Blankgezogenes Schwert

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Wie komme ich hin?

Ohne Einladung gar nicht. Man muss die richtigen Leute kennen. Ansonsten kann man es mit einem rosa Schleifchen am Revers probieren. Vielleicht wird man dann von den richtigen Personen angesprochen.

Wer ist Wirt?

Die Wirtin ist Madame Badináge. Sie ist eine schillernde Größe in Betiser Etablissementkreisen. Manche behaupte sie stünde in einem ständigen Wettbewerb der Etablissements mit Mama Nelli, doch Kenner wissen es besser. Madame pflegen einen expressiven Lebensstil und ebenso gehaltene Kleidung. Die Schminkkünste aus Sedomee hat sie perfektioniert und wendet diese ebenso geschickt auf sich selbst als auch auf ihr Personal an, welches ausschließlich männlich ist. Sie kann alle möglichen Wirkungen mit ihren Künsten erzielen, hauptsächlich setzt sie es in ihrem Etablissement ein um körperliche Vorzüge hervorzuheben und kleinere Makel verschwinden zu lassen, so dass jederzeit ein perfektes Erscheinungsbild entsteht.

Was ist geboten?

Der von außen sehr unscheinbare Eingang in einer nur unzulänglich einsichtigen Straße verrät nichts über die opulente Ausstattung im Inneren. Dem Leser sei hier nur der vordere Hauptraum vorgestellt. Über die angeblich zahlreichen und divers ausgestatteten Hinterzimmer geziemt es sich an dieser Stelle Stillschweigen zu bewahren.

In gedämpftes Licht getaucht ist die Einrichtung eher bergländisch rustikal zu nennen. Auffällig ist die kleine Bühne, sowie die Bar auf der gegenüber liegenden Seite. Es riecht beständig nach dem robusten Leder der Brustharnische, nach dem Öl, welches die gestählten Muskeln im Licht der Talglampen glänzen lässt. Jeder Mann im Raum ist nicht nur ein Mann, er ist das Abbild eines Halbgottes, wenn dies keine Blasphemie wäre.

Waronielgefällige Musik füllt den Raum und webt die Stimmen der Anwesenden zu einem sanaisgefälligen Klangteppich. Es ist einfach ein Ort um sich größtmöglicher Entspannung hinzugeben und sich absolut wohl zu fühlen, als ab man sich in Poënas Garten selbst befände.

Wen trifft man hier?

Sowohl Männer als auch Frauen, die eine gepflegte Offenheit gegenüber gut definierten Männern haben. Aus allen Teilen Heligonias und bis über die Grenzen hinaus, ist das „Blankgezogne“ bekannt, wie es auch gern abgekürzt wird. Nur der offene Charakter einer Stadt wie Betis macht einen solchen Ort möglich. Ins Blankgezogene kommen aus Nah und Fern Menschen, die sich einfach amüsieren möchten. Bei stahlharten Muskeln in knappem Leder, sind natürlich die Amazonen von Mahanel nicht weit. Auch so mancher Adlige soll schon gesehen worden sein. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass der Doge daselbst schon dagewesen sein soll. Aber dieses Gerücht gehört zu jeder gehobenen Einrichtung Betis, wie die Rufe der Marktschreier zu den öffentlichen Plätzen der Stadt. Gut informierte Kreise wollen jedoch wissen, dass Redakteure der Betiser Tulpe zu den Stammgästen gehören.

Kritiken

Kritiken konnten wir keine offiziellen bekommen. Spricht man Gäste an, so lächeln sie wissend und zufrieden, sagen jedoch nichts. Mit dem Blankgezogen Schwert ist es wie mit so vielen anderen verborgenen Dingen auch, die viele kennen, doch wo noch keiner je gewesen sein will.



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