:Ausgabe 32/ Drachenhainer Herold: Unterschied zwischen den Versionen

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Brief, von Seiten der Lormark eine eindeutige Stellungnahme.
 
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Feste Drachentrutz, Burg Tatzelfels und Sarniant, 2. Tag des 1. Poena
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Schillwunk "die Feder" Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter
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Feste Drachentrutz, Burg Tatzelfels und Sarniant, 2. Tag des 1. Poena n.A.III 27
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Der Botenartikel Eures Hofberichterstatters Meriadoc ap Fychan "Noblesse
 
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Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Vogtin von Tatzelfels
  
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Baronin Josephina von Wolfenfeld rief kürzlich die Bevölkerung
 
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[[Kategorie:Drachenhainer Herold]]

Aktuelle Version vom 5. Februar 2008, 20:52 Uhr

Höret höret,

Seine Durchlaucht Fürst Waldemar von Drachenhain geben kund und zu wissen, dass auf die Erhebung des Landes Drachenhain zum Fürstentum nun eine änderung des Landes- und Familienwappens folget. So fiel die Wahl auf das alte Halmarwappen, das Hoheitszeichen des ruhmreichen Stammesvaters der Drachenhainer Familie. Graf Halmar, genannt der Drachenprinz, gründete 466 v. A.III das Land. Bis zum heutigen Tage wird Drachenhain von Halmars direkten Nachfahren regiert.

An dieser Stelle soll auf eine detaillierte heraldische Erklärung verzichtet werden, anstelle von Worten soll ein Bildnis des Wappens stehen, damit es sich auch der einfache Gemeine einprägen und künftig erkennen kann.

Schillwunk "die Feder" Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter

Ein neues Wappen

Ein neues Wappen soll ich aufhängen, haben die Herrschaften mir befohlen. Viele Wappen habe ich hier schon auf- und abgehängt im Wappensaal von Escandra. Sogar einige ganz Neue sind hinzugekommen im Laufe meiner Dienstzeit, und die währt schon ziemlich lange. Wieder andere sind verschwunden, ohne Ersatz. Das Wappen hier soll ich abhängen und gegen ein neues austauschen, hat man mir gesagt.

Ich kenne das alte Wappen gut. Es war schon immer eines meiner liebsten. Es ist das Wappen der Grafschaft Drachenhain. Kennt Ihr es? Es zeigt einen gehörnten, goldenen Drachen auf schwarzem Grund. Ich mag es deswegen so, weil mir die Legende, die dazu gehört, so gut gefällt. Die Legende, die besagt, dass Graf Halmar, der Gründer von Drachenhein, einst jenen Drachen in einer langen, blutigen Schlacht geschlagen hat. Ganz allein stellte er sich dem fürchterliche Drachen gegenüber, nachdem dieser die Stadt Jolbruck zerstört hatte und tötete ihn. Blutüberströmt und mit den Hörnern des Drachen in der Hand trat er seinen Männern dann wieder gegenüber und ließ an der Stelle die Feste Drachenzahn erbauen.

Ja, so erzählt es die Legende. Und deshalb ist Jolbruck zwar die Hauptstadt der Grafschaft Drachenhain, aber der Regierungssitz ist die Feste Drachenzahn.

Aber Drachenhain ist ja jetzt keine Grafschaft mehr. Der König hat den guten Grafen Waldemar nämlich vor ein paar Wochen zum Fürsten erhoben. Wegen seiner großen Verdienste und weil es gerecht ist, sagen die Herrschaften.

Ich weiß nicht, ob sie damit recht haben. Ich bin ja nur ein einfacher Diener. Wer fragt mich schon nach seiner Meinung? Aber ich denke mir immer, dass es so große Helden wie früher in den Legenden wohl nicht mehr gibt. Und manchmal frage ich mich dann, ob es sie wirklich gegeben hat. Aber das muss es wohl, denn sonst würde man sich die Geschichten nicht erzählen. Und den Graf Halmar, den hat es bestimmt gegeben. Ihn und den Drachen, den er erschlagen hat. Und der Graf Waldemar, der ja ein Nachfahre von ihm ist, ist ein guter Mann, deshalb ist es bestimmt recht, wenn er nun Fürst ist.

Deswegen bin ich jetzt auch hier, um das Wappen auszutauschen. Etwas blass ist es ja schon geworden über die Jahre, das alte Wappen. Das Schwarz ist schon angegraut, ist stumpf geworden und brüchig wie der Stoff. Und das Gold des Drachenkopfs glänzt nicht mehr so richtig, wenn der Drache auch recht edel aussieht in seiner alten Goldpatina. Doch etwas mehr Glanz würde ihm schon gut zu Gesicht stehen. Da bin ich aber gespannt, wie das neue Wappen aussieht. Hoffentlich ist der Drachenkopf noch drauf.

Ja, da ist es. Wie der Drache glänzt, keine Patina mehr. Ganz neu und funkelnd ist er. Und kein Kopf mehr sondern ein ganzer Drachenleib ist jetzt auf dem Wappen, mit einem Schwanz, der sich unten ringelt und Schwingen, die sich nach rechts in die Luft recken.

Mit furchterregenden Klauen, die mit blutigroten Krallen nach links zeigen. Ach, und der Kopf mit dem finsteren Blick schaut nach rechts über die Schwingen und speit sogar Feuer, so rot wie die blutigen Krallen. Das ist ein Drachen! Und wie der Hintergrund auf dem neuen Wappen wieder so richtig samtschwarz ist! Schön ist das!

Armes altes Wappen! Dagegen kommst du nicht an, nicht wahr? So lange hast du deine treuen Dienste geleistet und nun hängt man dich einfach ab. Jetzt gehörst du zum alten Eisen. Man wird dich vielleicht gar wegwerfen. Leid tut mir der Gedanken schon. Wie gern habe ich immer hoch geblickt. Nun muss ich mich an einen neuen Drachen gewöhnen, der da oben hängt. Auch wenn er neu ist und schön, werd ich dich doch vermissen. Warst mir doch lieb geworden über die Zeit.

Ob mich wohl auch jemand vermissen wird, wenn jemand anders hier die Wappen austauscht? Wenn ich eines Tages gegen einen Neuen und Jüngeren ausgetauscht werde? Weil ich die Leiter nicht mehr so gut erklimmen kann oder wenn ich gar wirr im Kopf geworden bin. Der Gedanke tut schon weh. Irgendwann mal ebenso zum alten Eisen zu gehören wie das alte Wappen hier in meinen Händen. Da wünsche ich mir, ich hätte ein bißchen vom Mut des Grafen Halmar in mir. Dass ich ebenso kühn und wohlgemut dem Tod ins Auge lachen könnte wie er damals dem Drachen.

Aber vielleicht ist das ja zuviel verlangt von den Göttern. Vielleicht genügt es ja, wenn ich meine Ablösung hinnehme so wie all die Wappen, die ich hier schon abgehängt habe: mit Würde und mit stiller Duldung, in der Hoffnung, dass etwas Besseres nach mir kommen mag. So mag ich es halten. Das wäre mehr, als ich erhoffen kann. Und wenn eine der Herrschaften hier sich an mich erinnern würde, so wie an eines der alten Wappen, dann wäre das doch schon der Gnade genug.

Nicht wahr?

Erste Kriegsvorbereitungen in Rebenhain

Nachdem die Ödländer jetzt die schwachen neuen Reichsgebiete im Norden am Jolborn angreifen, werden in Rebenhain Kriegsvorbereitungen getroffen. Der Winter behindert sofortiges Losschlagen. Im schlimmsten Falle muß gewartet werden, bis das Frühlingshochwasser abgeebbt und der Fluß schiffbar sicher ist.

Bis dahin ergreift seine Hochwohlgeboren folgende Maßnahmen:

  1. Späher werden zu Land und zu Wasser ausgeschickt, um den Feind ausfindig zu machen und ihn auszukundschaften.
  2. 150 Mann bekommen bis Ende des Frühjahrshochwassers die Gelegenheit, sich zum eigenen und zum Ruhme Rebenhains, zur Aufbesserung des eigenen Beutels und der Kriegskasse an der Suche nach Theo Franzler beteiligen.
  3. Die Bewaffnung wird kriegsmäßig in die Lagerhäuser am Jolborn verbracht.
  4. Schiffe zum Transport der Krieger werden gesammelt und bereitgestellt.


Trink Traubenblut aus Rebenhain,

dann wird das Denken besser sein!

Sehr verehrter Vogt und Ritter Leonidas von Rabenweil!

Verzeiht bitte, dass ich mich wegen dieser Angelegenheit an Euch wende, aber die Sache ist einfach zu wichtig, um weiter aufgeschoben zu werden. Und da unser Kloster doch in Eurer werten Vogtei liegt, da ist es doch auch an Euch, sich um uns zu kümmern - wir, Eure ceridischen Nachbarn. Auch wenn Ihr selbst Ogede seid.

So sehe ich das jedenfalls.

Es ist ja nicht so, dass uns Mönchen in unserem Kloster eine Gefahr an Leib und Leben drohen würde. Bewahre! Ich möchte keine falschen Befürchtungen in Euch wecken. Doch die Nöte, die uns quälen, sind schlimm genug, dass sie dem Geisteszustand einiger Brüder abkömmlich sind. Das Schlimmste ist zu befürchten in dieser Hinsicht, zumal ja keine echte Bedrohung zu finden ist. Wir haben uns da schon in der Nähe und auch im Kloster selbst genauestens umgesehen. Wir

wollten uns schließlich nicht von Euch vorwerfen lassen, wir wären der Angelegenheit nicht gewissenhaft nachgegangen, bevor wir uns um Hilfe an Euch wenden. Doch nach eingehender Prüfung der örtlichkeiten und nach fortschreitender Pein meiner Mitbrüder scheint es mir nun geradezu meine Pflicht, Euch um Eure werte Unterstützung zu bitten. Und mir will scheinen, dass es ebenso Eure werte Pflicht ist, uns diese zu gewähren.

Doch ich will nicht vorgreifen. Hört Euch erst die Schilderung der spektakulären Vorfälle an, die uns das Leben im Kloster seit einiger Zeit so erschweren, dass es uns inzwischen fast unmöglich geworden ist, auch nur einen erholsamen Schlaf zu finden. Diese Vorfälle, die inzwischen fast jede Meditation oder inniges Gebet unmöglich gemacht haben. Die einige meiner Brüder in stumpfe Teilnahmslosigkeit verfallen ließ. Andere dagegen zu Exzessen der Selbstgeißelung trieben, da sie ihren eigenen sündhaften Geist für die Bilder in ihren Köpfen verantwortlich machten. Bis zu jenem Einen, der sogar danach trachtete, das Werkzeug seiner Schandtaten, blutig entfernen zu müssen. Wovon wir ihn jedoch, dem Einen sei es gedankt, im letzten Moment abhalten konnten. Und traurigstes Schicksal, das jenem vorbehalten war, der der entsetzlichen Prüfung nicht gewachsen war und aus unseren Reihen ausschied, weil er glaubte, der Eine habe ihn verlassen.

So furchtbare und grauenhafte Dinge haben sich in den letzten Wochen in unseren Mauern zugetragen, dass ich eigentlich nicht darüber reden möchte.

Unschicklich scheint es mir, Euch mit diesen Dingen zu belästigen und noch unschicklicher, sie einem Ogeden gegenüber überhaupt zu erwähnen. Und doch kann ich nicht anders, ist es ja gerade mein Gewissen, das mich dazu zwingt, endlich einzuschreiten und dem Leiden meiner Mitbrüder damit vielleicht ein Ende zu machen. So der Eine es will und Ihr in Eurer Großmut dazu in der Lage seid.

Ihr müsst diesem Treiben einfach ein Ende setzen, werter Vogt! Das gebietet Euer Adel und Euer Stand. Niemand wie Ihr kann einfach zusehen, wie Mitmenschen in seiner Nähe derart gequält und gefoltert werden - durch die Träume, die ihnen aufgezwungen werden. Ja, aufgezwungen, sage ich! Niemals kann ich glauben, dass diese Träume - Fast sträubt es mich, dieses Wort für die fürchterlichen Szenen, die sich da auch während meines Schlafes in mir abgespielt haben, zu gebrauchen; so obszön und widerlich waren sie! - aus unseren eigenen Seelen stammen. Etwas, oder sollte ich besser sagen, jemand anders muss sie uns beschert haben. Anders kann es nicht sein, sonst müsste ich meinen Glauben an den Einen verlieren. Und das kann ich einfach nicht hinnehmen.

Und so bleibt mir nur ein Gedanke: Dass es Hexen sind, die in der Nähe des Klosters ihre teuflischen Tänze aufführen, die uns zu derlei widerwärtigen Gedanken verführen. Die uns ihre wohllüstigen Leiber im Schlafe vorgaukeln, ihre wippenden, üppigen Brüste, die runden, gespreizten Schenkel mit der Verlockung des weichen, behaarten Hügels der Scham dazwischen, der darauf wartet, mein williges Werkzeug des Vergnügens in sich aufzunehmen, so dass ich es manchmal lieber verdorrt oder gar abgeschnitten sehen möchte wie jener Bruder, der Hand an sich selbst anlegen wollte.

Ich bitte Euch inniglich! Helft uns! Macht diesem Treiben ein Ende! Ich beschwöre Euch! Niemand kann diesem Begehren auf die Dauer standhalten. Schon jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, merke ich schon wieder, wie der Stachel in mir wächst und anschwillt, dass ich kaum noch meine Hand dazu bewegen kann, diese Worte zu beenden, ohne dass es mich zerreißt und der mühsam geschnürte Knoten platzt. Schweiß steht schon auf meiner Stirn bei dem Gedanken, was ich tun soll, da ich diese Feder niederlege. Denn dann hat meine Hand nichts mehr, woran sie sich festhalten kann. Dann ist es allein mein Glaube, der mich noch retten kann.

Und Ihr, werter Herr Leonidas! Deshalb dieses Schreiben, das mich mehr gequält hat, als Ihr vielleicht je vermuten könnt. Das mich mehr Blut und Schweiß gekostet hat, als jede andere Prüfung, die der Eine mir bisher auferlegt hat. Möge Der Eine Euch Euer Opfer lohnen und Euch segnen für Eure Hilfe!

In aufrichtiger Wertschätzung und mit inniglicher Bitte!

Bruder Salbfried vom Kloster Hirschenau


Der Wettlauf um Burg Talwacht

Syria Jaldis von Drachenhain wider Karr dem Jäger, Freiherr von Talwacht

Die Gerüchte haben sich nun tatsächlich bewahrheitet. Ihre Hochgeboren Syria Jaldis von Drachenhain und Freiherr Karr von Talwacht, genannt der Jäger, bestreiten gegeneinander eine Wette zum Ziele der Wiedererlangung der seit Jahren verschollenen Burg Talwacht. Wer diese - mit seinen Mitteln - zuerst betrete, gewinne, heißt es.

Was nach einem Spiel klingt, ist tatsächlich bitterer Ernst, denn bereits seit Wochen werden von Seiten des Freiherrn zahlreiche Truppen Freiwilliger und Söldner ausgehoben, ausgerüstet und, wie es an entsprechender Stelle heißt: "Auf den Weg gebracht". Gleichzeitig schließen sich nun nach und nach auch namhafte Adlige und Reiche Heligonias dieser Abenteuer ins Ungewisse an.

Der Heliosbote wird sich in den kommenden Wochen und Monden befleißigen, seinen Lesern ein "Status quo" der beiden Parteien anbieten zu können, in dem Näheres zum "Wer, Wie, Wann, Wo und vor allem Warum" zu erfahren sein wird. Aus diesen Zeilen ist unschwer zu entnehmen, wie sehr Ihre Hochgeboren Syria Jaldis und seine Hochwohlgeboren Karr uns hierin derzeit noch im Dunkeln tappen lässt. Eine jeweilige Erklärung der Noblen wäre daher recht hilfreich und bliebe zu Wünschen, da ja auch sie Gewinn daran haben, wenn unsererseits das Auge der öffentlichkeit auf jeweils ihre Sache gerichtet wird! Gerüchten zu Folge, soll zumindest einer der beiden Rivalen bereits mit dem Bau eines Lagers, unweit des Parimawaldes, begonnen haben. Baldigst wird mehr zu berichten sein und es bleibt zu hoffen, das die Pfade der Redlichkeit von keiner Seite verlassen werden wird!

Teren Skirgalen, freier Schreiber des Helios Boten


Trink Traubenblut aus Rebenhain,

da schlägst du gleich viel besser drein!


Wesen aus der Anderswelt lassen sich um die Feste Hautzensteyn blicken

Die Hirten, die rund um die Feste Hautzensteyn leben, überwiegend vom Clan der MadUaine, munkeln in den letzten Wochen, daß sich die Anderswelt ganz ungewöhnlich aktiv zeige. Moosmutzelchen und Dryaden sollen in den Wäldern umherstreifen, Dornlinge die Schafe verletzen, Kobolde gar den Hühnerstall der Feste selbst geplündert haben. Mehrere Hirten wollen Alfar, die Feenwesen Luchnars gesehen haben, und das sogar bei Tageslicht. Vermutlich hängt dies mit der schweren Erkrankung des Hochdruidh vom Quét Deer, dem Element Erde, zusammen. Dennoch ist die Gegend der Feste für derartige Besuche aus der Anderswelt ein ganz unüblicher Ort. Es wird allgemein erwartet, daß die Druidh spätestens nach ihrem Jahrestreffen eingreifen, das noch in diesem Mond stattfinden wird.

Das Haus Drachenhain wider die Baronin der Lormark

Eure Hochwohlgeboren Nimue von der Aue, erklärt Euch!

Das leidige Thema "Lormark" nimmt und nimmt für Drachenhain kein Ende. Neuerliche Attacke war die, im letzten Helios Boten veröffentlichten, Schmähschrift des Lorburger Hofberichterstatters Meriadoc ap Fychan "Noblesse oblige", wonach sich das Fürstenhaus nun erstmals genötigt sieht, auch öffentlich seinen Standpunkt zu wahren. Hofberichterstatter Meriadoc ap Fychan erging sich in unsachlichen

äußerungen, Beleidigungen gegenüber dem Hause Drachenhain und schweifte in abstrusen Anschuldigungen vom Eigentlichen ab. Allein, die Baronin der Lormark ist jedoch für die Taten und Worte ihrer Untergebenen verantwortlich, auch wenn die unbotmäßigen Worte des Artikels nicht aus ihrem Kopfe entsprangen, trägt Nimue von der Aue doch Mitschuld und Verantwortung, da sie solches hätte verhindern müssen!

Geboren aus dem Wunsch nach Frieden, aber auch der Klarheit im beidseitigen Verhältnis, wünscht das Haus Drachenhain im folgenden offenen Brief, von Seiten der Lormark eine eindeutige Stellungnahme.

Schillwunk "die Feder" Radeweyd, Drachenhainer Hofberichterstatter

Feste Drachentrutz, Burg Tatzelfels und Sarniant, 2. Tag des 1. Poena n.A.III 27

An Ihre Hochwohlgeboren Nimue von der Aue, Baronin der Lormark

Der Botenartikel Eures Hofberichterstatters Meriadoc ap Fychan "Noblesse oblige" stellt einen Affront gegen das Haus Drachenhain dar. Wir sind nicht gewillt dies ohne weiteres hinzunehmen. Dementsprechend fordern wir Euch auf,

zum einen die dafür verantwortlichen Personen angemessen zu bestrafen und des weiteren eine, im Helios Boten zu erscheinende, Stellungnahme Eurerseits, im Sinne einer Gegendarstellung, vorzunehmen.

Im Augenblick betrachten wir unser beider Verhältnis als geklärt. Erfahren wir in unseren Ansinnen Eurerseits Ablehnung, betrachten wir die äußerungen und Standpunkte Eures Hofberichterstatters als die Euren. Das Haus Drachenhain wird dann, in Absprache mit Eurem Lehnsherrn Fürst Bartha, seine Konsequenzen aus diesem neuerlichen Vorfall ziehen.

Prinz Leomar von Drachenhain, Baron von Tatzelfels

Fürst Waldemar von Drachenhain

Prinzessin Syria Jaldis von Drachenhain, Vogtin von Tatzelfels

Erwählte des Xurl Josephina von Drachenhain, Baronin von Wolfenfeld

Weiterbau der Stadtmauer

Baronin Josephina von Wolfenfeld rief kürzlich die Bevölkerung von Sarniant auf, den Bau der neuen Stadtmauer voranzutreiben. Die Arbeiten waren durch die Ereignisse des Sommers zum Erliegen gekommen und sollen nun verstärkt fortgeführt werden. Die Baronin erinnerte daran, wie wichtig eine starke Befestigung für eine wohlhabende Stadt sein muß und bat die Bürger um Mitarbeit oder Geldspenden. Besonders die ceridischen Bewohner Wolfenfelds sollten sich am Bau beteiligen. Schließlich hätten ihre Glaubensgenossen solche Maßnahmen erst notwendig gemacht, da sei es recht und billig, wenn sie einen verstärkten Beitrag zur Verteidigung ihrer Heimat leisten müssten. Zudem würden gerade überlegungen angestellt, den Brazach noch besser zu sichern und vermehrt Schiffe zu kontrollieren. Es zeige sich immer wieder, daß vom Fluß her die größte Gefahr drohe, so daß eine gemeinsame Vorgehensweise aller Flußanlieger Drachenhains unumgänglich werden wird.