Baronie Güldental

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Baronie Güldental
Güldentalwappen.gif
Hauptstadt Jarun
Herrscher Anselm von Thal
Fläche 4.000 Meilen2
Einwohner 2.000
Lehen

Die Baronie Güldental ist die Kleinste der Baronien des Fürstentum Thal. Im Süden grenzt sie an die Baronie Anthan, im Osten an die Baronie Lormark und die Nord- und Westgrenze bildet der große Fluß Brazach, der bei Betis in der Baronie Welzen in den Jolborn mündet. Jenseits des Ufers liegt das Fürstentum Drachenhain, wobei die Baronie Drachenberg und die Baronie Wolfenfeld gegenüber von Güldental liegen.

Geographie

Der Name Güldental kündet bereits von der Fruchtbarkeit des Landes. Das ganze Land ist ein großer Garten. Weizen-, Gersten- und Dinkelfelder verleihen dem Land im Xurl, wenn das Korn reif ist, einen goldenen Glanz. Besondere Beachtung ist hier dem Hopfenanbau zu zollen. Die hohen Hopfengärten und Trockentürme sind die typischen Merkmale Güldentals.

Bleibt der benötigte Regen im Helios aus, beten die Güldentaler zu Xurl und können die Felder in Flußnähe durch ein System von Wasserkanälen und Schleusen bewässern. Die Wasserverteilung übernimmt eine von Prinz Anselm aus Freiherren zusammengestellte Kommission, die vor Ort über die Wassermenge, die ein Feld zugeteilt bekommt, entscheidet. Die Knappwasserverordnung, erlassen von Baron Orenus im Jahre 56 v.A.III. versucht erstmalig durch meßbare Kriterien, wie Wasserstand des Brazach, eine Skala der Trockenheit des Feldes, und Verdorrungsfaktor der Feldfrucht eine einsichtige Verteilung des kostbaren Nasses zu erreichen.

Die Bauern haben große Gehöfte in denen auch viel Vieh gehalten wird, ausgedehnte Weiden für Ziegen, Schaf und Rind, sowie Obst und Strauchwiesen sind außerhalb der goldenen Ebene nicht nur für das Auge eine willkommene Abwechslung. Der Güldentaler Tisch ist mit Früchten und feinen Fleischwaren reichlich gedeckt. Regelmäßig sind die Scheunen und Keller mit allem gefüllt, und der Abgabezehnt an Prinz Anselm wurde bereits gesenkt, da seine neuen Vorratskammern noch nicht fertiggestellt sind, und die Alten überfüllt sind. Der Überschuß wird an die anderen Baronien mit Schiffen über den Brazach verkauft.

Es existieren heute nur noch sehr kleine Waldgebiete, welche vor der gnadenlosen Rodung für Schiffe, Häuser, Militärgerätschaften und Ackerland verschont geblieben sind. In diesen Waldflecken lebt kaum noch Groß- oder Rotwild. Auch der früher weitverbreitete Riesenbraunbär ist nicht mehr heimisch. Dafür ist eine Zunahme der Wolfs- und Wildkatzenarten zu bemerken. Das Land ist leicht gewellt und von Hügelketten durchzogen, besitzt aber keine nennenswerten Erhebungen.

Wenn Anfang Poëna im Norden Heligonias die Schneeschmelze beginnt, tritt der Brazach östlich von Jarun schnell über seine Ufer und füllt die malerischen Dungun Auen und seine kleinen Nebenarme mit frischem Wasser. Westlich von Jarun sind Überschwemmungen nur bei Jahrhunderthochwasser zu verzeichnen, die dann aber um so verheerender sein können. Die Stadt Jarun selbst ist durch den künstlich angelegten Hafen, die Hafen- und Stadtmauer und einige Wälle und Deiche vor dem Brazachwasser geschützt.

Besondere Orte Güldentals

Die Poënasenke

Der Westen des Landes wird von der Poënasenke beherrscht, in deren Mitte sich die Grenzen der drei Provinzen Jaredon, Kalarun und Queres treffen. In dieser Senke befindet sich der wohl fruchtbarste Boden Heligonias, da er sehr feinkörnig ist und nicht zu schnell austrocknet. Nebst anderen Getreidesorten und Feldfrüchten kann in ganz Heligonia nur hier der zum Bierbrauen nötige Hopfen angebaut werden. Als besonderes Geschenk Poënas sind in dieser Ebene bis zu zwei Ernten pro Jahr möglich. Deswegen wird es auch als Frevel und Mißachtung des Geschenkes betrachtet, wenn der fruchtbare Boden verschwendet wird. So befinden sich seit alters her die Siedlungen auf dem erhöhten Kraterrand und nur die allernotwendigsten Scheunen und Geräteschuppen durften, unter Darbringung ansehnlicher Ernteopfer an Poëna, gebaut werden. Der besonderen Form der Senke entsprechend vermutet man, da niemandem die ganze Gestalt der Göttin bekannt ist, daß die Senke ihr Nabel ist.

Die goldene Ebene

Die goldene Ebene erstreckt sich von der Poënasenke im Westen des Landes bis hin zu der leicht bewaldeten Hügelkette im Osten, die den Beginn der Ausläufer des Schlangenkamms kennzeichnen. Die goldene Ebene erhielt ihren Namen durch die endlosen Getreidefelder die Anfang Xurl, wenn das Korn reift, in goldener Pracht erstrahlt. Selbst von der großen Handelsstraße aus und von den Türmen Jaruns sieht man die goldene Ebene, die Güldental ihren Namen gab.

Die Marmorberge

Die Marmorberge markieren die östliche Grenze Güldentals zu Lormaringen. Sie sind eine bewaldete Hügelkette am Fuße des Schlangenkamms. Hier wird in großen Steinbrüchen der azurblaue Marmor abgebaut. Seiner schönen Maserung verdankt er seine Beliebtheit bei Architekten und Kunsthandwerkern. Besondere Bauwerke, die mit blauem Marmor errichtet wurden, sind unter anderem Teile des Schlosses des Fürsten von Thal in Hochanthan, Teile des Sedomeer Palastes, der Burg Drachentrutz, die große Empfangshalle in Ankur, das Juristenpalais in Escandra, die große Bibliothek zu Escandra sowie der Audienzsaal seiner Majestät des Königs.

Der Thare Hain

Der Ogedenhain liegt im Westen zwischen dem Koronsee und den Dungun Auwäldern. Vierundzwanzig Steinbäume umschließen kreisförmig einen weiträumigen, grasbewachsenen Platz. In einem Abstand von ungefähr 300 Ellen umschließt lichter Laubwald den Hain. Niemand weis, wer genau diese Bäume gepflanzt hat, denn diese sind älter als die ältesten Legenden der Heligonier. Ihren Namen haben sie von der grauen Farbe ihrer Rinde und ihrer graugrünlichen Blätter. Es sind bisher nur diese Steinbäume bekannt, da sie keinen Samen tragen und auch alle Versuche weitere Bäume durch Stecklinge zu pflanzen, fehlgeschlagen sind. Obwohl der Steinbaum eindeutig lebendig ist und Laub trägt, verliert er diese aber nicht wie andere Bäume im Xurl, sondern trägt sie das ganze Jahr über. Wegen diesen Besonderheiten ist der Hain seit jeher heilig. Im zweiten Mond des Helios findet ein mehrtägiges Treffen der Ogedengeweihten Heligonias im Hain statt.

Der Untere Koron

Der Untere Koron, der aus dem Koronsee gespeist wird, mündet bei Jarun in den Brazach. Da das Land sehr flach ist, begann der Fluß zu meandrieren und schuf eine einmalig schöne und fruchtbare Landschaft. Der Fluß hat flache Hänge in den Untergrund eingeschnitten, die von den Menschen terrassiert wurden. Hier wird Safai angebaut der nur im Wasser stehend wächst. Die Felder werden einmal im Jahr Anfang Poëna, wenn im Hochland der Schnee schmilzt, überschwemmt, wobei der Fluß fruchtbaren Schlamm mitbringt. Diese einmalige Überflutung reicht natürlich nicht, um ein Feld das ganze Jahr über mit Wasser zu füllen, auch reicht die Flut nicht bis zu den obersten Terrassen hinauf. Damit die Felder nicht austrocknen wird das Wasser des Unteren Koron mit Wasserrädern und der Al-Ron-Schraube auf die obersten Terrassen befördert, um von dort durch die Felder von Terrasse zu Terrasse nach unten zu laufen.

Der Koronsee

Der Koronsee ist ein dunkler, kalter und tiefer See im Nordosten des Landes. Doch dies soll einmal anders gewesen sein. Einst sollen Xurl und die Göttin Saarka eine Wette über das Gute im Menschen abgeschlossen haben. Saarka, die die Menschen liebte und ihnen die Seelen gegeben hatte, vertraute den Menschen und gab Xurl ihre Einwilligung, er dürfe sie auf die Probe stellen. So machte Xurl den Menschen ein Geschenk: den Koronsee. Er soll türkisblau, warm und von unsagbarem Fischreichtum an Xurlrelen pulsierend gewesen sein. Diese Fische haben eine dritte Blase, deren Saft dem Vogel Gwon dem Seelenträger, der die Seelen der Toten zu den Sternen trägt, so mundete, daß er darüber alle seine Pflichten vergaß. Wußten zu Anfang die Menschen Xurls Geschenk zu würdigen, da sie liebe Menschen nicht mehr an Gwon übergeben mußten, wenn sie ihn mit dem Fischsaft fütterten, wurden sie jedoch bald hochnäsig und spotteten, der Götter Gesetz durchbrochen zu haben und nannten sich hinfort selbst Götter.

Die Überheblichkeit der Menschen kannte keine Grenzen. Sie bauten sich selbst heilige Schreine, in denen sie den Menschen als Oberhaubt aller Götter darstellten. Selbst Helios sei nur ihr Diener, der jeden Morgen nur für sie aufzugehen habe. Doch auch die Gier der Menschen stank stechend in der Nase der Götter. Obwohl der See voll von Xurlrelen war, so voll, daß man nur mit der Hand hinein zu greifen brauchte um einen der Großen zu erwischen, war der See doch nicht groß genug um alle Menschen mit dem Fischsaft zu versorgen.

Aus Angst, es könnten einmal nicht mehr genug Fische für einen selbst bleiben, begannen sich die Menschen zu meucheln und zu morden. So traten sie Xurls Geschenk mit Füßen, besudelten es selbst mit ihrem eigenen Blut. Triumphierend zeigte Xurl der Saarka, was am Koronsee geschah. Saarka ließ sich am Ufer des Sees nieder und begann bitterlich zu weinen, als sie verstand wie schwer sie sich in den Menschen getäuscht hatte und wie sehr die Menschen sie enttäuscht hatten. Ihre bitteren Tränen flossen in den See und veränderten ihn. Machten ihn zu dem was er heute ist. Dunkel und kalt. Und nicht nur der See ist seit dem ein anderer geworden. Die Xurlrelen konnten nun in dem tiefen, kalten Wasser nicht mehr laichen und müssen nun weiter Stromaufwärts im Oberen Koron ihre Eier nach einem kräftezehrenden Kampf gegen die Strömung schwimmen, ablegen. Danach sterben sie alle, wodurch die Fische nicht mehr das Alter erreichen, um ihre dritte Blase mit dem Saft für Gwon zu füllen.

Wirtschaft

Der eigentliche Reichtum Güldentals ist sicher nicht bei den Schätzen unter Poënas Leib zu suchen. Die letzten Bohnenkornerzknöllchen wurden schon vor drei Jahrhunderten von den Feldern geklaubt, seither sind auch alle Versuche irgendwo Eisenerz, Aurazith oder gar Septhonit zu finden gescheitert. Laut einer Urkunde aus dem Jahre 217 v.A.III. hat Baron Gesi von Güldental einem Zwergenstamm sogar die Hälfte der Ausbeute der Mine als Gewinn angeboten, so denn sie eine entdeckten. Da keine weiteren Einträge diesbezüglich gemacht wurden ist zu vermuten, daß die Zwerge an Hunger verendeten.

Wie bereits oben aufgeführt, gehört die Baronie Güldenthal zu einer der gesegnetsten Landstriche Heligonias. Die fruchtbaren Böden und der ausreichend fallende Regen sichern der Bevölkerung ein mehr als gutes Auskommen. Durch die großen Überschüsse bei den Ernten, ist die Haltung von Nutztieren auch in größeren Beständen kein Problem und auch für Kleinbauern eine gute zusätzliche Einnahmequelle.

Handel

Zusätzlichen Wohlstand verschafft der Brazach der flußnahen Bevölkerung. Zum einen ist der rege Handel zu nennen, der über den Brazach und gleichzeitig über die parallel dazu verlaufende Handelsstraße ständig in Bewegung ist. Die Handelsstraße wird vom jeweiligen Edlen, auf dessen Gebiet die Straße gerade verläuft, im Auftrage des Barones bewacht, geschützt und erhalten. Viele kleine Brücken, die sich über die Nebenarme und kleineren Zuflüsse des Brazach spannen, müssen erhalten werden. Von Regen und Erdrutsch entstandene Lücken und Schlaglöcher müssen wieder verfüllt werden. Und zu guter Letzt soll zwielichtiges Gesindel von der Straße fern gehalten werden.

Die Straße ist breit, gut ausgebaut, befestigt und in manchen Abschnitten sogar gepflastert. Wie wichtig diese Achse Prinz Anselm ist, kann man gut daran erkennen, daß er trotz seiner erst kurzen Amtszeit bereits einige laxe, sogenannte Flußadlige in Hinterlandlehen schickte. Wenn in Güldental jemand von Straße spricht, meint er eine ganz bestimmte, nämlich die Handelsstrasse am Brazach entlang. Die Güldentaler sagen:

"Bei uns gibt es nur eine Straße, alles andere sind Trampelpfade."

Um dies zu finanzieren, ist von jedem Reisenden ein Strassenobolus für die Benutzung des Land- und des Wasserweges bei Betreten von Güldentaler Land zu entrichten. So zieht sich die Handelsstrasse einer Hauptschlagader gleich durch den Norden Güldentals, nach Westen Richtung Hochanthen, dem Fürstensitz Thals und im Osten gen Lormaringen. Die Flußlehen sind zwar mit größerer Verantwortung verbunden als etwa eines der Hinterlandlehen, sie sind aber trotzdem hoch begehrt, da die Beehrung mit einem dieser Lehen eine besondere Wertschätzung seitens Prinz Anselms ausdrückt.


Flußlehen-, Hinterlandlehen-Ha(e)ndel

Der Austausch der Waren findet nicht nur in den zahlreichen Handelskontoren in Jarun statt, sondern auch zwischen den vorbeiziehenden Händlern und der in der Nähe der Handelsroute wohnenden Bevölkerung. Diese verkaufen die Waren wieder weiter in das Hinterland, wo sich sonst nur wenige Händler, und das aus gutem Grund, sehen lassen. Obwohl "gemeyne Räuberey" in der Halsgerichtsordnung mit schwerer Strafe bedroht ist, werden Händler, die sich wohl aus Knauserei ohne genügend Schutz in das Hinterland wagen, immer wieder ausgeraubt oder einfach zusammengeschlagen. Da dies nicht mit Armut allein zu erklären ist, vermutet man, daß die Flußbevölkerung sich den Hinterlandhandel nicht aus der Hand nehmen lassen will. Dies verteuert die Waren für das Hinterland, was zu Spannungen innerhalb des Güldentaler Adels führt, da die Hinterland- von den Flußlandadligen die Unterbindung dieses Treibens verlangen, dieser Aufforderung aber aus Eigeninteresse mehr schlecht als recht nachkommen. Abzuwarten bleibt, ob Baron Anselm dessen schwelenden Konflikt schlichten kann, und die immer wieder drohende Sezession in ein Nord- und ein Südgüldental verhindern kann.

Von Wagnern, Treidlern, Gasthäusern und der Güldentaler Küche

Drei weitere Beispiele sollen die Bedeutung der Straße verdeutlichen. Zum Ersten ist das Wagnergewerbe anzuführen, welches den Ausfall eines Fuhrwerkes, oder einen Achs- und Speichenbruch schnell beheben kann. Davon profitieren nicht nur die Holzner, sondern auch die Schmiede die nebenbei so manches Pferd eines Reisenden schon beschlugen. Ist auf dem Felde gerade keine Furche zu ziehen, so werden mit den Ochsen, die Lastkähne flußaufwärts gezogen. Neben den traditionsreichen Flußtreidlern verdient sich so mancher Bauer auf diese Art ein paar Kreuzer zusätzlich, wenn er mit dem leeren Karren vom Markte kommt. Die Treidler und Bauern nehmen sich nichts weg, denn es gibt ständig irgendein Schiff oder Kahn, das Brazachaufwärts will.

Als drittes ist das Gastgewerbe zu nennen. Obwohl Güldental nicht besonders groß ist, kann man Jarun nicht in einem Marsch erreichen, und wer möchte des Nachts schon gerne unter freiem Himmel schlafen. Zum Einkehren laden viele Gasthäuser längs der Straße ein, die für jeden Geldbeutel das Passende bieten. Das Angebot geht vom Strohlager zwischen den Pferden der Reisenden, bis zu einem geruhsamen Schlaf ohne Untermieter, für die, die sich es leisten können auch ein Bad und noch einiges Anderes mehr. Die Kunst zu leben versteht man in Güldenthal seit eh und je, sie erreicht hier ihre Perfektion im Kleinen, was der überschwengliche Fürstenhof in Hochanthen vorlebt. Genießer finden nicht nur an den einheimischen Spezialitäten Gefallen, sondern auch an den Spezialitäten aller Herren Länder Heligonias.

Zu festlichen Anlässen ist der güldentaler Tisch reichlich gedeckt mit Krabben aus Nordemeran, Wein aus Rebenhain, Tolenser Breschtlingsgseltz, Feigen aus Darian, Rübensuppe und Rettiche aus Drachenberg, Nüsse und Pistazien aus Sedomee und nicht zuletzt dem Thaler Fürstendunkel und Thaler Fürstenpils. Das Vor- und Zubereiten der Speisen ist Sache der Frauen, dabei hat kein Mann etwas zu suchen, schon gar nicht, wenn das Mahl gelingen soll. Wenn es auch auf so manchen Reisenden gelinde gesagt befremdlich wirkt, ein zartes junges Mädchen beim Schlachten und Ausnehmen einer Wildsau zuzusehen, so gehört dies jedoch zum normalen Alltag. Während des Schlachtens wird das Fleisch nicht nur gesäubert und nach Anzeichen von Krankheiten abgesucht, sondern auch spirituell gereinigt, weswegen nach Möglichkeit immer eine Saarkageweihte anwesend sein sollte, die über das notwendige Wissen verfügt. Die ausgefallenen Rezepte der vielfältigen Gaumenfreuden werden nur vom Mund der Mutter zum Ohr der Tochter weitergegeben, weswegen man munkelt, daß die Thaler Mädchen auch über die Grenzen des Fürstentums hinaus weniger wegen ihrer Schönheit, als vielmehr ihrer Kochkunst wegen begehrt sind. In Heligonia ist ein gebräuchlicher Spruch:

"Leben wie ein Gott in Güldental!" und dies trifft den Nagel auf den Kopf.

Geld und Banken

Bevor König Aximistilius III den jetzt in ganz Heligonia einheitlichen Dukaten einführte, wurde früher in Thal mit dem Thaler Gulden bezahlt. Diese Währung bestand nicht aus Münzen, sondern waren auf Papier gedruckte Noten, die jede Bank des Landes umtauschte. Auf dem Geldschein war folgender Text zu lesen:

"Hiermit garantieren wir, Fürst Bartha von Thal, den auf der Note genannten Betrag in Aurazith bei jeder Thaler Bank auszuzahlen."

Um dies gewährleisten zu können, mußte eine perfekte Bankwirtschaft aufgebaut werden, die bis heute funktioniert. Ihren Hauptsitz haben die Banken mit dem Wechsel der Fürstenfamilie von Betis in die neue Fürstenstadt Hochanthen mit verlegt. Die Haus- und Hofbank ist die Fürstliche Thaler Bank. Weithin bekannt sind auch die Banken Pfeffersack, Raffzahn & Söhne, sowie die Omerta & Amorac Co.KG. Bank. Kein Baron, kein Graf, der nicht Geld in oder von Hochanthen hat. Welcher Baron allerdings in Hochanthen rote oder schwarze Zahlen hortet, ist ein noch besser gehütetes Geheimnis als die Zusammensetzung des schwarzen, magenzerfressenden Blubbertrankes der Magierin des III. Konventes Ratzatz. Das Konto seiner Majestät des Königs soll angeblich die Nummer eins-zwei-drei-vier-fünf haben. Es sollen auch einige Söldnertruppen ihre Beute des letzten Raubzuges in den tiefen Gewölben unter den Banken haben. Die Thaler Nummernkonten sind jedermann ein Begriff. Sprichwörtlich wird gesagt:

"So sicher wie ein Thaler Nummernkonto.", womit in etwa gemeint wird: "Darauf kannst du Gift nehmen."

Schmuggel

Es finden sich viele, die zwar die Annehmlichkeiten der Straße nutzen wollen, den Obolus aber lieber im eigenen Säckel sehen wollen. Deswegen blüht auch der Schmuggel von und nach Drachenhain über den Brazach, der wider erwarten gut organisiert ist. Sobald jemand Güldentaler Boden betritt, muß er den Obolus entrichten, auch wenn er mit der Fähre direkt in den Jaruner Hafen fährt. Um die offizielle Bezahlung zu beweisen, erhält man von den Wachsoldaten ein kleines Billett, welches man bereits als gute Fälschung auf dem Schwarzmarkt zum halben Preis findet.

Bevölkerung

Die Güldentaler sind überwiegend Bauern, die ihr Brot mit der Scholle ihres Lehnsherren und ihrer Hände Arbeit verdienen. Sie sind dickschädelig, aber gutmütig, böse Zungen würde sie als einfältig bezeichnen. Vor allem Poëna findet große Verehrung, die ihre Bauern auch nur selten im Stich läßt. Mitte des zweiten Poëna findet ein Fest ihr zu Ehren statt, bei dem das Thaler Dünnbier, das Güldentaler Fürstenpils und das Fürstendunkel in rauhen Mengen fließt.

Das Zusammenleben und das Aufeinanderangewiesensein zwischen der Bevölkerung und den Ogedengeweihten wurzelt tief auf Jahrhunderte altes Vertrauen. Man ist fleißig, leistet seinem Herren Frondienste, weiß aber auch um seine Rechte und versteht auch ausgiebig zu genießen, was an der ausgezeichneten güldentaler Küche zu schmecken ist. Doch hinter dieser Gelassenheit staut sich Aggression, die immer wieder aufbricht. Zuletzt im Bauernkrieg von 12 v.A.III., der eine mancherorts noch immer sichtbare Verwüstung hinterließ. Auch bei dem Wechsel der Baronie von der Grafschaft Drachenhain nach Thal war man sich nicht sicher, wie man dies aufnehmen würde. Bisher ist es ruhig geblieben.

Falknerei

Ein Vorrecht des Adels ist die Jagd mit Greifvögeln. Die Falknerei der Baronie befindet sich auf Burg Forin, denn hier kann man sehr gut das Rotfellchen jagen, welches wegen seines schön gezeichneten Felles sehr beliebt ist. Ein Rotfellchenpelz ist ein sehr begehrtes Stück, welches von Generation zu Generation weitervererbt wird. Der älteste bekannte Pelz findet sich auf Burg Jarun und dürfte den Wert eines ansehnlichen Hofes haben. Gegerbt wird das Rotfellchen nur in Castera.

Religion

Das gesamte Fürstentum Thal ist im ogedischen Glauben tief verwurzelt. Es wird behauptet, daß hier und da schon ein ceridischer Missionar gesehen worden sein soll, aber das sind eher Gerüchte. In der ceridischen Kirche ist der Posten des Landkomtur von Thal stets zu haben, denn wer möchte schon weniger zu sagen haben, als der Landkomtur der Ödlande. Die ceridische Kirche versuchte bereits Güldental zu missionieren, als die Baronie noch zu Drachenhain gehörte. Die Missionare erkannten die Aussichtslosigkeit ihrer Lage erst, als sich folgendes trauriges Ereignis begab:

Einer der Missionare wollte den ogedischen Menschen zeigen, daß ihre Götter überhaupt nicht existieren, indem er ihre tausendjährige, heilige, der Poëna geweihten Eiche fällen wollte. Die Menschen lachten, als sie den mageren Hänfling in seiner inzwischen lotterigen Kutte sahen, mit einer Axt deren Blatt größer als sein Kopf war. Da stand er nun vor dem mächtigen Baum, der ihn um ein vielfaches überragte mit seinem riesigen Blätterdach, einem Stamm der so dick ist, daß es zwei Dutzend Männer braucht ihn zu umfassen. Mit hochrotem Kopf und stark gewölbter Hühnerbrust schrie er die Menschen an:

Wacht auf aus euren Träumen! Erkennt endlich den wahren, den EINEN Gott! Eure Vielgötterei ist falsch! Die Jahreszeiten kommen und gehen auch ohne sie! Glaubt an unseren Gott und die Körner an euren Ähren werden größer als je zuvor sein! Ihr belügt euch selbst und das beweise ich euch jetzt! Im Namen unseres Gottes unseres EINEN Herrns, flehe ich dich an, zeige diesen Verblendeten wer der WAHRE ist!

und schlug mit der Axt zu, daß die Borke in alle Richtungen spritze. Und noch mal und noch mal, wieder und wieder trieb er die Axt in den Stamm, bis eine erhebliche Kerbe im Stamm zu sehen war. Die Menschen waren fassungslos, daß es überhaupt jemand wagte, der heiligen Eiche Schaden zuzufügen. Plötzlich rief einer der Umstehenden:

Nimm deine dreckigen Ceridenpfoten von unserer heiligen Eiche. Du Nichtsnutz hast kein Recht, diesem uralten Geschöpf sein Leben zu nehmen!

Mit einem Male kam Bewegung in die Menge. Die Menschen stürmten vor, schützend riß der Missionar die Axt vors Gesicht. Sie packten ihn, entwendeten ihm die Axt, banden ihn und schleppten ihn auf den Dorfplatz. Man rief den Dorfältesten, fragte ihn was mit dem Frevler zu tun sei. Der Alte anwortete:

"Wer das heilige Holz töten will, soll durch die reinigende Kraft des Holzes sterben."

Noch ehe die Sonne untergegangen war, schossen die Flammen aus dem Scheiterhaufen, auf dem der Ceride stand. Seit dieser Zeit wurde keine ogedische Kultstätte in Thal auch nur mehr von Andersgläubigen angetastet. In der Stadt sind Andersgläubige eine Selbstverständlichkeit, aber auf dem flachen Land sind einem scheele Blicke sicher.

Überall im Land sind heilige ogedische Plätze, sowie ihre Geweihten zu finden. Xurl-Geweihte, die in der Nähe ihrer heiligen Quellen den Kranken Linderung verschaffen. Heliosgeweihte, die kleinere Zwistigkeiten beilegen und Fehden verhindern. Saarkageweihte und Poënageweihte, die gemeinsam um eine gute Ernte beten. Ohne die Geweihten können sich die Thaler ihr Leben nicht vorstellen, mit denen sie in allen Lebenslagen tief verbunden sind. Als besonders heilige Ogendenstätte sei hier der Tahre Hain genannt.

Falknerei

Ein Vorrecht des Adels ist die Jagd mit Greifvögeln. Die Falknerei der Baronie befindet sich auf Burg Forin, denn hier kann man sehr gut das Rotfellchen jagen, welches wegen seines schön gezeichneten Felles sehr beliebt ist. Ein Rotfellchen Pelz ist ein sehr begehrtes Stück, welches von Generation zu Generation weitervererbt wird. Der älteste bekannt Pelz findet sich auf Burg Jarun, und dürfte den Wert eines ansehnlichen Hofes haben. Gegerbt wird das Rotfellchen nur in Castera.