Andenkenswerte Eigenarten der Nordmarker Botanik und Zoologie

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Forschungsstand: 92. Jahr nach der Erleuchtung

Prof. Dr. Riemold v. Bieberau, Ankur

Das Pflanzen- und Tierreich der Nordmark zeichnet sich im Wesentlichen durch die gebirgshafte Natur aus. Wer sich für ebenjene in besonderem Maße interessiert, sei an einschlägige fachverwandte Schriften über den Schlangenkamm verwiesen, die dem wissensdürstenden Leser die entsprechenden Kenntnisse in hinreichender Genauigkeit und erschöpfendem Ausmaß zu vermitteln vermögen. Ich hinweiter möchte an dieser Stelle lediglich die BESONDERHEITEN des pflanzlichen und tierischen Lebens in der Nordmark aufzeigen; jegliche weiteren Ausführungen würden den Rahmen der vorliegenden Publikation ohne Zweifel überschreiten.

Botanik

Zunächst möchte ich auf die Besonderheiten der Botanik eingehen, hernach soll die Zoologie beschrieben sein. Die jeweiligen Kapitel sind weiterhin unterteilt nach den unterschiedlichen Regionen, die sich regional sehr stark unterscheiden, und zwar in vornehmlich vorherrschendem Wetter, Klima, Niederschlägen, Witterung, Temperaturen, Regen, u. Ä. dergl. mehr.

Die Brassachische Tiefebene

Der Bodenbewuchs der brassachischen Tiefebene ist ärmlich, meist bedeckt gelbbraunes, kurzes Gras den leicht welligen Untergrund. Vermutlich verdirbt die Nähe der Ödlande auf noch unbekannte Art und Weise den Boden, so daß kein statthafter Bewuchs sich bilden kann. Vergleicht man ihn mit den fruchtbaren Ländereien jenseits des brassachischen Grenzwalls, drängt sich einem dieser Verdacht förmlich auf. Und in der That finden sich auch auf Nordmarker Seite mit wachsender Entfernung zu dem verfluchten ödländischen Landstrich im Norden mannigzahlige Heideflächen, Hochmoore u. Ä. dergl. mehr.

Die Nebelwälder

Rasch aufsteigende Luftmassen machen jene Vorberge des Hauptgebirgszugs im Norden zu einem regenreichen Ort mit gar dichter Vegetation. Es gibt kaum nennenswerte Pflanzen von außergewöhnlicher Art. Der urgewachsene, koniferenreiche Bergwald aber verdient hier durchaus eine Erwähnung. Ebenso die ähnlichermaßen wie langen, pruzzischen Bärten gleich von den Ästen hängenden Flechten, die der Gesamtszenerie etwas mystisches verleihen. Gleichwohl der Wald ein wahrhaft außergewöhnliches Bild bietet, setzt sich seine Pflanzenwelt aber aus durchaus gewöhnlichen und bekannten Gewächsen zusammen.

Tal von Yaldering

An den Hängen zu beiden Seiten des Tales gehen die Nadelwälder nach der Höhe hin in niedrige Birkenwälder über, die bis zur Baumgrenze hinauf reichen. Die Talweitung selbst ähnelt in Boden und Bewuchs den Nebelwäldern; jedoch gibt es um die Siedlungen Yaldering und Leiana herum ausgedehnte Rodungen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Kaum eine Nutzpflanze wollte so recht wachsen; die meisten Siedler versuchen nunmehr, GRAN anzubauen, ein altes, dem Dinkel verwandtes Getreide, das angeblich aus dem tiefen Süden kommen soll.

Hochgebirgsregionen

Die überaus hochaufsteigenden Hochgebirgsregionen der Nordmark bringen gar unterschiedliche Bewuchsformen hervor. Steigt man die steilen Bergtäler empor, werden die tiefen Wälder der Talgründe zunehmend niedriger und ausgedünnt. Die hochentlegeneren Bewaldungen schlüßlich werden nur mehr von kleinen Krüppelbirken gebildet, die im Maximum drei bis vier Meter hoch sind. Steigt man darüber hinaus höher, finden sich nur noch Bebuschungen. Noch höher findet sich niedriges Kraut, letztendlich verschwinden sogar Gräser und nur Moose – allein gelbgrüne, braune und graue Flechten bedecken die kahlen Steine. Die höchsten Regionen hinweiter sind zu jeder Jahreszeit von Schnee und Eis bedeckt.

Südhänge

Die weitgehend unberührten Eichen-/Buchenmischwälder an den Südhängen nach Arnach und Dunkelstein hin finden gar anverwandte Entsprechungen in anderen, naturbelassenen Mittelgebirgen Ostariens und sind von anderen Autoren gar hinreichendst an anderer Stelle beschrieben.

Malderpod

Die äußerst kuriosen Salzquellen, die an diesem wunderlichen Ort zutage treten, lassen jegliches gewöhnliche Pflanzengewächs verdorren. Weder die seltsamen Kräuter, die hier allerorts sprießen noch das gelbbraune, schärflichst-scharfblättrige Schilf, das nahe der von den Quellen gespeisten Sümpfe in den Niederungen nördlich der Berge ebenfalls zu finden ist, sind mir bisher unter die Augen gekommen; auch nicht in anverwandter Form oder ähnlicher Gestalt. Sicherlich bieten sich hier noch mannigfaltige Gelegenheiten für eingehendere Forschungen.

Kallerfeld und Trollspitzen, Feuerberg

Außer verschiedener kümmerlicher Flechten und einigen unnamhaften Moosen konnte in jener kärglichen Region kein nennenswerter Bewuchs festgestellt werden.

Neue Erkundungen am Jolborn (Paltrampa)

Das Grundgefels scheint in der Region Paltrampa (lt. der Schriften der Catvaras Ekam eine vom Flußnamen „Paltram“ abgeleitete Bezeichnung) eine andere Zusammensetzung zu haben. Es gibt rings um den Fluß für die Nordmark sehr außergewöhnliche Pflanzen. Insgesamt der Anteil an Eichen, Buchen und buschartigen Gewächsen wie Hagebutte, Schlehe, Wachholder u. ähnl. dergl. mehr ist recht hoch. Vereinzelt gibt es verdachtsweckende Ähnlichkeiten mit den Regionen der Südhänge. Insbesonders hervorhebenswert sind hinweiter aber auch die Klingenfelder. Diese Schilfregionen werden seit der Expedition des jungen Roland und seines Gefährten Eodar so benannt. Die kundigen Entdecker sollen sich an den scharfblättrigen Röhrichtgewächsen gar vielfach Haut und Bekleidsamkeiten aufgeschnitten haben. Dies Röhricht ist nur ein Beispiel für die wunderliche Botanik des ostarischen Nordens. Auch andere Pflanzen erwecken das Interesse des an Sonderbarkeiten interessierten Wissenschaftlers. So gibt es auch mannigfachige Diskussionen darüber, wie es eigentlich zustande kommen kann, daß anrande des kuriosen Salzgewässers, das bei Malderpod zutage tritt, allerorten wunderliches Gewächs sich halten kann. Vielleicht ist es das Salz, das die Pflanzenwachsung verfälscht, oder aber die Nähe der verderbten Ödlande. Salz ist immerhin ein Grundelement des Meeres. Könnte es etwa vom unheiligen Tun der Ödlandbarbaren und ihrer schändlichen Magier an diesen Ort gebracht worden sein? Die Erforschungen in jener Region stehen wegen der hohen Gefährlichkeit der Landstriche noch aus. Bisher allgemein bekannt geworden ist im Hauptsächlichen das scharfblättrige Röhrichtgewächs der Klingenfelder. Etwas südlich davon, in den weiten märkischen Wäldern des Westens, ist ein ebenfalls äußerst besonderer Baum breitverbreitet. Er stellt eine weitere Sonderbarkeit der Nordwestwärts gelegenen Lande dar: Die sogenannte Feuergarbe, die im fallenden Jahr als Waldbaum ganz besonders heraussticht. Sie verleiht der Landschaft in den Herbstmonden des Jahres einen ganz besonderen, unerklärlichen Reiz.

Zoologie

In diesem Abschnitt sollen zunächst die Besonderheiten im Bereiche der Zoologie beschrieben sein, und zwar wiederum geordnet nach den jeweiligen Regionen, die sich regional sehr stark unterscheiden, und zwar in vornehmlich vorherrschendem Bewuchs, Bodenbeformung, Wetter, Klima, Niederschlägen, Witterung, Temperaturen, Regen, u. Ä. dergl. mehr. Hernach soll noch kurz auf verschiedentliches hervorhebenswertes Gewässergetier eingegangen werden, um schlüßlich einige einzelne, herausgreifenswerte Spezies und Zusammenhänge zu behandeln.

Brassachische Tiefebene

Hier bietet sich dem Zoologen ein trostloses Bild: Von gar ärmlicher Gestalt ist das Tierreich an diesem Ort. Einzig einige wenige, überaus gewöhnliche Insekten sind in dem gelbbraunen Gestrüpp nach langer Zeit der Suche zu finden gewesen.

Nebelwälder

Die oftzitierte Gefährlichkeit dieser weitläufigen, dichten Waldgebiete ist mitnichtenst übertrieben. Der häufigere, seiner rotbraunen Befellung wegen „Rotbär“ genannte kleine Bruder des selteneren, größeren und weitaus gefährlicheren „Steinbären“ (zu erkennen an seiner massigeren Statur und seiner struppigeren, etwas weniger roten und vielmehr ins gräuliche gehenden Befellung) teilt sich dieses Revier mit dem Luchs, dem gedrungenen Bärenmarder und vereinzelten Wolfsrudeln, die – abhängig von der Jahreszeit – mitunter aus den Bergen und Wäldern herabkommen und in Siedlungsnähe auf Nahrungssuche gehen. Vor allem ist es aber die riesenhafte Brazachkatze (westlicher Typ), die den furchtsamen Reisenden schlaflose Nächte beschert. Einschlägigen Berichten zufolge soll sie bis zu zwölf Fuß lang sein, ich halte es jedoch für möglich, daß noch weitaus größere Exemplare durch die Wälder streifen. Obgleich sie sehr selten sind (ihre Reviere umfassen ganze Landstriche), wird ihre in hohem Maße beängstigende Gefährlichkeit von nahezu jedem Siedler gar respektvoll bestätigt. Es ist angesichts dieser außerordentlich bedrohlichen Räuber verwunderlich, daß es auch eine Vielzahl an friedvollen Pflanzenfressern in diesen Wäldern gibt. Schwarz- und Rotwild sind dort anzutreffen, erst unlängst wurde (angeblich) ein kapitaler Neunzehnender erlegt und auch der größere Verwandte jenes Hirschs, der Elch, ist allein hier anzutreffen. Eine Kuriosität ist die stämmige, kleine, dunkelbraun-zottelhaarige Waldkuh (in den Aufzeichnungen der Catvaras Ekam Tschreviën genannt), die meiner Meinung nach der Vorfahr des für seine Widerstandskraft gerühmten, in der Markgrafschaft Norrland-Brassach weitverbreiteten Ödlandrindes ist. Wie alle Waldbewohner ist die Waldkuh im Sommer von den Mückenschwärmen geplagt, die die Wälder wie auch die höheren Landesteile in wohl unzählbarer Anzahl heimsuchen.

Tal von Yaldering

Die Tierwelt um Yaldering ist durch die starke Bejagung in den letzten Jahren stärklichst zurückgegangen, unterscheidet sich aber ansonsten kaum von der der Nebelwälder. Durch die Haustiere der Siedler angelockt, werden in kalten Jahreszeiten des öfteren Angriffe von Raubtieren von Tieren wie den Wölfen, Bären, Brazachkatzen, aber auch Luchsen, Adlern, Gänsehabichten u. Ä. dergl. mehr verzeichnet.

Hochgebirgsregionen

Die kargen Weiden dieser Regionen bieten nur einigen wenigen Apulaqherden Nährung. Für die Wissenschaft sind sie nur von vernachlässigenswerter Außergewöhnlichkeit, da sie den Herden der Apulaq-Leute im Schlangenkamm gar hinreichend ähneln. Anders als ihre Verwandten sind sie in der Nordmark wiedhin wild und nicht durch menschliche Stämme gehegt. Sie sind von geringer Zahl und darüber hinaus geringlich kleiner und zierlicher. Wo die Talenden ins Gebirge übergehen, zeigen sich dem geduldigen Beobachter die scheuen, dicklichen, in unterschiedlichen unterirdischen Höhlen lebenden Muri, die als friedvolle Nager hauptsächlich den Irbis zu fürchten haben, ein in Hochgebirgsregionen lebender, außergewöhnlich scheuer Räuber, der uns nur aus Aufzeichnungen des Pailat bekannt ist. Katzenartig soll er sein, drei bis vier Fuß lang mit länglichem, drei Fuß messendem Schwanz, Schulterhöhe etwa zwei Fuß; dichte, weißlich-helle Befellung (vor allem im Winter). Angaben der Siedler zufolge hat sich der Wanderer in den genannten Regionen vor allem vor Steinbären zu hüten. In den Sommermonaten plagen ihn gar zusätzlichst allergrößte und zutiefst unbotmäßig eindringliche Mückenschwärme.

Südhänge

Gleichzwar die Südhänge aufgrund ihrer Einsamkeit natürlich wilder und urwüchsiger sind als die benachbarten Regionen in Arnach und Dunkelstein, ist die Fauna hier doch an Arten gleich und nur in der Zusammensetzung von den besiedelteren Gebieten verschieden. So wird die fehlende Bejagung durch einen größeren Anteil an Raubtieren ausverglichen, ebenso gibt es schadhafte Tiere wie den Biber, die Knollenschermaus, den Gänsehabicht u. Ä. dergl. mehr in größerer Anzahl.

Malderpod

In Malderpod konnten durch uns leider keine heraushebenswerten zoologischen Wesenhaftigkeiten verzeichnet werden.

Kallerfeld und Trollspitzen, Feuerberg

Die wenigen Tiere, die hier gesichtet wurden, konnten allesamt benachbarten Regionen zubewiesen werden. Es scheint, als würden sie sich allesamt nur zufällig in die götterverlassenen Steinwüsten verirren. Sogar die ansonsten allverbreiteten und allbeklagten Plagegeister, die Stechmücken, fehlen hier weitgehendst ganz und sonders.

Neue Erkundungen am Jolborn

Leider sind wegen des stark forschungslimitierenden Zeitmangels die neuen Erkundungen im Westen nur sehr ungenügend dokumentiert worden. Es gibt Berichte über seltsam-merkwürdige, übergroße Wasserraubtiere mit vielen Opfern in den Sümpfen um die Paltrammündung, es gibt Gerüchte über wechsellaunige Irrlichter und eigene Untersuchungen über gar wunderlichstes, scharfkantigstes Röhricht (siehe ausführlichere Ausführungen in Kapitel d:3). Insgesamt sind die neuen Erkundungen mit Ausnahme des Gebietes um Härtwigs Hafen als sehr gefährlich einzustufen. Dennoch dürften weitere Forschereien von äußerster Interessantheit werden.

Hervorhebenswertes Gewässergetier

Diese Sektion verdankt in ihre Reichartigkeit in großem Maße dem bekannten Nordmarker Einsiedler und Fischfreund Tomek Wachtelschlag, dem an dieser Stelle Dank und Ehre ausgesprochen werden soll. In seiner unerfreulicherweise unnachahmlich einfachen, prosaischen und schwunglosen Art hat er doch gar vielerlei Erfahrungen und Erkenntnisse über die Besonderheiten des Nordmarker Gewässergetiers in meine Arbeit einfließen lassen können.

Forellenartige und Forellenähnliche

Unter dieser Rubrica gibt es zweierlei Fische zu erwähnen: Die leider nur schwer fangbare Eisäsche, die in den Gebirgsflüssen des Hochlandes zu finden ist und die Yaltrachforelle, die als großer und schmackhaftiger Speisefisch mit erheblich bunterer Beschuppung als die kleinere Regenbogenforelle oftmals in Yaldering den dortigen Speisetischen zu finden ist.

Die Waldschleie

In den durch den in der Nordmark allverbreiteten Schädling Biber allzu häufig verursachten Tümpeln in den Wäldern erstaunlicherweise ebenfalls allverbreitet vorkommend, stellt die Waldschleie eine absolute Besonderheit in verschiedenerlei Hinsicht dar: Obschon der ehender im Süden verbreiteten Familie der Karpfen angehörig, lebt sie lustig und fidel die Art ihrer Gattung überwindend in der winterkalten Nordmark. Warum ihr die Kälte nichts ausmacht ist unklar, aber eingedenk ihrer Verbreitung ist sie darin wahrlich übererstaunlichermaßen erfolgreich. Zum anderen ist die karpfenähnliche, ja karpfenartige Waldschleie etwas kleiner im Wuchs, was im sogenannten Prozeß der Verbuttung, der aus Kleingewässerfischbestandsentwicklungen in gar hinreichendster Art bekannt ist, begründet sein könnte. Das Fleisch der Waldschleie ist in der Schmackhaftigkeit erstaunlichermaßen noch besser als das des Karpfens. Ein wahrlich hochinteressanter kleiner Fisch.

Paltramwels

Der Paltramwels ist als nicht anders als wahrhaftig riesengroß zu bezeichnen. Obgleich er sich im Körperbau nicht wesentlich von anderen Welsarten unterscheidet, wird er erheblich größer als sie und kann entsprechend entsprechender Berichte von Fischern als „ziemlich groß und so schwer wie zwei Männer“ bezeichnet werden. Angesichts der ansonsten eher südlicheren Verbreitung der Welse ist es erstaunlich, daß sich eine so prominente Welsart so weit im Norden angesiedelt hat.

Paltramhausen

In Belangen der Jägerei und Fischerei kennt die Nordmark generell nur wenige der ansonsten in den geschlossenen Siedlungsgebieten des Reiches so umfassendst regulierten Bestimmungen hinsichtlich der Jägerei und Fischerei. Eine davon betrifft den Paltramhausen. Dieser, dem Stör allzu verwandte Großfisch trägt, abgesehen von seinem vorzüglichen Fleisch, einen viel wertvolleren Schatz in sich: Das „schwarze Aurazith“, den Kaviar, beliebt unter den Feinschmeckern von Betis. So ist es nicht verwunderlich, daß auch die (wie alle Nordmarker) an Profit interessierten Fischersleute den Paltramhausen nicht zum Verzehr, sondern zum Kaviargewinn befischen. Zuwiderhandlungen werden (für Nordmarker Verhältnisse) erstaunlich streng gehandhabt. Wer versucht, den Paltramhausen zu verkaufen, hat mit rigorosesten Maßnahmen ordnungsrechtlicher Art zu rechnen.

Jarecksbarsch

Die im Jolborn allbekannte, ausnehmend große Flußbarsch/Zanderkategorie des sogenannten Piratenbarschs bildet im unteren Paltram eine erkennbar kleingestaltigere und meist vorsichtig sich im Uferbereich verbergende Unterkategorie, die in Respekt ihrer Umsichtigkeit Jarecksbarsch genannt wird.

Der Gelbe Flußkrebs, Iklankrebs

Der Gelbe Flußkrebs unterscheidet sich kaum vom im Brazach bekannt-vorkömmlichen Flußkrebs, ist allerdings etwas größer, von gelblich-bräunlicherer Befärbung und gar vergleichbarer Schmackhaftigkeit. Er ist schwerer in der Habhaftwerdung, seine Benennung „Iklankrebs“ weist auf die rötlich-gelblichen Gewänder der Ordensleute hin.

Anhängenswerte Anmerkungen und Anhänge

Eigenheiten der Nordmarker Holzqualität

In der Holzqualität der Nordmark ist es als anmerkenswert anzumerken, daß die Qualität des Nützholzes oftmals von höherer Güte ist als die vergleichender Baumbestände im Süden. Dieses liegt ursächlich nicht in der Baumartigkeit oder -beschaffenheit begründet, sondern im Klima. Die gar kältere Witterung läßt Bäume langsamer wachsen, weswegen die Jahresringe – Ring für Ring – enger gewachsen sind. Das macht die höhergelegenen Regionen der ostwärts gelegenen Nordmark zu einem ertragsärmeren, qualitativ aber hochwertigeren Holzlieferanten, der auf den Märkten entlang des Brazachs entsprechend hervorzuhebende Erfolge erzielt.

Überlebenskünstler Gran

Das einzig wachsbare Getreide unter der kalten Bewitterung der Nordmark ist das sogenannte Gran. 2401 Körner des längst vergessenen Getreides hat der Pailat großzügigermaßen der Stadtverwaltung von Yaldering im Jahr 26 n. H. A. III. überreicht – wie man sich erzählt, in einem schlichten aber jahrhundertealten Behältnis aus ungebranntem, nicht glasierten Ton. Gran trägt zwar nur eine dürftige Frucht am reifen Halm, ist aber sehr widerstandsfähig und erwiesenermaßen die einzige Getreidesart, die in diesem Klima zu gedeihen vermag. Die Ernte des Jahres 29 war somit auch die erste, die für die wenigen Bauern einen Ertrag von erträglichem Erfolg erbrachte.

Säbelauen (genannt auch Schwertauen, Schwertwiesen, Salzgräser, Salzröhricht)

Obschon in der Nachfolge des mutigen Ritters und Entdeckers Roland Welheim und seines Gefährten Eodar dieser gefahrvolle Landstrich mehrfach begangen und kartographiert worden ist, steht eine biologisch-zoologische Expedition in die sogenannten Säbelauen noch aus. Dies liegt bedingt in dem Umstand begründet daß das allgemeine Reisen wegen dem scharfblättrigen Gras- und Röhrichtbewuchs für den Ungerüsteten gar gefährlich ist (selbst manches Lederzeug ist bei einem längeren Fußmarsch durch die Säbelauen schon zerschnitten worden!), und sich zudem in den Gewässern zum Jolborn hin ungetümliche und monströse, tierartige Wesenhaftigkeiten verbergen, über die es bis zum heutigen Dato kaum Berichte gibt. Es heißt, nur die Toten könnten von ihnen zeugen – Tote, wohlgemerkt, deren Leichen gar spurlos verschwunden sind. Meine Vermutung ist es, daß die unheilige Nähe der Ödlande all diese Auswüchse hervorbringt. Schon in Malderpod wächst ja im Bereich der kuriosen Salzquellen, die dort zutage treten, ein wahrhaft ungewöhnlicher Pflanzenbewuchs.

Unheilvolle Pilzverbreitung in den Nebelwäldern

Gleichwohl im Pilzwachstum – anders als Pflanzenwachstum – nicht das wohlgefällige Sprießen, Grünen und Gedeihen zu sehen sein darf sondern vielmehr eine außerhalb des ordentlichen Pflanzenwachstums stattfindende, ungesunde Wucherung aufgrund unheiliger Fäulnisvorgänge in den allertiefsten Urgründen des Reichsbodens, muß die Pilzvielfältigkeit der Nebelwälder hier doch und gerade deswegen erwähnt werden. Durch die hohe Feuchtigkeit an der Oberfläche einerseits, die Fäulnisse in den allertiefsten Urgründen andererseits und überdies die fehlende Bewirtschaftung und sich daher bildende Modermasse letzthin ungünstigst begünstiglicht, erreichen die Pilzkörper zu meinem allergrößten Betrübnis sowohl große Anzahl als auch erstaunliche Größen. Eine meiner Mitarbeiterinnen ist gar auf einen Pilz von der Besorgniserregenden Größe eines Pultes aufmerksam geworden. Er gehört zu einer Art, die von den Bürgern der Nordmark Knullenbull-Brigant genannt wird (nach den Entdeckern Volkbart Knullenbull und Bruno dem Briganten, bezeichnenderweise beide gesuchte Verbrecher). Hernun, die unvernünftigen Nordmarker wiedhin, sie wissen nichts besseres zu tun als den halboberirdisch wachsenden Fruchtkörper des Knullenbull-Briganten abzuschneiden und damit unkompliziert zuzubereitende und sogar äußerst schmackhafte Pilzgerichte zuzubereiten! Diesem unerträglichem Pilzgenuß, der in Art und Dimension dem gelegentlichen Genuß eines Champignons, Butterpilz, Parasols, Stoppelpilz u. Ä. dergl. mehr nicht zu vergleichen ist verfallen, erlauben die Nordmarker gar ihren Kindern, Pilze aus den Wäldern zu essen!!! Wir werden sehen, wohin dieses dummdreiste Treiben führen wird. Auf meine Warnungen reagierten die Nordmarker jedenfalls mit Gelächter und dem unangemessenen Aufsagen von Pilzgerichten, meist in Verbindung mit Wildfleisch u. Ä. dergl. mehr gereicht... bei allem in Ligonii, wie über alle Maßen unvernünftig das doch ist!

Besonderheiten der Panzerhechtverbreitung und des Zuges der Lachse

Obzwar Lachse im Westen der Nordmark, namentlich Paltram/respektive nördlicher und südlicher Paltram gar reichlich und regelmäßig den Fischreichtum bereichern, ist erstaunlicherweise noch nie ein Lachs in der Yaltrach gefangen oder beobachtet worden. Der Grund dafür ist womöglicherweise darindinglich zu suchen, daß Lachse Reisefische sind und aufgrund ihrer instinktuellen Erfahrung die unheilvolle Ödlandnähe in der Laichlegung vermeiden. Der aus Norrland-Brassach in gar hinreichendster Form bekannte und sogenannte Panzerhecht ist bei den Flößern zwar durchaus ebenfalls bekannt und auch (nicht zuletzt wegen seiner kampfbereiten und streitbaren Charakterlichkeit) beliebt, scheint aber in der Nordmark (respektive der Yaltrach) die Nähe des Flusses zu den Ödlanden zu scheuen.

Brazachkatze, westlicher Typ

Bereits im Jahre 28/29 n. A. III. ist von meiner bescheidenen Wenigkeit ein Artikel über diese faszinierende katzentierartige Kategorie veröffentlicht worden (erschienen in: Oikologie Transostariens von Mag. Riemold v. Bieberau). Ich möchte dem geneigten Leser im Folgenden eine gekürzte Fassung desselben präsentieren: Zunächsteinmal möchte ich die Gelegenheit beim Schopfe packen und mit einigen nicht nur im Volke verbreiteten Vorstellungen aufräumen, die verstärkt zur Entstehung des Bildes vom gigantischen Monstrum Brazachkatze geführt haben. So steht in einschlägigen Tierkundewerken zu lesen: "[...] Dieses Raubtier wird bis zu 12 Fuß lang und hat eine Schulterhöhe von fünf Ellen. [...]" Eines ist sicher: Der Autor dieses Machwerks hat selbst nie eine einzige Brazachkatze in irgendeiner Ausprägung gesehen. Sicherlich existieren zahlreiche Exemplare von über 12 Fuß Länge. Doch man stelle sich dieses Tier einmal mit fünf Ellen Schulterhöhe vor! Die hier beschriebene, nahezu quadratische Silhouette (Höhe ungefähr gleich Länge), unterstellt dem Tier eine groteske und plumpe Gestalt, was einem wahren Kenner der Gattung vor Empörung aufschreien läßt, besitzen doch Brazachkatzen, dank ihres länglichen, beinahe schlanken Körpers eine Eleganz, die ihresgleichen sucht. Ich habe auf zahlreichen Feldexkursionen insgesamt 44 Katzen vermessen und bin zu folgenden Ergebnissen gekommen:

- Östlicher Typ (34 untersuchte Exemplare): durchschnittliche (Kopf-Schwanz) Länge 10 Fuß, durchschnittliche Schulterhöhe 4 Fuß. - Westlicher Typ (10 untersuchte Exemplare): durchschnittliche (Kopf-Schwanz) Länge 12 Fuß, durchschnittliche Schulterhöhe 5 1/2 Fuß.

Die bisher unter dem Trivialnamen Brazachkatze zusammengefaßten östlichen (Arnach, Brassach, Tristenberg) und westlichen (Nordmark, Südrand der Ödlande, Kallerfeld) Subtypen unterscheiden sich nicht nur in der Gestalt, sondern auch, wie von mir gezeigt, deutlich im Sozialverhalten. Die westliche Variante lebt im wesentlichen solitär, besitzt ein festgelegtes Revier (siehe unten), ist darum auch robuster, besitzt längere Säbelzähne und kann besser klettern. Weiterhin fällt auf, daß in Gebieten, wo beide Typen vorkommen, keinerlei Kreuzungen vorkommen. Ein Revier besteht aus vier Quadranten, ein jeder 4-16 Quadratmeilen groß (je nach Beutetiervorkommen). Im sogenannten Ruhequadranten befindet sich der Schlafplatz des Tieres (Höhle oder andere geschützte Stelle). Hier zeigt das Tier die größte Aggressivität gegenüber Eindringlingen, die sich zu sehr dem Ruheplatz nähern. Ansonsten bleibt man hier eher unbehelligt. In den sogenannten Jagdquadranten geht das Tier auf Nahrungssuche, so daß man hier nur unbehelligt bleibt, wenn man die typische Beutegröße (Ödlandrinder) überschreitet. Ansonsten ist hier ständig mit Angriffen zu rechnen. Wenn ein Jagdquadrant nicht mehr genügend Nahrung bietet, kann der Ruhequadrant zum Jagdquadranten werden und umgekehrt. Niemals gejagt wird dagegen im Sozialquadranten, der sich mit dem Sozialquadranten eines Tieres des anderen Geschlechtes deckt, zu dem eine Beziehung ähnlich der ogedischen Poënaehe gepflegt wird. Während der Brunftzeit kommt es hier zur Begattung aber auch sonst scheinen die Tiere ein Bedürfnis zu haben, sich hier ab und zu der trauten Zweisamkeit hinzugeben. Die Jungtiere dagegen werden im Ruhequadranten des weiblichen Tieres aufgezogen, wogegen sie alle Jagdquadranten von Vater- und Muttertier bejagen dürfen. Sollte es gelingen eine Kartierung der Reviere vorzunehmen (samt Vorhersage der Wechsel von Ruhe- zu Jagdquadranten), könnte es in Zukunft möglich sein, gefahrlos Transostarien zu durchqueren, indem darauf geachtet wird, nur Ruhe- und Sozialquadranten zu betreten. Doch muß auch darauf hingewiesen werden, daß noch keine risikolose Methode entwickelt wurde, um die Grenzlinien genau zu bestimmen.

Bärenartige und Bärenähnliche

Bärenartige

Bärenartige sind im Rotbär oder dem Steinbär zu sehen, alle anderen Bären sind nicht bärenartig, sondern bärenähnlich, wie zum Beispiel der Bärenmarder. Die Bärenartigen in der Nordmark unterscheiden sich von Bärenartigen in anderen Landesteilen nur unwesentlich, so daß hier wiederum nur auf die BESONDERHEITEN eingegangen werden kann.

Rotbär

Der etwas kleinere Rotbär wiegt, je nach Jahreszeit, soviel wie zwei bis drei Mann. Wie der Name schon erraten läßt, hat er eine rotbraune Befellung. Er ist eher klein, ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen und auch Aas. Im Regelfalle flüchtet er vor dem Menschen, hat er jedoch Angst, kann er recht gefährlich werden. Die gehaltene Winterruhe ist im Vergleich mit dem Steinbären verlängert, jedhin aber auch unterbrochen von einzelnen, kurzen Raubzügen.

Steinbär

Der Steinbär ist zwei- bis dreimal so schwer wie der Rotbär und von eher grauer Befellung. Der Mageninhalt erlegter Tiere läßt darauf schließen, daß sie sich hauptsächlich von erjagter Nahrung ernährt. Zusammen mit der Brazachkatze (westlicher Typ) bildet der Steinbär die Spitze der Nahrungskette (folglich muß an dieser Stelle nochmals angewarnt werden, daß in der Nordmark auch der unbedarfte Mensch unfreiwillig zum Teil der Nahrungskette werden kann!). Ansonsten ist noch anzumerken, daß die Winterruhe des Steinbären zwar kürzer, aber auch konsequenter gehalten ist als die des Rotbären.

Bärenähnliche

Bärenähnliche sind nicht im bärenartigen Rotbär oder auch dem Steinbär zu sehen, sondern in den dem Bär ähnelnden Gattungen, wie etwa beispielshalber dem sogenanten Bärenmarder.

Bärenmarder

Der Bärenmarder ist, unbenommen seiner Größe und seiner beachtens-, bzw. bedenkenswerten Gefährlichkeit, mitnichtenst ein Bär sondern lediglich ein wirklich sehr starker, zäher und großer Marder, fast von der Größe eines ordentlichen Hütehundes, nur viel gedrungener, zäher, klüger, stärker, ausdauernder, gewitzter, einzelgängerischer, eigen- und überlebenswilliger und gieriger sowie natürlich fraglos weitaus ungehorsamer. Er vergreift sich auch vorliebendst an Vorräten (auch und gerade innerhalb von menschlich genutzten Behausungen) und nimmt es mutigst mit gar jedem Gegner jedweder Größe auf (wenngleich nur in Fällen, in denen es um Nahrung oder evtl. die Nachkommenschaft geht).

Der Echte Elch

Diese Überschrift soll andere Elche nicht der Echtheit entweisen. Vielmehr konnte aus zoologistischer Sehweise bisheutigentags noch kein hieb- und stichhaltiger Be- und Nachweis auf Echte Elchsvorkommen in anderen Regionen des Heligonischen Kernlandes erbracht werden. Dies läßt den Nordmärkischen Echten Elch zu einer kulturell wichtigen Disposition werden; sind doch die inzwischen aus der Mode kommenden Elchslederstiefel nur dann echt, wenn sie jedentsprechend aus dem Hautleder des Echten Elches gefertigt worden wurden und nicht etwa aus Schweine-, Schafs-, Ziegen-, Rinds-, Burai-, Pferde- oder anderem -Leder.

Die Waldkuh

Eine Kuriosität ist die stämmige, gedrungene, in kleinen Herden von 15-30 Tieren lebende Waldkuh (in den Aufzeichnungen der Catvaras Ekam Tschreviën genannt), die meiner Meinung nach der Vorfahr des für seine Widerstandskraft gerühmten, in der Markgrafschaft Norrland-Brassach weitverbreiteten Ödlandrindes ist. Ihre Befellung ist von bräunlich-dunkelbräunlicher Farbe, im jahreszeitlichen Wechsel durch wechselnde Wolligkeit aufgrund der entsprechend mehr oder weniger kalten und harten Bewitterung beeinflußt. Da die Waldkuh im Sommer wie alle Waldbewohner von den zahlgroß auftretenden Mückenschwärmen geplagt ist, die die Wälder wie auch die höheren Landesteile in wohl unzählbarer Anzahl heimsuchen, hat sie im Laufe ihrer Entwicklung damit begonnen, sich um die Mittagszeit in möglichst lehmig-schlammigen Tümpeln zu wälzen, um vor allem abends und morgens vor den Stichen geschützt zu sein. Die Waldkuh hat ein recht starkes Gehörn und ergreift bei Angriffen nicht die Flucht, sondern setzt sich gemeinschaftlich zur Wehr. Da dies zum Schutze der Jungtiere und anderweitig schwacher Herdenmitglieder durch Angehörige beiderlei Geschlechts geschieht, haben sich im sog. Jägerostarisch die Benennungen Bock und Böckin durchsetzen können, die im übrigen nur recht aufwendig zu bejagen sind: Aufgrund des wehrhaften Gemüts setzt sich die Herde stets zur Wehr, so daß man entweder in einem 40-60 Jägersleuten umfassenden, überaus ertragreichen Massaker entweder die ganze Herde erlegt oder selbst verfolgt und getötet, im weniger tragischen Falle aber respektive auch schmählich in die Flucht geschlagen wird.