:Ausgabe 32/ Fürstlicher Thaler Hofchronist

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Hochverehrte Leserschaft des Heliosboten,

zwischen den vielen Verpflichtungen die allem Anschein nach nur auf die Rückkehr von Prinz Anselm gewartete um ihm nun all seine Zeit zu rauben, gelang es uns doch ihn höchstpersönlich zu treffen. In der Magna Bibliotheca von Betis gewährte uns der Prinz eine Audienz, die wir hier getreu wiedergeben möchten.

Helios-Bote: "Euer Hochgebohren, wir freuen uns, Euch wieder wohlbehalten in Heligonia zu wissen. Nach Eurer Rückkehr, spürte man förmlich, wie das Volk zusammen mit der Thaler Fürstenfamilie aufatmete. Ihr wurdet mit nicht gekanntem Jubel und spontanen Freudenfesten wieder in der Heimat begrüßt."

Prinz Anselm von Thal: "Ja, das stimmt. Wir hatten nie mit einer derartigen Welle der Begeisterung ob unserer Rückkehr gerechnet. Völlig gerührt waren wir von dem prachtvollen Empfang, den uns die Thaler in Hammerbach, Hochanthen, Jarun oder wo auch immer wir waren bereiteten. Ein außerordentlich herzlichen Empfang war es auch, als wir völlig unerwartet auf Burg Tannenstein nicht nur unsere Schwester Prinzessin Celia, sondern auch viele andere befreundete Adlige dort antrafen.

Nach so langer Zeit der Abwesenheit vermuteten wir eher, das wir in Vergessen geraten wären und man bereits für unsere Seele betete, doch war dem nicht so. Es ist ermutigend zu sehen, wie viel Hoffnung nicht nur die Thaler hatten, und wie unerschütterlich der Glaube an den Willen der Götter, die schützend ihre Hände über uns alle halten.

Was das Vergessenheit angeht, haben da allem Anschein nach eher einige Dichter, die unsere volle Anerkennung verdienen, ihre Hand und Schreibfeder im Spiel gehabt, als die Viere."

Helios-Bote: "Eine Frage die uns alle brennend interessiert ist natürlich ob Ihr Eure Verlobte, Baronin Tamara von Tlamana gefunden habt."

Prinz Anselm von Thal: "Um es gleich vorwegzunehmen, ja wir haben sie gefunden, unsere Suche war erfolgreich. Baronin Tamara geht es gut und sie ist bei bester Gesundheit. Ihren momentanen Aufenthaltsort möchte sie in Ruhe genießen. Sollte es jedoch ein mal notwendig sein, so wissen ihre Schwester und ich, wo wir sie finden können. Sollte ihr geliebtes Tlamana einmal in Gefahr sein, so wird sie gewiss keine Sekunde zögern um ihm zu helfen. Baronin Tamara gab mir auch den Siegelring derer von Tlamana und ein Schreiben mit, damit ihre Schwester Leabell ihre rechtmäßige Nachfolgerin wird."

Helios-Bote: "Soweit zur politischen Seite, doch was wurde aus der Verlobung?"

Prinz Anselm von Thal: "Baronin Tamara war ohne ihr Wissen oder Zutun an viel ältere Gelübde gebunden. Der Urheber dieser Gelübde war ihr Vater gewesen und die Entführung diente, wie wir später erfuhren gewissermaßen zur Erinnerung an diese Gelübde. Doch ihr Vater hatte ihr aus irgendeinem Grund nie davon erzählt.

Die Suche dauerte über ein Jahr, bevor wir sie fanden. Sie lebt in einem Land und bei einer Familie, die sie hoch achtet und schätzt. Der älteste Sohn und zukünftige Stammesführer des Landes hatte sie in dieser Zeit schon mehrfach zur Heirat gedrängt. Doch wie sollte Baronin Tamara zwischen uns beiden wählen? Auf der einen Seite die Gelübde ihres Vaters die sie banden und nach dieser langen Zeit auch eine gewisse nicht zu leugnende Zuneigung zu diesem neuen Land und den dortigen Menschen und auf der anderen Seite unsere Liebe und Verlobung und die Ungewissheit uns je wiederzusehen.

Als wir Baronin Tamara endlich fanden, hatten wir den langen und harten Winter über viel Zeit über all die Dinge zu sprechen die inzwischen vorgefallen waren. Sie hatte sich in diesem neuen Land und bei diesen Menschen neu eingelebt und ihr Leben in die Bahnen lenken können, in die sie wollte, es aber als Baronin ob ihrer Pflichten nie hätte tun können. Meinerseits hatte ich mich durch die Reise und der Erlebnisse dieser Reise ebenfalls verändert. Denn es war keine Reise wie viele zuvor, da wir als Fürstensohn in einer Kutsche oder auf unserem Lieblingsfuchs umgeben von Garde nach einem anderen Hofe oder einer Burg reisten um dann die Nacht im Schutze befreundeter Mauern zu verbringen. Auf dieser Reise war ich kein Fürstensohn, sondern ein Wanderer unter vielen. Dies versuchte ich als Tarnung zu nutzen, um die vermeintlichen Entführer in Sicherheit zu wiegen das niemand ihnen folge. Doch barg dieser Weg manche überraschung und Gefahr.

Beide, Tamara und ich merkten, dass wir nicht mehr die Gleichen waren die sich auf dem Adelstage in Welzen verlobten. Durch die Befreiung von unseren Pflichten für eine gewisse Zeit, konnten in uns andere, neue Gedanken reifen. Vielleicht gerade wegen unserer Liebe, verstanden wir einander und verstanden den anderen bald besser als jeder sich selbst. Und schließlich gaben wir uns frei. Wir lösten unsere Verlobung. Sie blieb bei ihrer neuen Sippe wo sie nun hingehört und glücklich ist. Ich kehrte wieder dorthin zurück wo ich hingehöre."

Helios-Bote: "Wie war Eure Reise, Euer Hochgebohren?"

Prinz Anselm von Thal: "Mit einem Wort, beschwerlich. Aber wir haben uns nicht zu beschweren, denn während unserer Reise lernten wir viel Neues kennen. Orte und Menschen, die uns lieb und teuer geworden sind. Erfahrungen und Erinnerungen haben wir von dieser Reise mitgebracht, die wir nicht mehr missen möchten. Was wir jedoch teilweise erlebten möchten wir freiwillig nicht noch ein mal mitmachen müssen, und wüschen wir auch keinem anderen, das er dies durchmachen muß. Was wir jedoch erlebten hat uns stark beeinflusst. Das Leben selbst ist eben immer noch der beste Lehrmeister."

Helios-Bote: "Euer Hochgebohren sei Dank für dieses Gespräch. Es war uns eine Ehre und Freude. Möge Helios seine gütigen Hände über Euch halten."

Prinz Anselm von Thal: "Die Freude war ganz meinerseits. Möge Saarkas Weisheit auch in Zukunft aus den Zeilen des Boten sprechen."

Ansgar von Berath schwört Lehnseid

Auf dem diesjährigen Adelstag wurde Ansgar von Berath offiziell zum "Freiherr von Hochwalden" ernannt. Den Lehnseid schwor Ansgar vor aller Augen Prinz Anselm von Thal im Rahmen einer Festrede. Er tritt damit die Nachfolge seiner Schwester Roxana von Berath an, welche Baron Beoric von Welzen ehelicht und somit den Titel "Baronin von Welzen" führen darf. Nach Ansgars Rückkehr nach Hochwalden feierte man ein rauschendes Fest, um den neuen Freiherrn gebührend zu empfangen.

Rauschkraut im Dienst

Es sei mir fern, die Entscheidungen meiner Dienstherrn in Frage stellen zu wollen, doch scheint es mir notwendig, die Aufmerksamkeit der Verantwortlichen auf einen Mißstand zu lenken, der schwer genug wiegt, die Einsatzfähigkeit der Anthaner Garde zu beeinträchtigen - richtig, ich spreche von dem Verbot des Rauchkrautgenusses zu Dienstzeiten. Das Verbot gründet sich einerseits auf die angebliche Ablenkung, die durch die Beschäftigung mit Pfeife oder Krautröllchen entsteht. Dies brauche ich wohl nicht weiter zu widerlegen, denn jedem verständigen Menschen muß es doch offensichtlich sein, daß so ein Utensil im Ernstfall jederzeit einfach fallengelassen werden kann. Weiter gründet das Verbot auf dem lächerlichen, von gewissenlosen, profilierungssüchtigen Quacksalbern in die Welt gesetzten Gerücht, der Genuß von Rauchkraut sei der Gesundheit abträglich. Neueste Forschungen escandrischer Gelehrter haben ergeben, daß das Gegenteil der Fall ist. Als Beleg meiner Feststellung möchte ich hier den hervorragenden Aufsatz des Medicus Eisenbart zitieren, der als erster den medizinischen Nutzen des Pfeifenkrauts (von ihm "Toback" genannt) erkannt und erforscht hat. Seine Orthographie mag etwas ungewöhnlich sein, was jedoch nichts über seine Qualifikation aussagt, da er ja Medicus ist und nicht Schreiber.

"Was seinen innerlichen Gebrauch anlanget/ hat der Toback eine zertheilende Krafft/ dahero der Toback-Safft und Syrup in Keichen und schwerem Athem/ in Seiten Stechen/ in Lungen- und Schwindsucht innerlich zu gebrauchen recommendiret wird. Ingleichen das Decoctum von frischen Blättern in desperaten Brust-Geschwüren und in dem Husten/ wenn er schon auch zur Lungen Sucht incliniret(...) Der Syrup hilfft auch die Würme tödten und abführen. Nächst dem hilfft auch der ordentlich gebrauchte Toback dem aufgeschwollenen Zahn-Fleisch/ und hebet den davon entstehenden Schmertz. Nicht weniger hat er seinen Nutzen im Reissen und Flüssen an Ohren/ in Brust-Beschwerungen/ im Husten/ im schmertzhafften Reissen der Glieder/ Podagra, Gonagra, Chinagra etc.(...) Toback mit der Pfeiffen getruncken dienet denjenigen/ so viel Schleim im Haupte/ um die Lunge/ Hertz/ Leber/ Miltz/ Nieren und am Magen haben/ heilet die Geschwüre der Lungen/ und stillet den alten Husten/ benimmt den Leuten/ so überaus fett sind/ die schäd- und hinderliche Feuchtigkeit/ wehret den Flüssen/ verwahret vor Schwindel und böse Kranckheit. Es wird hiernächst der durch ein Rohr ins Ohr gelassene Rauch als ein Mittel des verlornen Gehörs gelobet. Ingleichen soll auch der in die Nase oder in den Mund gelassene Rauch diejenigen ermuntern/ so die schwere Not haben. Zu geschweigen des sonst äuserlich applicirten Rauchs vor nächtliches Harnen und wider die Mutter Beschwerungen."

Letzteres betrifft Gardisten zwar weniger, aber zur Verhütung der übrigen genannten Krankheiten (Lungengeschwüre et al.) wäre eine regelmäßige Einnahme von Rauchkraut, wie wir gesehen haben, überaus geeignet. Weiter wurde beobachtet, daß ein Gardist, der seine Pfeife gewohnt ist, deutliche Leistungsabfälle zeigt, wenn er längere Zeit darauf verzichten muß - er wird reizbar, was die Moral in der Truppe schädigt, und seine Hände zittern, was der Schwertführung nicht gerade dienlich ist. Daher, um zu einem Ende zu gelangen, meine Conclusio: Legalisiert Rauchkraut im Dienst!

Die Garde von Thal gibt bekannt

Alarmbereitschaft aufgehoben / Kriegsschiffe bleiben vor Ort

Hochanthen am 5. Tag des 3. Saarka

"Es war schon vorbei, bevor es richtig angefangen hatte. ... Das Atoll ist und bleibt heligonisch ." Mit diesen Worten berichtete Hauptmann Kilian Weizenkeim dem Thaler Generalstab von der Sitzung bezüglich des "Herzog-Uriel II.-Atoll".

Aufgrund dieser neuen Entwicklung konnte die erhöhte Alarmbereitschaft der Fürstlichen Flotte aufgehoben werden, der Generalstab konnte wieder zum Tagesgeschäft übergehen. Dennoch verbleiben die beiden Thaler Kriegsschiffe zunächst beim Atoll. Während die Kriegskogge Nachtkauz unter dem Komando von Korporal Albrecht Krumbargen die nähere Umgebung patrouillieren wird, geht das Flaggschiff der Thaler Flotte, die Silberpfeil unter dem Komande von Admiral-Leutnant Ardelan von Aichfelden direkt beim Atoll vor Anker. Um auf dem Atoll zusammen mit der herzöglichen Ostarischen Flotte eine Gemeinsame Ausbildungsstätte für See-Offiziere zu errichten, wird das gesamte Areal komplett vermessen.

Wie lande die Patrouille der Nachtkauz noch aufrechterhalten wird, kann zur Zeit noch nicht vorhergesehen werden, da noch mit der Ankunft mehrerer Friedländischer Schiffe am Atoll gerechnet werden muß.

i.A. Hartmut Hohlbein

Schreiber der Fürstlichen Garde von Thal

Hochzeitsfeier in Welzen

Am 11. Tage der 1. Poena brach für Wulfenstein der Tag an, auf den sich die ganze Stadt bereits wochenlang vorbereitet hatte. Die Hochzeit zwischen

Baron Beorric von Wulfenstein & Freifrau Roxana von Beraht

sollte für alle Gäste eine unvergessliches Fest werden.

Für die Wulfensteiner und für ganz Welzen war es eine überraschung, daß ihr als zurückhaltend bekannte Baron Beorric von Wulfenstein nun doch noch eine Frau gefunden hatte. Das Ereignis der Hochzeitsfeier lockte daher auch viele Bewohner des Landes in die Hauptstadt Welzens, die sich für diesen großen Tag besonders geschmückt und festlich gestimmt hatte.

Zunächst schien es, als wolle Helios seine Strahlen noch hinter dichten Wolken verstecken, aber zu Mittagszeit war es trotz der frühen Jahreszeit warm genug, die Vermählung auf dem großen Platz der Stadt abzuhalten. Auf Wunsch des Brautpaares leitete Nimue von Aue, die Baronin der Lormark und Geweihte der Poena, die Hochzeitszeremonien.

Der schier endlose Zug der Freunde, Gäste und Verwandten des Paares, die alle den beiden frisch Vermählten ihr Glückwünsche und Geschenke überbrachten, verzögerte die zeitliche Planung ein wenig. Aber das störte an einem solchen Tag niemand. Das Bankett mit anschließendem Tanz dauerte bis in den nächsten Morgen und die ganze Stadt feierte mit. Auch noch, nachdem sich das Brautpaar und die adligen Gäste längst in die Burg zurückgezogen hatten.

An den folgenden Tagen schien das Feiern kein Ende nehmen zu wollen. Zunächst fanden Turniere und Wettkämpfe statt. Dann eine große Falkenjagd statt, bei der Roxana mit ihren Jagdfalken, einem Geschenk von Beorric, so manchen Hasen erbeuten konnte. Im Gegenzug führte der Baron die Jagdgesellschaft am nächsten Tag auf einem prächtigen Roß an, dem Geschenk Roxana`s aus der Zucht des Gestütes von Anthan.

Nach den Tagen der Festlichkeiten kehrte in Wulfenstein bald wieder der Alltag ein. Die Bewohner der Stadt wünschen ihrer neuen Landesherrin, daß sie sich bald in Welzen zuhause fühlt und dem Paar weiterhin glückliche Tage und den Segen der Götter.

Rowen Carim, Berichterstatter aus Wulfenstein

Von Barden, Feen und Zwetschgamännla

der Bardenwettstreit in der Lormark

Liebe Leute, glaubt ihr an Kobolde? Glaubt ihr, dass es in der Lormark Kobolde gibt? Wenn ihr einem Lormarker erzählt, dass ihr in seiner Heimat einen Kobold getroffen habt, wird er euch fragen, ob der Most zu stark war. Aber es gibt dort welche! Kobolde, meine ich.

Gleich am Abend des 29. Tages im 2. Xurl dieses Jahres bekamen wir es mit welchen zu tun, als wir mit einer rußenden Laterne auf dem Weg zur Lorburg waren. Den Göttern sei Dank, sie verschonten uns mit dem üblichen Koboldunsinn und hexten uns keinen Buckel und auch keine Klumpfüße an, sie waren nur unglaublich albern. Mit der Hartnäckigkeit ihrer Art sangen sie uns einen Vers auf, den wir auswendig lernen sollten, und verdrehten ihn so, dass sie ihn am Ende selbst kaum mehr zustande brachten. Von Flöten, Melodien und goldenen Nüssen war darin die Rede, und, schwupps!, zeigten sie ein solches Kleinod her und schenkten es der Katze, die von den lästigen Wichten so begeistert war. Stirnrunzelnd gingen wir dann weiter zur Burg und wurden dort mit Brot, Salz und Dörrzwetschgen willkommen geheißen. In der Halle war bereits verschiedenes Volk eingetroffen und tat sich am Abendessen gütlich, und auch wir stellten fest, dass unsere Mägen unverschämt laut knurrten. Ein älterer Mann fiel mir durch seine laute Rede auf. Mit Inbrunst sprach er von den Vorzügen der Eichelmast, die seinen Schweinen so pralle Schinken beschere und "Gell, Frau Baronin, Euch schmecket se doch au, die Schinka." Frau Baronin? Das war die Frau, die Chadoum und seine Begleiter für eine Kräuterfrau gehalten hatten? Oh, wie peinlich! Aber sie lächelte und war nicht im geringsten böse. Aber ich war wegen dem Bardenwettstreit und dem Zwetschgenfest hier und nicht wegen der Eichelmast von Grim Eichenland. Als ich gerade ins Bett gehen wollte, gab es eine große Unruhe, doch davon habe ich ja schon erzählt, also werde ich es euch ersparen, die Geschichte von der Gefangennahme und Hinrichtung Lykarion Lasalles noch einmal hören zu müssen. Obwohl mir immer noch ein Schaudern über den Rücken rinnt, wenn ich an die verzerrte Fratze des Werwolfs denke.

Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, der erste Abend. Ich traute meinen Ohren nicht, als mir am nächsten Morgen jemand erzählte, er habe einen merkwürdigen Traum gehabt. "Aber sag es keinem weiter! Wer träumt denn schon nachts von Zwetschgamännla." Von Zwetschgamännla??? War der Schnaps doch zu stark gewesen? Aber da gab es noch mehr Leute, die von Zwetschgamännla geträumt hatten. Sehr merkwürdig. Aber es war keine Zeit, sich zu lange damit zu beschäftigen, geschweige denn die Zwetschgamännla auf dem Kaminsims der Lorburg zu untersuchen (es waren auch nur Zwetschgamännla), denn man traf sich vor der Burg zur Poenazeremonie, um der Göttin Dank zu sagen für ihren reichen Erntesegen. Helios war uns auch gewogen und lachte vom Himmel herab. Der Tag fing also sehr gut an und ich war ebenfalls sehr gut gelaunt, denn es warteten viel Vergnügen, gutes Essen und noch bessere Unterhaltung auf mich. Die begann schon, als einige Recken sich ihre Waffen von der Baronin segnen ließen und danach eifrig nach Blumenbeeten Ausschau hielten, die sie umgraben wollten. Beim Bogenschießen gab es viel zu sehen. Die schießen ja auf Schweinsblasen! Gut, dass ich nicht mit dem Bogen umgehen kann, ich hätte meine Pfeile nie wieder gefunden. Jetzt glaube ich allmählich auch das Gerücht, dass die Gaidin nachts einer Eule das Auge ausschießen, wenn die auf 40 Schritt Entfernung Schweinsblasen kaputtschießen. Ich schwöre es bei der Seele meiner Großmutter, der Gaidin Jack hat es getan. Also mit der Leibgarde der Baronin möchte ich da keinen Streit haben. Für seinen Schuss bekam er abends von der Baronin einen schönen Zinnbecher überreicht. Eigentlich hätte er das Turnier gewonnen, aber die Gaidin schießen immer ohne Konkurrenz mit, und so wurde Arnulf, der Magierlehrling, Sieger des Wettbewerbs und bekam ein Paar Armschienen für Bogenschützen. Ob er wohl wusste, was für ein Talent in ihm schlummert? Ja, dann wurde der Spaß rüde mit dem Auftauchen dieses Wichts unterbrochen, ihr wisst schon, wen ich meine. Aber glücklicherweise konnte er gefasst und hingerichtet werden. Dem Fortgang des Bardenwettstreits stand also nichts mehr im Weg.

Und das war in der Tat ein Bardenwettstreit! Unter den aufmerksamen Blicken der Baronin, Baron Koldewaihts, des Hauptes des Gesanges, Logris' und Lady Rowenas trugen die Barden ihre Lieder, Gedichte, Balladen und Tänze vor, dass mir vor lauter Musik der Kopf schwamm und die Beine zuckten. Meister Cordovan Rabensang begeisterte durch ein schwungvolles Liedgedicht, Tarnor trug ein flugs verfasstes Lied über das Ende des Werwolfs vor und erntete begeisterten Applaus, und Marvenna... Marvenna war überglücklich, dass ihr Schwur, den sie vor zwei Jahren getan hatte, nun aufgehoben war und sie wieder Harfe spielen konnte. So war sie kurz nach der Hinrichtung des Werwolfs mit den Worten "Ich muss üben!" in die Halle der Lorburg gestürmt, um die dort vorhandene Harfe zu stimmen und zu üben. So vieles gäbe es zu berichten über die Vorträge der anderen Barden: Cestric, Thalianna vom Silberwald, Reinher zu Lammstein, dessen Pfeil Lyk Lasalle die Verderben bringende Wunde zugefügt hatte, und Kalina, die als Lehrling bei Schneeflöckchen lernt, doch dies würde alle Rahmen sprengen. Alle trugen zu einer Stimmung bei, die keinen Zuhörer ruhig auf seinem Platz hielt, es wechselten sich ernste, künstlerisch anspruchsvolle und heitere Stücke ab, und ein Höhepunkt der Heiterkeit war erreicht, als die Baronin mit ungläubiger Stimme Grim Eichenland, den Schweinehirten der Lormark, als Teilnehmer am Bardenwettstreit vorlas. Es war ganz offensichtlich, dass sie bis dato keinerlei Kenntnis von dem Vorhaben ihres Schweinehirten hatte. Wortreich erklärte Grim seine Kühnheit, in so erlauchter Runde aufzutreten, und er bat so inständig, sein "Schlaflied für die Schweinchen" vortragen zu dürfen, dass die Baronin ihm dies mit einem Lächeln gewährte. Aber welcher Angriff auf unsere Lachmuskeln wurde da gestartet. Selbst die Baronin kämpfte vergeblich gegen den Lachkrampf an, und das nicht, weil Grim nicht etwa nicht singen konnte, im Gegenteil, er konnte es sehr gut, sondern weil das Lied so komisch vorgetragen wurde, und Marvenna begleitete Grim auf der Harfe. Dem Applaus nach hätte ihm die Ehre des ersten Platzes gebührt, doch stellte das Schiedsgericht andere und hehrere Ansprüche.

Solchermaßen bestens unterhaltend nahm der Wettstreit seinen Fortgang, doch wurde die Stimmung empfindlich getrübt, als die Wache einen Gast ankündigte, der sich nicht angemeldet hatte: Halfnet aus Brazfurt. Er kam hereinspaziert und kümmerte sich wie üblich weniger um Umgangsformen als darum, dem Adel die Meinung zu sagen. Er gab Dinge zum Besten, die ihn anderswo wohl den Kopf hätten kosten können, doch in der Lormark gilt für Barden das Freie Wort und so gewährte die Baronin ihm dieses, obgleich Halfnet kein Barde ist und sie nicht erfreut war über seine Art der Darstellung. Mit den Worten "Ihr seid eine Geißel, Halfnet, aber eine Geißel, die dieses Land wohl braucht. Es gehört Mut dazu, immer die Wahrheit zu sagen, und es gehört noch mehr Mut dazu, sie den Adligen offen ins Gesicht zu sagen. Deshalb lasse ich euch unbehelligt Eurer Wege ziehen, aber geht schnell und mit einer Eskorte, damit Euch nicht jemand auf meinem Boden ermordet." ließ sie ihn gehen. Die entrüsteten Barden bemühten sich nach Kräften, die heitere Stimmung wieder herzustellen, was ihnen auch gelang. Als alles wieder fröhlich war, bat das Schiedsgericht die Gäste, etwas Luft zu schnappen, derweil man sich beraten wolle.

Und während sich das Schiedsgericht der schweren Aufgabe hingab, die vier besten Barden aus so vielen guten herauszufinden, spielte sich im Hof der Lorburg und vor derselben Unglaubliches ab. Alle Barden, die am Bardenwettstreit teilgenommen hatten, gingen einer nach dem anderen, allmählich zum Burgtor hinaus und kehrten nicht wieder!

Liebe Leute, stellt euch die Aufregung vor, als wir nachsahen, was los war, und vor der Burg ein Tor entdeckten, das hell strahlte und aus dem geheimnisumwitterte Musik erklang. Natürlich sagten wir sofort in der Burg Bescheid, alle kamen heraus und die Gaidin erkannten in dem Gebilde ein Feentor. Anscheinend gibt es in der Lormark einige davon, aber normalerweise sind sie für sterbliche Augen unsichtbar und fest verschlossen. Das war dieses auch, wie wir feststellen mussten. Frederik warf sich mehrmals dagegen, aber er hatte keinen Erfolg damit, nur eine geprellte Schulter. Als wir alle mit der Baronin ratlos davor herumstanden und überlegten, wie man die verschwundenen Barden da wieder rausholen könne, hörten wir plötzlich eine laute Stimme rufen: "Nein! Ich will nichts mehr von Eichelmast hören!!" und es kam einer Hals über Kopf herausgeflogen. Ihr könnt es euch denken, wer es war. Grim Eichenland, auf beiden Backen kauend und in der Hand ein Stück Schinken. Den hatten die Feen wohl nicht haben wollen, obwohl es ihm um die Schweine der Feenwelt leid tat.

Die Leute zogen sich in die Burg zurück, um dort den Schweinehirten auszufragen und über einen Weg nachzudenken. Einige Zeit später ließ sich wieder jemand ankündigen. Diesmal war es ein Herold des Feenvolkes. Die Baronin stellte sich dem Hauptmann der Feengarde entgegen und fragte ihn, welch ein Spiel die Feen hier zu spielen wünschten, ob ihnen der Sinn nach Krieg stehe, doch der Hauptmann lehnte lachend ab. Es ginge in der Tat um ein Spiel und wenn die Sterblichen sich darin bewähren würden, würden ihnen die Barden zurückgegeben werden. Zähneknirschend ging die Baronin darauf ein, wohl wissend, dass der Feenherold alle Trümpfe in der Hand hatte. Und prompt stellte er die erste Aufgabe: "Verschafft uns einen eingefangenen Sonnenuntergang! Ihr habt Zeit bis morgen." und ging wieder. Nach kurzer Denkpause stellte sich diese Herausforderung als nicht sehr schwer heraus, eine Gruppe begab sich auf die Suche nach Farben, eine andere begab sich in die Gefilde der hohen Poesie, um den Sonnenuntergang in Verse einzufangen. Tatsächlich, man war fest entschlossen, es diesen Feen zu zeigen.

Am nächsten Morgen spielte sich wieder Unglaubliches ab. Eben noch war man gemütlich beim Frühstück gesessen, verspürte in dem warmen Sonnenschein ein gar großes Behagen und gab dem Bedürfnis nach einem kleinen Nickerchen an der warmen Burgmauer nach, da wachte man wieder auf und stellte fest, dass mehr Zeit verstrichen war als angenommen, dass die Gefährten, mit denen man sich zur Siesta begeben hatte, fort waren und dass man die Burg nicht verlassen konnte, besser gesagt, man konnte schon, aber egal, wohin man seine Schritte lenkte, nach dem vierten Teil einer Stunde stand man wieder vor dem Burgtor. Diese verflixten Feen!

Eine Durchsuchung der Burg ergab, dass gegen sechs Gäste fehlten, darunter die Katze und der Knappe aus Tatzelfels, und auch die Baronin war nicht da, aber die war nach Auskunft der Gaidin bereits in den frühen Morgenstunden ins Dorf gegangen, um einem Kind auf die Welt zu helfen. Wenn wir also schon nicht aus der Burg heraus konnten und auch keine Barden da waren, konnten wir uns wenigstens um die Träume kümmern. Ja, ich hatte auch einen. Von Zwetschgamännla, die um Hilfe baten. Zuckt da etwa in Eurem Gesicht ein Lachmuskel? Es wird noch besser! Allmählich gelang es uns in der Burg, das Rätsel der Kobolde zu lösen, die drei Teile der Melodie zu finden, die drei Teile der Flöte aufzutreiben - mir tun noch immer die Ohren weh, wenn ich an das Getröte des Stallwichtels denke, und als er den Pudding mit Sahne haben wollte.... - und die drei goldenen Nüsse zu finden. Aber eine war ja mit der Katze verschwunden. Aber was damit machen??? Mit der Flöte die Melodie spielen? Das schien eindeutig zu sein, aber was weiter? Und welche Rolle spielten die zwei Zwetschgamännla vom Kaminsims, bei denen man inzwischen eine magische Aura festgestellt hatte, und die sich nicht zerlegen ließen? Jemand vom Gesinde knackte aus Versehen eine der goldenen Nüsse und laut war das Geschrei, aber nichts geschah, außer dass ein kleiner Zettel heraus fiel, auf dem ein Teil eines Satzes stand.

Flugs knackten wir die zweite Nuss und fanden einen weiteren Zettel. Aber wie ja bereits gesagt, die Katze mit der dritten Nuss fehlte. Dann endlich gegen Nachmittag kehrten die Verschwundenen in Begleitung einiger Waldläufer zurück. Was die zu erzählen hatten, war noch viel unglaublicher als unsere Abenteuer. Sie seien im Wald aufgewacht, fern von der Burg, und hätten geglaubt, in die Feenwelt entführt worden zu sein. Dann hätten sie von dem Feenherold weitere Aufgaben gestellt bekommen. Da war von Erdbeeren (was denn, um diese Jahreszeit?), Eichhörnchen und Kobolden die Rede. Die hatten die Karte für den Weg nur herausgeben wollen, wenn jeder einen Handstand machte. Und dann brachten die Wichte die Karte in Gestalt einer Torte an. Ihr haltet das für blödsinnig? Ich dachte ebenso und lachte alle aus. Besonders das mit den frischen Erdbeeren wollte ich nicht glauben, bis ich mit eigenen Augen die Beere sah, die Sir Henry für die Baronin aufgehoben hatte. Und den Schleier aus einem gesponnenen Sonnenuntergang, den der Hauptmann der Feengarde der Katze geschenkt hatte und in den sie sich ganz stolz eingewickelt hatte.

Apropos Katze! Die Nuss! Eifrig knackten wir die letzte goldene Nuss und konnten das Puzzle zusammensetzen:

"Sechsmal sechs zur sechsten Stund

Sollen stehen in des Burghofes Rund!"

Die sechste Stund sollte bald anbrechen, also noch rasch die Leute zusammenholen und durchzählen. Oh weh, es waren zu wenig! Nun kam die Phantasie ins Spiel, denn alle wollten unbedingt bei der Erlösung der Zwetschgamännla dabei sein. Es war ja nur die Zahl und die Uhrzeit festgelegt, aber nicht die Art der Zeugen, also holte man rasch ein Schaf und zählte die Zwetschgamännla dazu. Und wie von einer höheren Macht geschickt, kamen in genau diesem Augenblick einige verspätete Barden an, die die Zahl exakt voll machten. Es schlug sechs Uhr, einer der Anwesenden hob die geheimnisvolle Flöte und begann die Melodie zu spielen.....

Wie durch Zauberei spielte die Melodie von selbst weiter, Nebel stieg auf, die Zwetschgamännla, vordem kleine Puppen, wurden groß wie Menschen und begannen plötzlich, sich zu bewegen. Das Weible ließ seinen Besen fallen und besah sich die Hände, das Männle warf seinen Wanderstab fort und dann begannen sie, die schwarze, runzlige Haut der Zwetschgen von sich zu reißen, die Kleider fielen zu Boden und ganz allmählich kam ihre wahre Gestalt zum Vorschein: ein Feenpaar von unbeschreiblicher Schönheit stand vor uns! Als die Beiden sich erblickten, sank der Mann auf ein Knie und schloss die Frau in die Arme. Reglos verharrten sie für einige Augenblicke in dieser Haltung, dann begannen sie selbstvergessen zu tanzen, nur um langsam zur Burg hinauszugehen, als die Musik verklang. Alle Anwesenden waren von diesem Erlebnis so verzaubert, dass nicht einer auf den Gedanken kam, den Feen zu folgen.

Keiner dachte in diesem Augenblick an die entführten Barden. Doch nach einiger Zeit erklang vom Tor her Fanfarenklang und es bot sich ein phantastischer Anblick: herein kamen die beiden Feen, deren Verwandlung wir eben beobachtet hatten, mit Hofstaat und dahinter folgten alle Barden, die ins Feenreich entführt worden waren. Wie groß war unser Erstaunen, als wir erfuhren, dass es sich bei den Verwandelten um das Prinzenpaar des Feenvolkes handelte, das nun voll Dankbarkeit seinen Rettern gegenüber war, denn hätte der Fluch, der auf ihnen lag, nicht gelöst werden können, wären sie auf ewig in der Gestalt der Zwetschgamännla gefangen gewesen.

Die Baronin lud die neuen Gäste zur Feier und besonders zum zweiten Durchgang des Bardenwettstreits ein, denn jetzt sollte das Haupt des Gesanges des Bardenwettstreits ermittelt werden. Als die vier Besten hatten sich qualifiziert: Marwenna von Drachenstein, Kalina, Tarnor und Cordovan Rabensang. Wieder war die Spannung groß, die Beiträge ausgezeichnet, aber diesmal fiel die Entscheidung rasch (wohl auch zugunsten des Festmahls): Tarnor aus Tagil erhielt den Siegerkranz für seine ausgezeichnete Leistung, innerhalb kürzester Zeit ein Lied über die Verwandlung des Feenprinzenpaares und die Rückkehr der Barden zu verfassen und es trotz einer schweren Erkältung vorzutragen.

Alle vier Barden erhielten gemäß der Tradition eine Einladung, den Winter auf der Lorburg zu verbringen, und außer Marwenna nahmen alle mit Freuden an. Marwennas Platz wurde an Cestric weitergegeben, der vor Freude ganz rot wurde. Besonders groß war der Jubel bei den Barden, als sie erfuhren, dass der Koch der Baronin auch auf der Burg bleiben werde, denn der hatte sie mit seinen Kochkünsten in seinen Bann geschlagen - oder lag es am Liebreiz seiner Töchter?

Der weitere Abend wurde zu dem Fest, das es am Abend zuvor hätte werden sollen, es wurde gegessen, getrunken, gesungen, gelacht und gefeiert, gefeiert, gefeiert... Gegen Mitternacht verabschiedeten sich die Feengäste von der Baronin und bedankten sich bei allen Anwesenden mit einer zaubrischen Feennuss. Mir scheint sie Glück zu bringen, die Nuss, denn als ich im Morgengrauen ins Bett taumelte, fiel ich keine Treppe hinunter, stieß mir auch nicht den Kopf an irgendwelchen Balken an und hatte, als ich wieder aufwachte, keinen Kater, obwohl ich mit einer ganzen Affenhorde schlafen gegangen war.

Nun will ich Euch nicht länger langweilen. Wenn Ihr aber dasVerlangen verspüren solltet, beim nächsten Bardenwettstreit dabei zu sein, kann ich es Euch nur empfehlen, obwohl Ihr vielleicht nicht so viel Aufregung wie dieses Mal haben werdet. Gehabt Euch wohl!

Einer, der beim Bardenwettstreit dabei war und viel Spaß daran hatte.

Werter Baron Koldewaith von Hautzensteyn,

zwar ist der Gelehrtenkonvent zu Burg Tannenstein schon ein paar Monde her, doch seid Ihr mir noch in lebhafter Erinnerung geblieben. Ob es Euch ebenso ergeht kann ich nicht nachvollziehen, doch sei Eurem Gedächtnis etwas nachgeholfen: Ich bin die Frau, vor der ihr lauthals brüllend Euren Metbecher auf dem Boden geworfen habt. Heute schätze ich mich glücklich, daß ich ob des Burgfriedens nicht sofort mein Schwert gegen Euch gezogen habe, denn dies wäre eine Handlung gegen Euch im Zorne gewesen und hätte schlimme Folgen haben können. Erst am nächsten Morgen habe ich den Grund Eures Grolls erfahren und konnte dann ein gewisses Verständnis für Euch aufbringen. Jedoch kann ich will ich die Beleidigung gegen meine Person nicht so einfach hinnehmen. Da ihr bereits mit Flüchen verschiedenster Art belegt seid, erscheint es mir nicht sinnvoll, einen weiteren hinzuzufügen. Daher habe ich im Kreise meiner Schwestern Rat gehalten und wir sind zu folgendem Entschluß gekommen:

Nun, da die Monde der Poëna anbrechen und damit die Zeit der Aussaat beginnt, werden wir jede helfende Hand brauchen. Seid Ihr also nicht nur ein Mann der gewaltigen Worte, sondern auch der Tat, dann beweist es uns, indem Ihr uns für einige Wochen in Mahanel bei den schweren Arbeiten behilflich seid. Solltet Ihr dazu bereit sein, so sei Euch verziehen und die Gunst der Saarkani sei Euch sicher.

Eure Antwort in Ungeduld erwartend

Maline, Erwählte der Saarka, Vogtin zu Mahanel


Keuschheit ist die schönste Zier des Weibes