Tatzelfelser Honigmeth

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Vom Honigmeth

Honigmeth - vor allem der unsrige aus Tatzelfels - gilt nicht ohne Grund als „Flüssiges Aurazith“; vereinigt er doch die Wärme Helios‘ und die Wonnen Poënas wie kein anderer Trunk in sich. Allein der Duft erinnert den geneigten Trinker an in Blüte stehende Heide, bunte Blumenwiesen, reife Kräuter und tropfende Honigwaben.
Die Vielfalt des heligonischen Meths ist dabei schlicht erstaunlich, schimmert er im Becher einmal aurazithen, einmal bernsteinfarben, manchmal klar und hell wie die Heliosscheibe am Morgen, manchmal dunkel und voll wie Waldhonig.
Jeder Schluck ist ein kleiner Heliostrahl, der lebendig über die Zunge läuft und dem Gaumen samtig schmeichelt. Im Munde des Kenners präsentiert der Honigmeth zufürderst seine runde, weiche Süße, eröffnet dem Gaumen hernach sanft seine tiefsten Geheimnisse, sei es köstliche Wiesen- oder Lindenblüte, ein Hauch von Harz und letztlich schmeckt die fruchtige Fülle von Obst oder die herbe Würze von Lavendel, Thymian oder anderen Kräutern rund und wohlig nach.
Der Rausch gleicht dem des Rebenweines, ist angenehm warm, doch birgt er für den Neuling ebenso Gefahren. Honigwein schmiegt sich sanft um Herz und Sinne. Erst werden die Backen warm, dann die Zunge frei; das ganze Leben erscheint für den Moment leichter, die Menschen gesellig und die Zukunft rosig. Meth führt keinen Keulenschlag, lässt nicht taumeln, nicht vergessen.
Und eins noch: Der wahre Methfreund stürzt ihn nicht hastig herunter, sondern begegnet dem edlen Trunk mit Achtung durch langsamen Genuss.

Erdan Weizenklei, legendärer Methmeister aus Tatzelfels