Abtei Dunkelstein

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Abtei von Dunkelstein
Das Dunkelsteiner Wappen vereinigt das Pfeilkreuz als Zeichen der Bannkreuzer mit dem Orb der Familie van Orb, umringt von einem Flammenkranz.
Hauptstadt Dunkelnau
Herrscher Flavius van Orb, Abt von Dunkelstein
Fläche 7.310 Meilen2
Einwohner 10.000
Lehen

Dunkelstein ist der Hauptsitz des Ordens der Bannkreuzer. Das Kloster Dunkelstein wurde im Jahre 7 n.d.E. (nach der Erleuchtung, d.h. 56 v.A.III) von dem jungen Abt Lucius gegründet.

Geographie

Die Abtei Dunkelstein liegt nordwestlich von Ostarien. Im Westen fließt der breite Fluss Jolborn. Nördlich erstreckt sich Dunkelstein inzwischen weit in das Ödlandgebirge hinein. Die Landschaft reicht von grünen Vorgebirgslandschaften bis zu felsigen Gebirgshöhen mit tiefen Tälern. Den Horizont prägen in ganz Dunkelstein die weißen Gipfel des Gebirges. Am südlichen Ufer des Feldbaches erstrecken sich durch fast ganz Dunkelstein hindurch die weitgehend wieder abgetragenen Überreste eines niedrigen Erdwalles, der im Jahre 88 n.d.E. von den Ostariern unter Jareck von Jolberg als Verteidigungslinie gegen die Ödländer errichtet worden war.

Wirtschaft

Besondere Wirtschaftsgüter der Abtei Dunkelstein sind unter anderem das Dunkelsteiner Bier mit sechs verschiedenen Sorten. Auch gibt es diverse Erzminen und Granitbergwerke. Die Monopole liegen allesamt beim Abt.

Steuern

Der Abt von Dunkelstein erhält sowohl die Lehenssteuern, als auch die Kirchenabgaben der Propsteien. Da beide Einnahmen in den Orden fließen, können die zu zahlenden Steuern niedriger gehalten werden als in den ceridischen Gebieten außerhalb von Dunkelstein.

Marktplatzgebühren

Die Marktplatzgebühren werden von den Propsten selbst festgelegt und fallen in Abhängigkeit vom Reichtum der einzelnen Dörfer und Städte unterschiedlich aus.

Wegezölle

Um den Ausbau von Handelsstraßen zu finanzieren, wurden in Dunkelstein für die großen Straßen Wegezölle eingerichtet. Um diese Wegezölle bequem einzutreiben, wurde eine Siegeltafel eingeführt. Auf der Siegeltafel wird beim Erwerb eingetragen, bis wann sie gültig ist, nämlich ein Jahr lang ab dem Tag des Erwerbs. Der jährliche Wegezoll beträgt 5 Groschen. An jedes Last- oder Reittier muss eine Siegeltafel gut sichtbar angebracht sein. Wird eine Handelsstraße ohne gültige Siegeltafel benutzt, so hat der Besitzer der Tiere für jedes Tier eine Strafe von 3 Dukaten zu zahlen.

Brauchtum

Die typischen ogedischen Feiertage wurden allesamt durch einen Erlass des Abtes Lucius abgeschafft. Dafür werden die üblichen ceridischen Feiertage zelebriert. Am Tag der Erleuchtung beginnt eine Wallfahrt von Dunkelstein nach Gunara. Desweiteren wird das Dunkelsteiner Wiesenfest gefeiert, ein Fest, bei dem der Abt es sich nicht nehmen lässt, das größte Fass Nordheligonias anzustechen.

Heerwesen

Dunkelstein selbst verfügt über eine kleine, schlagkräftige Truppe, die jedoch nicht aus Geistlichen besteht, wie es bei der Heiligen Miliz üblich ist. Die Truppen bestehen vielmehr aus Stadtwachen, Söldnern oder ceridischen Rittern mit schwerer Bewaffnung und Rüstung, die bei Bedarf zusammengezogen werden.

Klosterwesen

Im Hauptkloster Dunkelstein leben etwa 100 Mönche. Vorsteher des Klosters ist der Abt, ihm zur Seite steht der Prior, welcher der Vertreter des Abtes ist. Ihm obliegt die Verwaltung des Klosters.

Gesetzgebung

Die Gesetzesgrundlage stellt die Königliche Heligonische Halsgerichtsordnung dar.

Geschichte

Als Lucius die Abtei Gunara verließ, hatte er den festen Vorsatz, dem Ceridentum ein solides Fundament zu schaffen. Sein Ziel war ein Orden, der über ausreichend Land und Mittel verfügt, um Einfluss auf die Politik nehmen zu können. Seine Reise führte ihn zunächst nach Ankur, wo er beim damals jungen Herzog Rolo VII, dem Vater von Herzog Uriel II, vorsprach. Er machte diesen mit der Lehre des Ceridentums bekannt und stieß bei dem aufgeschlossenen Herzog auf ein offenes Ohr. Lucius und Rolo verbrachten so manche Nacht in freundschaftlichem Disput. Durch seine geschickte Redekunst erreichte Lucius, dass Herzog Rolo und der damalige Baron von Dunkelstein, Rodgert, ihm genehmigten, im Jahre 7 n.d.E. in der Baronie Dunkelstein in einem Gutshaus des Barons ein Kloster einzurichten. Lucius, der nun von Ankur in die Nähe von Dunkelnau gezogen war und dort mit einigen Anhängern schon rasch eine kleine ceridische Gemeinschaft aufgebaut hatte, besuchte nun Baron Rodgert regelmäßig in Dunkelnau, um ihm den ceridischen Glauben zu lehren. Im Jahre 13. n.d.E. hatte Lucius den Baron schließlich soweit überzeugt, dass dieser zum Ceridentum konvertierte. Der Sohn des Barons, Hagen von Dunkelstein, war mit der Konvertierung nicht einverstanden und verschwand nach einem Streit aus der väterlichen Burg.

Es vergingen zwei Jahre, in denen Lucius das Kloster ausbaute und mit seinen geistigen Brüdern das Land missionierte. Doch zu Beginn des Jahres 16 n.d.E. verstarb Baron Rodgert im Klosterhospital an den Folgen einer Rückenverletzung. Er war auf dem Weg von Dunkelnau nach Kloster Dunkelstein vom Pferd gestürzt. Die Ordensbrüder des Klosters hatten Baron Rodgert ins Hospital bringen lassen und Lucius selbst kümmerte sich um ihn. Einige Tage lang hing sein Leben an einem dünnen Faden und schließlich verließen ihn trotz der sorgsamen Verpflegung der Klosterbrüder die Kräfte. Bald schon entbrannte in der Baronie ein Streit um die Nachfolge des Barons, denn Herzog Rolo VII übergab auf Fürsprache von Lucius dem jungen ceridischen Vogt Eckart das Lehen. Hagen jedoch beharrte auf sein Recht, als Sohn das Erbe seines Vaters anzutreten, wie es im Adel normalerweise üblich ist. So kam es in Dunkelstein immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Parteien. Die Lage spitzte sich zu, als Hagen, der alle geheimen Gänge und Türen der Burg seines Vaters kannte, dort eindrang und Eckart in einem Zweikampf tötete. Er ließ in der ganzen Baronie verkünden, dass er der neue Baron sei, keine Ceriden dulde und diese zur Not mit Gewalt in die Knie zwänge. Damit hatte Hagen endgültig Hochverrat begangen. Nun sah sich der Herzog gezwungen, selbst einzugreifen und so zog er gen Norden in die Baronie Dunkelstein, um in einer Schlacht gegen Hagen und seine Mannen anzutreten. Lucius schloss sich Herzog Rolo VII an, um ihm mit seinem Glauben und seinem Rat zur Seite zu stehen, wie er dem Herzog versicherte. Auf dem Weg zur Burg strömten ihnen Flüchtlinge entgegen, der Rauch verbrannter ceridischer Höfe war am Horizont zu sehen. Die Zahl der Verwundeten und Toten war groß. Was jedoch weitaus schlimmer war als die Verwüstungen, war die Hoffnungslosigkeit, denn Hagen von Dunkelstein hatte einen mächtigen Zauberer an seiner Seite, den er nach seiner Rückkehr nach Dunkelstein mitgebracht hatte. In dieser schweren Lage sprach Lucius dem Herzog Mut zu und versprach, ihm nicht von seiner Seite zu weichen. An den Burgmauern angekommen stürzte sich Herzog Rolo mit seinen Recken in den Kampf. Lucius, nur mit einem Speer bewaffnet, an dem das ceridische Kreuz befestigt war, folgte ihm. Der Magier des ruchlosen Hagen schleuderte dem Herzog einen mächtigen Illusionszauber entgegen. Vor den Augen der Streiter materialisierte sich ein grässlicher Drache, woraufhin sie angstvoll zurückwichen. Einzig Lucius lies sich von dem Trugbild nicht täuschen. Er drehte sich zu den zurückweichenden Kriegern und rief ihnen zu, dass alles nur ein Blendwerk des Daimon sei. Mit diesen Worten schritt er dem Drachen entgegen. Als er diesen mit dem Kreuz berührte, verschwand die Illusion. Da fassten die herzöglichen Streiter wieder Mut und stürzten sich erneut in die Schlacht, um diese für sich zu entscheiden.

Herzog Rolo VII war Lucius, der inzwischen sein Freund geworden war, zu großem Dank verpflichtet und schenkte dem tapferen Kleriker diesen nördlichsten Teil seines Landes. Die Baronie Dunkelstein wurde so zur Abtei. Doch Lucius wollte nicht als Lehensnehmer des Herzogs in dessen Abhängigkeit stehen. Darum bat Herzog Rolo den König, diesen Teil von Ostarien aus der Lehenspflicht seines Herzogtums zu entlassen und unterstellte Dunkelstein so direkt dem Schutz des Königs. Da die Macht des Kreuzes die Schrecken der Magie gebannt hatte, nannte Lucius seinen Orden fortan die Bannkreuzer. Die Abtei Dunkelstein war damals noch ein recht unwirtliches Land, das jedoch mit der Kraft des Glaubens und dem Enthusiasmus des Ordensführers gedieh und sich in den darauffolgenden Jahren stetig nach Norden ausdehnte. Dennoch kam es zu Lebzeiten von Lucius immer wieder zu Drohungen bis hin zu Meuchelversuchen auf den Abt. Dieser hatte in der ehemaligen Baronie die Vogteien in Propsteien umgewandelt und dort jeweils einen seiner Mitbrüder als Probst eingesetzt. Damit hatte er sich vor allem die ogedischen Vögte zum Feind gemacht, denen von ihrem Landbesitz mit etwas Glück gerade noch ein Gutshof blieb.

Im Jahre 37 n.d.E. starb Lucius an einer geheimnisvollen Krankheit. Sein Nachfolger Bertus von Steinau machte sich ebenfalls viele Feinde, indem er die heiligen Ogedenhaine in Dunkelstein zerstören ließ. Im Reifemond des Jahres 43 n.d.E. wurde Abt Bertus von einer aufgebrachten Menschenmenge, angeführt von Aradon von Hirschfurt, im Oratorium des Klosters Dunkelstein schändlichst niedergestreckt. Aradon war ein Nachfahr des Vogtes von Hirschfurt, der sich nach der Enteignung durch Abt Lucius im Bärenwald versteckt und von dort aus immer wieder Raubzüge geführt hatte. Die nachfolgenden Jahre waren eine Zeit des Brandschatzens und Raubrittertums. Der Nachfolger von Abt Bertus, Sangrius von Layenfeld wurde von Primus Vastus Aurelius II mit der Herstellung der Ordnung in seiner Abtei betraut. Er vermochte es, in den nächsten zwei Jahren das Land von Raubrittern zu säubern und die Meuchelmörder dingfest zu machen. Die innere Verzweiflung von Abt Sangrius zu jener Zeit drückte er in einem Brief an seinen Freund Abt Burkhardus, Abt von Gunara, aus. Hier ein Auszug daraus:

"Ich weiß wohl, dass Ihr mich heimlich 'Abt Fingerhut' nennt, weil der Schöpfer mir nicht die Gestalt eines Riesen gegeben hat. Eher für die Kutte, als für die Rüstung hat der Herr meinen Leib geschaffen, doch in welche Zeit? So reite ich gepanzert, umringt von Bewaffneten, weil das Unrecht Überhand nimmt, das uns Anvertrauten und die Güter unserer heiligen Kirche bedroht, denn wo ist sonst ein Arm, der die Schwachen schirmte, seitdem die Ritter zu Räubern geworden sind? Da sie keines weltlichen Herren Macht mehr kennen, muß selbst ein Mann der Kirche die Waffen ergreifen, um den Seinen Recht zu schaffen. Wir leben, Burkhardus, in einer schrecklichen, gesetzlosen Zeit."

Im Jahre 47 n.d.E. waren die letzten Raubritternester ausgehoben. Die darauffolgenden Jahre waren eine Zeit der Blüte und des wirtschaftlichen Gedeihens. Die Städte Dunkelnau und Eiswalden wurden mit Stadtmauern umgeben, in der Propstei Heiligenfelden wurde ein Nebenkloster errichtet und in der Stadt Hirschfurt das Nebenkloster St. Stephanus. Auch zu erwähnen sei die Errichtung eines Hospitals und eines Leprosenhauses in Dunkelnau. Abt Sangrius, der Weise, starb nach einer langen und fruchtbaren Regierungszeit im Jahre 84 n.d.E.

Sein Nachfolger, Edmond de la Cruz, trat im Jahr 79 n.d.E. dem Orden der Bannkreuzler bei. Aufgrund einer großzügigen Spende seines Vaters, Fürst Waldemar von Drachenhain, wurde er vom damaligen Abt Sangrius, gleich nachdem er die Profess ablegte zum Propst von Bornstein ernannt. Kurz darauf im Jahre 83 n.d.E. wurde er zum Prior der Abtei ernannt, nachdem der alte Prior Balorius einem mysteriösem Meuchelmord zum Opfer fiel. Kaum zwei Jahre später wurde er Abt und Superior des Ordens. Die darauffolgenden drei Jahre verbrachte er mit dem Niederschreiben des Dunkelsteiner Hexenhammers, worauf er im Jahre 85 n.d.E. von Primus Benedict Canesius zum Inquisitor gesalbt wurde. Der altersschwache Primus, der aufgrund seiner Gebrechen das Amt des Großinquisitors nicht mehr ausüben konnte, übertrug dieses im Jahre 87 n.d.E. dem Abt Edmond de la Cruz und ehrte damit dessen außerordentlichen Leistungen im Dienst der Ceridischen Kirche. Abt Edmond de la Cruz galt als fanatischer Ceride, der jegliche schwarze Magie bekämpft und selbst der heilenden Magie skeptisch gegenüber stand. Da er kurz darauf das Amt des Fürstbischofs von Friedland an sich riss, wurde der Abtsstuhl vakant. Ab dem Jahre 89 n.d.E. wurde Abt Flavius van Orb vom Orden in das Amt berufen.