Baronie Wolfenfeld

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Baronie Wolfenfeld
WolfenfeldWappen.gif
Hauptstadt Sarniant
Herrscher Baronin Josephina von Drachenhain
Fläche 8.770 Meilen2
Einwohner 5.000
Lehen

Wolfenfeld ist eine Baronie an den Ufern des Brazach im Fürstentum Drachenhain. Die kleine Stadt Sarniant, Hauptort und Regierungssitz der Baronie, liegt etwa auf halber Strecke zwischen Betis und Escandra. Der sonst so ruhige Brazach zwängt sich hier durch eine Engstelle, was eine gefährliche Strömung und plötzlich auftretende Strudel zu Folge hat.

Lage

Als im Jahre 374 v.A.III Ardan von Drachenhain, erster Baron von Wolfenfeld, kurz nach der Enge eine kleine Burg erbaute, wollte er damit nicht nur die Grenzen Drachenhains festigen, er hatte auch erkannt, daß sich hier zu Wasser und zu Lande zwei wichtige Handelswege kreuzten. Um den langsamen Fährbetrieb zu umgehen und die Gewalt der Strömung zu brechen, ließ er in langjähriger, mühevoller Arbeit von den besten Architekten und Steinmetzen eine Brücke über den Brazach errichten. Dieses Bauwerk wurde und wird bis heute als solches Meisterwerk angesehen, daß die kleine Siedlung den Namen "Sarniant" erhielt. Das einfache Volk nennt den Ort seit Menschengedenken "Stoabruck", was lediglich eine schlichte Übersetzung des gelehrten Namens in den Drachenhainer Dialekt ist. Ardan nahm daraufhin die dreibogige Brücke in sein Wappen auf.

Der größte Teil von Wolfenfeld liegt in der fruchtbaren Flussniederung des Brazach, durch das Hochland gut vor eisiger Kälte und heftigen Stürmen geschützt. Das recht milde Klima bringt reiche Furcht, es gedeiht mit sorgfältiger Pflege auch so manches Pflänzchen, das sonst nur in südlicheren Gegenden zu finden ist. Die tiefe Lage am Fluß bringt allerdings auch immer wieder zum Teil heftige Hochwasser mit sich, die auch mit zahlreichen Schutzmaßnahmen nie ganz zu verhindern sind. Man lebt am, vom und eben auch mit dem Brazach.

Die Herrscherfamilie

Leitspruch: "Sequere aut secede!"

Ein Satz, den Josephinas Vater Wunjo in seiner unnachahmlich polternden Art geprägt hat: "Kimm mit oder geh aus'm Weg!"


Bis 12 n.A.III. wurde Wolfenfeld von Wunjo von Drachenhain, dem einzigen Bruder Graf Waldemars, regiert. Der sehr volksnahe Baron zeigte an ausgedehnten Jagden und eben solchen Festen weit mehr Interesse als an hoher Politik. Die Folge war latenter Geldmangel; Überschwemmungen und Unwetter, ausgelöst durch den bekannten Fluch, trugen zur allgemeinen Verarmung bei. Josephinas Mutter Gwendolyn, die Tochter eines Angaheymer Clanobersten aus der Sippe von Skagen, verstarb bereits im Jahre 3 n.A.III. an der Schwindsucht. Es heißt, dass die ausschweifende Lebensweise und der jähzornige Charakter Wunjos der eher zarten und häuslichen Baronin sehr zugesetzt haben. Entgegen dem Willen seines Bruders behielt Wunjo die kleine Josephina bei sich und ließ nur zu, das sich die Vorsteherin des örtlichen Xurl-Heiligtums um das Kind kümmerte. Nach dem plötzlichen Tod des Barons holte Graf Waldemar Josephina sofort an seinen Hof und ließ ihr zusammen mit seinen Kindern und der Pflegetochter Angharad Elanor eine strenge Erziehung angedeihen. Josephina entwickelte aber bald ihre ganz eigenen Ansichten. Sie ist eine selbstbewußte und energische Frau, die von ihrer Mutter nur die Liebe zur Musik und die zierliche Figur geerbt hat. Wie ihr Vater geht sie gerne zur Jagd, streitet selbst an Turnieren mit und läßt selten ein gesellschaftliches Ereignis aus.

Lange Jahre harter Arbeit wie der Bau des Helos-Weges, die Förderung von Handwerk, Handelsbeziehungen, die Erweiterung des Hafens oder die Einführung eines großen Markttages mit Handelsmesse haben die Finanzen der Baronie inzwischen auf eine gesunde Basis gestellt, so dass die Baronin recht zufrieden sein kann. Dennoch sieht man sie häufig mit dem Volk sprechen, um dessen Sorgen und Nöte zu erfahren und auch an seinen Freuden teilzuhaben.

Herrschaftsform

Die Herrschaft wird durch Ministeriale ausgeübt, den sogenannten Landräten. Früher gab es durchaus Vögte, die schlechten Erfahrungen des Jahres 42 v.A. III führten jedoch zu einer strengeren Kontrolle der Verwalter. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass in der Zukunft das Vogt-Amt wieder besetzt wird. Zum Landrat wird meist ein Wolfenfelder Bürger berufen, der sich in irgendeiner Sache besonders hervorgetan hat, sei es mit überdurchschnittlicher Begabung für Organisation und Verwaltung oder großem Verdienst um das Gemeinwohl. Oft stammt er aus den Reihen der Dorfvorsteher, die schon einige Erfahrung in diesen Dingen besitzen. Für gewöhnlich erhält ein Landrat, wenn er sich bewährt Amt und Titel auf Lebenszeit, diese sind jedoch auf seine Person beschränkt und nicht erblich. In den letzten Jahrzehnten hat sich eingebürgert, dass mit dem Amtsantritt auch die Erhebung in den niederen Adelsstand verbunden ist. Dem Landrat stehen eine Anzahl von Soldaten zur Verfügung, um Recht und Ordnung zu erhalten, auch hat er für die Wehrfähigkeit seines Lehens zu sorgen. Selbstverständlich gelten für ihn alle üblichen Rechte und Pflichten gegenüber seinem Lehnsherrn.

Heerwesen

Wolfenfeld besitzt ein stehendes Heer, das hauptsächlich zur Sicherung der Handelsstraße und Überwachung der Zollgebühren eingesetzt wird. Auch den Landräten ist eine Anzahl von Soldaten unterstellt, die für Recht und Ordnung in den Lehen sorgen. Seit einiger Zeit baut Josephina eine kleine Reiterabteilung auf, die als schnelle Eingreiftruppe gedacht ist. Auch hier liegt eine schmerzliche Erfahrung zu Grunde, als vor Jahren ein ganzes Dorf dem fluchwürdigen Übereifer eines fanatischen Nachbarn zum Opfer fiel. Bereits Baron Wunjo hatte begonnen, die Leibeigenschaft zu vermindern, und auch Josephina entläßt hin und wieder verdiente Grundherren in die Freibauernschaft: Diese sind fortan verpflichtet, Reiter zu stellen und entlasten somit die Finanzen der Baronie.

Neben einer kleinen Burgbesatzung gibt es auch noch die persönliche Garde der Baronin. Sie besteht aus jungen Angaheymern, die sich auf solche Art erste Sporen verdienen können. Diese Einrichtung besteht seit der Heirat Wunjos mit Gwendolyn von Angaheym und hat sich bei vielen Unternehmen schon bestens bewährt. Josephina schränkt die Hochlandkrieger kaum in ihrer Freiheit ein, was diese ihr mit großer Loyalität und Einsatzfreude danken.

Nachdem der Markt Sarniant im Jahre 26 n.A.III. die Stadtrechte erhielt, wurde auch hier eine ordentliche Stadtwache und eine Bürgerwehr aufgebaut. Im Kriegsfalle ist es möglich, ein Drittel der Bevölkerung aufzubieten, die, sofern es sich nicht um Freibauern mit eigenen Waffen handelt, aus den Zeughäusern der Landräte ausgerüstet wird. Den Oberbefehl führt dann neben der Baronin selbst der Schwert-Rat, ein erfahrener Krieger, der in Friedenszeiten die Aussicht über Ausbildung und Zustand des Heeres hat.

Wirtschaft

Durch die Baronie führt der Helos-Weg, die große Handelsstraße von Betis nach Escandra. Bestand er früher aus Teilstücken unterschiedlichster Qualität und einem Durcheinander von Zöllen und Gasthäusern, so ist es Baronin Josephina zu verdanken, die sich mit allen Anrainern der alten Straße zusammensetzte und unermüdlich für einheitlichen Ausbau, exakte Meilensteine und komfortable Rasthäuser kämpfte. Im Jahre 26 n.A.III. wurde der Helos-Weg im Beisein des Königs schließlich feierlich eröffnet. Neben einer befestigten Abzweigung nach Drachentrutz und dem einzigen Weg nach Angaheym gibt es noch zwei Übergänge in das Fürstentum Thal: Die Brücke in Sarniant und eine Fähre vom Dorf Berra nach Jarun.

An Haupthandelsgütern besitzt Wolfenfeld die schmackhaften Flußkrebse aus Rêlony, die lebendig an viele hohe Häuser Heligonias geliefert werden, die Sarnianter Treidelpferde und die seidig glänzenden Flussperlen, die zu herrlichem Schmuck verarbeitet werden. Die Gewinnung der Süßwasserperlen steht unter strenger Aufsicht, und das Tragen derselben ist ein Privileg des Adels. Die Aurazith- und Silberschmiede von Sarniant verstehen sich schon seit Generationen auf die Verarbeitung von Perlen und Permutt. Viele Händler führen deshalb auch einige fertige Schmuckstücke mit sich, die sie als Beispiele vorzeigen, um Aufträge zu bekommen.

An gewöhnlichen Gütern werden vor allem Getreide, Holz, Fisch, Leinen und Gänsefedern exportiert. Ansonsten lebt man von Landwirtschaft, Brazachfischen und den Zolleinnahmen.

Tierwelt

Neben den üblichen Haus- und Hoftieren gibt es in Wolfenfeld noch Schafe, die zeitweise in den Auen oder in den Ausläufern des Hochlandes weiden. Ein paar Fischerdörfer widmen sich den Brazachbewohnern, Krebse und Muscheln werden dagegen in den Rêlonier Teichen gezüchtet.

In den Waldgebieten von Eberwildern ist der Rothirsch vorherrschend, aber auch Wölfe und Bären kommen oft aus dem angrenzenden Hochland herunter. Luchs und Wildschwein sind weit verbreitet und schon so mancher Holzfäller hat Erfahrungen mit ihnen gemacht. In den Laubwäldern von Wolfenfeld dagegen lebt viel Damwild, einige Wölfe, und aufgrund der Schweinemast kann man auch hier auf ganze und halbwilde Exemplare dieser Art treffen.

Mit etwas Geduld kann man auch hin und wieder ein Moosmutzelchen sehen, das aus dem Hochland herunter gewandert ist. Besonders selten und scheu ist dagegen der Wolper, ein seltsames Wesen in Hasengröße, um das sich zahlreiche Geschichten und Sagen ranken

Bevölkerung

Am einfachsten lassen sich die Einwohner so beschreiben: Je weiter es zum Hochland hingeht, desto verschlossener und rauher wirken sie, am Brazach hingegen ist man sinnesfreudiger und weltoffener. Der Umgang mit vielen Reisenden auf Straße und Fluß macht die Wolfenfelder aufgeschlossen für Neues, allerdings sagen sie auch gerne geradeheraus, was sie nach näherer Betrachtung davon halten. Gastfreundschaft wird großgeschrieben, kann man dadurch ja viele Neuigkeiten erfahren. Der berüchtigte Drachenhainer Dialekt ist in Wolfenfeld wohl am ausgeprägtesten, was nicht zuletzt mit der engen Bindung an Angaheym zu tun haben dürfte. Auch die Baronin scheut sich nicht, in der Sprache ihres Volkes zu sprechen, zumal wenn ihr Gemüt erregt ist, was in Adelskreisen schon zu manch Verwunderung geführt hat. Traditionen werden hochgehalten, gibt es damit doch immer etwas zu feiern! Bier und Met wird eifrig zugesprochen, und nicht umsonst tragen die Wolfenfelder den Ruf, immer die letzten zu sein, die sich auf ihren Strohsack begeben.

Religion

Im Norden Wolfenfelds, besonders in den Ausläufern des Hochlandes, ist das Ogedentum die vorherrschende Religion. Weiter im Süden, am Brazach und der großen Straße, sind vereinzelt Ceriden ansässig, jedoch handelt es sich dabei meist um Kaufleute oder "Zuagroaste". Missionare scheinen recht wenig Erfolg zu haben und werden eher milde belächelt. Wie käme ein Gott auch auf die Idee, den Menschen die Freuden des Lebens zu verbieten, die er ihnen doch selbst geschenkt hat? Zudem wagt es kaum einer, die ceridischen Ansichten zur Stellung der Frau hinauszuposaunen, wenn er nicht die Meinung der Baronin darüber persönlich kennen lernen will.

Die ogedischen Feiertage werden gerne eingehalten und in ausgelassener Fröhlichkeit begangen, sollen die Götter doch Gefallen an der Verehrung durch die Gläubigen finden und ihnen nach dem Tod einen Platz am Sternenhimmel schenken. Baronin Josephina selbst ist Erwählte des Xurl, und der große Schrein hoch über der Stadt ist weithin bekannt und zieht viele Pilger und Ratsuchende an, die wiederum ihr Geld auch in Sarniant lassen.

Das in letzter Zeit vermehrte Erscheinen von Redons-Kindern, und doch recht übernatürliche Vorgänge in und um Sarniant, die mit der Baronin zusammenhängen, rufen allerdings auch einiges an Stirnrunzeln und Scheu bei den braven Bürgern hervor: So nahe will man den Göttlichen dann doch auch wieder nicht kommen...

Brauchtum

In Wolfenfeld werden natürlich die üblichen ogedischen Feiertage begangen, das Neujahrsfest und die Festtage der Königsfamilie. Neben einem Wochenmarkt gibt es in Sarniant noch vier Jahrmärkte, jeweils an den Wenden und den Gleichen des Helios.

Höhepunkt ist das alljährliche Marktfest am Vollmond des 3. Helios. Die Feiern dauern drei Tage und es werden dabei Wettkämpfe jeder Art ausgetragen. Hauptattraktion aber sind die großen Pferderennen, bei denen die zähen Treidelpferde Kraft und Ausdauer zeigen können. Der ganze Markt ist dann voller Gaukler, Barden und Komödianten, die die zahlreichen Besucher mit ihrer Kunst unterhalten. Nebenbei findet eine Tuchmesse statt, bei der die neuesten Kreationen aus Betis, Escandra und Sedomee ihre Käufer finden.