Bertrand von Arnach

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Bertrand von Arnach, geboren im Jahre 4 nach Aximistilius III. als zweiter Sohn von Richard von Arnach und Annabell von Drachenhain, war in den Jahren 18-25 nach Helos Aximistilius III. Baron der Baronie Arnach im Herzogtum Ostarien. Bertrand ging eine Liebesheirat mit Elaine, einer angesehenen Angehörigen des Hofstaates des Grafen Alois von Karentiae in Drakkonia ein, die aber kinderlos blieb. Zusammen mit seiner Frau, seinem Bruder und drei Dutzend Arnacher Bürgern starb er bei der Katastrophe von 25 n.A. III.

Nach dem tragischen Tod von Bertrand und Elaine hat sich in Arnach aus der Erinnerung an ihre Herrschaft für sie der Beiname "zur Blüte Arnachs" verbreitet.

(die nachfolgenden Aufzeichnungen aus jener Epoche entstammen überwiegend der Feder von Bandelaine aus dem wunderschönen Tortull).


Familiengeschichte von Bertrand, Elaine und Maurice

Während Bertrands Herrschaft erlebte Arnach eine Blütezeit, und diese leider sehr kurze Ära kann als die in der jüngeren Arnacher Geschichte prägendste gelten. Noch heute wirkt die damals erreichte Größe Arnachs in Konstruktion, Zivilisation, Kultur und Handel nach, und manch ein Untertan erinnert sich gerne daran, wie sich zu den Minnewettbewerben schwere Parfumwolken über Arnstein legten, Edle aus aller Herren Länder zu Gast waren und lukrative Geschäfte über die technologischen Erzeugnissen Arnachs vereinbart wurden.

Die denkwürdige Epoche von Bertrand, Elaine und Maurice begann allerdings zunächst mit einem Trauerfall und einer anschließenden Krise: Nachdem der Vater Bertrands, Baron Richard von Arnach, die Schwester von Graf Waldemar, Annabell von Drachenhain, geehelicht hatte, gebar sie ihm bald darauf zwei Söhne, Maurice und Bertrand. Doch bevor beide ganz den Kinderschuhen entwachsen waren, verstarb Annabell auf bis heute ungeklärte Weise einen mysteriösen Tod! Ihr Tod, sowie der Umstand, daß eben dieser nie aufgeklärt wurde, führte dazu, daß sich Richard nach und nach von den weltlichen Belangen zurückzog. Der Kontakt zu anderen Baronien wurde nicht aufrechterhalten; die für Arnach wichtigen Handelsbeziehungen gingen dadurch in die Brüche. Kilian vom Ebersbrunn, ein Berater des Barones, übernahm daraufhin stellvertretend die Führung der Baronie. Durch seine harte und sehr strenge Vorgehensweise gewann er jedoch nicht das volle Vertrauen des Volkes.

Während der Zeit, als Kilian die Führungsrolle inne hatte, befanden sich Maurice und Bertrand für längere Zeit im Ausland. Maurice widmete sich seinen Studien längst vergangener Völker und Kulturen, Bertrand begleitete ihn eine Zeitlang auf seinen Reisen, bevor er sich seiner Ausbildung am Hofe des Grafen Alois von Karentiae hingab. Hier lernte er auch seine zukünftige Gattin, Elaine kennen. Nach der Heirat von Bertrand und Elaine gingen beide zurück nach Arnach, wo ihnen Kilian zusammen mit Richard von Arnach offiziell die Führung der Baronie übergab. Bertrands Herrschaft war sehr durch das liebevolle Zusammenwirken mit seiner Frau und seinem Bruder geprägt. Sie alle hatten ihre Eigenheiten:

Bertrand von Arnach war ein stiller und meist zurückhaltender Baron mit einer Vorliebe für Trebuchets. Mit eben solchen, nur in stark verkleinerten Form, ging er zuweilen auf die Jagd. Man munkelte, seine Gattin Elaine von Arnach, hätte ihm schon angedroht sein kleines Spielzeug wegzunehmen, sollte er davon nicht ablassen können! Auch sammelte er Trebuchets. Seine Vorliebe stand aber im leichten Gegensatz zu einem seiner Erlasse, welches das besonders unter den Arnacher Gelehrten, in Mode gekommene duellieren mit Trebuchets und anderem schweren Kriegsgerät untersagt. Bertrand verfügte über eine Leibgarde „les barbes bleu“, die blauen Bärte.

Elaine von Arnach, seine Gemahlin, stammte aus der schönen Grafschaft Karentiae in Dracconia. Sie widmete ihre meiste Zeit der Parfumherstellung, ging ihrem Gatten aber auch in politischen Dingen zur Hand. Außerdem veranstaltete sie des öfteren Minnewettbewerbe, zu denen auch Adelige, Troubadours und Trouvères aus Karentiae geladen waren. Auch Minnesänger aus Brassach fanden sich dann in Arnach ein, um ihre Kunst zum Besten zu geben. So erfuhr Elaine von Arnach auch gleich das allerneueste aus Karentiae; zuweilen war sie von starkem Heimweh geplagt. Auch Elaine verfügte über eine eigene Leibgarde, „Die Blumenkinder“, die sich zum größten Teil aus karentiaenischen Waffenknechten zusammensetzte. Besonders mit den „Rosenpeitschen“ und den „Streittulpen“ wussten diese sehr gut umzugehen.

Maurice von Arnach, der Bruder des Barons, war nach langer Reise in ferne Länder zurückgekehrt, um seine für die Wissenschaft essentiellen Forschungsgebiete wieder aufzugreifen. Er hatte folgende Ämter und Titel inne: Doktor der Kleines-Volk-Forschung (Dr. K.V.F.), Leiter der Wehr- und Waffentechnik in Arnach, Gelehrter und Wissenschaftler, Freiherr der Provinzen Finster und Wâld. Die von ihm erfundenen Gerätschaften wurden von Außenstehenden eher kritisch betrachtet und die Effektivität sowie die Funktionstüchtigkeit wird angezweifelt.


Der höfische Gesellschaft zur Zeit Bertrands

Während der Herrschaft Bertrands bildete sich zum ersten Mal in der Arnacher Geschichte so etwas wie ein Hofstaat. In der Rückschau wird vielfach die Ansicht vertreten, dass die Ära Bertrands die einzige Zeit war, in der das von Dankmar von Arnach so prunkvoll erbaute Schloss endlich angemessen betrieben wurde. Allethalben hieß man Gäste aus dem Ausland willkommen, aber auch die ostarischen und heligonischen Nachbarn waren oft und gerne gesehene Gäste. Heimische und ausländische Handwerksmeister, Händler und Höflinge trafen sich am Rande der Minnewettbewerbe, um ihre Kontakte zu pflegen, Wissen auszutauschen und Geschäfte abzuschließen.

Weitere wichtige Personen waren neben dem Baron Bertrand, seiner Frau Elaine und seinem Bruder Maurice die engsten Vertrauten des Hauses, namentlich:

Kilian vom Ebersbrunn, Priester vom Orden der Bannkreuzer und Vertrauter des Barons, der ihm mit Rat und manchmal auch mit Tat zur Seite stand. Kilian genoss hohes Ansehen in der Arnacher Gesellschaft. Während Bertrands Herrschaft reiste er viel mit Gaspard d’Aubergine umher und bereitete ihn auf das Amt des Beraters in weiter Ferne vor.

Nach der Katastrophe von 25 n.A.III übernahm Kilian die Regierungsgeschäfte noch zweimal: Zunächst bis zur Heirat von Richard von Arnach und Liska Joutsen, der späteren Baronin und nach deren Verschwinden bis zum Jahr 36 n.A. III, als der gealterte Richard seine zweite Herrschaftszeit annahm. Kilians Politik als Statthalter war stets von dem Bemühen geprägt, die Baronie in ihrer jeweiligen Verfassung redlich zu wahren und stets für eine Nachfolge bereit zu halten.

Gaspard d’Aubergine war Handelsbeauftragter von Arnach. Er vertrat die Interessen des Barons, den allgemeinen Handel, den Parfumhandel der Baronin Elaine von Arnach sowie die Interessen von Maurice von Arnach in den Bereichen Wehrtechnik und Wissenschaft. Gaspard stammt aus einer adeligen Händlerfamilie, welche schon seit langer Zeit den arnacher Hof mit Gemüse belieferte. Gerüchten zufolge verfügt die Familie d'Aubergine über Gemüsemagie, was ein Grund für die gar vorzüglichen Auberginen sein könnte. Die Magie wäre dem Baron zwar ein Dorn im Auge gewesen, aber auf die wohlschmeckenden Auberginen wollte er nicht verzichten.

Nach der Katastrophe von 25 n.A.III kehrte Gaspard d'Aubergine auf den Landsitz seiner Familie zurück. Die Zeit des wirtschaftlichen Niedergangs nutzte er, um die Gemüseanbaumethoden der Familie zu verfeinern und weitere ausländische Gemüsesorten in Arnach zu kultivieren. Seit der zweiten Herrschaft Richards ist er wieder öfter in Arnstein zu sehen.

Sergej Iwan Sôrrhgôv war Medicus und Chirurg und als Leibmedicus des Barons tätig. Er kam vor langer Zeit in die Baronie und bot dort seine Dienste an. Bertrand nahm diese dankbar an, da Sôrrhgôv sein Können meisterlich unter Beweis stellte. Er stammt aus den „kargen Oststeppen“, welche weit im Osten hinter dem Horizont liegen. Desweiteren betrieb er Forschungen in der inneren Medizin und erzielte darin beachtliche Erfolge. Auch im Bereich Wehrtechnik war er nicht untätig; von ihm stammen die gefürchteten Amputier- und Ausweidebolzen. Sôrrhgôv und Maurice waren Konkurrenten und das nicht nur im Bereich Wehrtechnik. Trotz seiner zum Teil radikalen Ansichten wurde Sôrrhgôv in Arnach geduldet, da er ein hervorragender Medicus ist, und als solcher ließ er es sich natürlich auch nicht nehmen, ein so gewichtiges Problem wie die dahinschwindende Haarpracht des arnacher Geschlechts zu bearbeiten. Eines seiner Projekte war die „Haarwiedergewinnung“. Sôrrhgôv arbeitete in seiner Residenz am Stadtrand von Cluny. Auch verfügte er über eine eigene Leibgarde (alle von den kargen Oststeppen), welche er aber dem Baron zur Verfügung stellte. Anfangs als Gardisten eingesetzt, wurden sie bald ob ihrer brutalen und grausamen Vorgehensweise für Sondereinsätze bereitgestellt. Ihr Äußeres und ihr Verhalten brachte ihnen beim Volke den Spitznamen „Eisenköpfe“ ein.

Nach der Katastrophe von 25 n.A. III kehrte Sergej in die „kargen Oststeppen" zurück. Er behielt jedoch seinen Sitz in Arnstein, wo er meist in der Saarkazeit zu Besuch ist, wenn die Oststeppen von argem Schneegestürm geplagt sind. Die „Eisenköpfe“ wurden zum Verbleib nach Burg Arnstein verlegt, wo sie als erfahrene und angesehene, aber auch gefürchtete Offiziere einen Teil des militärischen Nachwuchses Arnachs in Belangen des brutalen und grausamen Sonderkriegshandwerks ausbilden.


Die Rolle Arnachs in den Kriegen um Teemoranien und die Ödlande

An der Seite von Oraneck, Drackensteig, Brassach und Jolberg stellte sich das Haus Arnach im Jahre 24 n.A. III entschieden gegen die umstrittene Hochzeit Teemon von Hohenforingens mit Angharad Elanor von Emarania. Bertrand verfolgte damit offen eine Politik, die er, seine Frau und sogar sein Vater auch schon im Vorfeld angestrebt hatten, allzu lebendig waren damals noch die Erinnerungen an die Zeit Svanhilds und Dankmars. Aufgrund der Hinterlandlage zum in jener Zeit von Seuchen geplagten Teemoranien erfolgte zunächst nur eine eingeschränkte Mobilmachung, was sich bei den alsbald beginnenden ödländischen Angriffen im Jahre 25 n.A. III. als Vorteil erweisen sollte: In der Abwehr der Angriffe in Dunkelstein und Brassach war Arnach vor allem in der Anfangszeit sehr schnell stark beteiligt. In der anschließenden Landnahme, die zu Gebietserweiterungen auf den Seiten der Templer von Ankur (zu Norrland-Brassach) und den Herzöglichen (zu Ostarien) führte, nahmen die Arnacher Verbände hingegen nur in geringem Maße teil, da man im Süden die Grenze zu Oraneck gegen den abtrünnigen Baron und Verräter Shirkon Sherendil zu sichern suchte.


Vorzeitges Ende und Wirkung der Epoche von Bertrand, Elaine und Maurice

Am Ende des ereignisreichen Jahres 25 n.A. III. schließlich...

Elaine und ihr Wirken aber werden noch für lange Zeit als Spur in Arnachs Landschaftsbild erhalten bleiben: Die mannigfaltigen, nach ihren ästhetischen Vorstellungen und den Erfordernisse der Parfumherstellung importierten fremdländischen Blumenbestände verwilderten in den Jahren nach der Katastrophe langsam. Vom Wind über die weiten Wiesen im Süden der Hauptstadt Arnstein verteilt, haben sie mittlerweile an zahlreichen Stellen Wurzeln geschlagen und sind heute zu vielbeachteten, und geschätzten, im Jahreslauf wiederkehrenden Zeugnis der Schönheit der bezaubernden Baronin, der Kultiviertheit ihrer fernen Heimat und einem wichtigen Symbol der Bedeutung der von ihr maßgeblich mitgeprägten Ära geworden.




Vorgänger Baron von Arnach Nachfolgerin

Richard von Arnach

18-25 n. A. III

Liska von Arnach