Grafschaft Darian

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Grafschaft Darian
Darianwappen.gif
Hauptstadt Darbor
Herrscher Graf Dedekien
Fläche 58.600 Meilen2
Einwohner 30.000
Baronien Keine
Die Grafschaft Darian

Die Grafschaft Darian liegt südöstlich im unteren Teil Heligonias. Die Grenzen des Landes sind im Osten der Schlangenkamm und im Süden die Jolsee. Nördlich liegt das Fürstentum Thal und der südliche Nachbar ist die Grafschaft Sedomee.

Landschaftsbild, Klima und Tierwelt

Seit der Gründung Darians wurde immer die Vergrößerung der Schiffsflotte vorangetrieben. Dies hatte zur Folge, daß die Wälder in Darian nahezu gerodet sind. Das trockene und warme Klima tat sein Übriges, um eine Versteppung der Landschaft herbeizuführen. Der fruchtbare Ackerboden wurde nach und nach bei den starken Regenfällen im Xurl in die Jolsee gespült. Daher sind die Hafenanlagen in Darbor auch einer kontinuierlichen Verlandung ausgesetzt. Um unabhängig von Holzlieferungen zu werden, hat nun Graf Dedekien umfassende Aufforstungsmaßnahmen angeordnet. Die letzten noch verbliebenen zusammenhängenden Wälder befinden sich im Südwesten des Landes an den Grenzen zu dem Füstentum Thal. Jedoch sind auch hier keine größeren Wildbestände mehr anzutreffen. Lediglich das Steppenkaninchen kann sich ungestört verbreiten und bereichert so den Speiseplan der Darianer. Ebenso häufig trifft man die Wildziege an, die auf Anordnung des Grafen erbarmungslos gejagt wird. Die ständig anwachsenden Ziegenherden verstehen es vortrefflich, jeden jungen Keimling, der sich ihnen bietet, restlos abzuäsen. An den noch verbliebenen Wurzeln tut sich dann das Wühlschwein gütlich, das in unermüdlicher Wühlarbeit eine wahre Kraterlandschaft hinterläßt. Der Hauptnahrungs-lieferant ist jedoch die Jolsee. Zum Laichen erscheint der Jolfisch in ungeheuren Schwärmen an der darianischen Küste und wird mit Treibnetzen gefangen.

Am Rande der Shayed-Wüste und in den Steppengebieten findet man kaum mehr als die weitverbreiteten Hüpfmäuse oder hier und da ein Tek’har, eine gefährliche, aber auch plumpe Echse, die ungefähr vier Ellen groß werden kann. Eine ständige Gefahr für die Bevölkerung ist jedoch das zahlreiche Auftreten von allerlei Schlangen, die sich in der trockenen Umgebung außerordentlich wohl fühlen. Besonders giftig ist der Biß der Viperia Dariana, im Volksmund auch Todesotter genannt. Binnen Minuten stirbt der Gebissene einen qualvollen Tod. Alchimisten jedoch schätzen das Gift vieler dieser Schlangen als wertvolle Zutat von Tränken und Arzneien. Bemerkenswert sind auch die fledermaus-ähnlichen Pterollion, die im Schlangenkamm und dessen Ausläufern beheimatet sind.

Herrschaftsform

Die Grafschaft Darian wird zentralistisch von der Hauptstadt Darbor aus regiert. Die einzelnen Baronien, die vor der Auflösung des Herzogtums Valmera bestanden, wurden nach der Selbständigkeit Darians aufgelöst, als da waren die Baronien Guldenstein, Felsenmeer, Nordaron, Basonna und Darbor. Die ehemaligen Barone haben zwar alle ihre Titel noch inne, jedoch besitzen sie kein Land mehr. Heute leben die Nachkommen der ehemals adligen Familien in ganz Heligonia im Exil.

Der Herrscher

Im Jahre 10 n.A.III übernahm Graf Dedekien das schwere Erbe seiner Väter. Alle Bemühungen das Land in einen wirtschaftlichen Aufschwung zu geleiten, schlugen fehl. Die mangelnde diplomatische Umsicht und menschliche Härte des Grafen verhinderten immer wieder die Aussicht auf bessere nachbarschaftliche Beziehungen zu den umliegenden Reichen. Sein unsteter Lebenswandel ist sicher Ursache dafür, daß Dedekien noch keine passende Gemahlin gefunden hat. Somit ergab sich auch noch keine Möglichkeit durch eine Heirat politische Verbindungen zu schaffen. Zwar kann er eine große Zahl von unehelichen Kindern sein Eigen nennen, doch ein legitimer Nachfolger steht noch aus.

Das Heer- und Steuerwesen

Graf Dedekien verfügt über eine Hundertschaft. Diese Garde ist in Darbor beheimatet. Der Großteil des Landesheeres verteilt sich entlang der Grenzen zu Thal und Sedomee. Die Handelsstraße zwischen Guldenstein und Darbor wird hauptsächlich von Söldnern bewacht, die die Händler aus eigener Tasche bezahlen müssen, damit ihr Hab und Gut nicht in die Hände von Räubern fällt. Da ein Teil der Handelsstraße durch die große Shayed-Wüste führt, ist eine Sicherung derselben auch nur durch den Zusammenschluß mehrerer Händler zu einer Karawane möglich.

Ein nicht unerheblicher Anteil des Heeres wird dazu verwandt, die Steuern einzutreiben, was sich aufgrund der Bevölkerungsstruktur Darians schon immer als besonders schwierig erwiesen hat. Die ständig umherziehenden Händler, Shayedi und Srenghewar sind schwer kontrollierbar und entziehen sich gerne der Staatsgewalt. Die Steuereintreiber werden von der Bevölkerung als Luris bezeichnet, das Wort für Dieb aus der Sprache der Srenghewar. Graf Dedekien hat das problematische Verhältnis der Darianer zu den Steuerabgaben erkannt und bei Amtsübernahme die Ausstellung der Heliosbriefe neu geregelt und alle bis dahin ausgestellten Briefe eingezogen. Danach wurden die Helios-Briefe vom Grafen nur noch auf ein Jahr befristet ausgestellt. Die Beamten des Grafen sind angewiesen, vor der Verlängerung eines Helios-Briefes die Steuerschuld begleichen zu lassen. Für die Händler und Handwerker ist daher der jährliche Gang zu den Amtsstuben ein eher lästiges Unterfangen und wird als Ashenpol bezeichnet. Dies ist ein Begriff aus der Sprache der Srenghewar und bedeutet frei übersetzt:

"Leb wohl, mein Gold”.

Da die Darianer trotzdem gerne die Steuer umgehen, hat sich die Gilde der Helios-Brief-Fälscher entwickelt. Die Qualität der gefälschten Helios-Briefe ist so gut, daß selbst Derjenige, der glaubt, seine Unterschrift darunter zu sehen nicht bemerkt, daß es sich hier um ein Duplikat handelt. Graf Dedekien geht gegen diese Fälscher selbstverständlich mit aller Härte vor, so diese ihn doch um sein Eigentum bringen. Welchiger beim Falschbriefen oder mit einem gefälschten Brief erwischt wird, hat mit der für einen Darianer empfindlichsten Strafe zu rechnen. Sein Vermögen wird eingezogen und er muß ein ganzes Jahr ohne Lohn in den Minen des Schlangenkamms arbeiten.

Geschichte

Im Jahre 76 v.A.III entbrannte im damaligen Herzogtum Valmera ein Erbfolgekrieg. Die Freigräfin Caliane von Sedomee war das einzige Kind des Herzogs von Valmera und somit nach früherem Gesetz als Frau von der Erbfolge ausgeschlossen. Ihr Vetter Uttras, Graf von Darian, machte daher seinen Anspruch auf den herzöglichen Thron geltend. Caliane konnte mit Hilfe eines Helios-Briefes eine Gesetzesänderung erwirken und wurde daraufhin Herzogin von Valmera. Dies veranlaßte Uttras dazu, sein vermeintliches Recht mit Waffengewalt zu erkämpfen. Zwei Jahre tobte ein entsetzlicher Krieg, bei dem beide Seiten große Verluste erlitten. Erst das Einschreiten des Königs erwirkte einen Waffenstillstand. Per Helios-Brief ordnete er eine Teilung des Herzogtums Valmera in zwei voneinander unabhängige Grafschaften an. Das angespannte Verhältnis zwischen Darian und Sedomee hält bis zum heutigen Tage an. Seither gehen immer wieder Bemühungen von Darian aus, Sedomee entweder politisch oder mit Waffengewalt zu einer Wiedervereinigung zu bringen.

Gesetzgebung

Grundlage für alle Gesetze in Heligonia ist die Halsgerichtsordnung. Wachsam wird von Escandra aus beobachtet, daß diese eingehalten wird. In der Vergangenheit mußte Graf Dedekien immer wieder darauf hingewiesen werden, dies genauer zu beachten. Aus Kostengründen hat es sich nämlich in Darian bewährt, die Gerichtsverhandlungen ohne zeitraubende Zeugenbefragungen durchzuführen. Um einen längeren und für die Obrigkeit teuren Kerkeraufenthalt zu vermeiden, wird meist noch vor einer drohenden Verhandlung die Finanzlage des Beschuldigten geprüft und eine Strafe in pekuniärer Form festgelegt. Sollte der Beschuldigte über kein ausreichendes Vermögen verfügen, so ist ihm ein Arbeitsaufenthalt in den Minen sicher. Auch ist der Beruf des Henkers ein eher aussterbender in Darian, da man sich von der Todesstrafe nicht viel verspricht, denn nur ein lebendiger Mann ist einer, der noch arbeiten kann. Kommt es dennoch zu einer Gerichtsverhandlung, dann ist diese ein Spektakel für das ganze Volk. Gespannt warten die Zuschauer auf die Vorführung der Zeugen. Ihre Aussagen werden nicht etwa nach dem Wahrheitsgehalt beurteilt, sondern nach der Fähigkeit, eine besonders unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Recht bekommt letztendlich derjenige, welcher die phantastischste und spannendste Version des Tathergangs schildert. Denn in Darian gilt der Spruch:

In dubio pro narratore optimo”.

Auch den Hang der Darianer über ihre Verhältnisse zu leben, hat sich der Graf zum Vorteil gemacht. Säumige und zahlungsunfähige Schuldner werden in den Schuldenturm geschlossen. Die Länge des Aufenthalts richtet sich nach der Fingerfertigkeit des Schuldners, denn dieser sitzt nicht nur einfach seine Zeit dort ab - nein, er muß Teppiche knüpfen. Die Höhe der Schulden wird in Knüpfknoten umgerechnet und wenn der Schuldner diese abgeleistet hat, kann er den Schuldenturm wieder verlassen. Die schönsten Stücke entstammen dem Schuldenturm der Stadt LaSogaz, da die dortigen Insassen als Stammgäste gesehen werden können und somit eine gewisse Übung aufweisen.

Religion

Die Bewohner Darians sind alle gläubige Ogeden. Jedoch steht die Helios-Verehrung nicht hoch im Kurs, denn Helios schenkt dem Land schon genug seiner Wärme, noch mehr davon könnte es nicht verkraften. Besondere Ehre wird dem Gott Xurl zuteil. Zahlreiche Schreine, Höhlen und Quellen sind ihm geweiht. Als besonderes Heiligtum gilt die Höhle der Leyra, deren genauer Standort nur Eingeweihten bekannt ist. Außergewöhnlich ist, daß der Sohn Xurls, Redon, in Darian besonders verehrt wird. Als Schutzpatron der Seefahrer nimmt er speziell bei den Küstenbewohnern eine wichtige Rolle ein. Jedes Schiff und jeder Fischkahn trägt sein Zeichen, den Anker. Redon wird auch gerne als Delphin dargestellt. Ein berühmtes Beispiel dafür ist der Redonsbrunnen auf dem Antrar-Platz in Darbor.

Brauchtum

Wichtigster Feiertag ist der Jahrestag der Selbständigkeit Darians. Alljährlich findet zur Helios-Wende ein großes Fest statt, bei dem der Graf sich dem Volk zur Schau stellt. Die Insassen der übervollen Kerker können an diesem Tag Gnadengesuche stellen, die meist bewilligt werden. Nach Ableistung der Buße jedoch ist der Verurteilte wieder ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Strafen, wie das Abtrennen der Hände oder gar die Hinrichtung sind in Darian eher die Ausnahme, da sie nur Kosten verursachen und der Straftäter künftig als Arbeitskraft und somit auch als Steuerzahler unbrauchbar ist. Eine weitere große Feier ist das Jolfisch-Fest. Es findet am 2. Tag im 2. Poëna statt und dabei wird dem Gott Xurl für den reichlichen Fischfang gedankt.

Bewohner

Die Bewohner Darians setzen sich aus den unterschiedlichsten Volksgruppen zusammen. Zwar leben alle in Frieden und Eintracht miteinander, doch dies ist vor allem der Tatsache zu verdanken, daß relativ wenig Menschen in dem großen Land leben. Man schätzt, daß Darian ungefähr 30 000 Einwohner hat. Eine genaue Zahl läßt sich allerdings nicht nennen, da nur wenige Darianer einen festen Wohnsitz haben. Besonders die Srenghewar und die Shayedi bleiben nie länger als nötig an einem Ort. Die zahlreichen Händler ziehen von einem Geschäft zum nächsten. Piraten und Schmuggler müssen schon ob der Natur ihres Gewerbes eine große Beweglichkeit bewahren. Selbst die Fischer entlang der Küste sind häufig als Seefahrer unterwegs. Nur einige Bauern entlang der Thaler Grenze haben sich fest angesiedelt und führen ein geregeltes Leben. Natürlich sind auch die Sklaven und Zwangsarbeiter zeitweise in ihrer Mobilität eingeschränkt. Doch eines haben alle Darianer gemeinsam. Sie mißtrauen jeglicher Obrigkeit und versuchen ihr zu entgehen so gut es geht. Sie fühlen sich nur ihrer Sippe oder Familie verpflichtet und argwöhnen dem Grafen. Die Notwendigkeit Steuern zu bezahlen oder treuer, loyaler Untertan zu sein ist den Darianern fremd. Dies macht es Graf Dedekien auch nicht leichter das Land zu regieren.

Drei in Darian weit verbreitete Gruppen sind:

Liste wichtiger Städte

Siehe auch