Schattenspiel "Der Streit um das Wegerecht"

Aus HeliWiki
Zur Navigation springenZur Suche springen
Schattenspiel "Der Streit um das Wegerecht"
Autor Die See-Elfen
Quelle Helicon 65
Jahr der ersten Veröffentlichung 54 n.A.III
räumliche Herkunft Darragesh, Valmera
Autor (OT) Marc Hermann

Es war einmal eine Straße, die jedem fahrenden Händler bis auf den Grund des Beutels bekannt war: die alte Nordstraße. Wie ein graues, verschlungenes Band schlängelte sie sich durch die damals noch undurchdringlichen, dichten Wälder Valmeras. Denn wer diese Ader bewachte, der hielt den Puls des Reiches in den Händen – und wer den Handel lenkte, der besaß am Ende die wahre Macht.

Seit ungezählten Generationen hatten die Guldensteins ihren festen Anker an diesem Weg. Ihre Männer zogen stolz und schwer gerüstet in schweren Wappenröcken durch die Lande; ihre finsteren Schlagbäume waren aus massivem, knarrendem Eichenholz gezimmert, und die Zölle, die sie von jedem Vorbeiziehenden verlangten, waren... nun, sagen wir es leise: reichlich ehrgeizig. Doch die Basonna schwiegen dazu nicht. Sie erhoben schwere Anklagen und riefen laut, die Guldensteins würden die Händler schikanieren, fremde Wagen rücksichtslos durchwühlen und wertvolle Waren beschlagnahmen, wann immer ihnen der Gewinn nicht hoch genug schien. Bis zu jener schicksalhaften Stunde, als der Abend wie ein schwerer Vorhang über die Wipfel sank: Da fand man einen jungen Guldenstein-Knappen, schwer gezeichnet und blutend, im kalten Straßengraben liegen.

Im ganzen Land schlug dies wie ein Blitz ein. Die Basonna hoben flehend die Hände und schworen Stein und Bein, sie hätten mit dieser Tat absolut nichts zu tun. Doch die Guldensteins ballten schweigend die Fäuste, blickten in die Dunkelheit des Waldes und schworen bei ihrem heiligen Blut, dass sie lügen – bis aufs Messer.