicht bekommen. Die Leibwache wird verstärkt, und alle Angaheymer befinden sich in erhöhter Bereitschaft. Gegen Abend treffen erneut Gesandte aus dem Drachenhainer Lager ein. Es handelt sich dabei um Josephina, die in Begleitung von Koldewaiht von Hautzensteyn und Angus McPhee erscheint. Die vier Speerwachen am Hochsitz lassen keinen der beiden Vasallen Waldemars aus den Augen. Es herrscht brüllende Stille bis Josephina beginnt zu erklären, oder dies jedenfalls versucht. Den Tränen nahe klärt sie ein böses Mißverständnis zwischen Onkel und Nichte, welches fast zu einer Schlacht mit mehr als 4000 Mann geführt hätte, in der viele den Tod gefunden hätten. Nial unterbricht sie, als sie zur Flasche greifen will, er hat genug gehört, während Leif Stahlschulter seine Base sanft aber bestimmt das Gefäß entreißt.

Eingehende Beratungen der Sippenoberhäupter scheinen es zu bestätigen: Der drohende Konflikt zwischen Drachenhain und Wolfenfeld scheint beigelegt. Aber die Fehde mit Angaheym besteht nach wie vor. Wie soll man weiter vorgehen? Angus McPhee, der Baron von Tagil und zeitgleich Schwertführer von Drachenhain löst dieses Problem. In Vertretung für Waldemar fordert er Nial Felsenhammer, den Angaheymer Stammesfürsten zum ehrenvollen Zweikampf, um die Fehde beizulegen. Ohne einen Gedanken an den feudalen Stand zu verschwenden, stellt sich Nial. Noch im Zelt findet die Auseinander-setzung statt und nach kurzer, harter Anstrengung unterliegt der Baron von Tagil.

Auge in Auge stehen sich die Gegner gegenüber. Nach einigen stillen Momenten, in denen nur das Knacken der Fackeln zu hören ist, scheint es entschieden zu sein. Beide Parteien sind zufrieden. Die Fehde, die nur von kurzer Dauer war, ist beigelegt. Ein kräftiger Handschlag besiegelt die Entscheidung.

Nachts

Die am Mittag festgesetzten Tagilschen Fußsoldaten bekommen freies Geleit. Auf Einladung von Josephina und Angus McPhee wird im vereinigten Heerlager von Drachenhain-Wolfenfeld-Angaheym noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert.

Im Langhaus war es schon längst stiller geworden. Das Feuer war bis auf eine schwache Glut heruntergebrannt. Josephina war schon früh zu Bett gegangen und das Ischgifaß war fast leer. Die kleine Ragna war schon fest am Bauch von Feach, dem riesigen Hofhund eingeschlafen. Nial hob leise noch einmal das Ischgihorn, und dann gingen auch die letzten ins Bett. Viele Angaheymer dachten in dieser Nacht an ihre Abenteuer im Nachbarland, an die neue Verbindung zwischen Angaheym und Wolfenfeld, an die pruzzischen Vorfahren und das legendäre Zwergenreich von Doromanosch.

Asker, der Waldläufer


Aus diesem Grunde:

Tatzelfelser Honigmeth

Wenn etwas aus dem Lot gerät!