:Ausgabe 32/ Der Trommler

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Die 'Wacht' an der Ostra

Mit großer Anteilnahme hat das Volk der Markgrafschaft Norrland-Brassach die traurige Kunde vom Angriff der ödländer auf die nördlichsten Landesteile des Fürstentumes Drachenhain, Kratorpolis und die Leomark, vernommen. Obwohl nun schon einige Monate ins Land gezogen sind, seitdem die einstige ostarische Baronie Brassach überraschend überfallen wurde, sieht man vielerorts Sorge und auch Angst in den Gesichtern der einfachen Leute. Auch der Adel zeigt sich von dem erneuten Auftauchen dieser schrecklichen Gefahr äußerst betroffen. Allerorts unvergessen sind die grausamen Taten der Wilden in den Landesteilen der Markgrafschaft, die früher zur Baronie Brassach gehörten. An eine Aufhebung des Kriegsrechtes, welches am vierundzwanzigsten Tag der dritten Poëna im Jahre siebenundachtzig nach der Erleuchtung in der Baronie Brassach verhängt wurde und über dessen Außerkraftsetzung man in den letzten Wochen bereits sprach, denkt heute niemand mehr.

Schwebt nun in den ersten Tagen der dritten Saarka neunzig nach der Erleuchtung erneut die Gefahr eines Angriffes der grausamen Wilden wie ein Schatten über die erst vierzehn Monate junge Markgrafschaft Norrland-Brassach? Kundschafter und Späher, die auf der norrland-brassachischen Seite der Ostra patrouillieren oder das ungastliche Nordufer der Ostra von den bereits gebauten Türmen der Grenzbefestigungen überschauen, konnten keine aufmarschierenden Heere ausmachen. Zwar läßt die ,Unwirklichkeit' der anderen Seite eine genaue überwachung nur schwerlich zu, das Land nördlich des Flusses ist ständig mit einem mysteriösen Nebelschleier verhangen, aber dennoch bemüht man sich redlich, jede Veränderung wahrzunehmen. Auf das gegenüberliegende Ufer wagt sich niemand freiwillig, denn dort vergeht die Zeit nach anderen Gesetzen. Zu groß ist vielen die Gefahr sich bereits nach wenigen Schritten im zunehmenden Nebel zu verirren und dann auf ewig verloren zu sein. So wie die Norrländer seit Zeiten den Parimawald meiden, so sehen alle Bewohner des westlichen Brazachufers davon ab, die Ostra in nördlicher Richtung zu überqueren.

Obwohl man in den letzten Monaten vorrangig und mit aller Kraft an der Sicherung der Nordgrenze der Markgrafschaft gearbeitet hat (HB26 und spätere Boten berichteten), ist die Befestigungslinie am Ostraufer nicht an allen Stellen fertig. Einige Verteidigungsstellungen, Wehranlagen und Türme sind noch zu bauen und auch der zum Schutz vor Feuer mit Mörtel bestrichene Palisadenzaun, auf dem Südufer wenige Schritte vom eigentlichen Flußlauf entfernt gebaut, weist an so mancher Stelle noch eine Lücke auf. Viele Bäume sind in den letzten Monaten dem Bau zum Opfer gefallen und weitere grenznahe Wälder werden alsbald mit der Säge und der Axt Bekanntschaft machen. Gleichwohl man bei der Befestigung der Nordgrenze jede Mulde oder Senke aber auch jeden Hügel oder Wall mit einbezieht, sind zudem noch etliche Gräben auszuheben, die nach Fertigstellung mit Wasser zu füllen sind. Hierbei leistet jeder seinen Beitrag: Die Schwerter, Lanzen, Armbrüste und Bögen der Krieger wurden gegen Hämmer, Sägen, äxte und Schaufeln ,eingetauscht'. Soldaten der Templer und des norrland-brassachischen Heeres arbeiten Hand in Hand mit den Bauern und Handwerker, die entsprechend der norrland-brassachischen Militärstatuten zum Arbeitseinsatz gerufen wurden. Auch die Frauen und Kinder der Templertruppen, die der Ordensmarschall Hadebrand von Grauburg in der großen Templer-Ballei Hohentor angesiedelt hat, helfen bei der Sicherung ihrer neuen Heimat, indem sie für die ,Arbeiter' kochen und waschen. Die Geistlichen des Templer-Ordens unter der Führung ihres Hauptspittlers Benedikt Honorius tragen zum Gelingen bei, indem sie sich um das Seelenheil kümmern und beim Bau erlittene Verletzung versorgen.

Mit Hochdruck arbeitet man also weiterhin an der Fertigstellung des Bollwerks, denn die noch milden Tage des anscheinend spät einsetzenden Winters in der Markgrafschaft sollen nicht ungenutzt verstreichen. Aber schon jetzt wäre man auf einen möglichen Angriff besser vorbereitet als dies in den Poëna-Monaten des Jahres siebenundachtzig nach der Erleuchtung je der Fall war. Nicht noch einmal würde es den ödländer gelingen, ihre Füße auf den Boden zu setzen, den seine allerdurchlauchtigste Majestät dem Markgrafen unmittelbar als Erblehen anvertraut hatte. Niemals wieder soll es dem unerbittlichen Feind gelingen, Frucht und Schrecken auf nun markgräflichen Boden zu tragen. Der Vorteil der überraschung ist dem Gegner allemal genommen worden. Vielerorts sind die Truppen seiner Hochgeboren postiert: Ob es nun die ,Eigenen', die Mannen des Barons von Dachsrode, des Barons von Grauburg oder die Templersoldaten unter der Führung ihres Ordensmarschalls sind, allesamt bilden sie eine Einheit, die nur schwerlich zu schlagen ist. Sollte es ein Gegner wagen, unerlaubt die norrland-brassachische Nordgrenze zu übertreten, würde man ihn bereits auf der Ostra von den Türmen herab mit Pfeilen und Bolzen eindecken. Die ebenfalls dort postierten Melder würden indessen durch Flaggen- und Sturmglockensignale den jeweiligen ,Grenzkommandeur' informieren, der daraufhin die Truppen in Bewegung setzen würde. Die Reiterei kann sodann binnen kurzer Zeit in das Kampfgebiet preschen. Fußtruppen würden zielgenau folgen, um dem Gegner vollends Einhalt zu gebieten. An strategisch günstigen Stellen einige Meilen hinter der Grenze errichtet man zudem Vorratslager, um Material für die kämpfende Truppe zu horten und somit den Nachschub für die Front zu sichern.

Nein, es wäre überaus töricht, in der Markgrafschaft Norrland-Brassach einen Angriff zu wagen! Sicherlich wird keine heligonische Grenze so gut bewacht und kontrolliert, wie die Nordgrenze der Markgrafschaft Norrland-Brassach von Dachsrode bis Ostramünd. Vielleicht traf deshalb auch der jüngste Angriff der barbarischen ödländer die Leomark und Kratorpolis ...

Ein Versprechen wird eingelöst

Am zwanzigsten Tage der dritten Saarka war es nun also soweit. Eben an jenem Heliostag erreichte der stattliche Troß des Fürsten von Drachenhain die südliche Landesgrenze der Markgrafschaft Norrland-Brassach. Und somit erfüllte sich ein vor einigen Monaten gegebenes Versprechen Waldemars, die Markgrafschaft zu besuchen. Da der Fürst ein wenig Zeit mitgebracht hatte, sollte sein Besuch wesentlich länger ausfallen als der Aufenthalt Prinz Leomars in der Markgrafschaft vor einigen Monaten. Markgraf Kalveram beauftragte den Baron Hagen von Grauburg, dem Fürsten entgegen zu reiten und ihn mit einer Ehreneskorte gleich an der Grenze, ein paar Meilen südlich von Bogenfeld, im Namen seiner Hochgeboren herzlich zu begrüßen. Im Troß Waldemars reiste auch der Baron von Tagil, der mit einer Einheit tagiler Mannen eigens angereist war, um den Zug des Fürsten zu verstärken, nachdem sich die Kunde über den Angriff der ödländer auf die Leomark und Kratorpolis verbreitet hatte. über diese Verstärkung herrschte etwas Verwirrung. Hatte man etwa vergessen, daß durch die allgegenwärtige Präsenz der Templer zu Ankur und der markgräflichen Einheiten der Anteil der Soldaten an der Bevölkerung der Markgrafschaft wesentlich höher war, als dies in anderen Teilreichen Heligonias der Fall war? Immerhin sichert man doch die Nordgrenze des zivilisierten Teiles des Königreiches und ward allzeit bereit, gegen Feinde loszuschlagen. Da diese Verstärkung des Trosses vermutlich wohl alleine aus Sorge um den Fürsten geschah, ein ehrenwertes Motiv, ging man in Norrland-Brassach über diesen Vorfall ohne eine Bemerkung hinweg.

Baron Hagen von Grauburg geleitete sodann den Herren der Drachentrutz nach Tarnam, wo Markgraf Kalveram, Baron Gilbert von Dachsrode und Hadebrand von Grauburg, der Ordensmarschall der Templer zu Ankur, bereits auf den hohen Gast warteten. In den folgenden Tagen und Wochen nutzten die hohen Herren die Zeit für intensive Gespräche, Jagdausflüge oder kleine Reisen, um dem Fürsten die Markgrafschaft zu zeigen. Da der Fürst besonderes Interesse an den neuen Landesteilen zeigte, verbrachten die Herren letztendlich mehr Zeit in Feldlagern im Norden als etwa auf Burg Brassach. Mit großer Aufmerksamkeit beobachtete der Landesherr von Drachenhain auch die Arbeit des Ordens der Templer zu Ankur, der in der Markgrafschaft seine Heimat gefunden hatten. Der Aufbau der Templer-Ballei Hohentor und der Burg Daronsfeste schienen den alten Strategen besonders zu interessieren, denn hier wurden die neuesten Erkenntnisse des Festungsbaus umgesetzt. Als Waldemar anschließend die Grenzbefestigungen an der Ostra in Augenschein nahm, zeigte sich der Fürst sichtlich beeindruckt. Zu seinen Begleitern sagte er wörtlich: "Meine Hochachtung, Markgraf Kalveram! Das ist der Weg, den auch wir zu gehen haben, um die Leomark und Kratorpolis dauerhaft für Drachenhain und unseren König in Besitz zu nehmen!".

Während der Ausflüge und Besichtigungen erörterten die beiden Hochadligen die verschiedensten heligonischen Angelegenheiten. Auch der Drachenhain-Konflikt war ein Thema, über das man sprach. Nachvollziehbar sei sein Handeln gewesen, versicherte Markgraf Kalveram, der sich noch gut an den Umsturzversuch des ehemaligen Barons zu Caronia, Anholt von Brassach, erinnern kann, dem Fürsten. Auch wenn die Situation in Drachenhain, dem Einen sei Dank, im nachhinein vollkommen anders zu bewerten sei als die in Norrland-Brassach, so zeigen dennoch beide Situationen, daß es Momente gibt, in denen man handeln muß, ohne alle Fakten zu kennen und die königliche Ordnung über familiäre Bande zu stellen hat. Nicht unerwähnt blieb auch die Verwicklung der Lormark in diesen unglücklichen Vorfall. Auch wenn die Lormark im ödlandkrieg der Baronie Brassach mit der Entsendung von Spähern ausgeholfen hatte, sieht sich der Markgraf in diesem Fall außerstande eine Lanze für Nimue von Aue zu brechen. Eine Außerachtlassen des königlich-heligonischen Vasallenrechtes, aus welchen Gründen auch immer, kann nicht toleriert werden.

Als Fürst Waldemar nach fast fünf Wochen wieder zur Drachentrutz aufbrach, trennte man sich in aller Freundschaft. Nach einer erneut ausgesprochenen Einladung durch den Fürsten versprach Markgraf Kalveram alsbald für einen Gegenbesuch nach Drachenhain zu reisen.

Der Orden der Templer zu Ankur sichert Karr seine Unterstützung zu

Die Schreiber des Trommlers konnten unlängst in Erfahrung bringen, daß der Großmeister der Templer zu Ankur, Markgraf Kalveram, dem Freiherren Karr zu Talwacht, seines Zeichens Großkreuzritter der Templer, bei seiner Suche nach den vermißten Mitgliedern der Familie von Celvar und der verschwundenen Feste Talwacht Hilfe zugesichert hat. Nach einer dringlichen schriftlichen Bitte Karrs, ihm bei seinem Vorhaben zur Seite zu stehen, war es dem Markgrafen ein besonderes Anliegen, den Freiherren bei seiner Suche nach den ligoniischen Adligen, die man zudem persönlich kannte, zu unterstützen. Unverzüglich ließ seine Hochgeboren in der norrländischen Stadt Rahl ein Lager für Karrs Mannen errichten. Da man in Anbetracht einer neuerlichen ödländischen Gefahr keinen eigenen Mann entbehren möchte, unterstützt man den Freiherren und seine Mannen bei ihrer ehrenvollen Suche mit Waffen, Proviant, Lasttieren und anderen hilfreichen Dingen. Lediglich ein Priester, der sich um das Seelenheil der an der Mission beteiligten Mannen kümmern soll, wird die Expedition begleiten.


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